Islam Fragen & Antworten

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Die Zehn Gebote

Die Zehn Gebote

 

Frage (Nr. 2273):

 

Ich möchte gern wissen, ob es im Qur’ān etwas gibt, das den Zehn Geboten im Alten Testament ähnelt, insbesondere der Anweisung, nicht töten zu dürfen.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Wir danken dir für deine Frage, welche dein Interesse am Qur’ān zeigt. Wir freuen uns, dir antworten zu dürfen.

 

Es gibt im Qur’ān bestimmte Āyāt (Verse), die von einigen Gelehrten die Verse der Zehn Gebote genannt werden, weil sie zehn wichtige Befehle Allāhs an die Menschheit enthalten. Diese Āyāt sind in zwei Abschnitten des Qur’āns zu finden.

 

Der erste ist in Sūrah al-An`ām, wo Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Sag: Kommt her! Ich will euch verlesen, was euer Herr euch verboten hat: Ihr sollt Ihm nichts beigesellen, und zu den Eltern gütig sein; und tötet nicht eure Kinder aus Armut – Wir versorgen euch und auch sie; und nähert euch nicht den Abscheulichkeiten (al-Fawāhisch – beschämenden Sünden, unerlaubtem Geschlechtsverkehr etc.), was von ihnen offen und was verborgen ist; und tötet nicht die Seele, die Allāh verboten hat (zu töten), außer aus einem rechtmäßigen Grund (entsprechend dem islamischen Gesetz)! Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr begreifen möget. Und nähert euch nicht dem Besitz des Waisenkindes, außer auf die beste Art, bis es seine Vollreife erlangt hat. Und gebt volles Maß und Gewicht in Gerechtigkeit. Wir erlegen keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag. Und wenn ihr euer Wort gebt (d. h. zwischen zwei Leuten richtet oder eine Zeugenaussage tätigt), dann seid gerecht, auch wenn es um einen Verwandten geht. Und haltet euren Bund gegenüber Allāh. Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr (es) bedenken möget! Und (Er hat euch anbefohlen:) Dies ist Mein Weg, ein gerader. So folgt ihm! Und folgt nicht den (anderen) Wegen, damit sie euch nicht von Seinem Weg auseinanderführen! Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget!“ (6:151-153).

 

Der zweite Abschnitt ist in Sūrah al-Isrā’ zu finden und kann als Kommentar zum oben genannten Abschnitt betrachtet werden. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Und dein Herr hat bestimmt, dass ihr nur Ihm dienen und zu den Eltern gütig sein sollt. Wenn nun einer von ihnen oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sag nicht zu ihnen: „Pfui!“ und fahre sie nicht an, sondern sag zu ihnen ehrerbietige Worte. Und senke für sie aus Barmherzigkeit den Flügel der Demut und sag: „Mein Herr, erbarme Dich ihrer, wie sie mich aufgezogen haben, als ich klein war.“ Euer Herr weiß sehr wohl, was in eurem Innersten ist. Wenn ihr rechtschaffen seid, so ist Er gewiss für die sich (zu Ihm) stets Bekehrenden allvergebend. Und gib dem Verwandten sein Recht, ebenso dem Armen und dem Sohn des Weges. Und handle nicht ganz verschwenderisch. Gewiss, die Verschwender sind die Brüder der Satane; und der Satan ist gegenüber seinem Herrn sehr undankbar. Doch wenn du dich nun von ihnen (dem Verwandten, dem Armen, dem Reisenden etc., dem du auf Unseren Befehl hin sein Recht geben musst, doch du hast zu der Zeit kein Geld, wenn er dich bittet) abwendest – im Trachten nach einer Barmherzigkeit von deinem Herrn, die du dir erhoffst -, so sag zu ihnen milde Worte (nämlich dass du geben wirst, sobald Allāh dir die Mittel dazu verschafft). Und lasse deine Hand nicht an deinem Hals gefesselt sein (wie bei einem Geizhals), strecke sie aber auch nicht vollständig aus (wie ein Verschwender), sonst würdest du getadelt und (aller Mittel) entblößt dasitzen. Gewiss, dein Herr gewährt die Versorgung großzügig, wem Er will, und bemisst auch. Gewiss, Er kennt und sieht Seine Diener wohl. Und tötet nicht eure Kinder aus Furcht vor Verarmung; Wir versorgen sie und auch euch. Gewiss, sie zu töten ist ein großes Vergehen. Und nähert euch nicht der Unzucht. Gewiss, sie ist etwas Abscheuliches – und wie böse ist der Weg (der in die Hölle führt, außer Allāh verzeiht). Und tötet nicht die Seele, die Allāh verboten hat (zu töten), außer aus einem rechtmäßigen Grund. Wer ungerechterweise getötet wird (absichtlich aus Feindseligkeit und Aggression, nicht versehentlich), dessen nächstem Verwandten haben Wir Ermächtigung erteilt (, Recht einzufordern); doch soll er nicht maßlos im Töten sein (er kann Qisās verlangen – was aber nur auf den Mörder anzuwenden ist – oder vergeben oder die Diya – das Blutgeld – annehmen), denn ihm wird gewiss geholfen (durch das islamische Gesetz). Und nähert euch nicht dem Besitz des Waisenkindes, außer auf die beste Art, bis es seine Vollreife erlangt hat. Und erfüllt die (eingegangene) Verpflichtung. Gewiss, nach der (Erfüllung der) Verpflichtung wird gefragt werden. Und gebt volles Maß, wenn ihr messt, und wägt mit der richtigen Waage; das ist besser und eher ein guter Ausgang. Und verfolge nicht das (d. h. sage nicht, bezeuge nicht etc.), wovon du kein Wissen hast. Gewiss, Gehör, Augenlicht und Herz, – all diese -, danach wird gefragt werden. Und gehe nicht übermütig auf der Erde einher. Du wirst ja die Erde nicht aufreißen noch die Berge an Höhe erreichen (können). Das schlechte (Verhalten) in alledem ist bei deinem Herrn verabscheut. Das ist etwas von dem, was dir (oh Muhammad) dein Herr an Weisheit (als Offenbarung) eingegeben hat. Und setze neben Allāh keinen anderen Gott, sonst wirst du in die Hölle geworfen, getadelt und verstoßen (aus Allāhs Barmherzigkeit).“ (17:23-29).

 

Vielleicht bekommst du durch das Lesen dieser schönen Verse eine bessere Vorstellung vom Qur’ān als vorher und es könnte der Beginn einer grundlegenden Änderung in deinem Leben sein, der Start hin zum Islam. Möge Allāh dich rechtleiten und dich unterstützen. Friede sei mit dem, der der wahren Rechtleitung folgt.

 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid

Gibt es gemäß der Sunnah irgendein Du`ā’ für denjenigen, der den Qur’ān vollständig gelesen hat?

Gibt es gemäß der Sunnah irgendein Du`ā’ für denjenigen, der den Qur’ān vollständig gelesen hat? 

Frage (Nr. 65581): 

Gibt es gemäß der Sunnah irgendein Du`ā’ für denjenigen, der den Qur’ān vervollständigt hat? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Es gibt gemäß der Sunnah kein spezielles Du`ā’ für denjenigen, der den Qur’ān vervollständigt hat, und auch nicht von den Gefährten des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) oder den bekannten Imāmen. Eines der bekanntesten Du`ā’ in dieser Angelegenheit ist das, welches am Ende vieler Mushaf angeführt und das Scheikh al-Islam ibn Taymiyah (möge Allāh ihm barmherzig sein) zugerechnet wird. Doch es gibt keine Basis dafür, es ihm zuzurechnen. Siehe Fatāwa al-Scheikh ibn `Uthaymīn, 14/226. 

Das Du`ā’ nach der Vervollständigung des Qur’āns wird entweder nach der Vervollständigung während des Gebets rezitiert oder außerhalb des Gebets. Es gibt keine Basis für die Rezitation irgendeines Du`ā’ nach der Vervollständigung während des Gebets. Was die Rezitation eines Du`ā’ nach der Vervollständigung außerhalb des Gebets anbelangt, so wurde berichtet, dass Anas (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) das tat. 

Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) wurde gefragt: „Wie lautet das Urteil über das Verrichten eines Du`ā’ nach der Vervollständigung des Qur’ān in den Nachtgebeten des Ramadān?“ 

Er antwortete: „Ich kenne kein Du`ā’ zur Vervollständigung des Qur’āns in den Nachtgebeten des Ramadān, weder vom Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) noch von seinen Gefährten. Das Äußerste, was darüber berichtet wurde, ist, dass Anas ibn Mālik (möge Allāh mit ihm zufrieden sein), als er die Lesung des Qur’āns vervollständigt hatte, seine Familie versammelte und Du`ā’ machte. Dies hing zusammen mit dem Lesen außerhalb des Gebets.“ (Fatāwa Arkān al-Islam, S. 354). 

Scheikh Bakr Abu Zayd schrieb einen nützlichen Aufsatz zu diesem Thema, an dessen Ende er sagte: „Aus den Zitaten der zwei vorherigen Abschnitte können wir folgende Schlussfolgerung ziehen: 

1.         Du`ā’ zur Vervollständigung des Qur’āns im Allgemeinen – die Schlussfolgerung dazu lautet wie folgt:  

Erstens: Was wir oben genannt haben, hat mit dem Du`ā’ zur Vervollständigung des Qur’āns im Allgemeinen zu tun. Es gibt keinen Beweis, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) es tat, sondern die Überlieferungen sind entweder maudū` (erfunden) oder da`īf (schwach) ohne unterstützende Berichte. Es ist ziemlich sicher, dass es keinen marfū` Bericht zu dieser Angelegenheit gibt, auf den man sich verlassen kann. Denn die Gelehrten, welche ausführlich über die Wissenschaften des Qur’āns schrieben und über die Dhikr, die in Verbindung mit dem Qur’ān rezitiert werden sollten, wie z. B. al-Nawawi, ibn Kathīr, al-Qurtubi und al-Suyūti, erwähnten nichts anderes als das, was wir oben nannten. Wenn sie Überlieferungen mit stärkeren Isnād gekannt hätten, dann hätten sie sie angeführt. 

Zweitens: Es gibt einen sahīh Bericht, dass Anas ibn Mālik (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) Du`ā’ verrichtete, als er den Qur’ān vervollständigt hatte, und er versammelte seine Familie und Kinder dafür und eine Anzahl an Tābi`īn folgte ihm darin, wie in dem Bericht von Mujāhid ibn Jabr (möge Allāh ihnen allen barmherzig sein) erwähnt wurde. 

Drittens: Es gibt keine Erwähnung in den Texten von Imām Abu Hanīfah und Imām al-Schāfi`i (möge Allāh ihnen barmherzig sein) darüber, dass es im Islam empfohlen sein sollte. 

Von Imām Mālik (möge Allāh ihm barmherzig sein) wurde berichtet, dass es nichts ist, was die Leute taten, und dass die Vervollständigung des Qur’āns in den Nachtgebeten des Ramadān keine Sunnah ist. 

Viertens: Die Ansicht, dass es mustahabb ist, Du`ā’ nach der Vervollständigung des Qur’āns zu verrichten, wurde von Imām Ahmad (möge Allāh ihm barmherzig sein) berichtet, wie unsere Hanbali Gelehrten von ihm sagten und wie es von einigen der späteren Gelehrten der anderen drei Madhhab bestätigt wurde. 

2.         Das Du`ā’ infolge der Vervollständigung des Qur’āns im Gebet – dies kann wie folgt zusammengefasst werden: 

Erstens: Dem oben Stehenden kann entnommen werden, dass es keinen einzigen Buchstaben vom Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) oder einem seiner Gefährten gibt (möge Allāh mit ihnen zufrieden sein), um zu beweisen, dass es islamisch empfohlen ist, dieses Du`ā’ im Gebet nach der Vervollständigung des Qur’āns zu rezitieren, vor oder nach der Verbeugung, sei es durch den Imām oder durch denjenigen, der alleine betet. 

Zweitens: Das Äußerste, was wir zu dieser Angelegenheit finden können, ist das, was von den Gelehrten unseres Madhhab aus dem Bericht von Imām Ahmad (möge Allāh ihm barmherzig sein) angeführt wurde, gemäß dem Bericht von Hanbal, al-Fadl und al-Harbi, von dem wir den Isnād nicht finden können, über das Sagen des Du`ā’ zur Vervollständigung des Qur’āns im Tarāwīh-Gebet vor der Verbeugung. 

Gemäß einem anderen von ihm überlieferten Bericht – dessen Quelle nicht bekannt ist – erlaubte er es im Du`ā des Witr. 

Siehe Marwiyāt Du`ā’ Khatm al-Qur’ān. Siehe auch in der Antwort zu Frage #12949.  

Und Allāh weiß es am besten. 

Islam Q&A


Das Betreten des Badezimmers mit einer Halskette, an der Āyāt aus dem Qur’ān sind

Das Betreten des Badezimmers mit einer Halskette, an der Āyāt aus dem Qur’ān sind 

Frage (Nr. 2255): 

Darf meine Ehefrau das Badezimmer betreten mit einer Halskette, an der Worte aus dem Qur’ān sind? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Es ist nicht erlaubt, das Badezimmer zu betreten mit irgendetwas, an dem sich Āyāt aus dem Qur’ān befinden, denn dies führt zu einer Respektlosigkeit den Worten Allahs gegenüber, gepriesen ist Er und erhaben. Daher sollte deine Frau diese Halskette entfernen, bevor sie das Badezimmer betritt. Unser Ratschlag lautet, dass Frauen überhaupt keinen Schmuck tragen sollten, an dem sich Āyāt oder Du`ā’ befinden, denn es gibt eine ganze Anzahl an Einschränkungen bei dieser Praxis, von denen das Betreten des Badezimmers mit solchem Schmuck nur eine ist. 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Die Entscheidung bezüglich des Aufhängens von Qur´ānversen

Die Entscheidung bezüglich des Aufhängens von Qur´ānversen

Frage (Nr. 254): 

In den Häusern vieler Muslime sieht man Verse des Qur´ān an der Wand hängen oder Bilder mit den Namen Allahs und Muhammads (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm), von denen sie glauben, dass sie sie und ihr Haus beschützen könnten. Ist dies eine Form von Schirk oder Übertreibung? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Das Aufhängen von Tafeln und Tüchern mit Āyāt des Qur´āns in Häusern, Schulen, Clubs und Geschäften ruft aus Sicht der islamischen Religion eine Anzahl von Bedenken hervor, wie z. B. die folgenden: 

1.         In den meisten Fällen werden solche Dinge zum Zwecke der Dekoration und Verzierung an die Wand gehängt, die Āyāt (oder Ähnliches) werden in Form von Kalligraphien und als farbige Schriften geschrieben. Dies ist ein unangemessener Gebrauch des Qur´āns, der offenbart wurde um die Menschen zu leiten und um regelmäßig gelesen zu werden. Der Qur´ān wurde nicht offenbart um Wände zu zieren, sondern um die Menschheit rechtzuleiten. 

2.         Einige Leute hängen solche Dinge auf um dadurch Segen zu bekommen, was eine Form von Bid´ah ist. Der Segen, wie er im Islam beschrieben wird, kommt durch das Lesen oder die Rezitation des Qur´āns, nicht vom Aufhängen oder Platzieren auf einem Schrank oder dadurch, dass er in Kunstwerke und dreidimensionale Bilder verwandelt wird.

3.         Es ist gegensätzlich zur Handlungsweise des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) und der rechtgeleiteten Kalīfen (al-Khulafā´ al-Rāschidūn), möge Allah mit ihnen zufrieden sein, die niemals so etwas getan haben. Der beste Weg ihnen zu folgen ist, keine Bid´ah einzuführen. Die Geschichte lehrt uns, dass an Orten wie Andalusien, Türkei etc. die Ausschmückung von Häusern und Moscheen mit kunstvollen Handarbeiten von Āyāt nur zu Zeiten geschah, als die Muslime schwach und unterdrückt waren. 

4.         Das Aufhängen solcher Bilder oder Tafeln könnte zum Schirk führen, denn einige Leute glauben, dass diese Gegenstände wie Amulette sind, die das Haus und seine Bewohner vor Bösem und Leiden schützen. Dies ist Schirk und somit harām, denn der Eine, Der tatsächlich Schutz bietet, ist Allah, gepriesen sei Er, und eines der Mittel, um Seinen Schutz zu erhalten, ist die aufrichtige Rezitation des Qur´āns und der Du´ā, die durch Qur´ān und Sunnah gelehrt werden. 

5.         Es besteht das Risiko, dass der Qur´ān dazu benutzt werden könnte, um ein Geschäft zu begünstigen oder um den Profit zu steigern. Der Qur´ān sollte vor solchem Missbrauch geschützt werden. Es ist wohl bekannt, dass die Herstellung und der Verkauf solcher Bilder und Tafeln Extravaganz und Verschwendung von Geld darstellen. 

6.         Viele dieser Tafeln werden mit echtem Gold hergestellt, wodurch ihr Gebrauch und das Aufhängen von ihnen umso mehr harām ist. 

7.         Viele dieser Tafeln beinhalten eine Art von Sorglosigkeit, denn ihre Buchstaben sind zu komplizierten Anordnungen verwoben, die keinen Nutzen haben, da sie kaum lesbar sind. Manchmal bilden die Worte die Umrisse eines Vogels oder eines sich niederwerfenden Mannes und ähnliche verbotene Abbilder von lebenden Geschöpfen.

8.         Āyāt und Sūren des Qur´āns werden dadurch dem Missbrauch und der Zweckentfremdung preisgegeben. Bei einem Umzug beispielsweise werden sie zusammen mit den anderen Möbelstücken und Habseligkeiten eingepackt und andere Gegenstände werden auf sie gestapelt. Dies kann auch geschehen, wenn sie bei Streich- oder Reinigungsarbeiten von der Wand genommen werden. 

9.         Einige Muslime, deren Befolgung des Islams mangelhaft ist, stellen solche Tafeln und Bilder auf und glauben etwas Religiöses zu tun, sodass ihr schlechtes Gewissen nachlässt – obwohl ihnen diese Handlung in keiner Weise helfen kann.  Alles in Allem müssen die Tore zum Schlechten geschlossen werden und den Führern aus den Anfangszeiten des Islams, denen der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) bestätigte, dass sie die besten aller Muslime im Glauben und beim Praktizieren waren, muss gefolgt werden. Falls jemand sagen sollte: „Wir werden es nicht missbrauchen oder als Dekoration benutzen oder damit übertreiben, wir wollen bei unseren Zusammenkünften nur die Menschen an ihre Religion erinnern.“, dann ist unsere Antwort: „Wenn wir uns das reale Leben anschauen, ist es das, was tatsächlich geschieht? Erinnern die Menschen sich tatsächlich an Allah? Lesen sie die Āyāt, wenn sie darauf schauen?“ 

Was geschieht, ist das Gegenteil: Die Menschen handeln entgegen dem, was über ihren Köpfen hängt, sie lügen weiterhin, beschäftigen sich mit Klatsch und Tratsch, machen sich über andere lustig und sagen schlechte Dinge. Sogar wenn wir annehmen, dass einige von diesen Tafeln etc. profitieren, so ist es doch eine Tatsache, dass es nur sehr wenige sind, und dies ändert nicht die islamische Regel (Hukm) darüber. 

Die Muslime müssen sich dem Buch Allahs zuwenden, es lesen und rezitieren und dementsprechend handeln.  

Wir bitten Allah darum, den Qur´ān zu einem Licht der Rechtleitung für uns zu machen und zu einem Mittel, um unseren Kummer und unsere Sorge von uns zu nehmen. Möge Allah unseren Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) segnen. 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid