Islam Fragen & Antworten

www.diewahrereligion.de

Antwort auf Fragen über die Verse, die vom Leben des Messias (Friede sei auf ihm) handeln

Antwort auf Fragen über die Verse, die vom Leben des Messias (Friede sei auf ihm) handeln 

Frage (Nr. 43506): 

Ich bin interessiert an Ihrer Homepage und ich glaube fest an den Qur’ān. Doch verstehe ich zwei Verse nicht. „Und der Friede sei auf mir am Tag, da ich geboren wurde, und am Tag, da ich sterbe, und am Tag da ich wieder zum Leben auferweckt werde.“ (19:33) – was bedeutet „am Tag, da ich starb“? „Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift, der nicht noch vor dessen Tod ganz gewiss an ihn glauben wird. Und am Tag der Auferstehung wird er über sie Zeuge sein.“ (4:159) – was bedeutet „vor dessen Tod“? Was ist mit diesen Versen: „und dafür, dass sie sagten: „Gewiss, wir haben al-Masih ‘Isa, den Sohn Maryams, den Gesandten Allahs getötet.“ – Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so. Und diejenigen, die sich darüber uneinig sind, befinden sich wahrlich im Zweifel darüber. Sie haben kein Wissen darüber, außer dass sie Mutmaßungen folgen. Und sie haben ihn mit Gewissheit nicht getötet. Nein! Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben. Allah ist allmächtig und allweise.“ (4:157-158)? Ich studiere in China und einige Freunde unterschiedlicher Religion befragen mich über den heiligen Qur’ān und die Stellung von Jesus (Friede sei auf ihm) im Islam. 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Zuerst einmal möchte wir dir für deinen Einsatz danken und für deine Fragen über deine Religion sowie für deine Bemühungen, das Buch Allahs, gepriesen und erhaben ist Er, zu verstehen. Wir bitten Allah darum, dich und uns mit nützlichem Wissen zu segnen. 

Bezüglich des Verses, in dem Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und der Friede sei auf mir am Tag, da ich geboren wurde, und am Tag, da ich sterbe, und am Tag da ich wieder zum Leben auferweckt werde.“ (19:33) sagte al-Tabari in seinem Tafsīr: „Der Ausdruck `Und der Friede sei auf mir am Tag, da ich geboren wurde, und am Tag, da ich sterbe, und am Tag da ich wieder zum Leben auferweckt werde` bedeutet: Am Tag, als ich geboren wurde, wurde mir von Allah Schutz vor dem Schaytān und seinen Truppen gewährt, sodass sie mit mir nicht das tun konnten, was sie mit allen Neugeborenen tun, d. h. es berühren. Und an dem Tag, an dem ich sterbe, werde ich vor den Schrecken des Todes beschützt sein. Und an dem Tag, an dem ich zum Tag der Auferstehung auferweckt werde, werde ich vor dem Schrecken beschützt sein, der die Menschen ergreift, wenn sie die das Grauen jenes Tages sehen.“ (Tafsīr al-Tabari 8/340). 

Al-Qurtubi sagte: „`Und der Friede sei auf mir` bedeutet, dass mir ein Schutz von Allah gewährt wird, erhaben ist Er. Al-Zajjāj sagte: `Der Salām wurde davor ohne bestimmten Artikel erwähnt und beim zweiten Mal wurde er mit dem bestimmten Artikel genannt.` Der Ausdruck `am Tag, da ich geboren wurde` bedeutet: in dieser Welt. Und es wurde gesagt: vor den Einflüsterungen des Schaytān. Der Ausdruck `und am Tag, da ich sterbe` bedeutet: im Grab. Der Ausdruck `und am Tag da ich wieder zum Leben auferweckt werde` bedeutet: im Jenseits. Es gibt drei Etappen: lebendig in dieser Welt, tot im Grab und wieder auferweckt im Jenseits und ihm wird Schutz bei allen dreien gewährt.“ (Tafsīr al-Qurtubi 11/98). 

Aus den oben genannten Kommentaren der Mufassirūn kann man erkennen, dass der Ausdruck `und am Tag, da ich sterbe` nicht bedeutet, dass er starb, sondern es bedeutet, dass wenn er stirbt – was geschehen wird, nachdem er herabgekommen ist und den Dajjāl getötet hat, wie in den Ahādīth bewiesen wird – dann wird er davor beschützt werden, ohne Glauben an Allah zu sterben, gepriesen ist Er. Ähnlich bedeuten die Worte `und am Tag da ich wieder zum Leben auferweckt werde` nicht, dass er am Tag der Auferstehung auferweckt wurde. Vielmehr sprach er über die Situation zur Zeit seiner Geburt, zur Zeit seines Todes und zur Zeit seiner Auferstehung. Zweifelsfrei wird er sterben, doch es wird in den anderen Versen, die du nanntest, bestätigt, dass er nicht getötet oder gekreuzigt wurde, sondern dass Allah ihn zu sich Selbst nahm, und er wird sterben, nachdem er vom Himmel herabkam und den Dajjāl tötete. 

Bezüglich der Verse, in denen Allah sagt: „Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift (Juden und Christen), der nicht noch vor dessen Tod ganz gewiss an ihn glauben wird (an `Isa/Jesus; als Gesandten Allahs und als Mensch). Und am Tag der Auferstehung wird er (`Isa/Jesus) über sie Zeuge sein.“ (4:159). 

Die Gelehrten waren sich darüber uneinig, auf wen sich das Pronomen „dessen“ in dem Ausdruck „dessen Tod“ bezieht. Es gibt zwei Ansichten: 

1.         Dass sich das Pronomen auf `Isa ibn Maryam (Friede sei auf ihm) bezieht. In diesem Fall lautet die Bedeutung des Verses folgendermaßen: Es gibt niemanden unter den Leuten der Schrift, der nicht an `Isa (Friede sei auf ihm) glaubt, bevor er (`Isa) stirbt. Denn wenn er vom Himmel herabsteigt und den Dajjāl tötet, wird er das Kreuz zerbrechen, die Schweine töten, die Jizyah abschaffen und nichts akzeptieren außer dem Islam. Zu dieser Zeit werden die Leute der Schrift an ihn glauben, bevor er stirbt (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm), und sie werden wissen, dass er wahrhaftig ist und dass er nicht bereits vorher gestorben war. Was also in dem Vers erwähnt wird, ist eines der Zeichen der Stunde und eines der Omen für den Tag der Auferstehung, der nach dem Herabsteigen von `Isa eintrifft. Bevor er zu dieser Zeit stirbt, werden die Leute der Schrift an ihn glauben. Diese Ansicht wird durch den Kommentar Abu Hurayrahs (möge Allah mit ihm zufrieden sein) gestützt, den er zu dem Hadīth erwähnte, der vom Auftreten `Isas (Friede sei auf ihm) am Ende der Zeit handelt. Es wird berichtet, dass Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: `Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, bald wird der Sohn Maryams zu euch als Richter herabkommen. Er wird das Kreuz zerbrechen, die Schweine töten, die Jizyah abschaffen und der Reichtum wird in einem solchen Überfluss vorhanden sein, dass niemand ihn annehmen wird und eine Niederwerfung ist besser als diese Welt und alles, was darauf ist.`“ Dann sagte Abu Hurayrah: „Rezitiert, wenn ihr möchtet: `Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift (Juden und Christen), der nicht noch vor dessen Tod (`Isas/Jesus` Tod oder der eines Juden oder eines Christen, wenn der Engel des Todes erscheint) ganz gewiss an ihn (an `Isa/Jesus, Sohn der Maryam; als Gesandten Allahs und als Mensch) glauben wird. Und am Tag der Auferstehung wird er (`Isa/Jesus) über sie Zeuge sein.` (4:159).“ (Bukhāri #3129; Muslim #220). 

2.         Dass sich das Pronomen auf den Kitābi (Juden oder Christen) selbst bezieht. In diesem Fall lautet die Bedeutung des Verses, dass es keinen unter den Leuten der Schrift gibt, der nicht an `Isa (Friede sei auf ihm) glaubt, und daran, dass er wahrhaftig ist und dass er nicht starb. Dies geschieht, wenn er die Qualen des Todes erleidet und die Realität und deren Beweise erkennt. Zur Zeit des Todes wird der Kitābi wissen, dass das, was er glaubte, falsch war, doch der Glaube wird ihm an diesem Punkt nichts nutzen. 

Basierend auf diesen beiden Meinungen gibt es keinen Hinweis oder eine Andeutung in dem Vers, dass `Isa (Friede sei auf ihm) starb. Vielmehr beziehen sich die Worte – gemäß der ersten Ansicht – auf eine Angelegenheit des Verborgenen, die in der Zukunft stattfinden wird, denn er (Friede sei auf ihm) wird unzweifelhaft sterben. Doch dies wird geschehen, nachdem er herabkam, wie oben angeführt. Und gemäß der zweiten Ansicht bezieht sich der Ausdruck `vor dessen Tod` auf den Tod des Kitābi selbst. 

Al-Tabari, ibn Kathīr und andere Imāme des Tafsīr betrachteten die erste Meinung als wahrscheinlich richtig. Ibn Kathīr sagte: „Bezüglich der Worte (ungefähre Bedeutung): Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift, der nicht noch vor dessen Tod ganz gewiss an ihn glauben wird. Und am Tag der Auferstehung wird er über sie Zeuge sein.` (4:159) sagte ibn Jarīr: `Die Gelehrten der Interpretation waren über die Bedeutung unterschiedlicher Ansicht. `Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift, der nicht noch vor dessen Tod ganz gewiss an ihn glauben wird` bedeutet: vor dem Tod `Isas. Das heißt, dass sie alle an ihn glauben werden, wenn er herabkommt, um den Dajjāl zu bekämpfen, sodass alle Religionen eine werden, welche die monotheistische Religion des Islams ist, die Religion Ibrāhīms (Friede sei auf ihm)…` Es wurde von ibn `Abbās berichtet, dass er sagte: `Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift, der nicht noch vor dessen Tod ganz gewiss an ihn glauben wird bedeutet, vor dem Tod `Isas ibn Maryam (Friede sei auf ihm)…` Es wurde berichtet, dass al-Hasan sagte: `Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift, der nicht noch vor dessen Tod ganz gewiss an ihn glauben wird, bedeutet, vor dem Tod `Isas und bei Allah, er ist lebendig bei Allah, doch wenn er herabkommt, werden sie alle an ihn glauben…` Ibn Jarīr sagte: `Und andere sagten: Das bedeutet vor dem Tod desjenigen, der an das Buch glaubt (d. h. Jude oder Christ), denn an diesem Punkt (gerade vor dem Tod) wird er die Wahrheit von der Lüge unterscheiden können, denn die Seele von niemandem, zu dem der Tod kommt, kommt heraus, bis nicht die Wahrheit von der Lüge deutlich unterschieden wurde in Bezug auf seine Religion.` `Ali ibn Abi Talhah sagte, von ibn `Abbās über diesen Vers berichtend: `Er sagte: `Kein Jude wird sterben, ohne dass er an `Isa glaubt…“ Ibn `Abbās sagte: `Wenn sein Kopf abgeschlagen wird, wird seine Seele nicht herauskommen, bis er nicht an `Isa glaubt…` Es wurde berichtet, dass ibn `Abbās sagte: `Der Jude wird nicht sterben, bis er nicht bezeugt, dass `Isa ein Diener Allahs ist und Sein Gesandter…` 

Ibn Jarīr sagte: `Die wahrscheinlich richtige dieser Meinungen ist die erste, welche besagt, dass von den Leuten der Schrift keiner übrig sein wird nachdem `Isa (Friede sei auf ihm) herabkam, außer er glaubt an ihn, bevor `Isa (Friede sei auf ihm) stirbt.` Zweifelsohne ist das, was ibn Jarīr sagte, die richtige Ansicht, denn es ist das, was sich aus dem Kontext der Verse ableiten lässt, welche bestätigen, dass das, was die Juden behaupten, nämlich `Isa getötet und gekreuzigt zu haben, falsch ist. Ebenso wie die Behauptungen der unwissenden Christen, die an die Aussagen der Juden glauben. Allah informiert uns darüber, dass es nicht so geschehen ist, sondern dass es ihnen so vorgetäuscht wurde, und sie töteten den Doppelgänger und merkten es nicht. Doch `Isa wurde zu Ihm erhoben, er ist immer noch am Leben und wird vor dem Tag der Auferstehung herabsteigen, wie in mutawātir Ahādīth bestätigt wird. Er wird den falschen Messias (den Dajjāl) töten, das Kreuz zerbrechen, die Schweine töten und die Jizyah abschaffen, d. h. er wird sie von keinem der Anhänger anderer Religionen akzeptieren, sondern er wird nur den Islam akzeptieren oder das Schwert. Dieser Vers berichtet uns, dass alle Leute der Schrift zu der Zeit an ihn glauben werden und keiner von ihnen wird davon ausgenommen sein. Daher sagte er: „Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift (Juden und Christen), der nicht noch vor dessen Tod ganz gewiss an ihn (`Isa/Jesus) glauben wird, was bedeutet, vor dem Tod `Isas (Friede sei auf ihm), von dem die Juden und die ihnen nachfolgenden Christen behaupten, er sei getötet und gekreuzigt worden, doch am Tag der Auferstehung wird er ein Zeuge gegen sie sein, d. h. aufgrund ihrer Taten, die er bezeugte, bevor er in den Himmel emporgehoben wurde, und nachdem er erneut zur Erde zurückkam.“ (Tafsīr ibn Kathīr 1/762). 

Es ist notwendig anzumerken, dass eine Debatte mit den Christen auf der Basis von Wissen und Beweis erfolgen muss, sodass man nicht der Grund dafür wird, dass die Menschen wegen schwacher Argumente die Wahrheit nicht annehmen. Die Christen haben keinen richtigen Beweis, doch sie präsentieren fadenscheinige Argumente, um die Wahrheit zu entstellen und sie vermischen Richtiges mit Falschem. Möge Allah uns Zuflucht gewähren vor den Wegen der Irregehenden. 

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A