Islam Fragen & Antworten

www.diewahrereligion.de

Können die Toten einander in ihren Gräbern besuchen oder sich gegenseitig sehen?

Können die Toten einander in ihren Gräbern besuchen oder sich gegenseitig sehen?

 

Frage (Nr. 20820):

 

Seit einiger Zeit denke ich über die Gegebenheiten des Grabes nach. Ich möchte gern wissen, ob die Toten in ihren Gräbern einander sehen, sich gegenseitig besuchen oder spüren können.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Es ist bewiesen, dass die Seelen der Gläubigen einander treffen und besuchen. Im Folgenden führen wir einige Ahādīth an, die das belegen, ebenso wie einige Fatwas der Gelehrten zu dieser Angelegenheit.

 

Es wurde von Abu Hurayrah berichtet, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Wenn der Gläubige stirbt, kommen die Engel der Barmherzigkeit mit weißer Seide zu ihm und sagen: `Komm heraus, zufrieden und mit dem Wohlgefallen Allāhs auf dir, zu der Barmherzigkeit Allāhs, zu Duft und zu einem Herrn, Der nicht zornig ist.` So kommt sie heraus wie der schönste Moschusduft. Sie geleiten ihn von einem zum anderen, bis sie ihn zum Tor des Himmels bringen, wo sie sagen: `Wie gut ist dieser Duft, der zu dir von der Erde gekommen ist!` Dann kommen die Seelen der Gläubigen zu ihm und sie freuen sich mehr über ihn als irgendeiner von euch sich freut, wenn ein geliebter Mensch zu ihm zurückkehrt. Er fragt: `Was geschah mit dem So-und-So, was geschah mit dem So-und-So?` Sie sagen: `Lass ihn, denn er war mit den Schwierigkeiten der Welt befasst.` Wenn er fragt: `Kam er nicht hierher?`, so antworten sie: `Er wurde in den Abgrund (der Hölle) geworfen.` Wenn der Kāfir stirbt, kommen die Engel der Strafe zu ihm mit einem Sack und sagen: `Komm unzufrieden und dem Göttlichen Zorn unterworfen heraus zur Strafe Allāhs.` Und so kommt sie heraus wie der fauligste Gestank einer Leiche. Sie bringen ihn zu den Toren der Erde, wo sie sagen: `Wie übel ist dieser Geruch!` Dann bringen sie ihn zu den Seelen der Kuffār.“ (al-Nasā’i #1833; von al-Albāni in al-Silsilah al-Sahīhah #2758 als sahīh eingestuft)

 

Scheikh al-Islam ibn Taymiyah sagte: „Trifft seine Seele die Seelen seiner Familie und Verwandten? Gemäß dem von Abu Ayyūb al-Ansāri und anderen Salaf überlieferten Hadīth sowie bei Abu Hātim in al-Sahīh heißt es vom Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm): „Wenn seine Seele erhoben wird, trifft sie auf Seelen, die sie über das Leben befragen und sie sagen zueinander: `Lasst sie ruhen.` Und sie sagen: `Was geschah mit So-und-So?` Sie antwortet: `Er hat eine rechtschaffene Tat vollbracht.` Sie fragen: `Was geschah mit So-und-So?` Sie sagt: `Ist er nicht zu euch gekommen?`, was die anderen verneinen. Sie sagen: `Er wurde in den Abgrund geworfen.`“

 

Da die Taten der Lebenden den Toten gezeigt werden, pflegte Abu-l-Darda‘ zu sagen: „Oh Allāh, ich suche Zuflucht bei Dir vor jeder Tat, die mich vor `Abd-Allāh ibn Rawāhah beschämen würde.“

 

Wo die Toten sich aufhalten, hängt von ihrem Rang bei Allāh ab. Der Rang dessen, der zu denen gehört, die Allāh nahe stehen (al-Muqarrabīn – siehe al-Wāqiah, 56:88), wird höher sein als der jener der rechten Hand (siehe al-Wāqiah, 56:90). Wer höher gestellt ist, kann zu demjenigen herabsteigen, der von niedrigerem Rang ist, doch umgekehrt ist das nicht möglich. Deshalb werden sie sich versammeln, wenn Allāh es will, wie sie sich in dieser Welt zu versammeln pflegten, trotz der Differenzen hinsichtlich ihres Status, und sie werden einander besuchen. Das wird geschehen, ob die Plätze, an denen sie in dieser Welt beerdigt wurden, nun weit entfernt voneinander sind oder nah beieinander. Die Seelen können sich treffen, auch wenn ihre Gräber weit auseinander liegen, oder sie können voneinander getrennt werden, auch wenn ihre Gräber nah beieinander sind. Ein Gläubiger kann neben einem Kāfir beerdigt werden, doch die Seele des Ersten wird sich im Paradies befinden, während die Seele des Letzteren in der Hölle ist. Zwei Männer können am selben Platz sitzen oder schlafen, aber das Herz des einen ist gesegnet und das Herz des anderen wird gepeinigt und es besteht keine Verbindung zwischen den beiden. Wie der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Die Seelen sind versammelte Truppen und diejenigen, die miteinander zurechtkommen (im Himmel, von wo sie kommen), waren einander (in dieser Welt) ähnlich, und diejenigen, die einander ablehnen (im Himmel), waren auch (in dieser Welt) verschieden.“ (Muslim #2638; Majmū` al-Fatāwa, 24/368)

 

Ibn al-Qayyim sagte: „Die zweite Angelegenheit befasst sich damit, ob die Seelen der Toten einander treffen, sich besuchen und miteinander kommunizieren.

 

Das ist eine gute Frage und die Antwort lautet, dass es zwei Arten von Seelen gibt: Jene, die bestraft werden, und jene, die gesegnet sind. Die bestraften sind zu sehr mit der Qual beschäftigt, der sie ausgesetzt sind, als dass sie sich besuchen wollten. Die gesegneten Seelen aber sind frei und nicht abgelenkt, sodass sie einander besuchen, sich treffen und miteinander unterhalten über das, was sie in dieser Welt zu tun pflegten und was mit den Menschen dieser Welt geschah. Jede Seele wird also bei ihren Gefährten sein, die ähnliche gute Taten verrichteten. Die Seele unseres Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) ist unter den besten Gefährten. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Wer Allāh und dem Gesandten (Muhammad) gehorcht, die werden mit denjenigen von den Propheten, den Wahrheitsliebenden (al-Siddīqūn – die den Propheten folgten und als erste an sie glaubten, wie Abu Bakr), den Märtyrern und den Rechtschaffenen zusammensein, denen Allāh Gunst erwiesen hat. Welch gute Gefährten jene sind!“ (4:69).

 

Die Zusammengehörigkeit wird in dieser Welt bestätigt, in al-Barzakh und in der ewigen Bleibe des Lohns (dem Paradies) und ein Mann wird in allen drei Bereiche bei jenen sein, die er liebt. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „O du Seele (des frommen Gläubigen an den islamischen Monotheismus), die du Ruhe gefunden hast, kehre zu deinem Herrn zufrieden und mit Wohlgefallen zurück. Tritt ein unter Meine Diener, und tritt ein in Meinen (Paradies-) Garten.“ (89:27-30). Das bedeutet, dass sie gemeinsam mit ihnen eintritt und eine von ihnen ist. Das wird zu der Seele zum Zeitpunkt des Todes gesagt. Weiter informiert uns Allāh über die Märtyrer: „… Nein! Vielmehr sind sie lebendig bei ihrem Herrn und werden versorgt.“ (3:169). Sie „sind glückselig über diejenigen, die sich nach ihnen noch nicht angeschlossen haben“ (3:170) und „sie sind glückselig über eine Gunst von Allāh und eine Huld“ (3:171). Das zeigt, dass sie einander auf drei Arten begegnen werden:

 

- Sie sind bei ihrem Herrn und werden versorgt und wenn sie lebendig sind, dann treffen sie einander.

 

- Sie sind glücklich bei der Ankunft ihrer Brüder und über das Treffen mit ihnen.

 

- Das Wort yastabschirūn (als „glückselig sein“ übersetzt) beinhaltet, dass sie die guten Nachrichten untereinander verbreiten.“ (Al-Rūh, S. 17-18)

 

Das sind die Ahādīth, welche zeigen, dass die Toten einander besuchen, und wir sind angewiesen, ihre Tücher deswegen zu verschönern. Doch keiner dieser Ahādīth ist sahīh, wie beispielsweise der von Abu Quatādah, demgemäß der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Wer die Verantwortung übernimmt, die Beerdigung seines Bruders vorzubereiten, der soll dessen Tuch schön machen, denn sie besuchen sich darin gegenseitig.“ (Schu`ab al-Īmān, 7/10; der Isnād beinhaltet Salam ibn Ibrāhīm al-Warrāq, den ibn Mu`īn und al-Dhahabi als Lügner einstuften, ebenso wie andere auch)

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Ist es wahr, dass der Tag des Gerichts an einem Freitag, den 10. Muharram, sein wird?

Ist es wahr, dass der Tag des Gerichts an einem Freitag, den 10. Muharram, sein wird?

 

Frage (Nr. 8398):

Meine Frage handelt vom Tag des Gerichts, denn ich habe in einem sahīh Hadīth gelesen, dass dieser an einem Freitag (10. Muharram) sein wird. Wenn aber in Saudi Arabien Freitag ist, dann ist in den USA ein anderer Tag usw. Grundsätzlich ist niemals überall auf der Welt gleichzeitig Freitag. Bitte klärt diese Angelegenheit, die mich seit einiger Zeit beschäftigt.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

Jeder, der eine bestimmte Zeit für den Beginn des Tages des Gerichts angibt, ist ein Lügner und Erfinder. Der Beginn dieses Tages ist die „Stunde“, von der Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Sie fragen dich nach der Stunde (den Tag der Auferstehung), für wann sie feststeht. Sag: Das Wissen darüber ist nur bei meinem Herrn. Nur Er wird sie zu ihrer Zeit erscheinen lassen. …“ (7:187).

Doch wenn der Tag der Auferstehung kommt, zu der Zeit, die nur Allāh bekannt ist, die ein Freitag sein wird, dann wird sich die Ordnung dieses Universums ändern, Nacht und Tag, Sonne, Mond und Sterne. Wir wissen nicht, ob das Amerika, das heute existiert, dann immer noch besteht oder nicht, denn Allāh ist in der Lage, von allen Nationen vor dem Tag der Auferstehung die zu zerstören, die Er will. Allāh ist fähig, alles zu tun, was Er will.

 

Geschrieben von Scheikh ‘Abd al-Rahmān al-Barrāk

Die Übereinstimmung zwischen dem Hadīth über al-Jassāsah und dem Hadīth „Seht ihr diese eure Nacht…“

Die Übereinstimmung zwischen dem Hadīth über al-Jassāsah und dem Hadīth „Seht ihr diese eure Nacht…“ 

Frage (Nr. 117550): 

Ich hörte, dass es zu den Zeichen der Letzen Stunde gehört, dass der Anti-Christ lebt, bis er hervorkommt, gemäß dem Hadīth von Tamīm al-Dāri. Ein anderer Hadīth besagt, dass all jene, die an dem Tag am Leben waren, innerhalb von 100 Jahren sterben würden, und kein Sahābi war im Jahre 110 n. H. am Leben. Wie sind die beiden Hadīth zu verstehen? Warum starb der Anti-Christ nicht? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Der Hadīth von Tamīm al-Dāri wurde von Muslim in seinem Sahīh berichtet und von uns in der Antwort zu Frage #82643 in voller Länge genannt. 

Er besagt, dass der Dajjāl gegenwärtig am Leben ist und er war zur Zeit des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) am Leben und er wird eingesperrt bleiben, bis ihm die Erlaubnis zum Erscheinen gegeben wird. Das steht nicht im Widerspruch zu dem, was in al-Sahīhayn von `Abd-Allāh ibn `Umar (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) berichtet wurde: Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) führte uns eines Nachts, am Ende seines Lebens, im Gebet. Als er den Salām gesagt hatte, stand er auf und sagte: „Habt ihr diese eure Nacht gesehen? In einhundert Jahren von jetzt an wird niemand mehr übrig sein, der auf dem Angesicht der Erde ist.“ (al-Bukhāri #116; Muslim #2537). 

Dieser Hadīth ist von allgemeiner Bedeutung und der Hadīth von Tamīm ist speziell, daher ist er von der allgemeinen Bedeutung des Hadīth von ibn `Umar ausgenommen. Oder der Dajjāl war zu der Zeit auf dem Meer und nicht auf dem Land, sodass er nicht in dem Hadīth von ibn `Umar mit eingeschlossen war. 

Al-`Allāmah Muhammad al-Amīn al-Schanqīti (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in Adwa’ al-Bayān (3/397) als Antwort auf diejenigen, die sagten, dass al-Khidr noch am Leben ist, darauf basierend, dass die allgemeinen Bedeutung der Worte des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) nicht absolut jeden einschließt, d. h. die Worte „wird niemand mehr übrig sein, der auf dem Angesicht der Erde ist“: „Denn der Hadīth über das Erscheinen des Dajjāl ist ein sicherer Hadīth und das bedeutet, dass der Dajjāl von der allgemeinen Bedeutung des Hadīth von ibn `Umar ausgenommen ist. Es ist ein Hadīth, der in al-Sahīh belegt wurde, durch die Worte von Fātimah bint Qays (möge Allāh mit ihr zufrieden sein), die den Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen hörte, dass Tamīm al-Dāri zu ihm gesprochen hatte und dass er das Gehörte mochte, weil es in Übereinstimmung mit dem stand, was er selber seinen Gefährten über den Dajjāl berichtet hatte.“ Dann führte er den Hadīth von Tamīm an und sagte: „Das beweist eindeutig, dass der Dajjāl auf der Insel im Meer, welche in dem Hadīth von Tamīm al-Dāri genannt wird, am Leben ist und dass er am Leben bleiben wird, bis er am Ende der Zeit erscheint. Dieser Text ist von spezieller Bedeutung und schließt den Dajjāl von der allgemeinen Bedeutung des Hadīth aus, in dem es heißt, dass jeder innerhalb des nächsten Jahrhunderts sterben würde. Ein Grundprinzip des Usūl lautet, dass die allgemeine Bedeutung als solche akzeptiert werden sollte, und was auch immer davon ausgenommen wird aufgrund eines bestimmten Textes, ist von der allgemeinen Bedeutung ausgenommen. Doch die allgemeine Bedeutung bleibt weiterhin anwendbar für alle Individuen, für die es keinen Beweis gibt, dass sie davon ausgeschlossen sind. Wie wir bereits einige Male gesagt haben, ist dies die Wahrheit und entspricht der Ansicht der Mehrheit. Es gilt für die meisten allgemeinen Angelegenheiten, die im Qur’ān und der Sunnah stehen, von denen einige wenige auf der Basis eines speziellen Textes ausgenommen sind, doch die allgemeine Bedeutung bleibt für den Rest bestehen.“ 

Und Allāh weiß es am besten. 

Islam Q&A


Der Hadīth von Tamīm al-Dāri über den Dajjāl

Der Hadīth von Tamīm al-Dāri über den Dajjāl 

Frage (Nr. 82643): 

Ist es wahr, dass eine Gruppe von Muslimen auf einer Reise waren und sie trafen einen Mann, der sie über die damalige Ära befragte und über die Mission von Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm), und er kam zurück und sagte, dass das nicht die Zeit für ihn war zu erscheinen und das sollte der Dajjāl gewesen sein? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Die von dir erwähnte Geschichte ist ein bekannter Hadīth, der als Hadīth von al-Jassāsah bekannt ist. Es ist ein wichtiger Hadīth, der eines der Zeichen des Prophetentums darstellt, daher werden wir dir die Gelegenheit geben, davon zu profitieren und dich beim Lesen daran zu erfreuen. 

Es wurde berichtet, dass Fātimah bint Qays (möge Allāh mit ihr zufrieden sein) sagte: „Ich hörte die Stimme des Rufers, des Rufers des Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm), der rief: Al-Salātu jāmi`ah (das Gebet beginnt). Daher ging ich hinaus zur Moschee und betete mit dem Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm). Ich stand in der Reihe der Frauen, die den Leuten am nächsten war. Als der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sein Gebet beendet hatte, saß er auf der Minbar und lächelte. Er sagte: „Lasst jeden an seinem Platz bleiben, an dem er gerade gebetet hat.“ Dann fuhr er fort: „Wisst ihr, warum ich euch zusammengerufen habe?“ Sie sagten: „Allāh und Sein Gesandter wissen es am besten.“ Er sagte: „Bei Allāh, ich habe euch nicht für eine Ermahnung oder Warnung zusammengerufen. Ich habe euch zusammengerufen, weil Tamīm al-Dāri ein Christ war und er kam und schwor die Treue und wurde Muslim. Er sagte mir etwas, was mit dem übereinstimmt, was ich euch über den Dajjāl (den falschen Messias) erzählt hatte. Er sagte mir, dass er auf einem Schiff fuhr, mit 30 Männern der Lakhm und Judhām, und sie wurden von den Wogen des Meeres für einen Monat hin und hergeworfen. Dann kamen sie bei Sonnenuntergang an einer Insel an. Sie saßen in einem kleinen Ruderboot und legten an der Insel an. Dort trafen sie ein Biest mit so starker Behaarung, dass sie das Gesicht nicht vom Rücken unterscheiden konnten, weil es so haarig war. Sie sagten: `Wehe dir, was bist du?` Es erwiderte: `Ich bin al-Jassāsah.` Sie sagten: `Was ist al-Jassāsah?` Es antwortete: `Oh ihr Leute, geht zu diesem Mann in dem Kloster, denn er möchte über euch Bescheid wissen.` Er (der Erzähler) sagte: `Als es uns einen Mann benannte, waren wir besorgt, es könnte ein Teufel sein. Dann zogen wir los, uns beeilend, bis wir zu dem Kloster kamen, wo wir den größten Mann fanden, den wir je gesehen hatten, gefesselt mit starken Ketten, sodass seine Hände an seinen Hals gebunden waren und seine Beine von den Knien zu den Knöcheln durch Fußfesseln. Wir sagten: `Wehe dir, wer bist du?` Er antwortete: `Ihr werdet bald über mich Bescheid wissen. Sagt mir, wer ihr seid.` Sie sagten: `Wir sind Leute aus Arabien und sind mit dem Schiff gekommen, doch die See war rau und die Wellen warfen uns für einen Monat hin und her. Dann brachten sie uns zu diesem deinen Land. Wir bestiegen die Ruderboote und legten an der Insel an, wo wir ein Biest mit starker Behaarung trafen, sodass wir seine Vorderseite nicht von der Rückseite unterscheiden konnten. Wir sagten: Wehe dir, wer bist du? Und es antwortete: Ich bin al-Jassāsah. Wir fragten: Was ist al-Jassāsah? Es sagte: Geht zu diesem Mann im Kloster, der mehr über euch erfahren will. Daher sind wir schnell zu dir gekommen und vor ihm geflohen, denn wir konnten nicht sicher sein, dass es kein Teufel war.` Er (die angekettete Person) sagte: `Berichtet mir von den Dattelpalmen von Baysān.` Wir fragten: `Was weißt du über sie?` Er antwortete: `Ich frage euch, ob diese Bäume Früchte tragen.` Sie sagten: `Ja.` Er sagte: `Bald werden sie keine Früchte mehr tragen. Erzählt mir vom See Tabariyyah.` Sie sagten: `Was willst du darüber wissen?` Er fragte: `Ist Wasser darin?` Sie antworteten: `Es ist eine Menge Wasser darin.` Er sagte: `Bald wird er ausgetrocknet sein.` Dann sagte er: `Berichtet mir von der Quelle Zughar (welche im Süden Syriens ist).` Sie fragten: `Was willst du darüber wissen?` Er erwiderte: `Gibt es Wasser in der Quelle und bewässern die Menschen damit ihre Felder?` Sie sagten zu ihm: `Ja, darin gibt es viel Wasser und die Menschen bewässern ihre Felder damit.` Er sagte: `Erzählt mir vom Propheten, wenn er ungebildet ist. Was hat er getan?` Sie antworteten: `Er hat Makkah verlassen und sich in Yathrib (Madīnah) niedergelassen.` Er fragte: `Bekämpfen die Araber ihn?` Sie antworteten: `Ja.` Er fragte: `Wie geht er mit ihnen um?` Sie berichteten ihm, dass er über die Araber in seiner Umgebung herrschte und dass sie ihm Gehorsam erwiesen hatten. Er sagte zu uns: `Ist das wirklich geschehen?` Sie bejahten dies, woraufhin er sagte: `Wenn das so ist, dann ist es besser für sie, dass sie ihm gehorsam sind. Nun werde ich euch etwas über mich selbst erzählen. Ich bin der Dajjāl und bald wird mir die Erlaubnis zum Erscheinen gegeben. So werde ich hervorkommen und über das Land reisen und ich werde keine Stadt auslassen, ich werde 40 Nächte bleiben, außer in Makkah und Taybah (Madīnah). Sie beide sind mir verboten. Jedes Mal, wenn ich versuche, eine von ihnen zu betreten, wird mir ein Engel mit einem Schwert in seiner Hand begegnen, der mir den Weg versperrt, und auf jedem Weg werden sie von Engeln bewacht.`““ Sie sagte: „Dann schlug der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) die Minbar mit seinem Stock und sagte: `Dies ist Taybah, dies ist Taybah, dies ist Taybah`, womit Madīnah gemeint war. `Habe ich euch das vorher nicht gesagt?` Die Leute sagten: `Ja.` Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: `Ich mag die Geschichte von Tamīm, denn sie stimmt mit dem überein, was ich euch über ihn und über Makkah und Madīnah zu sagen pflegte. Doch er ist im Syrischen Meer (das Mittelmeer) oder im Jemenitischen Meer (das Arabische Meer). Nein, vielmehr ist er im Osten, er ist im Osten, er ist im Osten`, und er wies mit seiner Hand in Richtung Osten.“ Sie sagte: „Ich erinnere mich an dies vom Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm).“ Berichtet von Muslim in seinem Sahīh (#2942) und somit ist der Hadīth sahīh. Er wurde auch von den Gelehrten in ihren Büchern verzeichnet, mit Isnāds von Fātimah bint Qays (möge Allāh mit ihr zufrieden sein). Al-Tirmidhi (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in al-Jāmi` al-Sahīh (#2253): „Dieser Hadīth ist sahīh gharīb.“ Ibn `Abd al-Barr sagte in al-Istidhkār (7/338): „Er ist sahīh im Isnād und in der Überlieferung.“ 

Für weitere Informationen siehe bitte in den Fragen #8301, 8806 und 32665. 

Und Allāh weiß es am besten. 

Islam Q&A


Die kleinen und großen Zeichen des Tages der Auferstehung

Die kleinen und großen Zeichen des Tages der Auferstehung

Frage (Nr. 78329): 

Welches sind die kleinen und großen Zeichen für den Tag der Auferstehung? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Die Zeichen und Vorzeichen des Tages der Auferstehung sind Dinge, die vor der Auferstehung eintreten werden und die deren nahen Beginn ankündigen. Sie wurden in kleine und große Zeichen eingeteilt. Die kleinen Zeichen, zum größten Teil, geschehen lange Zeit vor der Auferstehung. Einige von ihnen sind eingetroffen und bereits vorüber – obwohl sie sich auch wiederholen können – und einige von ihnen sind erschienen und dauern an und einige von ihnen sind noch nicht eingetreten, doch sie werden es noch, wie der wahrhaftige Eine (der Prophet – Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) uns sagte. 

Die großen Zeichen sind schwer wiegende Angelegenheiten, deren Erscheinen den nahen Beginn des Tages der Auferstehung ankündigt und darauf hinweist, dass nur noch wenig Zeit verbleibt, bis der gewaltige Tag kommt. 

Die kleinen Zeichen der Stunde sind zahlreich und wurden in vielen sahīh Ahādīth erwähnt. Wir werden sie auflisten, ohne aber die Ahādīth anzuführen, denn das würde den Rahmen sprengen. Wir werden zu diesem Thema vertrauenswürdige Bücher nennen, wenn jemand sich näher damit und mit den Beweisen befassen möchte. Dazu gehören al-Qiyāmah al-Sughra von Scheikh `Umar Sulaymān al-Aschqar (dieses Buch ist in englischer Übersetzung erhältlich unter dem Titel „The Minor Resurrection“, herausgegeben von International Islamic Publishing House, Riyadh, Saudi Arabien) und Aschrāt al-Sā`ah von Scheikh Yūsuf al-Wābil. 

Zu den kleinen Zeichen der Stunde gehören die folgenden: 

1.             Die Entsendung des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm)

2.             Der Tod des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm)

3.             Die Eroberung von Jerusalem

4.             Die Pest von Amwās (Emmaus), einer Stadt in Palästina

5.             Die Verbreitung von Vermögen und ein mangelnder Bedarf an Almosen

6.             Das Erscheinen von Fitan (Versuchungen), dazu gehören auch die Tötung von `Uthmān (möge Allāh mit ihm zufrieden sein), die Kamelschlacht und die Schlacht von Siffīn, das Erscheinen der Khawārij, die Schlacht von al-Harrah und die Meinung, der Qur’ān sei erschaffen worden.

7.             Das Erscheinen von Leuten, die Anspruch auf das Prophetentum erheben, wie der Lügner Musaylimah und al-Aswad al-`Anasi.

8.             Das Feuer im Hijāz, welches Mitte des 7. Jahrhunderts n. H., 654 n. H., erschien. Das war ein gewaltiges Feuer, welches die Gelehrten der damaligen Zeit, als es erschien, und jene, die nach ihnen kamen, detailliert beschrieben. Al-Nawawi sagte: „Zu unserer Zeit gab es ein Feuer in Madīnah, im Jahre 654. Es war ein gewaltiges Feuer im östlichen Teil Madīnahs, außerhalb Harrahs, und das Wissen darüber verbreitete sich bis Syrien und darüber hinaus. Diejenigen der Bewohner Madīnahs, die dabei waren, berichteten mir davon.“

9.             Der Verlust von Vertrauen – eine der Manifestationen des Vertrauensverlustes ist, dass die Angelegenheiten der Menschen jenen übertragen werden, die dafür nicht qualifiziert sind.

10.        Das Schwinden des Wissens und Vorherrschen der Unwissenheit; das Wissen wird durch das Verschwinden der Gelehrten genommen, wie in al-Sahīhayn ausgesagt wird.

11.        Die Verbreitung von Zina (Unzucht, Ehebruch)

12.        Die Verbreitung von Riba (Zins)

13.        Die Verbreitung von Musikinstrumenten

14.        Der weit verbreitete Verzehr von Alkohol

15.        Schafhirten wetteifern im Errichten hoher Gebäude.

16.        Eine Dienerin gebärt ihre Herrin, wie in al-Sahīhayn ausgesagt wird. Es gibt unterschiedliche Ansichten der Gelehrten über das, was damit gemeint ist. Die von ibn Hajar bevorzugte Ansicht besagt, dass sich Ungehorsam unter den Kindern weit verbreiten wird, sodass ein Kind seine Mutter so behandeln wird, wie ein Herr seine Sklavin, mit Vernachlässigung und Beschimpfungen.

17.        Die Verbreitung von Morden

18.        Das Ausbreiten von Erdbeben

19.        Erdrutsche, Transformationen und Steine vom Himmel

20.        Frauen, die bekleidet, aber doch nackt sind.

21.        Die Träume der Gläubigen werden wahr.

22.        Falsche Zeugnisse verbreiten sich und wahre Zeugnisse werden verborgen.

23.        Eine große Anzahl an Frauen

24.        Das Land der Araber wird wieder voller Vegetation und Flüsse sein.

25.        Der Euphrat wird einen Berg aus Gold aufdecken.

26.        Wilde Tiere und leblose Gegenstände werden zu den Menschen sprechen.

27.        Die Römer werden sich vermehren und die Muslime bekämpfen.

28.        Die Eroberung von Konstantinopel 

Die großen Zeichen der Stunde sind solche, die vom Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) in dem Hadīth von Hudhayfah ibn Asīd genannt wurden, und es sind zehn: der Dajjāl, das Herabsteigen von `Īsa ibn Maryam (Jesus, Sohn der Maria), Ya’jūj und Ma’jūj (Gog und Magog), drei Erdrutsche – einer im Osten, einer im Westen und einer auf der Arabischen Halbinsel, der Rauch, das Aufgehen der Sonne von ihrem Ort des Untergangs, das Biest und das Feuer, welches die Menschen zum Versammlungsort treiben wird. Diese Zeichen werden nacheinander eintreffen und wenn das erste davon erscheint, folgen die anderen bald darauf. 

Muslim berichtete, dass Hudhayfah ibn Asīd al-Ghifāri (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) sagte: Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) kam zu uns heraus, als wir gerade diskutierten. Er fragte: „Worüber redet ihr?“ Sie sagten: „Wir sprechen über die Stunde.“ Daraufhin sagte er: „Sie wird niemals beginnen, bevor ihr nicht zehn Zeichen gesehen habt.“ Er erwähnte den Rauch, den Dajjāl, das Biest, das Aufgehen der Sonne von ihrem Ort des Untergangs, das Herabsteigen von `Īsa ibn Maryam (Friede sei auf ihm), Ya’jūj und Ma’jūj sowie drei Erdrutsche – einer im Osten, einer im Westen und einer auf der Arabischen Halbinsel – und als Letztes ein Feuer, das im Jemen entsteht und die Menschen zu ihrem Versammlungsort treibt. 

Es gibt keinen sahīh Text, der die Reihenfolge nennt, in der diese Zeichen eintreffen, sondern der Ablauf einiger von ihnen wird dem Kontext der Überlieferungen entnommen. 

Scheikh Muhammad al-Sālih al-`Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) wurde gefragt: „Werden die großen Zeichen der Stunde in einer bestimmten Reihenfolge erscheinen?“ 

Er antwortete: „Die Reihenfolge einiger großer Zeichen ist bekannt und im Falle anderer ist die Reihenfolge unbekannt. Zu denen, deren Reihenfolge bekannt ist, gehören das Herabsteigen von `Īsa ibn Maryam, das Erscheinen von Ya’jūj und Ma’jūj und des Dajjāl, denn der Dajjāl wird entsandt, danach wird `Īsa ibn Maryam herabkommen und ihn töten, dann werden Ya’jūj und Ma’jūj erscheinen. 

Al-Safarīni (möge Allāh ihm barmherzig sein) listete die Reihenfolge der Zeichen in seiner `Aqīdah auf, doch manches an dieser Reihenfolge ist akzeptabel und anderes ist es nicht. Was aber zählt, ist, dass es große Zeichen der Stunde gibt und dass die Stunde nah ist, wenn sie einsetzen. Allāh hat die Vorzeichen der Stunde bestimmt, denn es ist ein ernstes Ereignis und die Menschen müssen wissen, wann es bevorsteht.“ (Majmū` al-Fatāwa, 2/Frage Nr. 137). 

Und Allāh weiß es am besten. 

Islam Q&A


Eines der großen Zeichen der Stunde: Die Sonne geht vom Ort ihres Untergangs auf

Eines der großen Zeichen der Stunde: Die Sonne geht vom Ort ihres Untergangs auf 

Frage (Nr. 71201): 

Am Nord- und Südpol geht die Sonne für sechs Monate nicht auf und für sechs Monate geht sie dann nicht unter. Die Sonne geht im Osten auf und wenn sie den Westen erreicht, geht sie nicht unter, sondern erneut auf. Dieser Prozess setzt sich für sechs Monate fort. Wie kann man den Hadīth verstehen, in dem es heißt, dass die Sonne vor dem Tag der Abrechnung im Westen aufgehen wird? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Die Sonne ist eines der Zeichen Allāhs und Er hat für sie einen Kurs festgelegt, dem sie folgt, und ein System, welches sich nicht ändert. Sie geht jeden Tag im Osten auf, doch wenn Allāh der Welt die Erlaubnis gibt, zu einem Ende zu kommen, und wenn Er die Stunde beginnen lässt, dann wird Er ihr den Befehl geben, im Westen aufzugehen. Zu der Zeit werden alle Menschen gläubig werden und sich der Auferstehung sicher sein, doch ihr Glauben wird ihnen nichts nutzen, außer sie glaubten bereits vorher. 

Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „… An dem Tag, da etwas von den Zeichen deines Herrn kommt, nützt einer Seele ihr Glaube nicht, wenn sie nicht schon zuvor geglaubt oder in ihrem Glauben Gutes erworben hat (durch das Verrichten rechtschaffener Taten). “ (6:158). 

Al-Bukhāri (#4635) und Muslim (#157) berichteten, dass Abu Hurayrah (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) sagte: Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die Stunde wird nicht beginnen, bevor nicht die Sonne an ihrem Ort des Untergangs aufgeht. Wenn sie von ihrem Platz des Untergangs aufgeht, werden alle Menschen gläubig sein, doch an jenem Tag `nützt einer Seele ihr Glaube nicht, wenn sie nicht schon zuvor geglaubt ` (6:158).“  

Allāh sagt, die Bewegung der Sonne und ihre Unterwerfung unter Allāhs Befehl beschreibend (ungefähre Bedeutung): Und die Sonne läuft zu einem für sie bestimmten Aufenthaltsort. Das ist die Anordnung des Allmächtigen und Allwissenden.“ (36:38).

Dies wird in der Sunnah erläutert. Al-Bukhāri (#3199) berichtete, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) zu Abu Dharr sagte, als die Sonne unterging: „Weißt du, wohin sie geht?“ Er antwortete: „Allāh und Sein Gesandter wissen es am besten.“ Er sagte: „Sie geht und wirft sich unterhalb des Thrones nieder und sie bittet um Erlaubnis und diese wird ihr gewährt. Doch bald wird sie sich niederwerfen und es wird nicht angenommen werden und sie wird um Erlaubnis bitten und diese wird ihr nicht gewährt. Es wird zu ihr gesagt werden: `Geh dorthin zurück, wo du hergekommen bist.` Und so wird die Sonne an ihrem Platz des Untergangs aufgehen, wie Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): `Und die Sonne läuft zu einem für sie bestimmten Aufenthaltsort. Das ist die Anordnung des Allmächtigen und Allwissenden.`“ 

Al-Tahhawi (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in seinem bekannten Buch al-`Aqīdah: „Wir glauben an die Vorzeichen der Stunde, das Erscheinen des Dajjāl, das Herabsteigen von `Īsa ibn Maryam (Friede sei auf ihm) vom Himmel und wir glauben daran, dass die Sonne im Westen aufgehen wird.“ 

Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Ähnlich reisen die Sonne und der Mond in ihren Umlaufbahnen so, wie es ihnen bestimmt wurde, bis zu einer festgesetzten Zeit, wenn Allāh die Erlaubnis erteilt, dieses Universum zu zerstören. Dann wird die Sonne von ihrem Ort des Untergangs erscheinen, wie in Sahīh al-Bukhāri von Abu Dharr berichtet wurde.“ Dann nannte er den oben erwähnten Hadīth. 

„Dieser Hadīth beweist eindeutig, dass die Sonne selber reist, wie auch durch die Verse bestätigt wird, in denen Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):  

Und die Sonne läuft zu einem für sie bestimmten Aufenthaltsort.“ (36:38) 

„…ein jedes läuft auf eine festgesetzte Frist zu.“ (39:5) 

„…  alles läuft in einer (jeweils eigenen) Umlaufbahn.“ (21:33). 

Dieser Beweis zeigt die Falschheit der Vorstellung, dass die Sonne fix ist und sich nicht bewegt. Und er zeigt, dass diese Ansicht zurückgewiesen werden sollte.“ (Majmū’ Fatāwa wa Rasā’il al-Scheikh ibn `Uthaymīn, 6/195). 

Zusammenfassung: Eines der Zeichen für den Beginn der Stunde ist, dass die Sonne im Westen aufgeht anstatt im Osten. Wenn das geschieht, wird es darauf hinweisen, dass der Beginn der Stunde sehr nahe ist. Zu der Zeit wird der Glauben dem Kāfir nicht im Geringsten nutzen. 

Und Allāh weiß es am besten. 

Islam Q&A


Wurden die heutigen Erdbeben durch eine Störung in der Erdrotation verursacht und ist die Richtung der Rotation dabei, sich umzukehren?

Wurden die heutigen Erdbeben durch eine Störung in der Erdrotation verursacht und ist die Richtung der Rotation dabei, sich umzukehren? 

Frage (Nr. 69861): 

Eine Nachricht hat sich per Handy weit verbreitet, in der es um die Gründe für die Erdbeben in Asien geht. Diese Nachricht wird Dr. Zaghlūl al-Najjār zu gerechnet und der Text lautet wie folgt: „Dr. Zaghlūl al-Najjār: Der Grund für die Erdbeben in Asien ist eine Störung der Erdrotation, verursacht durch deren Verlangsamung, welche ein Zeichen dafür ist, dass sich die Richtung der Erdrotation ändert, und für den Beginn der großen Zeichen des Tages der Abrechnung und der Naturkatastrophen, bis die Sonne im Westen aufgeht. Verbreitet diese Nachricht und bittet um Vergebung.“ 

Was sollte man mit so einer Nachricht tun und ist sie wahr? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Was in dieser Nachricht Dr. Zaghlūl al-Najjār zugeschrieben wird, ist nicht korrekt. Der Doktor selber hat es verneint, als er darüber im Rahmen einer Diskussion über die arabischen Vorbereitungen für die Konfrontation mit Desastern bei der Minbar al-Jazīrah Show  befragt wurde. Er sagte: „Bei Allāh, mein lieber Bruder, diese Vorstellung ist schlichtweg haltlos. Es scheint, dass es Teufel unter den Menschen gibt, die einige solcher Mythen durch mich verbreiten wollen, weil sie wissen, wie sehr die Menschen mich um Allāhs willen lieben und deshalb daran glauben. 

Erstens: Ich wiederhole ständig, dass das Jenseits Gesetze hat, die sich völlig von den Gesetzen dieser Welt unterscheiden. 

Zweitens: Das Jenseits, wie es im Qur’ān heißt, wird plötzlich kommen. Allāh beschreibt es (ungefähre Bedeutung): „… Schwer lastet sie in den Himmeln und auf der Erde. Sie wird nur plötzlich über euch kommen. …“ (7:187). 

Drittens: Die Erdmasse umfasst Millionen von Tonnen. Obwohl sie sehr mächtig sind, können diese Erdbeben nicht die Geschwindigkeit der Erdrotation ändern oder sie verlangsamen. 

Einige Leute sagen – und das kann auch im Internet nachgelesen werden und ist korrekt – dass eine Explosion in der der Erdrotation entgegen gesetzten Richtung diese verlangsamen und eine Explosion in derselben Richtung sie beschleunigen kann. Doch in beiden Fällen macht der Unterschied nicht mehr als ein Millionstel einer Sekunde aus. Wie also kann gesagt werden, dass das eines der großen Zeichen der Stunde sei? Die großen Zeichen wurden durch unseren Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) präzise definiert und es gibt keinen Spielraum für Ijtihād, wo doch die Ahādīth des Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) so eindeutig sind.“ 

Der Doktor hat auch in weiteren Diskussionen den Grund für diese Erdbeben erklärt und das von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, wobei er sagte, dass sie eine Strafe für Sünden sind. 

Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):  

Und was immer euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände erworben haben. Und Er verzeiht vieles.“ (42:30) 

Unheil (Sünden und Ungehorsam Allāh gegenüber) ist auf dem Festland und im Meer erschienen wegen dessen, was die Hände der Menschen erworben haben (durch Unterdrückung und üble Taten), damit Er sie einiges von dem kosten lässt, was sie getan haben, auf dass sie umkehren mögen (indem sie bei Allāh bereuen und Seine Verzeihung erflehen).“ (30:41). 

Und Allāh weiß es am besten. 

Islam Q&A


Es ist nicht möglich, den Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) in einem Traum anders zu sehen als in seiner wahren Gestalt

Es ist nicht möglich, den Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) in einem Traum anders zu sehen als in seiner wahren Gestalt 

Frage (Nr. 47782): 

Ist es möglich, den Gesandten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) im Traum in verschiedenen Gestalten zu sehen, z. B. bei der einen Person in einer Gestalt und bei einer anderen Person in einer anderen Gestalt? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Es sollte angemerkt werden, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer auch immer mich in einem Traum sieht, hat mich wahrlich gesehen, denn der Schaytān kann nicht meine Gestalt annehmen.“ (al-Bukhāri #6994; Muslim #2266 – diese Version wurde von Muslim berichtet). 

In ihren Kommentaren zu diesem Hadīth sagten die Gelehrten, dass das Sehen bezogen auf den Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) in der physischen Form zu verstehen sei, wie er in den sahīh Ahādīth beschrieben wurde, da der Schaytān die Gestalt des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) nicht nachahmen kann. 

Doch wenn der Schaytān in einer anderen Gestalt erscheint, ob nun jemand schläft oder wach ist, er dann lügt und behauptet: „Ich bin der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm)“, dann ist dies falsch und zählt nicht als Sehen des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm). 

Daher sollte man die physischen Merkmale des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) kennen; siehe bitte auch in der Frage #1512. Diese Merkmale wurden in vielen Ahādīth erwähnt und beschreiben seine Statur, seine Hände, Unterarme, Mund und Zähne, seine Augen und sein Haar (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm). 

Es gibt viele Menschen, die dem Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) ähnelten. Am ähnlichsten waren ihm al-Hasan ibn `Ali (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) und `Abd-Allāh ibn Ja’far ibn Abi Tālib. Wenn man also den Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) in der Gestalt sieht, die in der Sunnah beschrieben wurde, dann hat man ihn wahrlich gesehen. Doch wenn man ihn in einer anderen Gestalt sieht, als sie in der Sunnah und der Sīra beschrieben wurde – wie z. B. glatt rasiert oder mit nur einer Hand oder nur einem Fuß – dann gibt es zu diesem Fall zwei Ansichten der Gelehrten: 

-                Dass es ein Anzeichen für das mangelnde religiöse Bestreben dieses Menschen ist.

-                Die Ansicht von Scheikh al-Islam ibn Taymiyah, die er für am wahrscheinlichsten hielt, nämlich dass es ein falsches Abbild ist, welches vom Schaytān stammt, insbesondere dann, wenn man es im wachen Zustand sieht. Es ist definitiv ein falsches Bild, denn der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) ist lebendig in al-Barzakh und niemand kann ihn sehen, während er wach ist, und er kann niemanden besuchen oder mit ihm reden. 

Was einige Leute behaupten, nämlich dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) zu ihnen kam, als sie wach waren, mit ihnen redete und sie über Dinge informierte, stammt zweifellos von den Schayātīn (Teufeln) und den Jinn, insbesondere da so etwas den großartigsten Sahābah wie Abu Bakr, `Umar, `Uthmān, `Ali, al-Zubayr, `Abd al-Rahmān ibn `Auf, Sa`īd ibn Zayd, Abu `Ubaydah und Sa`d nicht geschah oder denjenigen, die an Badr teilgenommen oder die ihren Bay`ah (Treueid) unter dem Baum geleistet hatten oder irgendeinem der großartigen Sahābah, die Allāh fürchteten. Wenn irgendjemand behauptet, dass er den Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) im wachen Zustand gesehen hätte, dann war derjenige, der ihm erschienen ist, ohne Zweifel ein Teufel oder Jinn und daraus kann keine Regel abgeleitet werden. Etwas Schlimmeres als das geschah Scheikh `Abd al-Jilāni (möge Allāh ihm barmherzig sein), als er jemanden auf einem Thron zwischen Himmel und Erde sitzen sah, der sagte: „Ich bin dein Herr.“ Er erwiderte: „Verschwinde, Feind Allāhs, denn du bist Iblīs.“ Dieser fragte: „Woher weißt du, dass ich Iblīs bin?“ Er antwortete: „Weil Allāh in dieser Welt nicht gesehen werden kann, bis wir sterben, und weil du sagtest: `Ich bin dein Herr`, doch wagtest es nicht zu sagen: `Ich bin Allāh`.“ Visionen dieser Art stammen also vom Schaytān. Wir sollten nicht von den Geschichten einiger Leute verführt werden, die für rechtschaffen gehalten wurden, wie solche über das Sehen der Propheten und das Zusammensitzen mit ihnen. Wir können glauben, dass sie mit jemandem zusammen saßen, doch bei wem saßen sie? Sie saßen mit den Jinn und den Teufeln und verursachen so Fitnah (Versuchung). Jene aber, die Allāh beschützt, indem sie dem Qur’ān und der Sunnah folgen, Dhikr rezitieren sowie Āyatu-l-Kursiy und al-Mi`wadhāt (die Sūren, um Zuflucht bei Allāh zu suchen) und indem sie die Hilfe Allāhs erflehen, sie werden dagegen geschützt sein inschaAllāh, wie es bei den Auliya’ (den engen Freunden Allāhs ist) und bei denen, die Ihn fürchten. So berichtete es Scheikh al-Islam in seinem wertvollen Buch „Al-Furqān bayna Auliya’ al-Rahmān wa Auliya’ al-Schaytān“. 

Es verbleibt eine andere Angelegenheit, auf die wir eingehen müssen, nämlich dass, wenn ein Mensch den Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) in der Gestalt sieht, wie sie in der sahīh Sunnah beschrieben wird, dann ist dies eine gute Nachricht für ihn und er wird ihn auch sehen, wenn er wach ist. Wenn er ihm einige scharī`ahrechtliche Dinge mitteilt, die der offensichtlichen Bedeutung des Qur’āns und der Sunnah entgegenzustehen scheinen, sollte er dann dem folgen, was ihm gesagt wird, oder der offensichtlichen Bedeutung des Qur’āns und der Sunnah? Oder wenn er ihn über etwas informiert, für das es einen Beweis gibt – wie es bei den Leuten der Fall ist, denen der Neumond gezeigt wird, wenn sie ihn nicht sehen können, und er sagt, dass am nächsten Tag der Monat Ramadān beginnt – sollte er dem folgen oder nicht? Oder wenn er ihm sagt, dass So-und-So etwas von So-und-So gestohlen hat oder dass im Falle einer Auseinandersetzung So-und-So im Recht ist – sollte er das dann bezeugen? 

Die Gelehrten haben bestätigt, dass jemand, wenn er den Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sieht und dieser ihm etwas sagt, was der deutlichen Bedeutung von Qur’ān oder Sunnah entgegensteht, oder etwas, für das es einen Beweis gibt, dann sollte er nicht danach handeln, denn was man in seinem Traum sieht, ist nicht bindend. Verbindlich sind die Tatsachen, die man im wachen Zustand erlernt. Man sollte sich merken, dass die Träume der Propheten Wahy (Offenbarung) sind, doch das Erblicken der Propheten in einem Traum ist nicht Wahy gemäß dem Konsens der Gelehrten. Vielmehr ist es Buschra (eine frohe Botschaft), wie von al-Nawawi (möge Allāh ihm barmherzig sein) erklärt wurde. 

Islam Q&A


Die Wahrheit über den Mahdi und die Reihenfolge, in der die Vorzeichen der Stunde erscheinen

Die Wahrheit über den Mahdi und die Reihenfolge, in der die Vorzeichen der Stunde erscheinen 

Frage (Nr. 43840): 

In der gegenwärtigen angespannten Situation reden viele Leute einschließlich der Gelehrten über das Wiederaufleben des Islams und das Erscheinen des Imām Mahdi. Ich würde gern zwei Dinge wissen: Erstens – wer ist Imām Mahdi oder wer könnte er sein und gibt es einen Beweis über sein mögliches Erscheinen aus dem Qur’ān oder der Sunnah? Zweitens – in welcher Reihenfolge treten die Ereignisse vor dem Tag der Auferstehung ein, einschließlich des Erscheinens von Imām Mahdi, Fitnah al-Dajjāl, Ya’jūj und Ma’jūj und Hazrat `Īsa? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Imām al-Mahdi wird ein rechtschaffener Mann von den Nachfahren des Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sein, der am Ende der Zeit erscheint, durch den Allāh die Angelegenheit der Menschheit richten und die Erde mit Gerechtigkeit erfüllen wird, ebenso wie sie vorher mit Übeltaten und Unterdrückung angefüllt war. Sein Name wird der gleiche sein wie der Name des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) und der Name seines Vaters wird der gleiche sein wie der des Vaters des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm). Sein Name wird also Muhammad ibn `Abd-Allāh al-Mahdi sein oder Ahmad ibn `Abd-Allāh al-Mahdi. Er wird ein Nachfahre von Fātimah, der Tochter des Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm), sein, durch al-Hasan ibn `Ali (möge Allāh mit ihm zufrieden sein). Das Zeichen seines Erscheinens wird weit verbreitete Korruption sein und dass die Erde mit Übeltaten und Aggression erfüllt sein wird. 

Es gibt eine Anzahl an Ahādīth, die seine Erscheinung und seine Attribute wie oben beschrieben herausstellen. Zusammengenommen erreichen diese Berichte den Grad des tawātur (d. h. berichtet von so vielen Menschen und durch so viele Menschen, dass es undenkbar ist, dass sie alle in einer Lüge übereinstimmen könnten). Dies wurde detailliert in der Frage #1252 erläutert. 

Hinsichtlich der Reihenfolge, in der die Vorzeichen der Stunde eintreten werden, gibt es einige Meinungsverschiedenheiten unter den Gelehrten. Der Grund dafür ist, dass in der Sunnah keine solche Reihenfolge berichtet wurde. Die Gelehrten haben jedoch eine Reihenfolge für einige der Ereignisse herausgearbeitet: 

1.         Das Erscheinen der kleinen Zeichen der Stunde, von denen es viele gibt, die in keiner bestimmten Abfolge eintreten. Dazu gehören: die Entsendung des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) und sein Tod; die Pest von `Amwās; Versuchungen; der Verlust der Ehre; das Verschwinden des Wissens; die Verbreitung von Riba, Musikinstrumenten und Alkohol; solche Dinge als erlaubt zu betrachten; Wettstreit im Errichten hoher Gebäude; Morde in großem Ausmaß; das schnelle Verstreichen der Zeit; das Ausschmücken der Moscheen; Vorherrschen des Schirk; die Verbreitung von Unmoral; Geiz; viele Erdbeben; Erdrutsche und das Herabfallen von Steinen vom Himmel; das Verschwinden rechtschaffener Menschen; die Träume der Gläubigen werden wahr; das Vernachlässigen der Sunnah; viele Lügen und falsche Zeugnisse; eine große Anzahl plötzlicher Tode; viel Regen doch wenig Vegetation; der Wunsch nach dem Tod; ein Ansteigen der Anzahl an Römern und der Kampf mit ihnen sowie weitere Zeichen, die in den sahīh Ahādīth vom Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) überliefert wurden. 

2.         Das Erscheinen des Mahdi, der vor dem Dajjāl kommen wird und vor dem Herabsteigen von `Īsa ibn Maryam (Friede sei auf ihm). Das wird durch den Hadīth von Jābir (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) bewiesen: Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „`Īsa ibn Maryam wird herabkommen und ihr Führer, der Mahdi, wird zu ihm sagen: Komm und führe uns im Gebet an. Doch er wird erwidern: Nein, einer von ihnen soll die anderen im Gebet leiten, als ein Zeichen der Ehre von Allāh für diese Ummah.“ (al-Hārith ibn Abi Usāmah in seinem Musnad; ibn al-Qayyim sagte in al-Manār al-Munīf, 1/147: Der Isnād ist jayyid.) 

Der Hadīth wurde mit einem mausūl Isnād in Sahīh Muslim berichtet, ohne ihren Führer zu benennen. In Muslims Bericht heißt es: „… Und `Īsa ibn Maryam (Friede sei auf ihm) wird herabkommen und ihr Führer wird zu ihnen sagen: Komm und führe uns im Gebet. Doch er wird sagen: Nein, einer von ihnen soll die anderen im Gebet leiten, als ein Zeichen der Ehre von Allāh für diese Ummah.“ (Muslim #225). So wird `Īsa (Friede sei auf ihm) dem Mahdi im Gebet folgen, was zeigt, dass der Mahdi vor `Īsa erscheint, und `Īsa wird den Dajjāl töten, was zeigt, dass der Dajjāl während der Zeit des Mahdi erscheint. Siehe auch in der Frage #10301. 

3.         Das Erscheinen des Dajjāl – für weitere Details zu seinem Erscheinen siehe in den Fragen #8806, 171 und 8301. 

4.         Das Herabsteigen von `Īsa ibn Maryam und dass er den Dajjāl tötet – siehe in der Frage #10302. 

5.         Das Erscheinen von Ya’jūj und Ma’jūj (Gog und Magog). Ein Beleg für das Erscheinen von Ya’jūj und Ma’jūj zur Zeit von `Īsa (Friede sei auf ihm) ist der Hadīth von al-Nawās ibn Sam`ān, in dem es heißt, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) ihnen vom Dajjāl berichtete: „Während er so ist, wird Allāh `Īsa offenbaren: `Ich habe Meine Diener freigelassen, gegen die niemand kämpfen kann. Bringt Meine Diener in Sicherheit auf al-Tūr (Sinai).` Und Allāh wird Ya’jūj und Ma’jūj entsenden, die von jedem Berg herabschwärmen werden. Der erste von ihnen wird am See Tiberias vorüberkommen und das Wasser darin trinken und der letzte von ihnen wird daran vorüberkommen und sagen: Dort war einmal Wasser.“ (Muslim #2937). 

Siehe auch in den Fragen #171 und 3437. 

Dann werden die Zeichen schnell eintreffen, eines nach dem anderen. Nach einem Hadīth von Abu Hurayrah (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) sagte der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm): „Die Zeichen werden eines nach dem anderen kommen, wie Perlen, die von einer Kette fallen.“ (al-Tabarāni in al-Mu`jam al-Ausat; von al-Albāni in Sahīh al-Jāmi` als sahīh eingestuft). Dann wird die Sonne vom Westen aufgehen, das Biest wird erscheinen und es wird Erdrutsche und weitere große Zeichen geben. Wir bitten Allāh darum, uns standhaft bis zum Tod sein zu lassen. Und Allāh weiß es am besten. 

Für weitere Informationen siehe: al-Mahdi al-Muntazar von Dr. `Abd al-`Alīm al-Bastawi, 1/256; Aschrāt al-Sā`ah von Yūsuf al-Wābil, S. 249. Siehe auch in der Frage #3259. 

Islam Q&A


Die Ahādīth über den Mahdi und das Herabkommen von `Īsa (Friede sei auf ihm) sind kein Grund, das eigene Bemühen zu unterlassen

Die Ahādīth über den Mahdi und das Herabkommen von `Īsa (Friede sei auf ihm) sind kein Grund, das eigene Bemühen zu unterlassen

Frage (Nr. 39187): 

Einige Leute nehmen die Ahādīth über den Mahdi und das Herabkommen von `Īsa (Friede sei auf ihm) zum Anlass, sich nicht mehr um den Islam zu bemühen und sie sitzen herum und warten auf das Erscheinen des Mahdi oder von `Īsa, damit der Islam und die Muslime zu ihrer Stärke gelangen. Wie lautet eure Meinung zu dieser Haltung? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Dies missliche Lage, in der sich die muslimische Ummah heute befindet, ist sehr schändlich und jeder Muslim ist verantwortlich dafür, sie zu ändern. Doch einige Muslime versagen in dieser Hinsicht, verlassen sich auf ihre Hoffnungen und vermeiden es, irgendetwas zu tun, um die Situation der Ummah zu verbessern, auf der Grundlage ihrer Ansicht, dass diese durch jene verursacht wurde, die vor uns waren, und dass sie durch jene verbessert wird, die nach uns kommen. Somit versagen sie in ihrem Bemühen, Allāhs Religion zu unterstützen, weil sie meinen, dass der Mahdi derjenige sein wird, der das tun wird. 

Sie suchen Zuflucht in bloßer Hoffnung, ohne die Mittel einzusetzen, die im Islam vorgeschrieben sind. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): Es geht weder nach euren Wünschen (denen der Muslime) noch nach den Wünschen der Leute der Schrift (Juden und Christen). Wer Böses tut, dem wird es vergolten, und der findet für sich außer Allāh weder Schutzherrn noch Helfer. “ (4:123). 

Diese negative Einstellung, an der einige Muslime heutzutage leiden, ist nichts, was durch die islamischen Texte empfohlen wird, sondern es ist ein falsches Verständnis, Unfähigkeit und Faulheit und eine Umgehung der Veranwortlichkeit. 

Allāh hat den Muslimen befohlen, sich für diese Religion einzusetzen und die Menschen dazu aufzurufen, mit den Kuffār zu debattieren, sie mit Weisheit und schöner Rede zum Islam einzuladen und sie zu bekämpfen, bis es keinen Schirk mehr auf der Erde gibt. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): Und kämpft gegen sie, bis es keine Verfolgung mehr gibt (bzw. bis es keine Fitnah – d. h. Unglauben und Polytheismus, also die Anbetung anderer neben Allāh – gibt) und (bis) die Religion gänzlich Allāhs ist (auf der gesamten Welt). Wenn sie jedoch aufhören (andere neben Allāh anzubeten), so sieht Allāh wohl, was sie tun.“ (8:39). 

Ibn Kathīr (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Hier befiehlt Allāh uns, die Kuffār zu bekämpfen, bis „es keine Fitnah mehr gibt“, d. h. Schirk, und „die Religion gänzlich Allāhs ist“, d. h. die Religion Allāhs wird diejenige sein, die über alle anderen Religionen herrscht.“   

Dieser Befehl ist nicht speziell auf irgendeine Zeit oder einen Ort bezogen, sondern die Muslime sind zu allen Zeiten und an allen Orten angewiesen, das zu tun. Zweifellos erfordert das Bemühen für den Islam und dessen Unterstützung auf der Erde von den Muslimen harte Arbeit, große Anstrengung und die Anwendung aller Mittel, die diesem Ziel dienen. 

Einige Leute missverstehen die Ahādīth, die vom Erscheinen des Mahdi oder dem Herabsteigen `Īsas ibn Maryam (Friede sei auf ihm) handeln, und sie werden apathisch, sitzen und warten auf den Mahdi oder den Messias, unterlassen es, die Menschen zu Allāh aufzurufen und sich darum zu bemühen, Allāhs Wort zum höchsten zu machen. Doch Allāh, erhaben ist Er, und Sein Gesandter (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) haben uns aufgetragen, die Mittel anzuwenden und uns auf dieser Welt zu bemühen. 

Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):  

O die ihr glaubt, seid auf eurer Hut. Und rückt dann in Trupps aus oder rückt alle aus.“ (4:71) 

Und haltet für sie bereit, was ihr an Kraft und an kampfbereiten Pferden (Tanker, Flugzeuge, Raketen, Artillerie, …) haben könnt, um damit den Feinden Allāhs und  euren Feinden Angst zu machen …“ (8:60) Er ist es, Der euch die Erde fügsam gemacht hat (zum Laufen, leben und um sie zu bebauen). So geht auf ihrem Rücken einher und esst von dem, womit Er (euch) versorgt. Und zu Ihm wird die Auferstehung sein.“ (67:15) 

… und darum sollen die Wettbewerber wettkämpfen (d. h. sich beeilen mit dem Gehorsam Allāh gegenüber)“ (83:26) Für ein Solches sollen diejenigen, die handeln, (ihre Werke) tun.“ (37:61) 

Wer das Jenseits will und sich darum bemüht, wie es ihm zusteht (d. h. mit rechtschaffenen Taten im Gehorsam Allāh gegenüber), wobei er gläubig ist (an die Einheit Allāh, den islamischen Monotheismus), – denen wird für ihr Bemühen gedankt (sie werden von Allāh belohnt).“ (17:19) 

„…Und versorgt euch mit Reisevorrat, doch der beste Vorrat ist die Gottesfurcht (al-Taqwa). …“ (2:197). 

Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) pflegte für alles Vorbereitungen zu treffen und einen Plan zu erstellen, wie auch während der Hijrah, als er Reittiere und einen Führer organisierte und einen Reisegefährten auswählte sowie ein Versteck, bis die Verfolgung eingestellt wurde, und dies alles im Geheimen. So pflegte er bei all seinen Feldzügen zu handeln und so schulte er seine Gefährten. Sie selbst pflegten sich mit allen Arten von Waffen vorzubereiten. Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) betrat Makkah mit seinem Helm auf dem Kopf, obwohl Allāh sagte (ungefähre Bedeutung): „…Allāh wird dich vor den Menschen schützen. …“ (5:67).

Und wenn er wegen des Jihad oder der Hajj oder der `Umrah verreiste, nahm er seine Versorgung mit. 

Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Bemüht euch um das, was euch Nutzen bringt, und sucht die Hilfe bei Allāh und seid nicht hilflos.“ (Muslim #2664). 

Wir können uns vorstellen, was das Schicksal der Da`wah und der Ummah gewesen wäre, wenn die früheren Generationen den Aufruf aufgegeben hätten, bis der Mahdi erscheint. Hätten sie die Tartaren und die Kreuzritter besiegt oder Konstantinopel eingenommen? 

Dieses falsche Verständnis der islamischen Texte, die vom Mahdi und dem Messias (Friede sei auf ihm) handeln, wurde von vielen Gelehrten, Dā`iyah und Autoren widerlegt. 

Scheikh al-Albāni (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Es ist den Muslimen nicht erlaubt, das Bemühen um den Islam zu ignorieren sowie die Errichtung eines islamischen Staates auf Erden, während sie auf das Erscheinen des Mahdi und das Herabkommen von `Īsa (Friede sei auf ihm) warten, völlig verzweifelt oder in der Vorstellung, dass so etwas vorher nicht möglich sei. Das ist eine irrige Auffassung und unangebrachte Verzweiflung. Allāh und Sein Gesandter (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagten uns nicht, dass der Islam nicht zurückkommen oder Macht auf Erden wiedererlangen könnte außer zu deren Zeit. Es ist möglich, das bereits zu erreichen, bevor sie kommen, wenn die Muslime die vorhandenen Möglichkeiten dazu nutzen, denn Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):  

O die ihr glaubt, wenn ihr Allāh(s Sache) helft, hilft Er euch und festigt eure Füße.(47:7) 

„… Und Allāh wird ganz gewiss denjenigen helfen, die Ihm (Seiner Sache) helfen. …“ (22:40). 

Hinsichtlich der Ahādīth, die vom Herabkommen `Īsas (Friede sei auf ihm) usw. handeln, ist es obligatorisch, an sie zu glauben und jene zurückzuweisen, die denken, dass aus ihnen hervorginge, wir müssten uns nicht bemühen, und uns auf das vorzubereiten, was zu irgendeiner Zeit und an irgendeinem Ort getan werden muss. 

Professor `Abd al-`Azīz Mustafa sagte: „Das Bemühen im Jihad gegen die Kuffār – unabhängig davon, wer sie sind und wo sie sind und in welcher Zeit sie sich befindent – ist eine Pflicht gemäß der Scharī`ah und dies wurde nicht aufgehoben. Das ist eine etablierte islamische Tatsache. Dieser Jihad ist obligatorisch, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind und wenn die diesbezüglich Richtlinien und Regeln zutreffen. Es ist keine dieser Voraussetzungen, Richtlinien oder Regeln, dass der Jihad verzögert werden sollte, bis die Voraussagen (über den Mahdi und den Messias) erfüllt wurden, und so verstanden es auch die ersten Muslime nicht oder handelten dementsprechend. Als ihnen gesagt wurde, dass Allāh die Macht Chosraus durch ihre Schwerter brechen würde, versteckten sie sich nicht in ihren Häusern, darauf wartend, dass die Voraussage ohne ihre Anstrengungen eintreffen würde, sondern sie trafen ihre Vorbereitungen bis der Sieg eintrat. Somit überschnitten sich die Konsequenzen aus dem Gehorsam gegenüber Allāhs Befehl (d. h. der Kampf gegen die Kuffār) mit denen aus der Bestimmung Allāhs (d. h. dass das Königreich zerstört werden sollte). Doch einige Muslime sagen in der heutigen Zeit: Nein, der Jihad gegen die Juden sollte nicht vollzogen werden bis der Dajjāl erscheint. Möglicherweise ist dies Teil der Fitnah des Dajjāl in dieser Welt.“  

Diese närrische Auffassung hat einen Teil der muslimischen Jugend erfasst und sie weigern sich, Verantwortung hinsichtlich der Masjid al-Aqsa zu übernehmen, deren Umgebung Allāh gesegnet hat. Und sogar eine noch närrischere Auffassung hat sie erfasst, nämlich dass der islamische Staat und das Kalifat niemals begründet werden können bis der Mahdi erscheint. 

Das ist eine sehr merkwürdige Vorstellung. Durch ihre Handlungen ist es, als wenn sie zu den Juden sagen: Behandelt eure Feinde grob, und als wenn sie zu den Christen sagen: Fahrt fort mit euren falschen Taten… und zu den Muslimen: Bleibt bei eurer Spaltung und euren Konflikten… bis der Mahdi erscheint. Ich weiß nicht, aufgrund welchen Beweises sie diesem Fehler verfallen sind und warum sie glauben, dass der Mahdi Menschen erscheint, die nichts tun, oder dass teilnahmslose Menschen ihn unterstützen würden. 

Wir bitten Allāh darum, die Muslime zu ihrer Religion zurückzubringen. 

Und Allāh weiß es am besten. 

Siehe: al-Mahdi wa Fiqh Aschrāt al-Sā`ah von Scheikh Muhammad ibn Ismā`īl al-Muqaddim 

Islam Q&A