Zeitliche Abstimmung der Bewegungen mit dem Sagen des Takbīr während des Gebets
Frage (Nr. 59):
Führt man den Takbīr während des Gebets gleichzeitig mit dem Ablauf der jeweiligen Bewegung aus oder am Ende dieser Bewegung? Sollte man z. B. beim Sujūd „Allahu akbar“ noch während des Aufstehens sagen oder wenn man sich vollständig aufgerichtet hat?
Antwort:
Alles Lob gebührt Allah.
Die Sunnah des Takbīr ist, ihn in Verbindung mit der Bewegung auszuführen und zwar in der Weise, dass jemand den Takbīr zusammen mit dem Anfang der Bewegung beginnt. Der Dalīl (Beweis) dafür ist ein Hadīth von Abu Hurayrah, in dem es heißt:
Abu Hurayrah pflegte den Takbīr in allen Gebeten, den obligatorischen und den freiwilligen, zu sagen, … Er pflegte den Takbīr zu sagen, wenn er im Gebet stand und wenn er sich beugte; dann sagte er „Sami’allahu li-man hamida“ und bevor er sich niederwarf, sagte er „Rabbana walaka-l-hamd“. Dann sprach er den Takbīr bei der Niederwerfung und wenn er seinen Kopf davon erhob, den nächsten Takbīr bei der zweiten Niederwerfung und wenn er abermals seinen Kopf erhob. Er sagte ebenfalls Takbīr, wenn er nach dem (Sitzen des) zweiten Raka´ah aufstand. Er pflegte das Gleiche in jedem Raka´ah zu tun, bis das Gebet beendet war. Am Ende des Gebets sagte er: „Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist! Es gibt keinen Zweifel daran, dass mein Gebet näher am Gebet des Gesandten Allahs ist als eures und dies war sein Gebet bis er diese Welt verließ.“ (al-Bukhāri)
Die Gelehrten haben das arabische Wort „Hīna“, das in dem Hadīth benutzt wird (hier übersetzt mit „wenn“), dahingehend verstanden, dass der Beginn des Takbīr in Verbindung mit dem Anfang der Bewegung stehen sollte.
Anzumerken ist, dass einige Gelehrte empfohlen haben, das Sagen des Takbīr während der gesamten Bewegung andauern zu lassen, von ihrem Beginn bis zu ihrem Ende, doch es gibt für diese Ansicht keinen Dalīl (Beweis).
Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid