Islam Fragen & Antworten

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Niemand kennt das Verborgene im absoluten Sinne außer Allāh

Niemand kennt das Verborgene im absoluten Sinne außer Allāh

Frage (Nr. 101968):

Ich möchte gern wissen, was der Qur’ān über das Wissen Allāhs über das Verborgene sagt. Ich habe in einem Hadīth gelesen, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) uns darüber informierte, dass die Jinn dem Wahrsager einen Teil der Wahrheit mitteilen, welchen dieser mit 100 Lügen vermischt und uns dann auftischt. In einem anderen Hadīth informiert uns der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) darüber, dass die Astrologie nur auf Lügen basiert und dass die Sonne und der Mond nichts als Zeichen Allāhs sind.

Wie können die Jinn die Zukunft voraussagen, wenn nur Allāh diese kennt?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allāh.

Das Wissen über das Verborgene ist etwas, das Allāh bei Sich Selbst behalten hat, wie in den Texten von Qur’ān und Sunnah belegt wird. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):

„Sag: Über das Verborgene weiß nicht Bescheid wer in den Himmeln und auf der Erde ist, außer Allāh; und sie merken nicht, wann sie auferweckt werden.“ (27:65)

„Er verfügt über die Schlüssel des Verborgenen; niemand kennt sie außer Ihm. Und Er weiß, was auf dem Festland und im Meer ist. Kein Blatt fällt, ohne dass Er es weiß; und (es gibt) kein Korn in den Finsternissen der Erde und nichts Feuchtes und nichts Trockenes, das nicht in einem deutlichen Buch (verzeichnet) wäre.“ (6:59).

Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) erklärte diese Schlüssel so, dass sie sich auf fünf Dinge beziehen, die in der Sūrah Luqmān erwähnt werden, wo Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Gewiss, Allāh (allein) besitzt das Wissen über die Stunde, lässt den Regen herabkommen und weiß, was im Mutterleib ist. Niemand weiß, was er morgen erwerben wird, und niemand weiß, in welchem Land er sterben wird. Gewiss, Allāh ist allwissend und allkundig.“ (31:34).

Al-Bukhāri berichtete in seinem Sahīh (Hadīth #4477), dass `Ā’ischah (möge Allāh mit ihr zufrieden sein) sagte: „Wer dir sagt, dass er weiß, was morgen geschehen wird, der lügt.“ Dann rezitierte sie: „Niemand weiß, was er morgen erwerben wird.“

Doch es ist in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, was das Verborgene ist, dessen Kenntnis Allāh bei Sich Selbst verborgen hat. Denn al-Ghayb (das Verborgene) bezeichnet das, was nicht gesehen wird und was entweder von keinem Geschöpf gesehen werden kann – weder von denen in den Himmeln noch von denen auf der Erde – sodass diese Art des Verborgenen niemandem außer Allāh bekannt ist, oder das, was al-Ghayb al-mutlaq genannt wird (das Verborgene im absoluten Sinne), oder dieses Angelegenheit kann einigen Leuten verborgen bleiben und anderen bekannt sein. Somit wird es verborgen genannt für denjenigen, der kein Wissen darüber besitzt, doch es ist nicht verborgen oder unbekannt für alle Menschen und die Kenntnis darüber ist nicht nur bei Allāh. Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in Scharh al-`Aqīdah al-Wāsitiyyah (S. 158): „Mit dem Verborgenen ist das gemeint, was nicht gesehen wird. Das Verborgene aber ist relativ. Was aber im absoluten Sinne verborgen bleibt (al-Ghayb al-mutlaq) ist nur Allāh bekannt.“

Was Wahrsager über Dinge sagen, die in der Zukunft geschehen werden, hat nichts zu tun mit dem Verborgenen oder mit Wissen über das Verborgene und es ist keine Kenntnis über das, was in der Zukunft passieren wird. Vielmehr sind sie Lügner und erheben falsche Behauptungen. Doch der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) hat uns darüber informiert, dass sie Wissen stehlen, welches Allāh Seinen Engeln offenbart hat. Es wurde berichtet, dass `Ā’ischah (möge Allāh mit ihr zufrieden sein) sagte: „Einige Leute befragten den Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) über Wahrsager und er sagte: `Sie sind nichts.` Sie sagten: `Oh Gesandter Allāhs, sie sagen etwas und es trifft ein.` Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) erwiderte: `Das ist ein wahres Wort, welches der Jinn einfängt und in das Ohr seines Gefährten schnattert, wie ein Huhn vor sich hin schnattert, und sie vermischen damit mehr als 100 Lügen.`“ (al-Bukhāri #7561)

Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) erklärte auch, wie der Jinn solch ein Wort stiehlt. Er sagte: „… wenn euer Herr, gesegnet ist Sein Name und erhaben, eine Angelegenheit bestimmt, verherrlichen die Träger des Thrones Ihn, dann verherrlichen die Bewohner des Himmels, die ihnen am nahsten stehen, Ihn, bis der Tasbīh die Bewohner des niedrigsten Himmels erreicht. Dann fragen jene, die den Trägern des Thrones am nahsten stehen: `Was hat euer Herr gesagt?`, und sie berichten ihnen davon. Die Bewohner der Himmel fragen einander nach den Neuigkeiten, bis diese den untersten Himmel erreichen. Die lauschenden Jinn schnappen sich, was sie können und übermitteln es an ihre Gefährten. Was sie gehört haben, ist wahr, aber sie fügen Lügen hinzu.“ (Muslim #2229)

Somit ist klar, dass die Jinn kein Wissen über das Verborgene besitzen, sondern sie stehlen Aussagen der Engel, die aber selber kein Wissen besitzen außer dem, was Allāh ihnen mitteilt. Nachdem es ihnen mitgeteilt wurde, zählt es nicht mehr zum Verborgenen im eigentlichen Sinne und abgesehen davon sind sie wie jedes andere Geschöpf und wissen nichts vom Verborgenen. Es hängt einzig von der Information ab, die Allāh ihnen überlässt. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „(Er,) der Kenner des Verborgenen – Er enthüllt niemandem das, was bei Ihm verborgen ist“ (72:26).

Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Der edelste der Gesandten unter den Engeln, Jibrīl, forderte den edelsten der menschlichen Gesandten, Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) auf: `Erzähle mir von der Stunde.` Dieser antwortete: `Darüber weiß der Befragte ebenso wenig wie der Fragende`, womit er meinte, dass er kein Wissen darüber besaß.“ (Scharh al-`Aqīdah al-Wāsitiyyah, S. 158)

Und Allāh weiß es am besten.

Islam Q&A

Wie öffnete Allāh die Brust Seines edlen Gesandten Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm)?

   

Wie öffnete Allāh die Brust Seines edlen Gesandten Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm)?

 

Frage (Nr. 89869): 

 

Wie öffnete Allāh, der Erhabene, die Brust des Gesandten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm), wie Er, der Erhabene, sagt: „Haben Wir dir nicht die Brust geweitet?“

 

Ist es wahr, dass es durch Jibrīls Hand während der Lebenszeit des Gesandten geschah?

 

Antwort: 

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Allāh, erhaben ist Er und gepriesen, ehrte Seine Propheten und Gesandten mit immensen Segnungen, von denen die erste und wichtigste, die höchste im Rang, die des Prophetentums ist, da Er sie somit erwählte, Ihm nah zu sein, und ihnen Seine Gnade gewährte.

 

Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):

 

… doch Allāh erwählt von Seinen Gesandten, wen Er will. …“ (3:179)

 

und (auch manche) von ihren (Vor-) Vätern, ihren Nachkommen und ihren Brüdern; Wir haben sie erwählt und zu einem geraden Weg geleitet.“ (6:87).

 

Allāh, erhaben ist Er und gepriesen, erwählte Seinen Propheten und engen Freund Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) für weitere Ehrungen und gewährte ihm einen hohen Rang, wie Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): Und wenn nicht Allāhs Huld gegen dich (oh Muhammad) und Sein Erbarmen gewesen wären, hätte ein Teil von ihnen wahrlich vorgehabt, dich in die Irre zu führen. Aber sie führen nur sich selbst in die Irre und fügen dir keinerlei Schaden zu. Allāh hat auf dich das Buch (den Qur’ān) und die Weisheit (al-Hikmah – islamische Gesetze, Wissen über die erlaubten und verbotenen Dinge, d. h. die Sunnah des Propheten) herabgesandt und dich gelehrt, was du (vorher) nicht wusstest. Und Allāhs Huld gegen dich (oh Muhammad) ist groß.“ (4:113).

 

Teil dieser Gnade ist die Öffnung der Brust des edlen Gesandten Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) und Allāh erwähnt diesen gewaltigen Segen in einer Sūrah des Qur’āns, die bis zum Tag der Auferstehung rezitiert werden wird. Es ist die Sūrah al-Scharh.

 

Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): Haben Wir dir nicht deine Brust aufgetan“ (94:1).

 

Das Öffnen der Brust des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) weist auf eine Anzahl wichtiger Dinge hin:

 

1.         Allāh öffnete sein Herz für den Islam als Religion und Gesetz, was die gewaltigste Sache ist, für die ein Herz geöffnet werden kann. Dies ist die Interpretation von ibn `Abbās, wie sie von al-Bukhāri in einem mu`allaq Bericht in seinem Sahīh verzeichnet wurde (Kitāb al-Tafsīr, Bāb Sūrat al-Scharh, S. 982)

2.                  Allāh öffnete die Brust Seines Propheten Muhammad (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm), um es (sein Herz) mit Weisheit, Wissen und Glauben zu füllen, wie es von al-Hasan al-Basri interpretiert wurde. Die Gelehrten erwähnten in ihren Kommentaren diesen Vorfall des Öffnens der Brust des Propheten, was zweimal während seines Lebens geschah.

 

Das erste Mal war, als er klein war und bei Banu Sa`d lebte.

 

Es wurde von Anas ibn Mālik (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass Jibrīl zum Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) kam, als dieser mit anderen Jungen spielte. Er nahm ihn und warf ihn zu Boden. Dann öffnete er seine Brust und nahm das Herz heraus, von dem er einen Blutklumpen entfernte, und sagte: „Dies war Schaytāns Anteil an dir.“ Danach wusch er es in einem goldenen Gefäß, welches mit Zamzam-Wasser gefüllt war. Anschließend fügte er es zusammen und setzte alles wieder an seinen Platz zurück. Die Jungen rannten zu seiner Mutter – d. h. seiner Amme – und riefen: „Muhammad wurde getötet!“ Sie gingen zu ihm und seine Farbe hatte sich geändert. Anas sagte: „Ich sah das Mal dieses Stiches auf seiner Brust.“ (Muslim #162)

 

Das zweite Mal war in der Nacht von Isrā’.

 

Abu Dharr pflegte zu erzählen, dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Das Dach meines Hauses wurde geöffnet, als ich in Makkah war, und Jibrīl (Friede sei mit ihm) kam herab und öffnete meine Brust, die er dann mit Zamzam-Wasser wusch. Danach brachte er ein goldenes Becken, gefüllt mit Weisheit und Glauben, und entleerte es in meine Brust. Anschließend verschloss er diese…“ (al-Bukhāri #349; Muslim #163).

 

Al-Hāfiz ibn Hajar (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in Fath al-Bāri (7/204): „Einige von ihnen lehnten es ab, dass seine Brust in der Nacht von Isrā’ geöffnet worden war, und sie sagten, dass dies nur geschah, als er klein war und bei Banu Sa`d lebte. Doch das kann nicht abgelehnt werden, denn es gibt viele Berichte darüber. … Alles, was wurde über das Öffnen seiner Brust überliefert wurde, über das Herausnehmen seines Herzens und andere außergewöhnliche Ereignisse, muss ohne Bedenken oder den Versuch, es anders als auf die offensichtliche Weise zu interpretieren, akzeptiert werden, denn Allāh kann das alles tun und nichts davon ist unmöglich. Al-Qurtubi sagte in al-Mufhim: „Den Leugnungen des Öffnens seiner Brust in der Nacht von Isrā’ sollte keine Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn die Überlieferer sind vertrauenswürdig und gut bekannt.”

 

Ein solcher Vorfall wird auch in einigen Berichten über andere Zeitpunkte erwähnt, nämlich als er zehn Jahre alt war und als seine Mission begann, doch das sind schwache Berichte. Siehe al-Sīrah al-Nabawiyyah al-Sahīhah (1/103).

 

Ibn Kathīr sagte in Tafsīr al-Qur’ān il-`Azīm (4/677): „Allāh sagt `Haben Wir dir (oh Muhammad) nicht deine Brust aufgetan?` bedeutet – haben Wir dir nicht das Herz geöffnet, d. h. erleuchtet etc. Das ist wie in dem Vers, in dem Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Wen Allāh rechtleiten will, dem tut Er die Brust auf für den Islam. …“ (6:125).

 

Und es wurde gesagt, dass mit dem Vers `Haben Wir dir (oh Muhammad) nicht deine Brust aufgetan?` die Öffnung seiner Brust in der Nacht von Isrā’ gemeint ist, doch darin liegt kein Widerspruch, denn die Öffnung seiner Brust beinhaltet das, was in der Nacht von Isrā’ getan wurde ebenso wie die metaphorische Bedeutung der Öffnung seines Herzens. Und Allāh weiß es am besten.“

 

3.         Es heißt in Rūh al-Ma`āni (30/166): „Es wurde gesagt, dass damit gemeint ist: Haben Wir nicht deine Drangsal und dein Leid beseitigt, indem Wir dir die Realität der Dinge zeigten und die Bedeutungslosigkeit dieser Welt, sodass du dich mit Du`ā’ an Allāh wenden konntest, um die Schwierigkeiten zu ertragen?

 

Es wurde von der Mehrheit gesagt, dass damit gemeint ist: Haben wir ihm nicht Weisheit gewährt und ihn befähigt, das zu empfangen, was ihm offenbart wurde, nachdem es für ihn zu schwierig war?“

 

4.         Ibn `Aschūr sagte in al-Tahrīr wa-l-Tanwīr (1/4850): „Das Öffnen seiner Brust ist eine Metapher für die Segnungen, die ihm gewährt wurden, und für die Fähigkeit, alle Ebenen der Perfektion zu erlangen, und die Information, dass Allāh mit ihm zufrieden war, sowie die frohe Botschaft des Sieges, den die Religion erlangen würde.“

 

Siehe Subul al-Huda wa-l-Raschād (2/59).

 

5.         Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in Tafsīr Sūrat al-Scharh (S. 1): „Diese Öffnung ist metaphorisch, nicht physisch. Das Öffnen des Herzens könnte vollzogen werden, damit es fähig ist, beide Arten der Bestimmung Allāhs – nämlich sowohl die scharī`ahrechtliche Bestimmung (die Religion) als auch die Bestimmung Allāhs, welche mit den Schwierigkeiten, die einen Menschen treffen können, zu tun hat – zu empfangen.“

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A 


Wird die gesamte Nachkommenschaft, ob jung oder alt, zum Status ihrer Eltern erhoben?

Wird die gesamte Nachkommenschaft, ob jung oder alt, zum Status ihrer Eltern erhoben? 

Frage (Nr. 121192): 

Ich habe gelesen, dass es eine der Gnaden Allahs ist, dass Er den Status der Kinder im Paradies entsprechend des Status` ihrer Eltern erhöhen wird, und dass die Kinder der Gefährten darauf basierend zum Rang ihrer Väter erhöht werden und die Enkelkinder zum Rang ihrer Vorväter usw. So wird jede Generation die nachfolgende erhöhen, bis zu unserer Generation, und so werden wir zum Status der Gefährten erhoben, wenn wir deren Nachfahren sind. Das kann dazu führen, dass die Menschen nachlässig in ihren Taten werden und sich auf ihre göttliche Auszeichnung verlassen. Wie lautet eure Meinung dazu? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Die gestellte Frage entstammt der Diskussion über den Vers, in dem Allah sagt (ungefähre Bedeutung): Und denjenigen, die glauben und denen ihre Nachkommenschaft im Glauben nachfolgt, lassen Wir ihre Nachkommenschaft sich (ihnen) anschließen. Und Wir verringern ihnen gar nichts von ihren Werken. Jedermann ist an das, was er erworben hat, gebunden.“ (52:21) 

Die Gelehrten waren unterschiedlicher Ansicht hinsichtlich des Wortes „Nachkommenschaft“ – bezieht es sich auf Junge und Alte? Diejenigen, die sagten, dass es sich auf kleine Kinder bezieht, waren sich über die Bedeutung des Verses nicht im Geringsten unsicher. Die Verwirrung entstand nur darüber, ob die das Wort „Nachkommenschaft“ sich auch auf erwachsene Kinder bezieht. Die bessere Ansicht über die Bedeutung ist, dass es sich auf kleine Kinder bezieht. Darauf basierend bezieht es sich nicht auf das, was bei dem Fragesteller Verwirrung hervor gerufen hat. Die Erhöhung des Status` gilt für die Nachkommenschaft im Sinne von kleinen Kindern, ansonsten würde es implizieren, dass alle Bewohner des Paradieses vom selben Rang wären. 

Ibn Qayyim al-Jauziyyah (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Die Kommentatoren waren sich über die Bedeutung des Wortes „Nachkommenschaft“ in diesem Vers uneinig. Bezieht er sich auf Junge, auf Alte oder auf beide? Es gibt dazu drei Meinungen […].“ Dann sagte er: „Die spezifische Bedeutung von Nachkommenschaft an dieser Stelle – nämlich sich auf kleine Kinder beziehend – ist offensichtlich, ansonsten würde es implizieren, dass diejenigen, die später kamen, den gleichen Status hätten wie diejenigen, die vorher waren. Doch eine solche Folgerung gibt es nicht, wenn damit kleine Kinder gemeint sind, denn die Kinder und Nachkommen eines jeden Mannes werden mit ihm auf derselben Ebene sein. Und Allah weiß es am besten.“ (Hādi al-Arwāh ila Bilād al-Afrād, S. 279-281). 

Scheikh Muhammad ibn Sālih al-`Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Wenn die Kinder für das Paradies bestimmt sind und der Vater für das Paradies bestimmt ist, dann sagt Allah in Seinem Buch (ungefähre Bedeutung): Und denjenigen, die glauben und denen ihre Nachkommenschaft im Glauben nachfolgt, lassen Wir ihre Nachkommenschaft sich (ihnen) anschließen. Und Wir verringern ihnen gar nichts von ihren Werken. Jedermann ist an das, was er erworben hat, gebunden.“ (52:21) 

Dies bedeutet, wenn jemand Nachfahren hat und sie zu den Bewohnern des Paradieses gehören, dann werden sie ihrem Vater folgen, selbst wenn ihr Status geringer ist als der ihres Vaters. Daher sagte Er: Und Wir verringern ihnen gar nichts von ihren Werken.“, was heißt: Wir werden die Belohnung ihrer Väter nicht schmälern, sondern die Väter werden ihre volle Belohnung erhalten und die Nachkommen werden zum Rang ihrer Väter erhoben. Dies bezieht sich auf die Kinder, die nicht vom Begriff „Nachkommenschaft“ ausgenommen sind, die also keine eigenen Familien und Ehefrauen haben. Diese haben einen besonderen Vorzug und werden nicht mit ihren Vätern vereint, denn wenn wir sagen würden, dass jeder mit seinem Vater vereint wird, selbst wenn er eine Ehefrau und Kinder hat oder wenn er selbstständig lebt, dann würden alle Bewohner des Paradieses denselben Rang einnehmen, da schließlich jeder der Nachkomme der vorherigen Generation ist. Vielmehr sind damit diejenigen gemeint, die bei ihm waren und ihn nicht verließen, um eigene Frauen und Kinder zu haben. Diese Menschen werden zum Status ihrer Väter erhoben und nichts von den Taten ihrer Väter wird verloren gehen.“ (Fatāwa Nūr `ala al-Darb, Aufnahme 324, Seite 1). 

Und er (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte auch: „Weiterhin sagt Allah (ungefähre Bedeutung): `Und denjenigen, die glauben und denen ihre Nachkommenschaft im Glauben nachfolgt, lassen Wir ihre Nachkommenschaft sich (ihnen) anschließen. …` (52:21). Diejenigen, die glaubten und deren Nachkommenschaft ihnen im Glauben folgt – die Nachkommen, die ihren Eltern folgen, sind kleine Kinder. Daher sagt Allah `lassen Wir ihre Nachkommenschaft sich (ihnen) anschließen`, was heißt, dass Wir ihre Nachkommen dazu veranlassen werden, sich ihnen auf ihren Stufen im Paradies anzuschließen. 

Erwachsene, verheiratete Kinder werden auf eigenen Stufen im Paradies sein und sie werden sich nicht ihren Vätern anschließen, denn sie haben ihre eigenen Nachkommen und werden an ihren eigenen Plätzen sein. Die Nachkommenschaft, die aus kleinen Kindern besteht, welche ihren Vätern folgen, wird mit den Vätern vereint werden, doch diese Vereinigung zieht keine Schmälerung des Lohnes der Väter nach sich oder eine Verringerung ihres Status`. So sagt Allah: `Und Wir verringern ihnen gar nichts von ihren Werken`, was bedeutet, dass ihre Nachkommen sich ihnen anschließen, und es kann nicht behauptet werden, dass entsprechend der Erhöhung der Nachkommen eine Verringerung der Stufen des Vaters stattfindet, sondern Allah sagt: `Und Wir verringern ihnen gar nichts von ihren Werken`.“ (Tafsīr al-Qur’ān min al-Hujurāt ila al-Hadīd, S. 187). 

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A


Kommentar zu dem Vers 2:257

Kommentar zu dem Vers, in dem Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Diejenigen aber, die ungläubig sind, deren Schutzherren (Auliyā’ – Unterstützer und Helfer) sind die Tāghūt (falsche Götter und falsche Führer). Sie bringen sie aus dem Licht hinaus in die Finsternisse.“ (2:257) 

Frage (Nr. 118142):

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Diejenigen aber, die ungläubig sind, deren Schutzherren (Auliyā’ – Unterstützer und Helfer) sind die Tāghūt (falsche Götter und falsche Führer). Sie bringen sie aus dem Licht hinaus in die Finsternisse.“ (2:257). Was ist mit „Licht“ in diesem Vers gemeint? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Allah ist der enge Freund derjenigen, die glauben, und ihre Unterstützung, ihre Hilfe und Führung. Er bringt sie aus der Dunkelheit heraus – der Dunkelheit des Schirk, der Dunkelheit der Sünde und der Neuerung – in das Licht des Tauhīd, der Wahrheit und des Glaubens, durch Seine Gesandten und durch Seine Bücher, die Er offenbarte. Doch die Ungläubigen der Quraysch und die Ungläubigen der Kinder Isrā’īls, ihre Unterstützer und Helfer sind die Tāghūt oder falsche Götter und falsche Anführer. Die Tāghūt sind die Teufel unter den Menschen und den Jinn. Die Teufel unter den Menschen und den Jinn sind die Helfer und Unterstützer der Ungläubigen; sie bringen sie aus dem Licht des Tauhīd in die Dunkelheit des Schirk, der Unwissenheit, Sünde und Neuerung. Was mit „Licht“ in diesem Vers also gemeint ist, ist: Tauhīd, Glaube und Rechtleitung, und Dunkelheit steht für Schirk, Sünde und Neuerung. Wir bitten Allah darum, uns sicher und gesund zu bewahren. 

Majmū’ Fatāwa Ibn Bāz, 24/209


Er fragt nach der grammatikalischen Bestimmung des Wortes „al-Sābi’ūn“ und wie wir diejenigen zurückweisen können, die behaupten, es gäbe grammatische Fehler im Qur`ān

Er fragt nach der grammatikalischen Bestimmung des Wortes „al-Sābi’ūn“ und wie wir diejenigen zurückweisen können, die behaupten, es gäbe grammatische Fehler im Qur`ān 

Frage (Nr. 49860): 

Ich hätte gern Informationen über das Wort al-Sābi’ūn in der Sūrah al-Mā’idah. Warum erscheint es im Nominativ, während es in anderen Sūren im Akkusativ steht, obwohl die Syntax in den entsprechenden Abschnitten sehr ähnlich ist? Diese Tatsache war Anlass für eine Auseinandersetzung zwischen mir und einem Christen, der sagt, dass es grammatische Fehler im Qur`ān gibt. Ich sagte ihm, dass ich den Islam verlassen würde, wenn es auch nur einen einzigen Fehler im Qur`ān gäbe. Ich sagte dies aus starkem Glauben heraus und mit der Sicherheit, dass der Qur`ān Allahs Wort ist, gepriesen ist Er und erhaben über das, was die Lügner sagen. 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Das Wort al-Sābi’īn (im Akkusativ) erscheint in der Sūrah al-Baqarah und in der Sūrah al-Hajj, wo Allah sagt (ungefähre Bedeutung):  

„Gewiss, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Christen und die Sabier (wa-l-sābi’īn) – wer immer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und rechtschaffen handelt, – die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein.“ (2:62) 

„Gewiss, diejenigen, die glauben (an Allah und Seinen Gesandten Muhammad), und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Sabier (wa-l-sābi’īn) und die Christen und die Majus und diejenigen, die Götzendiener sind – gewiss, Allah wird am Tag der Auferstehung zwischen ihnen entscheiden; Allah ist ja über alles “ (22:17). 

Dasselbe Wort wird im Nominativ in der Sūrah al-Mā’idah verwendet, wo Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Gewiss, diejenigen, die glauben (an die Einheit Allahs, an Seinen Gesandten Muhammad und all das, was ihm von Allah offenbart wurde), und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Sabier (wa-l- sābi’ūn) und die Christen, – wer (immer) an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und rechtschaffen handelt, – über die soll keine Furcht kommen, noch sollen sie traurig sein.“ (5:69). 

In den ersten zwei Versen ist die Grammatik nicht schwierig, denn das Wort al-Sābi’īn folgt der Konjunktion „Wa“ (und) und ist in Übereinstimmung mit dem Wort „Alladhīna“ (diejenigen, die); es ist das Nomen des Partikels „Inna“ (hier mit „gewiss“ übersetzt) und als solches nimmt es den Akkusativ des gesunden maskulinen Plurals an, gemäß den Regeln der arabischen Grammatik. 

Die Verwirrung entsteht bei dem Wort, das in dem dritten angeführten Vers zu finden ist. In der Sūrah al-Mā’idah, wo das Wort hinsichtlich der Reihenfolge der Worte dieselbe Position annimmt, aber im Nominativ steht.

Die Grammatiker und Mufassirīn erklärten dies auf verschiedene Arten und sie erwähnten einige wohl bekannte Anwendungen der arabischen Sprache, die ähnlich sind. Es ist an dieser Stelle ausreichend, drei von ihnen zu nennen, die zu den am meisten bekannten gehören: 

1.      Die Reihenfolge der Worte in dem Vers unterscheidet sich vom täglichen Sprachgebrauch. Darauf basierend ist die Bedeutung, dass diejenigen, die glauben, und diejenigen, die Juden und Christen sind, wer auch immer an Allah glaubt … über die soll keine Furcht kommen, noch sollen sie traurig sein und dasselbe trifft auf die Sabier zu. Das Subjekt steht also im Nominativ, wie durch das „Waw“ des gesunden maskulinen Plurals bestätigt wird. Es gibt einen ähnlichen Text in der arabischen Dichtkunst, wo der Verfasser sagt: „Faman yaku amsa bi-l-madīnati rahlahu fa inni wa qayyārun biha la gharīb“ (Wer auch immer mit seinem Sattel nach Madīnah gelangt, dann sind Qayyār und ich Fremde). Das Ausschlaggebende hier ist, dass das Wort „Qayyār“ – was der Name seines Pferdes oder Kamels ist – im Nominativ steht (Qayyārun), weil es das Subjekt ist. Es steht nicht im Akkusativ, auch wenn es dem Partikel „Inna“ (Inni = Inna + Yā (i), was ein Akkusativ-Suffix ist, welches das Pronomen der ersten Person Singular des Partikels „Inna“ ausmacht) folgt. 

2.      Das Wort al-Sābi’ūn ist das Subjekt und das Wort al-Nasāra (Christen) steht damit in Übereinstimmung. Der Ausdruck „man āmana Billah“ (wer auch immer an Allah glaubt) ist das Prädikat des Subjekts al-Sābi’ūn. Eine ähnliche Verwendung im Arabischen ist im Folgenden zu finden: „Nahnu bima `indina wa anta bima `indika rādin wa-l-amru mukhtalif“ (Wir [sind] mit dem, was wir haben, und du bist mit dem, was du hast, zufrieden, selbst wenn es verschieden ist).   

Der Punkt ist, dass dem Subjekt „Nahnu“ (Wir) nicht sein Prädikat folgt, denn das Prädikat von „Anta“ (Du) ist ausreichend. Das Prädikat von „Anta“ – rādin (zufrieden sein) – beinhaltet das Prädikat des ersten Subjekts „Nahnu“ (Wir). Dies bedeutet: Wir sind mit dem, was wir haben, und du bist mit dem, was du hast, zufrieden. 

3.      Das Wort al-Sābi’ūn tritt in Verbindung mit dem Wort auf, das den Platz des Nomens von „Inna“ einnimmt. Wenn einer dieser Partikel – „Inna“ oder ein ähnlicher – zu Beginn eines Nominalsatzes steht, der aus einem Subjekt und einem Prädikat gebildet wird, stand das Nomen von „Inna“ ursprünglich im Nominativ, denn es war das Subjekt, bevor das Wort „Inna“ eingeführt wurde. Daher ist das Wort al-Sābi’ūn ein Nominativ, da es ein Wort ist, welches den Platz des Nomens von „Inna“ einnimmt. 

Siehe Audah al-Masālik von ibn Hischām mit dem Kommentar von Muhiy al-Dīn (1/352-366) und Tafsīr al-Schaukāni wa-l-Alūsi zu diesem Vers. 

Was du bezüglich deines Glaubens an die Worte Allahs erwähnt hast, so wird dies von jedem Muslim erwartet. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Denken sie denn nicht sorgfältig über den Qur’ān nach? Wenn er von jemand anderem wäre als von Allah, würden sie in ihm wahrlich viel Widerspruch finden.“ (4:82). 

Eines der Dinge, über die wir uns sicher sein müssen, ist, dass dieser Ausdruck, mit dieser Aussprache, genauso offenbart wurde. So wurde es vom Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ausgesprochen, so lernten es die Muslime von ihm, rezitierten es und schrieben es in den Mushaf nieder und sie waren reine Araber. Dies wurde ein neues Prinzip, durch das wir eine weitere Anwendung von Konjunktionen im Arabischen lernten, selbst wenn es keine übliche Verwendung ist, doch es ist sehr redegewandt und bewegend…“ 

Ibn `Aschūr versuchte die Sprachgewalt des Wortes al-Sābi’ūn im Nominativ zu erklären. Er sagte diesbezüglich in etwa folgende Worte: Der Nominativ ist in diesem Kontext ungewöhnlich, daher stoppt der Leser und fragt sich, warum dieses Wort in den Nominativ gesetzt wurde, wo es doch normalerweise im Akkusativ auftritt. 

Siehe Kommentar zu dem Vers von al-Mā’idah im Tafsīr ibn `Aschūr. 

Für weitere Informationen darüber, wer die Sabier waren, siehe Antwort zu Frage Nr. 49048. 

Doch es gibt ein paar Punkte, die dieser Diskussion entnommen werden sollten: 

Erstens: 

Wir sollten uns um das Wissen der Scharī`ah bemühen; es ist nicht ausreichend, sich nur auf den Glauben zu verlassen, den wir bereits in unseren Herzen haben, auch wenn dies die beste Quelle des Schutzes ist. Wird das Wissen der Scharī`ah (d. h. islamisches Wissen) diesem hinzugefügt, dann wird es – inschaAllah – ein weiterer Schutz gegen Zweifel und Verwirrung sein, die die Feinde unserer Religion schüren wollen. 

Zweitens: 

Fragen wie diese lenken die Aufmerksamkeit auf sich, bis zu dem Ausmaß, dass eine der wichtigsten Pflichten, die wir gegenüber dem Buch Allahs haben, nämlich es zu studieren und darüber nachzudenken und es nicht nur zu rezitieren, vernachlässigt wird. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „(Dies ist) ein gesegnetes Buch (der Qur`ān), das Wir zu dir hinabgesandt haben, damit sie über seine Zeichen nachsinnen und damit diejenigen bedenken, die Verstand besitzen.“ (38:29). 

Scheikh ibn Sa`di (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Das ist der Grund, warum er offenbart wurde, damit die Leute über seine Verse nachdenken, daraus Wissen gewinnen und über seine Bedeutungen und Regeln nachsinnen. Denn durch sein Studium, das Nachdenken über seine Bedeutungen und dadurch, ihn nach und nach zu erlernen, kommen sie in den Genuss seines Segens und seiner Vorteile. Dies bestätigt, dass wir aufgefordert sind, den Qur`ān zu studieren, dass es eine der besten Taten ist und dass das Lesen und gleichzeitige Nachdenken über die Bedeutungen besser ist als eine schnelle Rezitation, die nicht diesen Zweck erfüllen kann. Der Beweis dafür ist, dass wenn wir diese Verpflichtung von Zeit zu Zeit erfüllen würden, diese Verse uns stoppen und über die Bedeutung nachdenken ließen, sodass wir danach fragen und forschen würden, bevor wir mit solch trügerischen Argumenten unserer Feinde konfrontiert werden. 

Drittens: 

Wenn wir die zwei oben genannten Pflichten erfüllen würden, wären wir qualifiziert, die Initiative zu ergreifen, andere aufzurufen, ihnen von der Wahrheit zu erzählen, die wir haben, und sie auf die beste Weise über die Falschheit ihrer Wege zu informieren, anstatt defensiv, schwach und erniedrigt zu sein. 

Und Allah ist die Quelle der Stärke. 

Islam Q&A