Islam Fragen & Antworten

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Das Lesen der Sūrah al-Kahf an Freitagen

Das Lesen der Sūrah al-Kahf an Freitagen

Frage (Nr. 127699):

Ist das Lesen der Sūrah al-Kahf am Freitag oder der Nacht davor eine empfohlene Handlung?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allāh.

Es gibt marfū` Ahādīth darüber, die einander unterstützen und zeigen, dass es empfohlen ist, die Sūrah al-Kahf am Freitag zu lesen.

Das wurde sicher von Abu Sa`īd al-Khudri überliefert, wobei der Isnād bei ihm stoppt. Bei einer Angelegenheit wie dieser kann die Aussage nicht als persönliche Meinung beurteilt werden. Vielmehr muss der Überlieferer es vom Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) gelernt haben.

Majmū` Fatāwa Ibn Bāz (25/196)

Es ist mustahabb, den Qur’ān im Ramadān vollständig zu lesen

 

Es ist mustahabb, den Qur’ān im Ramadān vollständig zu lesen

 

Frage (Nr. 65754): 

 

Ist es für Muslime notwendig, den gesamten Qur’ān während des Ramadān zu lesen? Gibt es einen Hadīth dazu?

 

Antwort: 

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Erstens:

 

Der Fragesteller muss gelobt werden für seinen Eifer, das Urteil samt Beweis zu dieser Angelegenheit herauszufinden. Zweifellos ist dies etwas Notwendiges, worum jeder Muslim sich bemühen sollte, um so dem Qur’ān und der Sunnah zu folgen.

 

Al-Schaukāni (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in Irschād al-Fuhūl (450-451): „Ohne jeden Zweifel sollte der gewöhnliche Mann den Gelehrten fragen und derjenige, der nicht perfekt ist, sollte den Perfekten fragen, er sollte sich also an die Leute des Wissens wenden, die für ihr religiöses Engagement und ihre Frömmigkeit bekannt sind. Der geeignete Gelehrte ist derjenige, der Wissen vom Qur’ān und der Sunnah besitzt und der mit dem Verständnis ausgestattet wurde, welches er benötigt, um den Qur’ān und die Sunnah zu begreifen, damit er fähig ist, die korrekte Antwort zu liefern. Der gewöhnliche Mann sollte denjenigen fragen, der sich im Buche Allāhs und der Sunnah des Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) gut auskennt, sodass er die Wahrheit aus der Quelle erfahren kann, und er wird das Urteil von angemessener Stelle erlernen und kann versichert sein, dass ihm eine sichere Meinung mitgeteilt wird und er nicht einem Irrtum verfällt, der dem Islam entgegensteht.“

 

In dem Buch von ibn al-Salāh, Adab al-Mufti wa-l-Mustafti (S. 171) heißt es: „Al-Sam`āni sagte, dass es keinen Grund gibt, warum man den Mufti nach Beweisen fragen sollte, um auf der sicheren Seite zu sein. Er sollte ihm den Beweis mitteilen, wenn er definitiv ist, doch er sollte das nicht tun, wenn er nicht definitiv ist, denn der Gewöhnliche hat vielleicht nicht genügend Wissen, um den Ijtihād zu verstehen. Und Allāh weiß am besten, was richtig ist.“

 

Zweitens:

 

Ja, es ist für den Muslim mustahabb, den Qur’ān im Ramadān häufig zu lesen und sich darum zu bemühen, ihn vollständig zu lesen, doch das ist nicht obligatorisch, d. h. wenn jemand ihn nicht vollständig liest, dann begeht er keine Sünde, doch er hat eine gewaltige Belohnung verpasst. Der Beweis dafür ist der von al-Bukhāri (#4614) verzeichnete Bericht von Abu Hurayrah (möge Allāh mit ihm zufrieden sein), der sagte: „Jibrīl pflegte den Qur’ān mit dem Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) einmal pro Jahr zu wiederholen und er wiederholte ihn mit ihm zweimal in dem Jahr, in dem dieser verstarb.“

 

Ibn al-Athīr sagte in al-Jāmi` fi Gharīb al-Hadīth (4/64): „Das heißt, dass er mit ihm alles, was vom Qur’ān offenbart worden war, studierte.“

 

Es war die Praxis der Salaf (möge Allāh mit ihnen zufrieden sein), sich darum zu bemühen, den Qur’ān im Ramadān vollständig zu lesen, dem Beispiel des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) folgend.

 

Es wurde berichtet, dass Ibrāhīm al-Nakha’i sagte: „Al-Aswad pflegte den Qur’ān im Ramadān alle zwei Nächte zu vervollständigen.“ (al-Siyar 4/51).

 

Qatādah pflegte den Qur’ān in sieben Tagen zu vervollständigen und wenn der Ramadān begann, las er ihn komplett in drei Tagen. Brachen die letzten zehn Tage an, dann las er ihn vollständig jede Nacht. (al-Siyar 5/276)

 

Es wurde von Mujāhid berichtet, dass er den Qur’ān jede Nacht im Ramadān vollständig zu lesen pflegte. (al-Tibyān von al-Nawawi, S. 74; er sagte: Sein Isnād ist sahīh.)

 

Es wurde auch berichtet, dass Mujāhid sagte: „`Ali al-Azdi las den Qur’ān jede Nacht im Ramadān komplett.“ (Tahdhīb al-Kamāl 2/983)

 

Al-Rabī` ibn Sulaymān sagte: „Al-Schāfi`i pflegte den Qur’ān 60 Mal im Ramadān zu vervollständigen.“ (al-Siyar 10/36).

 

Al-Qāsim ibn al-Hāfiz ibn `Asākir sagte: „Mein Vater pflegte in der Gemeinschaft zu beten und den Qur’ān regelmäßig zu lesen. Er vervollständigte ihn jede Woche und im Ramadān jeden Tag.“ (al-Siyar 20/562).

 

Al-Nawawi (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte, die Frage kommentierend, wie oft der Qur’ān vervollständigt werden sollte: „Die beste Ansicht besagt, dass dies von einer Person zur nächsten variiert. Derjenige, der sich bemüht, ihn zu verstehen, und der über seine Bedeutungen nachdenkt, sollte sich auf das beschränken, was er vollständig begreifen kann, wenn er liest, und derjenige, der mit der Verbreitung von Wissen oder einer anderen religiösen Tätigkeit beschäftigt ist oder der im allgemeinen Interesse der Muslime arbeitet, sollte sich auf das Maß beschränken, was ihn nicht von seiner Arbeit abhält.

 

Fällt er nicht in einer der genannten Kategorien, dann sollte er soviel er kann tun, ohne aber den Punkt der Langeweile zu erreichen.“ (al-Tibyān, S. 76).

 

Es ist auf jeden Fall mustahabb, den Qur’ān im Ramadān zu lesen und dies vollständig. Das verbleibt mustahabb und ist keine Pflicht und der Muslim begeht keine Sünde, wenn er es unterlässt.

 

Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) wurde gefragt: „Ist es für den Fastenden obligatorisch, den Qur’ān im Ramadān zu vervollständigen?“

 

Er antwortete: „Die Vervollständigung des Qur’āns im Ramadān ist für den Fastenden nicht obligatorisch, doch er sollte viel vom Qur’ān im Ramadān lesen, da dies der Sunnah des Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) entspricht und dieser (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) pflegte den Qur’ān jeden Ramadān mit Jibrīl zu wiederholen.“ (Majmū` Fatāwa ibn `Uthaymīn, 20/516).

 

Siehe auch in den Antworten zu den Fragen #66063 und 26327.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A


Wann ist die „Stunde der Antwort“ am Freitag?

                       

Wann ist die „Stunde der Antwort“ am Freitag?

 

Frage (Nr. 21748):

 

Ist die letzte Stunde von `Asr am Freitag die „Stunde der Antwort“? Müssen die Muslime zu dieser Zeit in der Moschee sein und die Frauen zu Hause?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Es gibt zwei Meinungen über die Stunde der Antwort am Freitag, die wohl richtig sind:

 

Die erste besagt, dass sie von `Asr bis zum Sonnenuntergang andauert für diejenigen, die sitzen und auf Maghrib warten, sei es zu Hause oder in der Moschee, Mann oder Frau, während sie Du`ā‘ verrichten. Wer das tut, verdient es, dass er die Antwort auf sein Du`ā‘ sieht. Doch Männer sollten Maghrib oder auch ein anderes Gebet nicht zu Hause verrichten, außer sie haben eine scharī`ahrechtliche Entschuldigung, wie durch den Beweis aus der Scharī`ah bekannt ist.

 

Die zweite besagt, dass sie dann beginnt, wenn der Imām am Freitag auf der Minbar sitzt, um die Khutbah zu halten, bis er das Gebet beendet. Das Du`ā‘ zu einer dieser Zeiten verdient es, beantwortet zu werden.

 

Diese zwei Zeiträume sind aufgrund der sahīh Ahādīth, die darauf hinweisen, wahrscheinlich die Zeiten der Antwort am Freitag. Nach der Stunde der Antwort kann auch zu anderen Zeiten des Tages gesucht werden. Und die Gnade Allāhs ist gewaltig.

 

Zu den Zeiten, in denen das Du`ā‘ im Gebet – obligatorisch oder freiwillig – beantwortet werden könnte, gehört der Moment des Sujūd (der Niederwerfung), denn der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Der Mensch ist seinem Herrn in der Niederwerfung am nahsten, daher sprecht viel Du`ā‘ im Sujūd.“ (Muslim in seinem Sahīh aus dem Hadīth von Abu Hurayrah – möge Allāh mit ihm zufrieden sein – in al-Salāh #482)

 

Und Muslim (möge Allāh ihm barmherzig sein) berichtete in seinem Sahīh von ibn `Abbās (möge Allāh mit ihnen beiden zufrieden sein), dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Verkündet die Großartigkeit eures Herrn in der Rukū` und bemüht euch um Du`ā‘, denn ihr werdet es eher verdienen, dass es beantwortet wird.“ (Muslim, al-Salāh #479)

 

Scheikh Ibn Bāz, Majallat al-Buhūth, Ausgabe #34, S. 142

Ist es ihm erlaubt, Allāh darum zu bitten, dass das Mädchen, welches er heiraten wollte und das gestorben ist, seine Braut im Paradies sein wird?

 


Ist es ihm erlaubt, Allāh darum zu bitten, dass das Mädchen, welches er heiraten wollte und das gestorben ist, seine Braut im Paradies sein wird?

 

Frage (Nr. 126724):

 

Die Tochter meines Onkels starb bei einem Unfall und ich wollte ihr eigentlich einen Heiratsantrag machen. Ist es mir erlaubt, Allāh darum zu bitten, sie zu meiner Braut im Paradies zu machen, oder ist das eine Übertreibung im Du`ā’? Möge Allāh euch mit Gutem belohnen.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Zunächst einmal bitten wir Allāh darum, diesem Mädchen Seine Gnade zuteil werden zu lassen, sie in Sein Paradies einzulassen und ihre Familie und alle ihre Verwandten mit Geduld und Trost zu segnen.

 

Wir raten dir, ihre Eltern freundlich zu behandeln und ihnen dabei behilflich zu sein, ihre Prüfung zu überstehen. Du selber solltest die Bestimmung Allāhs akzeptieren und davon überzeugt sein, dass alles in Seiner Hand liegt, dass Er alles in diesem Universum kontrolliert, dass Er gewaltige Weisheit besitzt und Er kann nicht über das befragt werden, was Er tut, doch sie werden befragt werden.

 

Es gibt keinen Grund, warum du nicht darum bitten solltest, dass dieses Mädchen deine Frau im Paradies sein wird, wenn Allāh es will.

 

Doch du solltest es bevorzugen, Allāh um Gnade und Vergebung für sie zu bitten und um eine Erhöhung ihres Ranges im Paradies. Dies wird ihr von Nutzen sein und du wirst mit Allāhs Erlaubnis dafür belohnt werden. 

 

Wir befürchten, dass du in dieser Angelegenheit übertreiben oder dieses Du`ā’ zu häufig verwenden könntest. Das könnte deine Fixierung auf sie noch verstärken und dein Leben beeinträchtigen oder dich davon abhalten, nach dem zu streben, was dich in dieser Welt keusch halten wird, nämlich eine halāl Ehe. Wir müssen dich darauf hinweisen, damit du nicht in Extreme verfällst, denn sie ist gestorben und kein Mahram für dich. Hüte dich also davor, mit deiner Trauer zu sehr zu übertreiben und das, was du verpasst hast, zu sehr zu bedauern. Allāh hat eine festgesetzte Zeit für alle Dinge.

 

Wir erinnern dich an die Verse, in denen Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):Und Wir werden euch ganz gewiss mit ein wenig Furcht und Hunger und Mangel an Besitz, Seelen und Früchten prüfen. Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften, die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: „Wir gehören Allāh, und zu Ihm kehren wir zurück.“ Sie sind es, denen Segnungen von ihrem Herrn und Erbarmen zuteil werden, und sie sind die Rechtgeleiteten.“ (2:155-157).

 

Scheikh al-Sa`di (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Allāh informiert uns darüber, dass Er Seine Diener auf jeden Fall mit Versuchungen prüfen wird, um so zwischen denen zu unterscheiden, die aufrichtig sind, und denen, die lügen; zwischen denen, die die Nerven verlieren, und denen, die ihre Geduld bewahren. Dies ist Seine Methode mit Seinen Dienern, denn wenn Leichtigkeit immer für die Gläubigen gelten würde und keine Prüfungen sie treffen würden, dann würde es keinen Unterschied geben zwischen denen, die Glauben besitzen, und denen, die keinen besitzen, was zur Verdorbenheit führt. Die Weisheit Allāhs gebietet es, dass zwischen den Leuten des Guten und denen des Übels unterschieden werden muss.

 

Das ist der Zweck der Prüfungen und nicht, den Gläubigen ihren Glauben zu nehmen oder sie von ihrer Religion abwendig zu machen. Allāh lässt den Glauben eines Gläubigen niemals verloren gehen und Er teilt uns in diesem Vers mit, dass Er Seine Diener „mit ein wenig Furcht“ vor Feinden „und Hunger“ prüfen wird. Das heißt, Er wird sie mit ein wenig von beidem testen, denn wenn Er sie mit extremer Angst oder Hunger prüfen würde, dann wären sie verdammt. Doch das Wichtige an Prüfungen ist es, den Unterschied hervorzuheben, und nicht, die Menschen zu verdammen.

 

„Mangel an Besitz“ umfasst alle Arten von Verlust des Vermögens, wie z. B. durch Katastrophen vom Himmel, Überschwemmung, Verlust, Enteignung durch ungerechte Herrscher, Banditen usw.

 

Der Begriff „Seelen“ bezieht sich auf den Verlust von geliebten Menschen wie Kinder, Verwandte und Freunde durch verschiedene Krankheiten im Körper des Menschen oder bei denen, die er liebt.

 

Der Begriff „Früchte“ bezeichnet hier Getreide, die Früchte der Dattelpalmen und weiterer Bäume sowie Pflanzen, durch Hagel oder Kälte oder Feuer oder Heuschrecken und Ähnliches.

 

Diese Dinge werden unweigerlich eintreten, denn der Allwissende hat uns darüber informiert und so werden sie geschehen. Wenn es soweit ist, gibt es zwei Arten von Menschen: diejenigen, die die Nerven verlieren, und diejenigen, die geduldig sind. Wer die Nerven verliert, leidet unter zwei Miseren: der Verlust eines geliebten Menschen und der Verlust von etwas noch Bedeutenderem, nämlich der Belohnung, die er hätte erlangen können, wenn er dem Befehl Allāhs gefolgt wäre, sich in Geduld zu üben. Und so erleidet er Verlust, Entbehrung und eine Abnahme seines Glaubens. Er verliert Geduld, Duldsamkeit und Dankbarkeit und der göttliche Zorn trifft ihn, was bezeichnend ist für seinen gewaltigen Verlust.

 

Derjenige, dem Allāh hilft, beim Eintritt solcher Unglücke geduldig zu bleiben, kontrolliert sich selbst und äußert weder in Wort noch in Tat Unzufriedenheit. Er strebt darin nach Lohn bei Allāh und erkennt, dass die Belohnung, welche er durch seine Geduld erlangt, größer ist als das Unglück, welches ihn getroffen hat. Tatsächlich ist das Unglück ein Segen, denn es wird zu einem Weg, etwas Besseres und Nützlicheres zu erlangen. Er hat dem Befehl Allāhs gehorcht und erhält den Lohn. Daher sagt Allāh (ungefähre Bedeutung): „Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften“, das heißt: Überbringe ihnen die frohe Botschaft, dass ihnen ihr Lohn ohne Abrechnung gegeben wird. Die Standhaften sind jene, die diese gewaltige frohe Botschaft verdient haben und das großzügige Geschenk von Allāh.

 

Dann beschreibt Er sie als die, wenn sie ein Unglück trifft“, was sich auf alles bezieht, was das Herz oder den Körper oder beide peinigt, von den oben genannten Dingen.

 

„[Sie] sagen: „Wir gehören Allāh“, das heißt: Wir sind Diener Allāhs, Seinem Befehl und Seiner Kontrolle unterliegend; wir haben keine Kontrolle über uns selbst oder unseren Besitz. Wenn Er uns mit etwas davon prüft, dann hat der Barmherzigste derer, die Barmherzigkeit zeigen, über Seine Diener und ihren Besitz verfügt, und Er kann nicht zurückgewiesen werden. Vielmehr ist es Teil der vollständigen und vollkommenen Unterwerfung und Dienerschaft Allāh gegenüber (`Ubūdiyyah), zu erkennen, dass das Unglück vom Allweisen stammt, Der zu Seinem Diener barmherziger ist als dieser selbst, und deshalb muss er mit Allāh zufrieden sein und Ihm danken für Seine Bestimmung, denn das ist besser für den Diener, selbst wenn er das nicht erkennt. Denn wir alle gehören Allāh und wir werden am Tag der Auferstehung zu Ihm zurückgebracht und jedem Einzelnen werden seine Taten vergolten. Sind wir also geduldig und erstreben die Belohnung bei Ihm, dann werden wir bei Ihm reichlichen vorfinden. Doch wenn wir panisch reagieren und wütend werden, dann werden wir nichts anderes erhalten als den göttlichen Zorn und den Verlust von Lohn. Jeder Mensch gehört Allāh und wird zu Ihm zurückkehren und das ist eines der stärksten Mittel der Geduld.

 

„Sie“, das heißt diejenigen, die oben als standhaft beschrieben werden „sind es, denen Segnungen von ihrem Herrn …  zuteil werden“ das heißt: Lob und Rede über ihren Vorzug.

 

„Und Erbarmen zuteil werden“, welches übergroß ist. Teil Seiner Barmherzigkeit ihnen gegenüber ist, dass Er ihnen hilft, geduldig zu sein, wodurch sie die volle Belohnung erhalten.

 

„Und sie sind die Rechtgeleiteten“ – jene, die die Wahrheit kennen, was sich in diesem Kontext auf ihr Wissen bezieht, dass sie Allāh gehören, zu Ihm zurückkehren werden und dementsprechend handeln und dass ihre Geduld um Allāhs willen ist.

 

Dieser Vers zeigt, dass derjenige, der nicht geduldig ist, das Gegenteil von dem erhält, was sie bekommen, und deshalb werden sie von Allāh getadelt und bestraft, in die Irre geleitet und Verlust erleiden. Wie gewaltig ist der Unterschied zwischen den zwei Gruppen und wie gering ist die Anstrengung der Geduldigen und wie groß das Leid derjenigen, die in Panik geraten.

 

Diese zwei Verse informieren uns darüber, dass wir über Unglücke nachdenken sollten, bevor sie eintreffen, um so ihren Einfluss zu verringern und sie zu erleichtern, wenn sie tatsächlich geschehen, und sie erklären, wie wir darauf reagieren sollten, wenn sie tatsächlich geschehen, nämlich mit Geduld. Sie erklären außerdem, was dem Menschen hilft, geduldig zu bleiben, die Belohnung des Geduldigen und die Situation derjenigen, die nicht geduldig bleiben, was das Gegenteil der Geduld ist. Darüber hinaus informieren sie uns darüber, dass diese Unglücke und Versuchungen das Gesetz Allāhs sind und es gibt keine Alternative zum Gesetz Allāhs. Sie beschreiben auch die verschiedenen Arten von Unglücken.“ (Tafsīr al-Sa`di, S. 75)

 

Denkt über die folgenden Worte des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) nach und über diese Lehren der Salaf:

 

Es wurde berichtet, dass die Mutter der Gläubigen, Umm Salamah (möge Allāh mit ihr zufrieden sein) sagte: „Ich hörte den Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen: `Es gibt keinen Muslim, der von einem Unglück getroffen wird und das sagt, was Allāh ihm anbefohlen hat – Wahrlich, zu Allāh gehören wir und zu Ihm ist unsere Rückkehr. Oh Allāh, belohne mich für mein Unglück und entschädige mich mit etwas Besserem. – ohne dass Allāh ihn mit etwas Besserem entschädigt.“ Sie sagte. „Als Abu Salamah starb, sagte ich: `Wer von den Muslimen ist besser als Abu Salamah, der erste Haushalt, der auswanderte, um sich dem Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) anzuschließen?` Ich sagte es und Allāh entschädigte mich mit dem Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm).“ Sie fuhr fort: „Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sandte Hātib ibn Abi Balta`ah zu mir mit seinem Heiratsantrag, doch ich sagte: `Ich habe eine Tochter und ich habe einen eifersüchtigen Charakter.` Er antwortete: `Was ihre Tochter anbelangt, so bitten wir Allāh, sie von ihr unabhängig zu machen, und ich bitte Allāh, dass Er ihre Eifersucht hinwegnimmt.“ (Muslim in seinem Sahīh #918)

 

Bitte Allāh also, dich für dein Unglück zu belohnen und mit etwas Besserem zu entschädigen. Bitte Allāh auch für dieses Mädchen und für alle verstorbenen Muslime, indem du für sie um Vergebung und Barmherzig betest.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A


Der Vorzug des Freitagsgebets

   

Die Vorzüge des Jumu`ah (Freitags-) Gebets

 

Frage (Nr. 13692):

 

Welche Ahādīth handeln von den Vorzügen des Jumu`ah-Gebets?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Viele Ahādīth wurden vom Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) berichtet, die die Vorzüge des Jumu`ah-Gebets erklären. Dazu gehören beispielsweise:

 

1.                         Muslim (#233) berichtete von Abu Hurayrah (möge Allāh mit ihm zufrieden sein), dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die fünf täglichen Gebete und von einem Jumu`ah zum nächsten sind Sühne für jede Sünde, die dazwischen kommt, solange man keine großen Sünden begeht.“

 

Es wurde von Abu Hurayrah berichtet, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer Ghusl vollzieht und dann zum Jumu`ah kommt und so betet, wie Allāh es für ihn bestimmt hat, und dann aufmerksam zuhört, bis die Khutbah vorüber ist, und dann mit ihm (dem Imām) betet, dem werden seine Sünden zwischen diesem und dem nächsten Jumu`ah und drei weitere Tage vergeben.“ (Muslim #857)

 

Al-Nawawi sagte: „Die Gelehrten sagten, dass mit der Vergebung der Sünden zwischen zwei Jumu`ah und drei weiteren Tagen gemeint ist, dass eine gute Tat soviel wert ist wie zehn und so wird er mit zehn Hasanāt für jede gute Tat, die er am Freitag tat, belohnt. Einige unserer Gefährten sagten: Mit dem Zeitraum zwischen zwei Jumu`ah ist gemeint, von einem Jumu`ah-Gebet und der Khutbah bis zur selben Zeit am folgenden Freitag, sodass es sieben Tage sind, nicht mehr oder weniger. Dann werden drei Tage hinzugefügt und zehn vervollständigt.“

 

2.         Das frühe Erscheinen zum Jumu`ah bringt eine gewaltige Belohnung mit sich.

 

Al-Bukhāri (#814) und Muslim (#850) berichteten von Abu Hurayrah (möge Allāh mit ihm zufrieden sein), dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer am Freitag den Ghusl vollzieht wie den Ghusl von Janābah und dann zum Gebet geht (in der ersten Stunde, d. h. früh), ist so, als ob er ein Kamel geopfert hätte. Wer in der zweiten Stunde geht, ist so, als ob er eine Kuh geopfert hätte, und wer in der dritten Stunde geht, ist so, als ob er einen gehörnten Schafsbock geopfert hätte, und wer in der vierten Stunde geht, ist so, als ob er ein Huhn geopfert hätte, und wer in der fünften Stunde geht, ist so, als ob er ein Ei angeboten hätte. Wenn der Imām herauskommt, lauschen die Engel der Khutbah.“

 

3.         Wenn jemand zum Jumu`ah-Gebet geht, wird er für jeden Schritt die Belohnung des Fastens und Betens des Qiyām für ein Jahr erhalten.

 

Es wurde von Aus ibn Aus al-Thaqafi berichtet, dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer am Freitag Ghusl vollzieht und (seine Frau) veranlasst, Ghusl zu vollziehen, und dann frühzeitig losgeht und dem Imām nahe kommt und zuhört und schweigt, der wird für jeden Schritt, den er macht, die Belohnung für das Fasten und Qiyām Beten eines Jahres erhalten.“ (al-Tirmidhi #496; von al-Albāni in Sahīh al-Tirmidhi #410 als sahīh eingestuft).

 

Ibn al-Qayyim sagte in Zād al-Ma`ād, 1/285: „Den Ghusl (für die Frau) veranlassen bedeutet, Geschlechtsverkehr mit seiner Ehefrau zu haben. So wurde es von Wakī` interpretiert.“

 

Al-Hāfiz ibn Hajar (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte, nachdem er die Ahādīth angeführt hatte, die von den Vorzügen des Jumu`ah-Gebets handeln: „Was wir zitiert haben, zeigt zusammengenommen, dass die Sühne der Sünden von einem Freitag zum nächsten den oben genannten Bedingungen unterliegt, welche erfüllt werden müssen, nämlich den Ghusl zu vollziehen, sich selbst zu reinigen, Parfüm aufzutragen, die beste Kleidung zu tragen, auf ruhige und würdevolle Art und Weise zu gehen, nicht über andere Leute zu steigen, sich nicht zwischen zwei andere zu drängen, andere nicht zu verärgern, nāfil Gebete zu verrichten, aufmerksam zuzuhören und überflüssiges Gerede zu vermeiden.“

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A


Die Vorzüge des Freitags

Die Vorzüge des Freitags 

Frage (Nr. 9211): 

Was ist der Vorzug des Freitags gegenüber anderen Tagen und warum ist das so? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Der Freitag hat viele besondere Merkmale und Vorzüge, die Allāh für diesen und keinen anderen Tag vorgesehen hat. 

Es wurde berichtet, dass Abu Hurayrah und Hudhayfah (möge Allāh mit ihnen zufrieden sein) sagten: Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Allāh führte diejenigen, die vor uns waren, vom Freitag weg. Die Juden hatten den Samstag und die Christen den Sonntag. Dann brachte Allāh uns hervor und rechtleitete uns zum Freitag. Es gibt also den Freitag, den Samstag und den Sonntag und daher werden sie uns am Tag der Auferstehung nachfolgen. Wir sind die Letzten in dieser Welt, doch werden wir die Ersten am Tag der Auferstehung sein und wir werden vor allen anderen beurteilt.“ (Muslim #856). 

Al-Nawawi sagte: „Al-Qādi sagte: Die offensichtliche Bedeutung besagt, dass es für sie obligatorisch war, den Freitag zu ehren, doch dies wurde nicht deutlich gesagt. Die Angelegenheit wurde ihrem eigenen Verständnis überlassen … Doch sie bemühten sich nicht, es herauszufinden, und Allāh leitete sie nicht dorthin. Es wurde dieser Ummah eindeutig auferlegt und nicht ihrem eigenen Verständnis überlassen, daher wurde sie damit gesegnet … Es wurde berichtet, dass Mūsa ihnen den Freitag anbefahl und ihnen von seinen Vorzügen erzählte, doch sie stritten mit ihm und argumentierten, dass der Samstag besser sei, und ihm wurde gesagt, dass er es sein lassen solle. Al-Qādi sagte: Wenn es einen deutlichen Befehl gegeben hätte, dann wäre ihr Streit mit ihm nicht gültig gewesen, sondern es wäre zu ihm gesagt worden, dass sie sich dem Befehl widersetzten. Ich sage: Es kann sein, dass es ihnen deutlich auferlegt wurde, doch sie stritten darüber, ob es etwas war, an das sie sich halten mussten, oder ob sie es in einen anderen Tag umändern konnten. Sie entschieden sich dazu, ihn in einen anderen Tag zu ändern, und sie gingen dadurch gewaltig in die Irre.“ 

Es ist keine Überraschung, dass spezifisch der Freitag ihnen auferlegt wurde, und sie lehnten sich dagegen auf. 

Al-Hāfiz sagte: „Wie könnte es sonst sein, dass sie diejenigen sind, die sagten: Wir hören und sind ungehorsam?“ 

Es wurde von Aus ibn Aus berichtet, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der beste eurer Tage ist der Freitag. An diesem Tag wurde Ādam (Friede sei mit ihm) erschaffen und an diesem Tag starb er. An diesem Tag wird die Trompete geblasen und an diesem Tag wird die gesamte Schöpfung schwinden. Sendet daher viele Segenswünsche für mich, denn eure Segnungen werden mir gezeigt werden.“ Sie fragten: „Oh Gesandter Allāhs, werden unsere Segenswünsche dir gezeigt werden, wenn du bereits zu Staub geworden bist?” Er antwortete: „Allāh hat es der Erde verboten, die Körper der Propheten (Friede sei mit ihnen) aufzuzehren.“ (Abu Dawūd #1047; von ibn al-Qayyim in seinem Kommentar zu Sunan Abi Dawūd, 4/273, als sahīh klassifiziert; von al-Albāni in Sahīh Abi Dawūd #925 als sahīh klassifiziert). 

Es wurde berichtet, dass Abu Hurayrah (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) sagte: Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der beste Tag, an dem die Sonne aufgeht, ist der Freitag. An einem Freitag wurde Ādam erschaffen, an einem Freitag wurde er in das Paradies eingelassen und an einem Freitag wurde er daraus vertrieben.“ (Muslim #1410). 

Dieser Hadīth nennt einige Gründe, warum der Freitag als besonders betrachtet wird. 

Al-Nawawi sagte: „Al-Qādi `Iyād sagte: `Die offensichtliche Bedeutung lautet, dass diese Vorzüge nicht bedeuten, dass der Freitag als besonders betrachtet wird, weil Ādam an einem Freitag vertrieben wurde und weil die Stunde an einem Freitag beginnt. Vielmehr soll damit erklärt werden, welche bedeutsamen Ereignisse an diesem Tag stattfanden und stattfinden werden, sodass die Leute das Beste aus dem Tag machen und rechtschaffene Taten verrichten, um Allāhs Gnade zu erlangen und Seine Strafe abzuwenden.` Dies ist die Ansicht von al-Qādi.“ Abu Bakr ibn al-`Arabi sagte in seinem Buch al-Ahwadhi fi Scharh al-Tirmidhi: „All diese Ereignisse sind gut und zählen zum Vorzug des Freitag. Die Vertreibung Ādams aus dem Paradies ist der Grund, warum seine Nachkommenschaft und die Gesandten, Propheten, Rechtschaffenen und Auliyā’ existieren. Er wurde daraus nicht einfach so vertrieben, sondern es erfolgte zu einem Zweck und er wird dorthin zurückkehren. Hinsichtlich des Beginns der Stunde an einem Freitag, so lautet der Grund dafür, dass die Belohnung für die Propheten, die Gläubigen an die Wahrheit, die Auliyā’ und andere schnell herbeigeführt wird und ihre Ehre und ihr hoher Status können sich manifestieren. Dieser Hadīth weist auf die Vorzüge des Freitags und seinen hohen Rang hin, in Relation zu anderen Tagen.“ 

Es wurde berichtet, dass Abu Lubābah ibn `Abd al-Mundhir sagte: Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der Freitag ist der Herr der Tage und der gewaltigste von ihnen bei Allāh. Er ist bei Allāh bedeutender als der Tag von al-Adha und der Tag von al-Fitr. Er hat fünf Eigenschaften: An diesem Tag erschuf Allāh Ādam, an ihm sandte Er Ādam hinunter zur Erde, an ihm ließ Allāh Ādam sterben, an ihm gibt es eine Zeit, in der ein Mensch Allāh nicht um etwas bittet, außer dass Er es ihm gibt, solange er nicht um etwas Verbotenes bittet, und an ihm wird die Stunde beginnen. Es gibt keinen Engel, der Allāh nah steht, keinen Himmel, keine Erde, keinen Wind, keinen Berg und keinen Ozean, der nicht den Freitag fürchtet.“ (ibn Mājah #1084; von Scheikh al-Albāni in Sahīh al-Jāmi` #2279 als hasan eingestuft). 

Al-Sanadi sagte: „Dass sie den Freitag fürchten bedeutet, dass sie das Eintreffen der Stunde fürchten. Das zeigt, dass alle Geschöpfe sich der Tage bewusst sind und dass sie wissen, dass der Tag der Auferstehung an einem Freitag kommen wird.“ 

Die Vorzüge dieses Tages beinhalten die folgenden: 

1.             An ihm ist das Salāt al-Jumu`ah (Freitagsgebet), welches das beste der Gebete ist. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): O die ihr glaubt (Muslime), wenn zum Gebet gerufen wird am Freitag , dann eilt zu Allāhs Gedenken (die religiöse Rede des Jumu`ah – Khutbah – und das Gebet) und lasst das Kaufgeschäft (sowie alles andere). Das ist besser für euch, wenn ihr wisst.“ (62:9). Muslime (#233) berichtete von Abu Hurayrah (möge Allāh mit ihm zufrieden sein), dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die fünf täglichen Gebete und von einem Jumu`ah zum nächsten sind Sühne für jede Sünde, die dazwischen liegt, solange es keine großen Sünden sind.“ 

2.             Fajr in der Gemeinschaft am Freitag zu verrichten ist das beste Gebet, das der Muslim während der Woche beten kann. Es wurde berichtet, dass ibn `Umar sagte: Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Das beste Gebet bei Allāh ist das gemeinschaftliche Fajr-Gebet am Freitag.“ (al-Bayhaqi in Schu`ab al-Īmān; von al-Albāni in Sahīh al-Jāmi` #1119 als sahīh klassifiziert).

Eines der besonderen Merkmale des Fajr-Gebets am Freitag ist, dass es der Sunnah entspricht, die Sūrah al-Sajdah im ersten Rak`ah zu rezitieren und Sūrah al-Insān im zweiten. Es wurde von Abu Hurayrah (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) im Fajr-Gebet am Freitag Alif-Lām-Mīm Tanzīl (Sūrah al-Sajdah) im ersten Rak`ah zu rezitieren pflegte und Hal ata `ala-l-Insān hīnun min al-Dahr lam yakun Schay`an madhkūran (Sūrah al-Insān) im zweiten. (al-Bukhāri #851; Muslim #880). Al-Hāfiz ibn Hajar sagte: „Es wurde gesagt, dass der Grund, warum diese zwei Sūren rezitiert werden, der ist, dass sie die Schöpfung Ādams erwähnen und die Geschehnisse des Tages der Auferstehung, welche an einem Freitag eintreffen.“ 

3.             Wer auch immer am Tag oder in der Nacht des Freitag stirbt, den wird Allāh vor der Versuchung des Grabes beschützen. Es wurde berichtet, dass `Abd-Allāh ibn `Amr sagte: Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt keinen Muslim, der am Tag des Freitag oder in der Nacht des Freitag stirbt, ohne dass Allāh ihn vor der Versuchung des Grabes beschützen wird.“ (al-Tirmidhi #1074; von al-Albāni in Ahkām al-Janā’iz, S. 49/50, als sahīh klassifiziert). 

Dies sind einige der Vorzüge des Freitag. Wir bitten Allāh darum, uns Ihn zufriedenstellen zu lassen. 

Und Allāh weiß es am besten. 

Islam Q&A


Die Vorzüge des Tages von `Arafāh

Die Vorzüge des Tages von `Arafāh 

Frage (Nr. 7284): 

Was sind die Vorzüge des Tages von `Arafāh? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Es ist der Tag, an dem die Religion vervollkommnet und Allahs Gnade vollendet wurde  

In al-Sahīhayn wird von `Umar ibn al-Khattāb (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass ein jüdischer Mann zu ihm sagte: „Oh Amīr al-Mu’minīn, es gibt eine Āyah in eurem Buch, die ihr rezitiert. Wenn sie zu uns Juden gekommen wäre, hätten wir diesen Tag zu einem `Id (Fest) gemacht.“ `Umar fragte: „Welche Āyah?“ Er sagte: „Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden.“ (5:3 in ungefährer Bedeutung). `Umar sagte: „Wir wissen, an welchem Tag und an welchem Ort das dem Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) offenbart wurde. Es war, als er an einem Freitag bei `Arafāh stand.“

Es ist ein Tag des `Id für die Menschen, die sich an diesem Ort befinden 

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Yaum `Arafāh (der Tag von `Arafāh), Yaum al-Nahr (der Tag des Opferns) und Ayyām al-Taschrīq (die drei Tage, die dem Yaum al-Nahr folgen) sind `Id (Festtage) für uns, die Anhänger des Islams. Dies sind die Tage des Essens und Trinkens.“ Das wurde von den Autoren von al-Sunan berichtet. Es wurde berichtet, dass `Umar ibn al-Khattāb sagte: „Sie – d. h. die Āyah `Heute habe ich euch…` – wurde an einem Freitag offenbart, dem Tag von `Arafāh, beides ist – alles Lob gebührt Allah – ein `Id für uns.“ 

Es ist ein Tag, an dem Allah einen Eid geschworen hat 

Der Allmächtige schwört nur bei etwas, das mächtig ist. Yaum `Arafāh ist der „bezeugte Tag“, wie in der folgenden Āyah erwähnt wird (ungefähre Bedeutung): „und dem Zeugen (dem bezeugenden Tag = Freitag) und dem Bezeugten (dem Tag von `Arafāh)“ (85:3). 

Es wurde von Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet(Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der versprochene Tag ist der Tag der Auferstehung, der bezeugte Tag ist der Tag von `Arafāh und der bezeugende Tag ist Freitag.“ (al-Tirmidhi; von al-Albāni als sahīh eingestuft). 

Es ist der „Ungerade“ (d. h. von ungerader Anzahl, Witr), bei dem Allah in der folgenden Āyah schwor (ungefähre Bedeutung): „und dem geraden und dem ungeraden (Tag)“ (89:3). Ibn `Abbās sagte: „Der Gerade ist der Tag von al-Adhā (d. h. der 10. Dhu-l-Hijjah) und der Ungerade ist der Tag von `Arafāh (d. h. der 9. Dhu-l-Hijjah).“ Dies war auch die Ansicht von `Ikrimah und al-Dahhāk. 

Das Fasten an diesem Tag ist Sühne für zwei Jahre 

Es wurde von Abu Qutādah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) über das Fasten am Tag von `Arafāh befragt wurde. Er sagte: „Es ist Sühne für die Sünden des vergangenen Jahres und des kommenden Jahres.“ (Muslim) 

Dieses Fasten ist mustahabb für diejenigen, die nicht zur Hajj fahren. Im Falle des Pilgers ist es keine Sunnah, den Tag von `Arafāh zu fasten, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) fastete an diesem Tag in `Arafāh nicht. Es wurde berichtet, dass er es verbot, am Tag von `Arafāh in `Arafāh zu fasten. 

Es ist der Tag, an dem Allah von den Nachfahren Ādams den Schwur annahm 

Es wurde berichtet, dass ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Allah nahm den Schwur von den Lenden Ādams in Na’mān, d. h. `Arafāh: `Und als dein Herr aus den Kindern Adams, aus ihren Rücken, ihre Nachkommenschaft nahm und sie gegen sich selbst zeugen ließ: „Bin Ich nicht euer Herr?“ Sie sagten: „Doch, wir bezeugen (es)!“ (Dies,) damit ihr nicht am Tag der Auferstehung sagt: „Wir waren dessen unachtsam“,  oder (auch) nicht sagt: „Unsere Väter gesellten doch zuvor (Allah) Teilhaber zu, und wir sind (nur) eine Nachkommenschaft nach ihnen. Willst du uns vernichten für das, was diejenigen getan haben, die Nichtiges (al-Bātil, d. h. Polytheismus, Verbrechen und Sünden, andere neben Allah anzurufen und anzubeten) tun?` (7:172-173, ungefähre Bedeutung).“ (Imām Ahmad; von al-Albāni als sahīh klassifiziert). Und es gibt keinen großartigeren Tag als diesen und kein besseres Abkommen als jenes. 

Es ist der Tag der Vergebung von Sünden, Befreiung vom Feuer und Stolz über die Menschen, die da sind 

In Sahīh Muslim wird von `Ā’ischah (möge Allah mit ihr zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt keinen Tag, an dem Allah mehr Menschen aus dem Feuer befreit, als am Tag von `Arafāh. Er kommt nah und zeigt den Engeln Seinen Stolz, wobei Er sagt: `Was wollen diese Menschen?`“ 

Es wurde von ibn `Umar berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Allah zeigt Seinen Engeln Seinen Stolz über die Leute von `Arafāh zur Zeit von `Ischā’ am Tag von `Arafāh. Er sagt: `Schaut auf Meine Diener, die ungekämmt und staubig gekommen sind.`“ (Imām Ahmad; von al-Albāni als sahīh klassifiziert). 

Und Allah weiß es am besten. 

Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Er fragt nach den Vorzügen der ersten 10 Tage des Monats Dhu-l-Hijjah

Er fragt nach den Vorzügen der ersten 10 Tage des Monats Dhu-l-Hijjah 

Frage (Nr. 49042): 

Sind die ersten 10 Tage des Dhu-l-Hijjah besser als andere Tage? Welche rechtschaffenen Taten sind während dieser 10 Tage besonders empfohlen? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah.  

Zu den großartigen Zeiten des Gottesdienstes gehören die ersten 10 Tage des Dhu-l-Hijjah, welche Allah vor anderen Tagen hervorgehoben hat. Es wurde von ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt keine Tage, an denen rechtschaffene Taten von Allah mehr geliebt werden als an diesen 10 Tage.“ Sie sagten: „Nicht einmal der Jihād um Allahs willen?“ Er sagte: „Nicht einmal der Jihād um Allahs willen, es sei denn, ein Mann zieht für den Jihād mit seinem Vermögen los und kehrt mit nichts zurück.“ (al-Bukhāri, 2/457). 

Es wurde auch von Anas (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt keine Tat, die besser bei Allah ist oder höher belohnt wird, als eine gute Tat in den (ersten) 10 Tagen von al-Adha.“ Es wurde gefragt: „Nicht einmal der Jihād um Allahs willen?“ Er antwortete: „Nicht einmal der Jihād um Allahs willen, es sei denn, ein Mann zieht mit seinem Vermögen zum Jihād aus und kommt mit nichts zurück.“ (al-Dārimi, 1/357; sein Isnād ist hasan wie in al-Irwa’, 3/398, bestätigt wurde). 

Diese Texte und weitere zeigen, dass die zehn Tage besser sind als ausnahmslos alle anderen Tage des Jahres, selbst als die letzten zehn Tage des Ramadān. Doch die letzten zehn Nächte des Ramadān sind besser als die ersten zehn Nächte des Dhu-l-Hijjah, denn sie beinhalten Laylat al-Qadr, welche vorzüglicher ist als 1.000 Monate. Siehe Tafsīr ibn Kathīr, 5/412. 

Daher sollte der Muslim diese Tage mit aufrichtiger Reue Allah gegenüber beginnen, er sollte allgemein viele rechtschaffene Taten verrichten und insbesondere auf folgende Taten achten: 

1.         Fasten 

Es ist Sunnah für den Muslim, die ersten neun Tage des Dhu-l-Hijjah zu fasten, da der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) uns zu rechtschaffenen Taten in den ersten zehn Tagen des Dhu-l-Hijjah aufforderte, und das Fasten ist eine der besten Taten, die Allah für Sich Selbst erwählt hat, wie es in einem Hadīth qudsi heißt: „Allah sagt: `Alle Taten des Sohnes Ādam sind für ihn, außer das Fasten, welches für Mich ist und Ich werde es belohnen.`“ (al-Bukhāri #1805). 

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) pflegte während der ersten neun Tage des Dhu-l-Hijjah zu fasten. Es wurde von Hunaydah ibn Khālid von seiner Frau berichtet, dass eine der Ehefrauen des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) pflegte während der ersten neun Tage des Dhu-l-Hijjah und am Tag von `Aschūra’ zu fasten und für drei Tage jeden Monat, den ersten Montag des Monats und an zwei Donnerstagen.“ (al-Nasā’i, 4/205; Abu Dawūd; von al-Albāni in Sahīh Abi Dawūd, 2/462, als sahīh klassifiziert). 

2.         Die verstärkte Rezitation von Tahmīd, Tahlīl und Takbīr 

Es ist während der ersten zehn Tage des Dhu-l-Hijjah Sunnah, Takbīr (das Sagen von Allāhu akbar – Allāh ist der Größte), Tahmīd (das Sagen von Alhamdulillah – Lob sei Allāh), Tahlīl (das Sagen von Lā ilāha illa Allāh – Es gibt keinen Gott außer Allāh) und Tasbīh (das Sagen von SubhānAllāh – Ehre sei Allāh) laut in den Moscheen und Häusern, auf den Straßen und an jedem Ort, an dem es erlaubt ist, Allahs zu gedenken, zu rezitieren und diese Handlung der Anbetung offen zu vollziehen und die Großartigkeit Allahs zu verkünden. Männer sollten laut rezitieren und Frauen leise. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): damit sie (allerlei) Nutzen für sich erfahren (d. h. die Belohnung für die Hajj im Jenseits und außerdem etwas weltlichen Lohn vom Handel) und den Namen Allahs an wohlbekannten Tagen über den aussprechen, womit Er sie an den Vierfüßlern unter dem Vieh versorgt hat (als Opfer). …“ (22:28).

Die Mehrheit ist der Meinung, dass die „wohlbekannten Tage“ die ersten zehn Tage des Dhu-l-Hijjah sind, denn dies wurde von ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet. 

Es wurde von `Abd-Allah ibn `Umar (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt keine Tage, die bei Allah besser angesehen werden oder in denen gute Taten mehr von Ihm geliebt werden, als diese zehn Tage. Daher rezitiert viel Tahlīl, Takbīr und Tahmīd in ihnen.“ (Ahmad, 7/224; der Isnād wurde von Ahmad Schākir als sahīh klassifiziert). 

Der Takbīr lautet wie folgt: „Allāhu akbar, Allāhu akbar, lā ilāha ill-Allāh, Allāhu akbar wa Lillāhi-l-Hamd“ (Allah ist der Größte, Allah ist der Größte, es gibt keinen Gott außer Allah, Allah ist der Größte und Allah gebührt das Lob) sowie weitere Versionen. 

Dieser Takbīr ist heutzutage eine vergessene Sunnah geworden, insbesondere zu Beginn dieser zehn Tage. Man bekommt ihn kaum zu hören, außer von einigen wenigen. Er sollte aber laut rezitiert werden, um so eine Sunnah zu beleben und die Achtlosen zu erinnern. Es ist belegt, dass ibn `Umar und Abu Hurayrah (möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein) während der ersten zehn Tage des Dhu-l-Hijjah auf den Marktplatz zu gehen und den Takbīr laut zu rezitieren pflegten und die Leute rezitierten ebenfalls den Takbīr, wenn sie sie hörten, d. h. die Leute erinnerten sich an den Takbīr und jeder rezitierte ihn für sich selbst. Es bedeutet nicht, dass sie ihn gemeinsam rezitierten, denn das ist in der Scharī`ah nicht empfohlen. 

Handlungen der Sunnah zu beleben, die vergessen wurden, bringt großen Lohn mit sich, wie durch die Worte des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) bewiesen wird: „Wer eine meiner Sunnah-Handlungen belebt, die ausgestorben ist, nachdem ich gegangen bin, wird die gleiche Belohnung erhalten wie jeder, der danach handelt, ohne dass von dessen Lohn auch nur das Geringste abgezogen wird.“ (al-Tirmidhi, 7/443; der Hadīth ist aufgrund unterstützender Berichte hasan). 

3.         Hajj und `Umrah 

Eine der besten Taten, die während dieser zehn Tage vollzogen werden können, ist die Hajj zum heiligen Haus Allahs. Wem auch immer Allah hilft, die Hajj zu Seinem Haus zu vollziehen und die Rituale auf die erforderliche Weise zu verrichten, der wird – inschaAllah – mit den Worten des Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gemeint sein: „Eine akzeptierte Hajj bringt keinen geringeren Lohn als das Paradies.“ 

4.         Udhiyah (Opfertier) 

Eine der rechtschaffenen Taten, die jemanden in diesen zehn Tagen näher zu Allah bringt, ist das Schlachten eines Opfertieres und nach einem guten, fetten Tier zu suchen und um Allahs willen Geld dafür auszugeben. 

Lasst uns nicht zögern, das Beste aus diesen großartigen Tagen zu machen, bevor der Nachlässige bedauert, was er tat, und bevor er darum bittet, zurückkehren zu dürfen, doch keine Antwort mehr erhält. 

Islam Q&A


Die Vorzüge der 10 Tage des Dhū-l-Hijjah

Die Vorzüge der 10 Tage des Dhū-l-Hijjah 

Frage (Nr. 1699): 

Wie unterscheiden sich die ersten zehn Tage des Monats Dhū-l-Hijjah von anderen Tagen des Jahres?  

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah, Der die Zeit erschuf und manchen Zeiten einen Vorzug gegenüber anderen gab, manche Monate, Tage und Nächte sind besser als andere, wenn die Belohnung vervielfacht wird, als eine Gnade für Seine Diener. Dies ermutigt sie, mehr rechtschaffene Taten zu vollbringen und es steigert ihren Eifer, Ihm zu dienen, so dass der Muslim seine Bemühungen, einen größeren Anteil an der Belohnung zu gewinnen, erneuert und sich selbst auf den Tod vorbereitet und sich für den Tag des Gerichts bereit hält. 

Diese Zeit der Anbetung bringt viele Vorteile mit sich, wie die Chance dazu, Fehler zu korrigieren, Defizite auszugleichen oder etwas anderes, was verpasst wurde. Jede dieser besonderen Gelegenheiten beinhaltet eine bestimmte Art der Anbetung, durch die der Diener sich Allah annähern kann, sowie bestimmte Arten des Segens, durch den Allah Seine Gunst und Gnade beschert, wem auch immer Er wünscht. Glücklich ist derjenige, der das Beste aus diesen speziellen Monaten, Tagen und Stunden macht und sich durch gottesdienstliche Handlungen seinem Herrn nähert. Er wird höchstwahrscheinlich durch den Segen Allahs berührt und Freude verspüren, wissend, dass er vor den Flammen des Höllenfeuers sicher ist. (ibn Rajab, al-Latā`if, Seite 8) 

Der Muslim muss den Wert seines Lebens erkennen, seinen Dienst Allah gegenüber steigern und im Verrichten guter Taten bis zum Zeitpunkt seines Todes fortfahren. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit zu dir kommt.“ (15:99). Die Mufassirūn (Kommentatoren) sagten: „`Die Gewissheit` bedeutet `Tod`.“  

Zu den besonderen Zeiten der Anbetung gehören die ersten zehn Tage des Dhū-l-Hijjah, die Allah vor allen anderen Tagen des Jahres bevorzugt hat. Ibn `Abbās (möge Allah mit ihm und seinem Vater zufrieden sein) berichtete, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt keine Tage, an denen rechtschaffene Taten von Allah mehr geliebt werden, als an diesen zehn Tagen.“ Die Leute fragten: „Nicht einmal der Jihād auf Allahs Weg?“ Er erwiderte: „Nicht einmal der Jihād auf Allahs Weg, außer im Falle eines Mannes, der auszieht, um zu kämpfen und der dafür sein Leben und sein Vermögen riskiert und er kommt mit nichts davon zurück.“ (Bukhāri #2/457).  

Ibn `Abbās (möge Allah mit ihm und seinem Vater zufrieden sein) berichtete außerdem, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt keine Tat, die bei Allah wertvoller ist oder für die es eine größere Belohnung gibt, als eine gute Tat, die während der zehn Tage des Opferns getan wird.“ Er wurde gefragt: „Nicht einmal der Jihād auf Allahs Weg?“ Er erwiderte: „Nicht einmal der Jihād auf Allahs Weg, außer im Falle eines Mannes, der auszieht, um zu kämpfen und der dafür sein Leben und sein Vermögen riskiert und er kommt mit nichts davon zurück.“ (al-Dārimi #1/357; der Isnād ist hasan, wie in al-Irwā` #3/398 bestätigt wurde). 

Diese Texte und auch andere besagen, dass die zehn Tage besser sind als ausnahmslos alle anderen Tage des Jahres, sogar als die letzten zehn Tage des Monats Ramadān. Doch die letzten zehn Nächte des Ramadān sind vorzüglicher, denn in ihnen liegt die Laylat al-Qadr (die Nacht der Bestimmung oder Macht), welche besser ist als 1.000 Monate. Daher sind die unterschiedlichen Bericht in Übereinstimmung miteinander. (Tafsīr ibn Kathīr #5/412). 

Du solltest wissen, mein Bruder im Islam, dass der Vorzug dieser zehn Tag auf vielen Dingen basiert: 

1.      Allah schwört bei ihnen und das Schwören eines Eides bei etwas ist ein Hinweis auf dessen Wichtigkeit und Vorzug. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Bei der Morgendämmerung und den zehn Nächten“ (89:1-2). Ibn `Abbās, ibn al-Zubayr, Mujāhid und andere der früheren und späteren Generationen sagten, dass sich dies auf die letzen zehn Tagen des Dhū-l-Hijjah bezieht. Ibn Kathīr sagte: „Dies ist die korrekte Ansicht.“ (Tafsīr ibn Kathīr #8/413). 

2.      Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) bezeugte, dass dieses die besten Tagen von allen sind, wie wir bereits in den oben genannten sahīh Ahādīth erwähnten. 

3.      Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ermutigte die Menschen, rechtschaffene Taten zu vollbringen, aufgrund des Vorzuges dieser Zeit für jeden auf der Welt und ebenfalls aufgrund des Vorzuges des Ortes, nämlich das geheiligte Haus Allahs für den Pilger (Hujjāj). 

4.      Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) befahl uns, möglichst viel Tasbīh (SubhanAllah), Tahmīd (Alhamdulillah) und Takbīr (Allahu akbar) während dieser Zeit zu sprechen. `Abdullah ibn `Umar (möge Allah mit ihm und seinem Vater zufrieden sein) berichtete, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt bei Allah keine großartigeren Tage, an denen rechtschaffene Taten von Ihm mehr geliebt werden, als diese zehn Tage. Daher rezitiert während dieser Zeit viel Tahlīl (Lā ilāha illa Allah), Takbīr und Tahmīd.“ (Ahmad #7/224; Ahmad Schākir bestätigte ihn als sahīh). 

5.      Diese zehn Tage beinhalten Yaum `Arafāh (den Tag von `Arafāh), an dem Allah Seine Religion vervollkommnet hat. Das Fasten an diesem Tag ist Buße für die Sünden von zwei Jahren. Sie beinhalten außerdem Yaum al-Nahar (den Tag des Opferns), den besten Tag des gesamten Jahres sowie der Hajj, an dem gottesdienstliche Handlungen miteinander kombiniert werden wie an keinem anderen Tag. 

6.      Diese Tage beinhalten die Tage des Opferns und der Hajj. 

Frage: Was muss der Muslim während diesen zehn Tagen vermeiden, wenn er ein Opfer darbringen möchte? 

Die Sunnah bestätigt, dass derjenige, der ein Opfer darbringen möchte, das Schneiden seines Haares und seiner Nägel sowie das Entfernen von irgendetwas seiner Haut unterlassen muss und zwar vom Beginn der zehn Tage an, bis er sein Opfertier geschlachtet hat, da der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wenn ihr den Neumond des Monats Dhū-l-Hijjah seht und einer von euch will ein Opfertier darbringen, dann soll er das Schneiden seines Haares und seiner Nägel unterlassen, bis er sein Opfer gebracht hat.“ Gemäß einer anderen Überlieferung sagte er: „Er sollte nicht irgendetwas von seinem Haar oder seiner Haut entfernen (wortwörtlich: berühren).“ (Muslim mit vier Isnād #13/146). 

Die Anweisung des Propheten macht die eine Angelegenheit obligatorisch und sein Verbot macht die andere Angelegenheit gemäß der richtigen Meinung harām, denn solche Anweisungen und Verbote sind vorbehaltlos und unvermeidbar. Wenn jemand jedoch eines dieser Dinge vorsätzlich tut, dann muss er Allahs Vergebung erbitten, doch es ist nicht erforderlich, ein (zusätzliches) Opfer als Sühne zu bringen; das Opfer ist akzeptabel. Wer Haare, Nägel etc. entfernen muss, da sie ihm schaden, wie z. B. bei einem abgebrochenen Nagel oder einer Wunde, die sich an einer Stelle befindet, an der Haare sind, dann sollte er dies tun und es ist nichts Falsches daran. Der Zustand des Ihrām ist so wichtig, dass es erlaubt ist, Haare zu schneiden, wenn sie ansonsten Schaden verursachen. Es ist nichts Falsches daran, wenn Männer oder Frauen ihre Köpfe während der ersten zehn Tage des Dhū-l-Hijjah waschen, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) verbot nur das Schneiden des Haares, nicht das Waschen. 

Die Weisheit hinter diesem Verbot des Haare Schneidens etc. für denjenigen, der ein Opfertier darbringen möchte, ist, dass er hinsichtlich einiger durchgeführter ritueller Aspekte demjenigen ähnelt, der sich im Ihrām befindet, und dass er sich durch das Opfer Allah annähern möchte. Daher lässt er sein Haar und seine Nägel bis zum Zeitpunkt des Opferns ungeschnitten, in der Hoffnung, dass Allah ihn in seiner Gesamtheit vor dem Feuer schützt. Und Allah weiß es am besten. 

Wenn jemand während der ersten zehn Tage von Dhū-l-Hijjah seine Haare oder Nägel geschnitten hat, weil er es nicht plante, ein Opfer darzubringen, sich aber später, während der zehn Tage, dazu entscheidet, dann muss er das Schneiden der Haare und Nägel ab dem Moment seiner Entscheidung unterlassen. 

Manche Frauen übertragen das Schlachten in ihrem Namen auf ihre Brüder oder Söhne und schneiden dann ihre Haare während dieser zehn Tage. Das ist nicht korrekt, denn die Regel trifft auf denjenigen zu, der ein Opfer bringt, unabhängig davon, ob er oder sie es an jemand anderen delegiert, um die tatsächliche Tat durchzuführen. Das Verbot betrifft nicht die Person, auf die die Handlung übertragen wird, sondern nur denjenigen, der das Opfer darbringt, wie in dem Hadīth bestätigt wird. Derjenige, der im Namen eines anderen schlachtet, aus welchem Grund auch immer, muss sich nicht an das Verbot halten. 

Das Verbot scheint nur auf denjenigen zuzutreffen, der ein Opfer bringt, nicht auf seine Ehefrau und Kinder, es sei denn, einer von ihnen opfert selbst, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) pflegte „im Namen der Familie von Muhammad“ zu opfern, doch es gibt keine Berichte darüber, dass er es ihnen verbot, ihre Haare oder Nägel zu irgendeiner Zeit zu schneiden. 

Wenn jemand ein Opfer plant und dann entscheidet, die Hajj zu vollziehen, so sollte er seine Haare und seine Nägel nicht schneiden, wenn er in den Zustand des Ihrām übergeht, denn es entspricht der Sunnah, die Haare und Nägel nur zu schneiden, wenn es nötig ist. Doch wenn er Tamattu` vollzieht (d. h. er macht die `Umrah, verlässt den Zustand des Ihrām und nimmt ihn für die Hajj erneut an), sollte er sein Haar zum Ende der `Umrah schneiden, denn dies ist ein Bestandteil des Rituals. 

Die oben als verboten beschriebenen Angelegenheiten für denjenigen, der ein Opfer darbringen möchte, sind in den Ahādīth beschrieben. Es ist der Person nicht verboten, Parfum zu benutzen, eheliche Beziehungen zu führen, genähte Kleidung zu tragen etc. 

Bezüglich der Arten des Gottesdienstes, die während der zehn Tage vollzogen werden sollten, muss der Mensch zunächst einmal verstehen, dass diese Tage ein großartiger Segen von Allah an Seinen Diener sind, welcher durch das Bemühen um Rechtschaffenheit angemessen geschätzt wird. Es ist die Pflicht des Muslims, für einen solchen Segen dankbar zu sein und das Beste aus dieser Chance zu machen, indem er diesen zehn Tagen seine volle Aufmerksamkeit widmet und sich hart um den Gottesdienst bemüht. Zu den Segnungen Allahs an Seine Diener gehört es, dass Er uns viele Möglichkeiten gegeben hat, gute Taten zu verrichten und Ihm zu dienen. Aus diesem Grund sollte der Muslim in seinem Gottesdienst beständig aktiv bleiben und ein gleichmäßiges Level einhalten. 

Zu den guten Taten, um die der Muslim sich in den ersten zehn Tagen des Dhū-l-Hijjah bemühen sollte, gehören die folgenden: 

1.      Fasten – es ist Sunnah, am 9. Dhū-l-Hijjah zu fasten, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ermahnte uns, während dieser Zeit gute Taten zu tun, und das Fasten ist eine der besten aller Taten. Allah hat das Fasten für Sich Selbst auserwählt, wie im folgenden Hadīth qudsi bestätigt wird: „Allah sagt: `Alle Taten des Sohn Adams sind für ihn, außer das Fasten, welches für Mich ist und Ich bin Derjenige, Der die Belohnung dafür gibt.“ (Bukhāri #1805). 

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) fastete gewöhnlich am 9. Dhū-l-Hijjah. Hunaydah ibn Khālid berichtete von seiner Frau, dass einige der Frauen des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagten: „Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) fastete am 9. Dhū-l-Hijjah, am Tag von `Āschūrā’, an drei Tagen eines jeden Monats und an den ersten beiden Montagen und Donnerstagen jedes Monats.“ (al-Nisā`i #4/205; Abu Dawud; von al-Albāni als sahīh in Sahīh Abi Dawud #2/462 klassifiziert). 

2.      Takbīr – es ist Sunnah, Takbīr (Allahu akbar), Tahmīd (Alhamdulillah), Tahlīl (Lā ilāha illa Allah) und Tasbīh (SubhanAllah) während der ersten zehn Tage des Dhū-l-Hijjah zu sagen. Man sollte es in der Moschee, zu Hause, auf der Straße und überall sonst, wo es erlaubt ist, Allahs zu gedenken, laut sagen, als Akt der Anbetung und als Verkündung der Größe Allahs, erhaben ist Er. 

Männer sollten es laut aussprechen und Frauen sollten es leise tun. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „damit sie (allerlei) Nutzen für sich erfahren (d. h. Belohnung für die Hajj im Jenseits und auch weltlicher Gewinn durch Handel etc.) und den Namen Allahs an wohlbekannten Tagen über den aussprechen, womit Er sie an den Vierfüßlern unter dem Vieh versorgt hat. …“ (22:28).

Die Mehrheit der Gelehrten stimmt darin überein, dass die „wohlbekannten Tage“ die ersten zehn Tag des Dhū-l-Hijjah sind, aufgrund der Worte von ibn `Abbās (möge Allah mit ihm und seinem Vater zufrieden sein): „Die „wohlbekannten Tage“ sind die ersten zehn Tage (des Dhū-l-Hijjah).“ 

Der Takbīr kann folgende Worte umfassen: „Allahu akbar, Allahu akbar, lā ilāha illa Allah, wa Allahu akbar wa Lillāhi-l-hamd“ (Allah ist größer, Allah ist größer, es gibt keinen Gott außer Allah, Allah ist größer und alles Lob gebührt Allah), wie auch andere Ausdrücke. 

Takbīr zu dieser Zeit ist ein Aspekt der Sunnah, der in Vergessenheit geraten ist, insbesondere während des ersten Zeitabschnitts so sehr, dass man fast nie Takbīr zu hören bekommt, außer von einigen wenigen Leuten. Der Takbīr sollte laut ausgesprochen werden, um die Sunnah wiederzubeleben und um die Nachlässigen zu erinnern. Es gibt sichere Beweise dafür, dass ibn `Umar und Abu Hurayrah (möge Allah mit ihnen zufrieden sein) gewöhnlich während der ersten zehn Tage des Dhū-l-Hijjah auf den Marktplatz gingen und den Takbīr rezitierten, so dass die Leute es ihnen gleichtaten, wenn sie sie hörten. Die Absicht dazu ist es, dass jeder Einzelne für sich den Takbīr spricht und nicht in der Gemeinschaft, denn dafür gibt es in der Scharī`ah keinen Beweis. 

Das Wiederbeleben von Aspekten der Sunnah, die nahezu vergessen wurden, ist eine Tat, die einen immensen Lohn mit sich bringt, wie es durch die Worte des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) bestätigt wird: „Wer einen Aspekt meiner Sunnah, der nach meinem Tod in Vergessenheit geriet, wiederbelebt, wird den gleichen Lohn bekommen wie die Leute, die ihm folgen, ohne dass ihre Belohnung sich dadurch verringert.“ (al-Tirmidhi #7/443; dieser Hadīth ist hasan aufgrund unterstützender Asānīd). 

3.      Hajj und `Umrah – eine der besten Taten, die jemand während der letzten zehn Tage vollziehen kann, ist die Hajj zum heiligen Haus Allahs. Derjenige, dem Allah dabei hilft, die Hajj zu Seinem Haus zu vollziehen, angemessen und mit allen dazu gehörenden Ritualen, ist mit den Worten des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gemeint: „Eine akzeptierte Hajj bringt keinen anderen Lohn als das Paradies.“ 

4.      Gute Taten im Allgemeinen, denn gute Taten werden von Allah geliebt und bringen großen Lohn von Ihm. Wer nicht in der Lage ist, zur Hajj zu gehen, sollte sich während dieser gesegneten Zeit mit der Anbetung Allahs beschäftigen, mit dem Gebet (Salāh), dem Lesen des Qur`āns, dem Gedenken an Allah, mit Bittgebeten (Du`ā), Spenden, dem Ehren der Eltern, dem Aufrechterhalten der Verwandtschaftsbande, zum Guten aufzurufen und das Schlechte zu verbieten sowie andere gute Taten und Handlungen der Anbetung. 

5.      Opfern – eine der guten Taten, die eine Person während dieser zehn Tage näher zu Allah bringen, ist das Opfern eines Tieres, wobei ein hochwertiges und gut genährtes Tier ausgesucht werden sollte, und das Spenden von Geld um Allahs Willen. 

6.      Aufrichtige Reue – eine der wichtigsten Angelegenheiten während dieser Zeit ist es, aufrichtig bei Allah zu bereuen und alle Arten des Ungehorsams und der Sünden aufzugeben. Reue bedeutet, zu Allah zurückzukehren und alle Taten, offene oder verborgene, die Er verabscheut, mit ehrlichem Bedauern über das Vergangene, sofort aufzugeben und fest entschlossen zu sein, nie wieder zu ihnen zurückzukehren und stattdessen bei der Wahrheit zu bleiben und an dem festzuhalten, was Allah liebt. 

Wenn ein Muslim eine Sünde begeht, muss er sich beeilen, zunächst einmal zu bereuen, ohne zu zögern, da er zum einen nicht weiß, wann er sterben wird, und zum anderen, weil eine schlechte Tat zur nächsten führt. 

Reue zu bestimmten Zeiten ist sehr wichtig, denn in den meisten Fällen, wenden sich die Gedanken der Menschen zu solchen Zeiten wieder dem Gottesdienst zu und sie sind bestrebt, Gutes zu tun, was dazu führt, dass sie ihre Sünden erkennen und das Vergangene bedauern. Reue ist zu allen Zeiten obligatorisch, doch wenn der Muslim aufrichtige Reue mit guten Taten während der vorzüglichsten Tage kombiniert, ist dies ein Zeichen des Erfolgs, inschaAllah. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Was aber jemanden angeht, der bereut und glaubt und rechtschaffen handelt, der wird vielleicht zu denjenigen gehören, denen es wohl ergeht.“ (28:67).

Der Muslim sollte sicherstellen, dass er nichts von dieser wichtigen Gelegenheit verpasst, denn die Zeit vergeht schnell. Er sollte sich selbst mit guten Taten vorbereiten, die ihm Belohnung bringen, wenn er sie am dringendsten benötigt. Denn egal, wie viel Belohnung er sich verdient, er wird sehen, dass es weniger ist, als er braucht. Die Zeit der Abreise steht bevor, die Reise ist Furcht einflößend, Täuschungen weit verbreitet und die Straße ist lang, doch Allah ist immer wachsam und zu Ihm werden wir zurückkehren und zur Rechenschaft gezogen. Wie es im Qur`ān heißt (ungefähre Bedeutung): „Wer nun im Gewicht eines Stäubchens Gutes tut, wird es sehen. Und wer im Gewicht eines Stäubchens Böses tut, wird es sehen.“ (99:7-8).

Es gibt viel zu gewinnen, macht daher das Beste aus einer solchen Gelegenheit, die euch durch diese unschätzbar wertvollen, unersetzlichen zehn Tage geboten wird. Beeilt euch mit dem Verrichten guter Werke, bevor der Tod eintrifft, bevor der Mensch seine Nachlässigkeit und seine Unfähigkeit zum Handeln bedauern muss, bevor er zu einem Platz beordert wird, an dem kein Gebet mehr beantwortet wird, bevor der Tod zwischen den Hoffenden und das, worauf er hofft, tritt, bevor er mit seinen Taten im Grab gefangen ist. 

Oh ihr, deren harte Herzen dunkel wie die Nacht sind, ist es nicht an der Zeit, dass eure Herzen sich mit Licht füllen und sich erweichen? Sucht die sanfte Brise der Gnade eures Herrn in diesen zehn Tagen, denn Allah wird sie jeden erreichen lassen, dem Er es gewährt, und wer davon berührt wird, der wird am Tag des Gerichts glücklich sein. Möge Allah unseren Propheten Muhammad und seine Familie und die Gefährten segnen. 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Das Erkennen der Laylat al-Qadr

Das Erkennen der Laylat al-Qadr 

Frage (Nr. 21905): 

Kann die Laylat al-Qadr gesehen, d. h. kann sie mit dem menschlichen Auge erkannt werden? Einige Leute sagen, dass man dann ein Licht am Himmel sieht und Ähnliches. Wie konnten der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) und die Sahābah (möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein) sie erkennen? Wie kann man wissen, dass man Laylat al-Qadr gesehen hat? Erhält man trotzdem die Belohnung dafür, auch wenn man sie nicht erkannt hat?  

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Laylat al-Qadr kann mit dem Auge, von demjenigen gesehen werden, den Allah dazu befähigt. Damit ist das Sehen anhand von Zeichen gemeint. Die Sahābah (möge Allah mit ihnen zufrieden sein) pflegten sie an ihren Zeichen zu erkennen. Doch sie nicht zu sehen bedeutet nicht, dass man nicht die Belohnung dafür erhält, wenn man diese Nacht aus reiner Gläubigkeit heraus und in der Hoffnung auf Belohnung im Gebet verbringt. Der Muslim sollte sich bemühen, sie in den letzten zehn Nächten des Ramadān zu suchen, wie es vom Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) angeordnet wurde, auf die Belohnung hoffend. Geschieht es so, dass jemand diese Nacht gläubig im Gebet und nach Belohnung strebend verbringt, dann wird er die Belohnung erhalten, selbst wenn er nicht weiß, dass es Laylat al-Qadr war. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer auch immer die Laylat al-Qadr aus Gläubigkeit heraus und nach Belohnung strebend im Gebet verbringt, dessen vorherige Sünden werden vergeben.“ Gemäß einem anderen Bericht heißt es: „Wer auch immer die Nacht im Gebet verbringt, nach Laylat al-Qadr suchend und sie dann auch erreicht, dessen vorherige und zukünftige Sünden werden vergeben.“ 

Und ein sicherer Bericht des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) zeigt, dass das Zeichen der Laylat al-Qadr ist, dass die Sonne am folgenden Morgen ohne sichtliche Strahlen aufgeht. Ubayy ibn Ka`b pflegte zu schwören, dass es die Nacht des 27. war, dieses Zeichen als Beweis anführend. Die korrektere Meinung lautet, dass sie durch die letzten zehn Nächte wandert, doch es ist am wahrscheinlichsten, dass es eine der Nächte mit ungeradem Datum ist, und die Nacht des 27. ist am wahrscheinlichsten unter den ungeraden Nächten. Wer sich während der ganzen zehn Nächte um Gottesdienst bemüht, um Gebet, Qur’ān Lesen, Du`ā und weitere Arten der guten Taten, wird zweifellos die Laylat al-Qadr erreichen und das erlangen, was Allah denjenigen versprochen hat, die dies aus ihrem Glauben heraus und im Streben nach Belohnung tun. 

Und Allah ist die Quelle der Stärke. Möge Allah unseren Propheten Muhammad und seine Familie und die Gefährten segnen. 

Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid