Islam Fragen & Antworten

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Begehen Propheten Sünden? Bedürfen sie der Vergebung?

Begehen Propheten Sünden? Bedürfen sie der Vergebung? 

Frage (Nr. 1684): 

Mir wurde von jemandem, der behauptet, ein Muslim zu sein, gesagt, dass alle Propheten Gottes, einschließlich Muhammad, ohne Sünden waren und niemals Vergebung benötigten. Ist dies ausnahmslos die offizielle islamische Ansicht? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Wir danken dir für die Übersendung dieser Frage, durch die du dich bemühst, die richtige Antwort zu finden, anstatt einfach zu akzeptieren, was du von jemandem gehört hast, der behauptet, ein Muslim zu sein. 

„Die Ummah (Gemeinschaft der Muslime) stimmt darin überein, dass die Gesandten unfehlbar sind bei der Ausführung ihrer Mission – sie vergessen nichts, was Allah ihnen offenbarte, außer in Bezug auf Angelegenheiten, die aufgehoben wurden. Sie sind auch unfehlbar bei der Übermittlung der Botschaft – sie verbergen nichts von dem, was Allah ihnen offenbarte, denn das wäre ein Verrat und es ist unvorstellbar, dass sie so etwas tun könnten. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „O du Gesandter, übermittele, was zu dir (als Offenbarung) von deinem Herrn herabgesandt worden ist! Wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht übermittelt. …“ (5:67). Wenn etwas verborgen oder geändert wird, dann wird die Strafe Allahs denjenigen treffen, der dieser Dinge schuldig ist, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und wenn er (Muhammad, Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sich gegen Uns (Allah) einige Aussprüche selbst ausgedacht hätte, hätten Wir ihn sicherlich an der Rechten (oder mit Kraft) gefasst und ihm hierauf sicherlich die Herzader (Aorta) durchschnitten“ (69:44-46). Ein Aspekt der Unfehlbarkeit ist, dass sie (die Propheten) nichts von dem vergessen, was Allah ihnen offenbarte, und daher kein Teil der Offenbarung verloren geht.“ (Al-Rusul wa-l-Risālāt/Die Gesandten und ihre Missionen, `Umar al-Aschqar, S. 97) 

`Umar al-Aschqar sagte ebenfalls (op. cit. S. 102): „Die Propheten und Gesandten bemühen sich auch, das richtige Urteil bezüglich der Situationen, mit denen sie konfrontiert werden, zu finden und sie urteilen gemäß dem, was sie selbst sehen und hören – sie haben kein Wissen über das Verborgene. Sie können ein falsches Urteil fällen, wie es dem Propheten Dawūd (Dawid) geschah und Allah half seinem Sohn Sulaymān (Salomon), die richtige Antwort in diesem besonderen Fall zu geben. Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtete, dass er den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen hörte: „Es gab zwei Frauen, jede von ihnen hatte einen Sohn. Ein Wolf kam und verschleppte den Sohn von einer der Frauen, die zu der anderen sagte: „Der Wolf hat deinen Sohn genommen.“ Die andere sagte: „Nein, er nahm deinen Sohn.“ Sie gingen zu Dawūd und baten ihn, zwischen ihnen zu richten, und er entschied zugunsten der älteren Frau. Da gingen sie zu Sulaymān, den Sohn Dawūds, und berichteten ihm, was geschehen war. Er sagte: „Bringt eine Messer und teilt das Kind zwischen ihnen.“ Die jüngere Frau sagte: „Tu das nicht, möge Allah dir barmherzig sein! Er ist ihr Sohn.“ Da entschied Sulaymān zugunsten der jüngeren Frau.“ (al-Bukhāri). 

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) erklärte diese Geschichte: Umm Salamah, die Ehefrau des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) erzählte, dass er einen Streit vor der Tür seines Hauses hörte. Daher ging er hinaus und sagte zu ihnen: „Ich bin nicht mehr als ein Mensch. Streitparteien können zu mir kommen und einer von euch kann wortgewandter und überzeugender sein als der andere, sodass ich glaube, dass er die Wahrheit sagt und zu seinen Gunsten urteile. Wer auch immer ein Urteil zu seinen Gunsten und zum Nachteil der Rechte seines muslimischen Gefährten bekommt, so ist dies ein Stück Glut aus dem Feuer – lasst es ihn nehmen oder zurücklassen.“ 

Als die Vorstellung aufkam, dass die Propheten große Sünden (Kabā’ir) begehen, sagte Scheikh al-Islam ibn Taymiyah in al Fatāwa 4/319: „… Der Glaube, dass die Propheten frei von großen Sünden, doch nicht von kleinen Sünden sind, entspricht der Meinung der Mehrheit der islamischen Gelehrten und aller (muslimischen) Gruppen… Es ist die Ansicht der meisten Mufassirūn (Kommentatoren des Qur’ān), der Gelehrten des Hadīth und der Fuqaha’ (Juristen).“ 

Hinsichtlich der Frage, ob es den Propheten möglich ist, kleine Sünden zu begehen, zitiert al-Safārīni in Lawāmi` al-Anwār al-Bahiyyah (2/214) von ibn Hamdān, der in Nihāyat al-Mubtadi`īn sagte: „Sie sind unfehlbar bei der Übermittlung der Befehle und der Botschaft Allahs, doch sie sind nicht unfehlbar in irgendeiner anderen Hinsicht. Sie können Fehler machen, Dinge vergessen oder kleine Sünden begehen – gemäß der bekannten Meinung (der Gelehrten) – doch werden diese Fehler nicht angenommen.“ 

Die Mehrheit der Gelehrten nimmt das Folgende als Beweis, um die Behauptung zu unterstützen, dass die Propheten nicht frei von kleinen Sünden sind: 

Ādams Sünde, nämlich das Essen von dem Baum, von dem Allah ihm zu essen verboten hatte. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und als Wir zu den Engeln sagten: „Werft euch vor Adam nieder.“ Da warfen sie sich nieder, außer Iblis (Schaytān). Er weigerte sich. Da sagten Wir: „O Adam, dieser (da) ist dir und deiner Gattin gewiss ein Feind. Dass er euch beide ja nicht aus dem (Paradies-) Garten vertreibt! Sonst wirst du unglücklich sein. Gewiss, es ist dir gewährt (ein Versprechen von Uns), dass du darin weder hungerst noch nackt bist, und dass du darin weder dürstest noch Sonnenhitze erleidest.“ Aber da flüsterte ihm der Satan ein und sagte: „O Adam, soll ich dich auf den Baum der Ewigkeit hinweisen und auf eine Herrschaft, die nicht vergeht?“ So aßen sie beide davon, und da zeigte sich ihnen ihre Blöße offenkundig, und sie begannen, Blätter des (Paradies-) Gartens auf sich zusammenzuheften. So widersetzte Adam sich seinem Herrn, und da fiel er in Verirrung.“ (20:116-121, ungefähre Bedeutung). 

Als Nūh für seinen kāfir Sohn betete, tadelte Allah ihn dafür und lehrte ihn, dass diese Person kein Mitglied seiner Familie und dass dieses Gebet keine rechtschaffene Tat von ihm war. Nūh erflehte die Vergebung seines Herrn, bereute und wandte sich an Allah: „`Mein Herr, ich suche Schutz bei Dir (davor), dass ich Dich um etwas bitte, wovon ich kein Wissen habe! Wenn Du mir nicht vergibst und Dich meiner nicht erbarmst, werde ich zu den Verlierern gehören.`“ (11:47, ungefähre Bedeutung). 

Als Dawūd erkannte, dass er mit seinem Urteil voreilig gewesen war, ohne sich die zweite Streitpartei anzuhören, beeilte er sich zu bereuen: „… Da bat er seinen Herrn um Vergebung und fiel in Verbeugung nieder und wandte sich (Ihm) reuig zu.“ (38:24, ungefähre Bedeutung).

Jeder, selbst die Propheten, benötigt die Vergebung Allahs. Allah hat Seine Propheten gesegnet, indem Er ihre Sünden vergab, und Er hat unseren Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gesegnet, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): „damit dir Allah das von deinen Sünden vergebe, was vorher war und was später sein wird, und damit Er Seine Gunst an dir vollende und dich einen geraden Weg leite“ (48:2).

Scheikh al-Islam ibn Taymiyah sagte in al-Fatāwa 10/296: „Bezüglich der Vergebung der Sünden der Propheten: Allah, erhaben ist Er, spricht von keinem Propheten im Qur’ān, ohne nicht auch Reue und das Streben nach Vergebung zu erwähnen. Beispielsweise sagten Ādam und seine Gattin: `„Unser Herr, wir haben uns selbst Unrecht zugefügt. Wenn Du uns nicht vergibst und Dich unser erbarmst, werden wir ganz gewiss zu den Verlorenen gehören.“` (7:23, ungefähre Bedeutung). Nūh sagte: `Mein Herr, ich suche Schutz bei Dir (davor), dass ich Dich um etwas bitte, wovon ich kein Wissen habe! Wenn Du mir nicht vergibst und Dich meiner nicht erbarmst, werde ich zu den Verlierern gehören ` (11:47, ungefähre Bedeutung). Ibrāhīm sagte: `Unser Herr, vergib mir und meinen Eltern und den Gläubigen an dem Tag, da die Abrechnung stattfinden wird.“` (14:41, ungefähre Bedeutung) und `… Du bist unser Schutzherr (Wali), so vergib uns und erbarme Dich unser! Du bist der Beste derer, die vergeben. Und bestimme für uns in diesem Diesseits Gutes und auch im Jenseits! Gewiss, wir haben zu Dir zurückgefunden.“ …` (7:155-156, ungefähre Bedeutung). Mūsa sagte: `Du bist unser Schutzherr (Wali), so vergib uns und erbarme Dich unser! Du bist der Beste derer, die vergeben.` (7:155, ungefähre Bedeutung).“ Dann führte er (ibn Taymiyah, möge Allah ihm barmherzig sein) uns weitere Beispiele an, doch was wir hier genannt haben, ist ausreichend. 

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Wurde der Prophet aus Licht erschaffen?

Wurde der Prophet aus Licht erschaffen? 

Frage (Nr. 4509): 

Die meisten Leute glauben, dass die Dinge aus dem Lichte Muhammads (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) erschaffen wurden, und dass sein Licht aus dem Lichte Allahs erschaffen wurde. Sie erzählen: „Ich bin das Licht Allahs und alles stammt von meinem Licht“, und auch „Das Erste, was Allah erschuf, war das Licht von Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm).“ Gibt es dafür eine Basis? Sie sagen außerdem: „Ich bin `Arab ohne (den Buchstaben) `Ayn und ich bin Ahmad ohne (den Buchstaben) Mīm, d. h. Ahad.“ Gibt es dafür irgendeine Basis? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) wurde als Licht Allahs beschrieben. Wenn damit gemeint ist, dass er selbst aus dem Lichte Allahs stammt, dann geht dies gegen den Qur’ān, in dem er als Mensch bezeichnet wird. Wenn damit gemeint ist, dass er das Licht in dem Sinne ist, dass er die Offenbarung überbrachte, durch die jeder der Schöpfung, für den Allah es will, rechtgeleitet wird, dann ist das korrekt. Das Komitee hat eine Fatwa zu dieser Angelegenheit herausgegeben: 

„Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) besitzt Licht, welches das Licht der Botschaft und Rechtleitung Allahs ist, durch das Allah rechtleitet von Seinen Dienern, wen auch immer Er will. Zweifelsfrei ist das Licht der Botschaft und Rechtleitung von Allah. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und es steht keinem menschlichen Wesen zu, dass Allah zu ihm spricht, außer durch Eingeben (von Offenbarung) oder hinter einem Vorhang, oder indem Er einen Boten sendet, der (ihm) dann mit Seiner Erlaubnis (als Offenbarung) eingibt, was Er will. Gewiss, Er ist erhaben und allweise. Und ebenso haben Wir dir (oh Muhammad) Geist (Rūh – eine Inspiration und Barmherzigkeit) von Unserem Befehl (als Offenbarung) eingegeben. Du wusstest (vorher) weder, was das Buch noch was der Glaube ist; doch haben Wir es (den Qur’ān) zu einem Licht gemacht, mit dem Wir rechtleiten, wen Wir wollen von Unseren Dienern. Und du (oh Muhammad) leitest ja wahrlich zu einem geraden Weg (d. h. zum islamischen Monotheismus), Allahs Weg, Dem gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Sicherlich, zu Allah nehmen die Angelegenheiten ihren Ausgang.“ (42:51-53). 

Dieses Licht ist nicht aus dem Siegel der Auliyā’ abgeleitet, wie einige Ketzer behaupten. Der Körper des Propheten (Allahs Frieden und Segens seien auf ihm) bestand aus Blut, Fleisch, Knochen etc. Er wurde aus einem Vater und einer Mutter erschaffen und besaß keine Existenz, bevor er geboren wurde. Die Berichte, die sagen, dass das Erste, was Allah erschuf, das Licht des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gewesen sein soll, oder dass Allah eine Handvoll des Lichts Seines Gesichts nahm und dass diese Handvoll Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gewesen sein soll, und dass Er dann auf sie schaute und sie formte Tropfen und aus jedem dieser Tropfen erschuf Er einen Propheten, oder Er erschuf die gesamte Schöpfung aus dem Lichte des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) – all diese Berichte und ähnliche sind nicht sahīh und nichts davon wurde vom Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) erzählt.  

Aus der oben genannten Fatwa wird deutlich, dass das ein Irrglaube ist. 

Was den Bericht anbelangt, in dem es heißt: „Ich bin `Arab ohne (den Buchstaben) `Ayn und ich bin Ahmad ohne (den Buchstaben) Mīm, d. h. Ahad“, so gehören die Attribute der Herrschaft (Rubūbiyah, von Rabb, was Herr bedeutet) und der absoluten Einheit (Ahad bedeutet Einer) Allah allein, gepriesen sei Er und erhaben. Es ist niemandem Seiner Schöpfung erlaubt, als „der Herr“ (Rabb) beschrieben zu werden oder als ein Einziger (Ahad) in absoluter Bedeutung. Dies sind Attribute, die ausschließlich Allah zustehen, und die nicht zur Beschreibung der Gesandten oder irgendeines anderen Menschen verwendet werden dürfen. Möge Allah unseren Propheten Muhammad und seine Familie und seine Gefährten segnen.“ (Al-Lajnah al-Dā’imah li-l-Buhūth al-‘Ilmiyyah wa-l-Ifta’ – Das Beständige Komitee für akademische Forschung und die Ausgabe von Fatwas). 

Frage: „Es wird gesagt, dass Allah die Himmel und die Erde zu dem Zweck erschuf, den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) zu erschaffen. Was ist die Bedeutung der Worte: `Wäre es nicht für dich, wäre das Universum (wörtlich: die Himmelskörper) nicht erschaffen worden`? Gibt es eine Basis für diesen Hadīth, ist er sahīh oder nicht?“ 

Antwort: „Die Himmel und die Erde wurden nicht für den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) erschaffen. Sie wurden aus dem Grund erschaffen, den Allah in der folgenden Āyah erwähnt (ungefähre Bedeutung): „Allah ist es, Der sieben Himmel erschaffen hat, und von der Erde gleich (viel). Der Befehl (Allahs) kommt wahrhaftig zwischen ihnen herab, damit ihr wisst, dass Allah zu allem die Macht hat und dass Allah ja alles mit Seinem Wissen umfasst.“ (65:12). 

Was den erwähnten Hadīth anbelangt, so wird er fälschlicherweise dem Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) zugeordnet und hat keine Grundlage für Authentizität. Möge Allah unseren Propheten segnen und seine Familie und die Gefährten. 

Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah, 1/312


Warum gehorchen die Menschen nicht den Gesetzen Allahs?

Warum gehorchen die Menschen nicht den Gesetzen Allahs?

Frage (Nr. 34295): 

Allah hat Religionen offenbart und Gesandte entsandt, um die Angelegenheiten der Menschheit zu regeln, denn Seine Gesetze bringen Gutes, Rechtschaffenheit, Glück, Gerechtigkeit etc. Doch tatsächlich sehen wir, dass diese Gesetze eben nicht diese Ziele erreichen, außer in kurzen Zeitabschnitten der Geschichte. 

Meine Frage ist, wie können die Religionsanhänger an solche Werte glauben, die wie eine Illusion sind, welche auf der Erde nur zur Zeit der Propheten und der Sahābah existierte? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Als erstes möchten wir dich an einen wichtigen Rat erinnern, den Scheikh al-Islam ibn Taymiyah seinem Studenten ibn al-Qayyim erteilte, wie es in Miftāh Dār al-Sa`ādah 1/140 heißt. Ibn al-Qayyim (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Scheikh al-Islam (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte zu mir – als ich damit begann, ihm eine Frage nach der anderen zu stellen -: `Lass dein Herz nicht wie ein Schwamm sein, der jede Vorstellung und jedes trügerische Argument, welches dir einfällt, aufsaugt, sondern lass es wie ein Glas sein, dessen Oberfläche die trügerischen Argumente zwar passieren, dort jedoch nicht bleiben. Denn sonst, wenn all die trügerischen Argumente und die Zweifel in deinem Herzen bleiben, dann wird es von ihnen überwältigt.` Ich denke nicht, dass ich jemals von irgendeinem Ratschlag darüber, wie man mit Zweifeln und falschen Argumenten umgehen sollte, mehr profitiert habe, als von diesem.“ 

Wisse, möge Allah dich segnen, dass der Zweck hinter der Entsendung der Gesandten der war, die Menschheit zur Anbetung Allahs zu leiten, sodass ein Beweis gegen Seine Diener erbracht werden kann. Die Propheten Allahs waren nicht mit der Aufgabe betraut, den Glauben in die Herzen der Menschen einzuimpfen, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung):  

„… Du bist aber nur ein Überbringer von Warnungen. Und jedes Volk hat einen, der es rechtleitet.“ (13:7) 

„Sag (oh Muhammad): Ich bin nur ein Überbringer von Warnungen, und keinen Gott (Ilah) gibt es außer Allah (niemand hat das Recht, angebetet zu werden, außer Allah), dem Einen, dem Allbezwinger“ (38:65) 

„Gewiss, dies ist eine Erinnerung; wer nun will, (der) nimmt (so diesen) einen Weg zu seinem Herrn.“ (73:19) 

„Und sag: (Es ist) die Wahrheit von eurem Herrn. Wer nun will, der soll glauben, und wer will, der soll ungläubig sein. …“ (18:29). 

In sahīh Muslim (#2865) wird von `Iyād ibn Himār al-Mujāschi`i berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) eines Tages in seiner Khutbah sagte: „Mein Herr hat mir befohlen, euch etwas zu lehren, worüber ihr keine Kenntnis besitzt, und was Er mich heute lehrte…: `Ich erschuf all Meine Diener als Hanīf (reine Monotheisten), doch die Teufel kamen zu ihnen und lenkten sie von ihrer Religion ab und verboten ihnen das, was Ich ihnen erlaubt habe, und befahlen ihnen, Mir andere ohne die Befugnis von Allah beizugesellen.` Allah schaute auf die Menschen der Erde und verachtete sie, Araber und Nicht-Araber, außer einiger weniger, die von den Leuten der Schrift übrig waren. Und Er sagte: `Ich habe euch nur entsandt, um euch zu prüfen und um (andere) durch euch zu prüfen.`“ 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Vielleicht magst du (oh Muhammad) dich noch selbst umbringen aus Gram (darüber), dass sie nicht gläubig sind.“ (26:3).

Und Allah sagt (ungefähre Bedeutung):  

„Und wenn dein Herr wollte, würden fürwahr alle auf der Erde zusammen gläubig werden. Willst du (oh Muhammad) etwa die Menschen dazu zwingen, gläubig zu werden?“ (10:99) 

„Aber die meisten Menschen werden, auch wenn du noch so sehr (danach) trachtest, nicht gläubig sein.“ (12:103).

Allah hat bestimmt, dass einige der Söhne Ādams Gläubige sein werden und einige Kuffār. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Er ist es, Der euch erschaffen hat. So gibt es unter euch Ungläubige und gibt es unter euch Gläubige, und was ihr tut, sieht Allah wohl.“ (64:2).

Es wurde berichtet, dass Abu Sa`īd al-Khudri sagte: Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Allah wird am Tag der Auferstehung sagen: `Oh Sohn Adams!` Er wird antworten: `Hier bin ich, unser Herr.` Dann wird eine Stimme ausrufen: `Allah befiehlt euch, diejenigen von eurer Nachkommenschaft herzubringen, die für die Hölle bestimmt sind.` Er wird sagen: `Oh Herr, wer sind diejenigen, die für die Hölle bestimmt sind?` Er wird sagen: `Von 1.000 sind es 999.`” Das traf die Leute so sehr, dass ihr Gesichtsausdruck sich änderte. Da sagte der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm): „Von Ya’jūj und Ma’jūj 999 und von euch einer. Unter den Menschen seid ihr wie ein schwarzes Haar auf der Seite eines weißen Bullen. Ich hoffe, dass ihr ein Viertel der Leute des Paradieses ausmacht.“ Wir sagten: „Allahu akbar!“ Dann sagte er: „Ein Drittel der Leute des Paradieses.“ Wir sagten: „Allahu akbar!“ Dann sagte er: „Die Hälfte der Leute des Paradieses.“ Und wir sagten: „Allahu akbar!“ (Bukhāri #4741; Muslim #222). 

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) informierte uns darüber, dass der Islam als etwas Fremdes erschien und er wird wieder dorthin zurückkehren, so fremd zu sein, wie er begann. Muslim verzeichnete in seinem sahīh Werk (#145), dass Abu Hurayrah sagte: Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der Islam begann als etwas Fremdes und er wird wieder so fremd werden, wie er begann. Frohe Botschaft also für die Fremden.“ 

Und der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sprach von den Propheten, die vor ihm kamen, deren Anhänger nur wenige waren, wie es in dem bei Muslim in seinem sahīh Werk (#5705) verzeichneten Hadīth heißt: Es wurde von ibn `Abbās berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es wurden mir die Völker vorgeführt: Ich sah die Propheten, wie sie eine sehr kleine Gruppe von Gefolgsleuten, zwei Gefolgsleute, einen oder gar keinen Gefolgsmann bei sich hatten. Dann sah ich plötzlich eine ungeheure Menschenmenge, und ich dachte, dass das vielleicht meine Leute seien. Doch mir wurde gesagt, dass dies Mūsa mit seinen Gefolgsleuten sei, aber ich solle zur anderen Seite des Horizonts blicken. Ich schaute und sah eine Menschenmenge, die den Horizont füllte. Mir wurde gesagt: `Das ist deine Gemeinde, und unter ihnen sind siebzigtausend, die das Paradies betreten werden ohne Abrechnung und ohne vorherige Bestrafung`.“ 

Es sollte angemerkt werden, dass für die Richtigkeit von Werten nicht notwendig ist, dass alle Menschen sich daran halten. Die meisten Menschen, zu allen Zeiten, aus allen gesellschaftlichen Schichten und mit unterschiedlichen Sprachen – außer denjenigen, mit denen Allah barmherzig ist – folgen nicht ihren besseren Instinkten, ganz zu schweigen von den Befehlen, die Allah erlassen hat, doch die Tatsache, dass sie Seinen Gesetzen nicht folgen, bedeutet nicht, dass diese Gesetze nicht gut und richtig sind. 

Der Grund dafür ist, dass Allah die menschliche Seele erschuf und zu ihren grundsätzlichen Attributen Ignoranz und Ungerechtigkeit gehören ließ, wie Allah über den Menschen sagt, und Er weiß am besten über ihn Bescheid (ungefähre Bedeutung): „… gewiss, er ist sehr oft ungerecht (zu sich selbst) und sehr oft töricht (hinsichtlich der Konsequenzen).“ (33:72).

Die Seele tut wissentlich Dinge, die ihr schaden, aufgrund der ihr angeborenen ungerechten und ignoranten Natur.  

Für den Muslim, der sich vollkommen Allah unterworfen hat, genügt die Sūrah al-`Asr, von der al-Schāfi`i sagte: „Wenn Allah abgesehen von dieser keine andere Sūrah für Seine Diener offenbart hätte, dann wäre es ausreichend für sie.“  

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Beim Zeitalter! Der Mensch befindet sich wahrlich in Verlust, außer denjenigen, die glauben (an den islamischen Monotheismus) und rechtschaffene Werke tun und einander die Wahrheit eindringlich empfehlen (d. h. einander aufrufen, alle Arten von guten Taten – al-Ma`rūf –, die Allah festgesetzt hat, zu verrichten und sich von allen Arten der Sünden und üblen Taten – al-Munkar –, die Allah verboten hat, fernzuhalten) und einander die Standhaftigkeit (gegenüber Leid, Schaden und Unglück, welchem jemand auf Allahs Weg ausgesetzt sein könnte, während er zu Seiner Religion aufruft oder zum Jihād) eindringlich empfehlen.“ (103:1-3).

Jeder Mensch ist in einem Zustand des Verlusts, abgesehen von denjenigen, die die genannten Bedingungen erfüllen. 

Wir bitten Allah darum, uns zu ihnen gehören zu lassen und uns im Befolgen dieses Weges standhaft sein zu lassen. 

Islam Q&A


War Idrīs der erste der Gesandten?

 

War Idrīs der erste der Gesandten? 

 

Frage (Nr. 36836): 

Ich habe in einigen Büchern gelesen, dass Idrīs der erste der Gesandten war und dass er vor Nūh kam. Ist das korrekt? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Der erste der Gesandten (Frieden und Segen seien auf ihnen) war Nūh (Friede sei auf ihm) und der letzte von ihnen war Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm). Vor Nūh gab es keinen Gesandten und daran erkennen wir, dass die Historiker sich in ihrer Ansicht, Idrīs (Friede sei auf ihm) wäre vor Nūh gekommen, irren, denn Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Gewiss, Wir haben dir (Offenbarung) eingegeben, wie Wir Nuh (Noah) und den Propheten nach ihm (Offenbarung) eingegeben haben. …“ (4:163).

Gemäß dem sahīh Hadīth, der von der Fürsprache (am Tag der Auferstehung) handelt, heißt es: „… die Menschen werden zu Nūh kommen und zu ihm sagen: `Du bist der erste der Gesandten, die Allah zu den Menschen auf der Erde entsandte…`“ Daher gab es keinen Gesandten vor Nūh und es gibt keinen Gesandten nach Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm), denn Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Muhammad ist nicht der Vater irgendjemandes von euren Männern, sondern Allahs Gesandter und das Siegel der Propheten. …“ (33:40).

Bezüglich des Herabkommen von `Isa ibn Maryam (Friede sei auf ihm) am Ende der Zeit, so wird er nicht als Gesandter mit einer neuen Botschaft herabkommen, sondern als ein Herrscher, der gemäß der Scharī`ah von Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) herrscht, denn `Isa und die anderen Propheten sind verpflichtet, an Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) zu glauben, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und als Allah mit den Propheten ein Abkommen traf: Was immer Ich euch an Büchern und Weisheit (Hikmah – das Verständnis der Gesetze Allahs) gebracht habe -, und danach ist zu euch ein Gesandter (Muhammad) gekommen, das bestätigend, was euch (bereits) vorliegt, an den müsst ihr ganz gewiss glauben und dem müsst ihr ganz gewiss helfen. Er sagte: `Erklärt ihr euch einverstanden und nehmt ihr unter dieser (Bedingung) Meine Bürde an?` Sie sagten: `Wir erklären uns einverstanden.` Er sagte: `So bezeugt es, und Ich gehöre mit euch zu den Zeugnis Ablegenden.`“ (3:81).

Dieser Gesandte, der das bestätigte, was ihnen vorlag, ist Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm), wie in sahīh Berichten von ibn `Abbās und anderen überliefert wurde.

Majmū` Fatāwa al-Scheikh Muhammad ibn `Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) 1/315 

Siehe auch Frage Nr. 10551 für weitere Informationen. 

Islam Q&A


Der Grund, warum es kein Bild des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gibt

Der Grund, warum es kein Bild des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gibt

Frage (Nr. 10452): 

Warum gibt es nirgendwo auf der Welt ein Bild des Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm)? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Der Islam kam, um alle Mittel, die zum Schirk oder der Beigesellung Allahs führen könnten, zu verhindern. Zu diesen Mitteln gehört das Erstellen von Bildern, daher verbietet die Scharī`ah das Erstellen von Bildern und verflucht denjenigen, der es tut und eine ernste Warnung wird ihm erteilt. Es wurde von `Ā’ischah, der Mutter der Gläubigen, berichtet, dass Umm Habībah und Umm Salamah eine Kirche erwähnten, die sie in Abessinien gesehen hatten, in der es Bilder gab. Sie erwähnten es dem Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gegenüber und er sagte: „Diese Leute errichteten, wenn es einen rechtschaffenen Mann unter ihnen gab und er starb, einen Ort der Anbetung über seinem Grab und stellten solche Bilder darauf. Sie werden am Tag der Auferstehung vor Allah zu den übelsten Kreaturen gehören.“ (Bukhāri, al-Salāh #409). 

Es wurde berichtet, dass `Ā’ischah (möge Allah mit ihr zufrieden sein) sagte: „Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) kam von einer Reise zurück und ich hatte einen Vorhang, auf dem Bilder waren, vor meinen Raum (vor die Tür) gezogen. Als der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) das sah, zerriss er ihn und sagte: `Diejenigen, die am Tag der Auferstehung die schlimmste Strafe erhalten, werden die sein, die versuchen, die Schöpfung Allahs nachzuahmen.` Daher machten wir daraus (aus dem Vorhang) ein oder zwei Kissen.“ (Bukhāri, al-Libās #5498). 

Es wurde berichtet, dass `Abd-Allah ibn Mas`ūd sagte: „Ich hörte den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen: `Diejenigen, die am Tag der Auferstehung am härtesten bestraft werden, werden die sein, die Bilder herstellen.`“ (Bukhāri, al-Libās #5494). 

Wie also sollte er die Erlaubnis erteilt haben, ein Bild von ihm zu erstellen? Keiner der Sahābah wagte es, ein Bild oder Abbild von ihm zu machen, denn sie kannten die Regel, dass so etwas harām ist. 

Allah warnt vor Übertreibung, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): „0 Leute der Schrift (Christen), übertreibt nicht in eurer Religion …“ (4:171).

Und der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) warnte davor, hinsichtlich ihm selbst (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) etwas zu tun, was ein Überschreiten der Grenzen beinhaltet. Er sagte: „Übertreibt nicht mit mir, wie die Christen mit dem Sohn Maryams übertrieben, denn ich bin nur ein Diener. Sagt daher: `Der Diener Allahs und Sein Gesandter.`“ (Bukhāri, Ahādīth al-Anbiya’ #3189). 

Imām Muhammad ibn `Abd al-Wahhāb schrieb ein Kapitel mit dem Titel „Mā jā`a `an sabab kufr Bani Adam huwa al-ghulw fi-l-sālihīn“ (Was als Bestätigung berichtet wurde, dass der Grund für den Kufr der Söhne Adams ihre Übertreibung mit den Rechtschaffenen war), in dem er sagte: „In al-Sahīh wird überliefert, was ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) zu der folgenden Āyah (ungefähre Bedeutung) sagte: „Und sie haben gesagt: ,Verlasst doch nicht eure Götter; verlasst doch nicht Wadd, noch Suwa’, noch Yaghuth, Ya’uq und Nasr (das sind die Namen ihrer Götter).`“ (71:23) – „Dies waren die Namen rechtschaffener Männer des Volkes von Nūh. Als sie starben, inspirierte der Schaytān ihr Volk, Altäre aus Stein an den Stellen, wo sie zu sitzen pflegten, zu errichten und sie mit ihren Namen zu benennen. Sie taten das, doch sie beteten sie nicht an, bis jene Menschen starben, dann geriet das Wissen in Vergessenheit und sie wurden angebetet.“ 

Ibn al-Qayyim sagte: „Mehr als einer der Salaf sagte: `Als sie starben, begannen die Menschen, ihre Gräber zu besuchen, dann errichteten sie Statuen für sie und als die Zeit verging, begannen sie damit, sie anzubeten.`“ (Fath al-Majīd Scharh Kitāb al-Tauhīd von `Abd al-Rahmān ibn Hasan, S. 219). 

Aus diesem Grund gibt es keine Bilder des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm), denn er verbot diese Tat, damit sie nicht zu Schirk führen kann. 

Die Konsequenz des Bekenntnisses, dass Muhammad der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ist, ist, dass wir an ihn und an die Botschaft, die er brachte, glauben, auch wenn es keine Bilder von ihm gibt. Die Gläubigen benötigen kein Bild von ihm, um ihm zu folgen. Seine durch sahīh Überlieferungen vorhandene Beschreibung bedeutet für uns, dass wir kein Bildnis von ihm benötigen. Zu den Beschreibungen, die überliefert wurden, gehören die folgenden: 

1.      Er (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) war das freundlichste Gesicht unter den
Menschen.

2.         Er hatte breite Schultern.

3.         Er war weder groß noch klein (von durchschnittlicher Größe).

4.         Er hatte ein rundes Gesicht mit rötlicher Hautfarbe.

5.         Seine Augen waren tiefschwarz.

6.         Er hatte lange Wimpern.

7.      Er war das Siegel der Propheten, der großzügigste Mensch beim Geben, er war der geduldigste und zufriedenste aller Menschen, er war von allen Menschen am aufrichtigsten in seiner Rede, er hatte den freundlichsten Charakter von allen und war am gelassensten im Umgang mit anderen. Wer ihn plötzlich sah, blieb in Ehrfurcht stehen, und wer ihn traf, liebte ihn. Diejenigen, die ihn beschrieben, sagten, dass sie niemals jemanden wie ihn vorher oder später sahen. 

Siehe in Sunan al-Tirmidhi, al-Manāqib #3571, und in anderen Büchern der Sunnah, welche Beschreibungen des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) liefern. 

Zweifelsfrei wünschen sich die Gläubigen, dass sie den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) hätten treffen können. Daher heißt es in dem von Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) überlieferten Hadīth, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die von mir am meisten geliebten Menschen meiner Ummah werden jene sein, die nach mir kommen, doch jeder von ihnen wird das starke Verlangen danach haben, einen flüchtigen Blick auf mich werfen zu können, selbst auf Kosten seiner Familie und seines Vermögens.“ (Muslim, al-Jannah wa Sifat Na`īmah, #5060). Unzweifelhaft sind die Liebe zum Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) und ihm zu folgen Mittel, um mit ihm im Paradies vereint zu sein. Bestandteil der Liebe zu ihm (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ist es, ihn im Traum zu sehen, was bedeutet, ihn in seiner wahren Gestalt zu sehen. Es wurde berichtet, dass Abu Hurayrah sagte: „Ich hörte den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen: `Wer mich in einem Traum sieht, wird mich sehen, wenn er wach ist, denn der Schaytān kann nicht meine Gestalt annehmen.`“ Abu `Abd-Allah sagte, dass ibn Sīrīn sagte: „Dies trifft zu, wenn jemand ihn in seiner richtigen Gestalt sieht.“ (Bukhāri, al-Ta`bīr, #6478). 

Und Allah ist die Quelle unserer Stärke. Möge Allah unseren Propheten Muhammad segnen. 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Kann gesagt werden, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) „Habīb-Allah“ (der Liebling Allahs) ist?

Kann gesagt werden, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) „Habīb-Allah“ (der Liebling Allahs) ist? 

Frage (Nr. 34634): 

Kann der Prophet beschrieben werden als „Habīb-Allah“ (der Liebling Allahs)? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Scheikh Muhammad ibn `Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ist zweifelsohne der von Allah Geliebte; er liebt Allah und Allah liebt ihn. Doch gibt es eine bessere Beschreibung als das, welche lautet: Khalīl-Allah (der enge Vertraute Allahs). Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) war der enge Vertraute Allahs, wie er (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Allah hat mich zum engen Vertrauten (Khalīl) genommen, wie Er auch Ibrāhīm zum engen Vertrauten nahm.“ (Muslim #532). 

Ein enger Vertrauter zu sein ist die perfekteste Form der Liebe. 

Daher gibt derjenige, der ihn als „Habīb“ beschreibt, ihm nicht sein volles Recht. Enge Vertrautheit (ein Khalīl zu sein) ist großartiger und edler als Liebe. All die Gläubigen werden von Allah geliebt, doch der Gesandte (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) nimmt einen höheren Rang ein als dies, nämlich enge Freundschaft. Allah hat ihn als engen Freund auserwählt, wie Er auch Ibrāhīm zum engen Freund nahm. Wir sagen deshalb, dass Muhammad der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) und der enge Vertraute Allahs ist. Dies ist besser als die Aussage, er sei der von Allah Geliebte, denn das arabische Wort Khillah (enge Freundschaft) umfasst Liebe und mehr, es ist die vollkommene Liebe.“ (Majmū`Fatāwa ibn `Uthaymīn [möge Allah ihm barmherzig sein] 1/319). 

Scheikh al-Islam sagte in Majmū`al-Fatāwa 10/204: „Die Meinung einiger Leute, dass Muhammad der von Allah Geliebte ist und Ibrāhīm der enge Freund Allahs, sowie ihre Auffassung, dass Liebe (Hubb) höher gestellt sei als enge Freundschaft (Khillah), ist eine schwache Meinung, denn Muhammad ist auch der enge Freund Allahs (Khalīl-Allah), wie in vielen sahīh Ahādīth bewiesen wurde.“ 

Und ibn al-Qayyim sagte in Raudat al-Muhibbīn 1/49: „Einige derjenigen, die kein Wissen haben, glauben, dass ein „Geliebter“ (Habīb) über einem „engen Freund“ (Khalīl) steht. Deshalb sagen sie: „Muhammad ist der von Allah Geliebte und Ibrāhīm ist der enge Freund Allahs.“ Dies ist aber aus mehreren Gründen falsch: 

Zum Beispiel: Enge Freundschaft ist speziell wohingegen Liebe allgemein gehalten ist. Allah liebt diejenigen, die bereuen, und Er liebt diejenigen, die sich reinigen, und Er sagt über Seine gläubigen Diener (ungefähre Bedeutung): „… die Er liebt und die Ihn lieben …“ (5:54).

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte, dass er keinen engen Freund unter den Menschen dieser Welt hatte, doch er bestätigte, dass die von ihm am meisten geliebte Frau `Ā’ischah und der am meisten geliebte Mann ihr Vater war. 

Und er sagte: „Allah hat mich zum engen Freund (Khalīl) genommen, ebenso wie Er Ibrāhīm zum engen Freund genommen hatte.“ 

Und er sagte: „Wenn ich mir von den Menschen dieser Welt einen engen Freund genommen hätte, hätte ich Abu Bakr als engen Freund erwählt, doch es ist (zwischen uns) Brüderschaft und die Liebe des Islams.“ 

Anmerkung: Es gibt einen Hadīth, der oben stehender Aussage, dass enge Freundschaft (Killah) höher steht als Liebe (Hubb), entgegen zu stehen scheint. Es wurde nämlich von al-Tirmidhi (#3161) berichtet, dass ibn `Abbās sagte: „Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: `Ibrāhīm war der enge Freund Allahs und Mūsa war derjenige, mit dem Allah sprach, und `Isa war Geist und Wort, von Allah erschaffen, und Ādam war von Allah erwählt, doch ich bin der von Allah Geliebte und ich prahle nicht…“. 

Dieser Hadīth ist da`īf (schwach) und wurde nicht sicher vom Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) überliefert. Er wurde als da`īf von al-Albāni in Da`īf al-Tirmidhi klassifiziert.  

Islam Q&A


Was ist die Aufgabe von `Isa (Friede sei auf ihm)?

Was ist die Aufgabe von `Isa (Friede sei auf ihm)? 

Frage (Nr. 9514): 

Ich würde gern wissen, was die Pflichten und Aufgaben von Jesus als „al-Masih“ im Islam sind. Viele christliche, anti-islamische Websites stellen diese Frage. Es ist nicht so, dass mein Glaube nicht stark wäre, doch hätte ich die Frage gern beantwortet. 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

`Isa (Friede sei auf ihm) hat zwei Aufgaben: 

1.         Seine erste Aufgabe hatte er bevor Allah ihn in den Himmel erhob, als die Juden ihn kreuzigen wollten. Seine Funktion in jener Zeit war, wie bei jedem anderen Propheten auch, die Botschaft zu verkünden. Allah gab ihm das Injīl (Evangelium), um die Taurāh (Torah) zu bestätigen, und Er gab ihm Wunder, die wohl bekannt sind, wie z. B. die Heilung der Blinden und Aussätzigen und die Erweckung der Toten durch Allahs Erlaubnis sowie weitere Wunder. 

Er rief sein Volk auf, Allah allein zu dienen und an Ihn allein zu glauben (Tauhīd) und er war ein Zeuge gegen sie, solange er bei ihnen blieb. 

2.         Seine zweite Aufgabe wird am Ende der Zeit sein, wenn der Dajjāl erscheint. Allah wird `Isa zur Erde herabsenden und dieser wird der Führer der Gläubigen sein, der sie gemäß der islamischen Scharī`ah beherrscht. Er wird den Dajjāl töten und der Mahdi wird während seiner Zeit erscheinen. Der Segen Allahs wird herabkommen, sodass die Milch eines Kamels ausreichend sein wird für eine große Anzahl an Menschen und Vermögen wird reichlich vorhanden sein. Zu dieser Zeit werden Ya’jūj und Ma’jūj (Gog und Magog) erscheinen und Unheil auf der Erde verbreiten. Allah wird sie zerstören und `Isa (Friede sei auf ihm) wird gemäß der islamischen Scharī`ah über die Erde herrschen, bis er stirbt und die Muslime das Totengebet für ihn verrichten. Dann wird Allah eine kühle Brise senden, die die Seele jedes Gläubigen nimmt, und danach wird nichts mehr übrig sein, außer den schlimmsten Menschen, über die die Stunde kommen wird. 

Scheikh Sa’d al-Humayd


Kam Jesus zur Erde zurück, nachdem er erhoben wurde, oder nicht?

Kam Jesus zur Erde zurück, nachdem er erhoben wurde, oder nicht? 

Frage (Nr. 3221): 

Wurde Jesus (Friede sei auf ihm) zweimal zu Allah erhoben? Denn ich habe in einigen Büchern gelesen, dass Jesus (Friede sei auf ihm) zu den Himmeln erhoben und später wieder herab gebracht wurde, um seine Mutter zufriedenzustellen und um den Juden etwas mitzuteilen. Dann ging er wieder. Ist das wahr? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Allah, gepriesen und erhaben ist Er, informiert uns in folgender Āyah darüber, dass Jesus (Friede sei auf ihm) einmal in den Himmel erhoben wurde (ungefähre Bedeutung): „Nein! Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben. …“ (4:158) und Allah informiert uns nicht darüber, dass Jesus zu dieser Erde zurückgesandt wurde. Diejenigen also, die behaupten, dass Jesus zu dieser Erde zurückgesandt wurde, müssen uns Beleg und Beweis bringen. Wenn sie das nicht können – und sie werden nie dazu in der Lage sein – dann hat ihre Argumentation keine Basis. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Als Allah sagte: „O ‘Isa (Jesus), Ich werde dich (nunmehr) abberufen und dich zu Mir emporheben und dich von denen, die ungläubig sind, reinigen (von der falschen Aussage, dass `Isa/Jesus Allahs Sohn sei) und diejenigen, die dir folgen (Monotheisten, die niemandem außer Allah dienen), bis zum Tag der Auferstehung über diejenigen stellen, die ungläubig sind (die nicht an die Einheit Allahs glauben oder nicht Seine Gesandten oder an Seine Bücher). Hierauf wird eure Rückkehr zu Mir sein, und dann werde Ich zwischen euch richten über das, worüber ihr uneinig zu sein pflegtet.“ (3:55).

Ibn Jarīr (möge Allah ihm barmherzig sein) erläuterte, dass das Wort „mutawaffīka“ (was sich üblicherweise auf den Tod bezieht und hier als „emporheben“ übersetzt wurde; Anmerkung des englischen Übersetzers) sich auf das Emporheben bezieht, doch die meisten der Gelehrten sagten, dass die Bedeutung hier „Schlafen“ sei, wie Allah an anderer Stelle im Qur’ān sagt (ungefähre Bedeutung):  

„Er ist es, Der euch bei Nacht (wenn ihr schlaft) abberuft (eure Seelen – yatawaffākum) …“ (6:60) 

„Allah beruft die Seelen zur Zeit ihres Todes ab (yatawaffā) und auch diejenigen, die nicht gestorben sind, während ihres Schlafes. …“ (39:42). 

Als er vom Schlaf erwachte, pflegte der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) zu sagen: „Al-hamdu Lillāh illadhi ahyānā ba’da mā amātanā wa ilayh il-nushūr“ (Alles Lob gebührt Allah, Der uns lebendig machte, nachdem Er uns hatte sterben lassen, und zu Ihm ist die Auferstehung.“ (Bukhāri #6312; Muslim #2711). 

Allahs Aussage, dass Er Jesus in den Himmel erhob, ist auch eine Zurückweisung der Behauptung der Juden, sie hätten ihn getötet. Allah, gepriesen ist Er und erhaben, sagt (ungefähre Bedeutung): „(Verflucht sind sie) dafür, dass sie ihr Abkommen brachen und Allahs Zeichen (Āyāt) verleugneten und (dass sie) die Propheten zu Unrecht töteten und (dass sie) sagten: „Unsere Herzen sind verhüllt (mit Überlagerungen, d. h. wir verstehen nicht, was die Gesandten sagen).“ – Nein! Vielmehr hat Allah sie für ihren Unglauben versiegelt; darum glauben sie nur wenig, – und dass sie (die Juden) ungläubig waren und gegen Maryam (Maria) gewaltige Verleumdung aussprachen (dass sie illegalen Geschlechtsverkehr gehabt habe), und dafür, dass sie (prahlerisch) sagten: „Gewiss, wir haben al-Masih ‘Isa, den Sohn Maryams (Jesus, den Sohn der Maria), den Gesandten Allahs getötet.“ – Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so (sie töteten einen anderen Mann). Und diejenigen, die sich darüber uneinig sind, befinden sich wahrlich im Zweifel darüber. Sie haben kein Wissen darüber, außer dass sie Mutmaßungen folgen. Und sie haben ihn (`Isa/Jesus) mit Gewissheit nicht getötet. Nein! Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben (in die Himmel). Allah ist allmächtig und allweise. Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift (Juden und Christen), der nicht noch vor dessen Tod ganz gewiss an ihn glauben wird (an `Isa/Jesus, nur als Gesandter Allahs und als Mensch). Und am Tag der Auferstehung wird er (`Isa/Jesus) über sie Zeuge sein.“ (4:155-159).

Jesus (Friede sei auf ihm) ist noch nicht gestorben; Allah hat ihn zu Sich erhoben, denn die Juden wollten ihn töten, und er wird am Ende der Zeit wieder herabkommen und die Erde gemäß dem Islam beherrschen. Er wird solange leben, wie Allah es für ihn will, dann wird er sterben und die Muslime werden für ihn beten (das Totengebet/Janāzah). Ibn Kathīr (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Das Pronomen in dem Ausdruck `vor dessen Tod` bezieht sich auf Jesus (Friede sei auf ihm), d. h. es gibt keinen der Leute der Schrift, der nicht an Jesus glauben muss – das ist so, wenn er vor dem Tag der Auferstehung zur Erde zurückkommt, wie wir nachstehend erklären werden. Zu der Zeit werden alle Leute der Schrift an ihn glauben, er wird die Jizyah abschaffen und nichts akzeptieren außer dem Islam… 

Die Āyah (ungefähre Bedeutung): „… und dich von denen, die ungläubig sind, reinigen …“ (3:55) bedeutet „dich zu Mir emporheben“ und „diejenigen, die dir folgen, bis zum Tag der Auferstehung über diejenigen stellen, die ungläubig sind“ ist das, was tatsächlich geschah. Als Allah den Messias (Friede sei auf ihm) in den Himmel erhob, spalteten dessen Anhänger sich in verschiedene Gruppen. Einige von ihnen glaubten an das, mit dem Allah ihn entsandte, nämlich dass er ein Diener und Gesandter Allahs war, der Sohn Seiner Dienerin. Einige von ihnen übertrieben mit ihm und machten ihn zu Gottes Sohn, und andere sagten, dass er Gott war oder dass er einer von Dreien war (Trinität). Allah beschrieb das, was sie sagten im Qur’ān und widerlegte sie alle. Sie fuhren jedoch damit für ungefähr dreihundert Jahre fort, dann kam einer der griechischen Könige namens Konstantin und nahm die christliche Religion an. Es heißt, dass dies ein Komplott war, um die Religion zu korrumpieren, dass er ein Philosoph war oder ungebildet. Was auch immer der Fall ist, er veränderte und entstellte die Religion des Messias, fügte Dinge hinzu und kürzte andere hinweg. Es war zur Zeit Konstantins, als Schweinefleisch erlaubt wurde und sie begannen in Richtung Osten zu beten; sie erstellten Bilder in ihren Kirchen, Schreine und Klöster und fügten ihrem Fasten zehn Tage hinzu, wegen einer Sünde, die er begangen hatte, wie sie behaupten. Die Religion des Messias wurde zur Religion von Konstantin. Er ließ mehr als 12.000 Kirchen bauen, Schreine und Klöster, und die Stadt trug seinen Namen (Konstantinopel – jetzt Istanbul). Eine christliche Sekte folgte ihm und sie herrschten mit der Hilfe Allahs über die Juden, denn sie waren näher an der Wahrheit, selbst wenn sie alle Kuffār waren – möge Allah sie alle verfluchen. Als Allah Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) entsandte, glaubten einige von ihnen an ihn, glaubten wahrhaftig an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten und deshalb waren sie Anhänger jedes Propheten, der jemals auf der Erde gelebt hatte.

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Die hohe Stellung des Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm)

Die hohe Stellung des Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) 

Frage (Nr. 2036): 

Ich würde gern etwas über die Stellung des Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) erfahren.  

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Es ist jedem, der den Adhān und den Ruf zum Gebet hört, vorgeschrieben, sie nach dem Muezzin zu wiederholen, und im Anschluss an die Wiederholung des gesamten Adhān sollte man Gebete und Segenswünsche zum Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) senden, dann die Worte rezitieren, die in dem sahīh Hadīth von Jābir ibn `Abd-Allah überliefert wurden, der berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer, wenn er den Ruf zum Gebet hört, Folgendes sagt: `Allāhummah Rabba hādhihi-l-da’wat il-tāmmah wa-l-salāt il-qā’imah, āti Muhammadan al-wasīlata wa-l-fadīlah, wab’athhu maqāman mahmūdan alladhi wa’adtahu` (Oh Allah, Herr dieses vollkommenen Rufes und dieses zu verrichtenden Gebets, gewähre Muhammad die Wasilah und die Fadilah [ein Ort im Paradies und eine Stufe im Paradies; Anmerkung der Übersetzung] und erwecke ihn zu einer ruhmvollen Stellung, die Du ihm versprochen hast) dem wird meine Fürsprache am Tag der Auferstehung gewährt.“ (Bukhāri #579). Es gibt in diesem Du`ā keinen Ausdruck wie `al-darajah al-`āliyah al-rafī`ah` (der hohe und erhöhte Status), deshalb sollte so etwas nicht gesagt werden. Die Konjunktion „wa“ in dem Ausdruck „al-wasīlata wa-l-fadīlah“ ist erläuternd; Wasīlah ist der Stand, der höher ist als der Rest der Schöpfung. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) erklärte dies in dem von `Abd-Allah ibn `Amr ibn al-`Ās überlieferten Hadīth, der sagte, dass er den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen hörte: „Wenn ihr den Muezzin hört und das sagt, was er sagt, dann sendet Segenswünsche für mich. Wer auch immer Segenswünsche für mich sendet, für den wird Allah zehnfache Segenswünsche senden. Dann bittet Allah, mir al-Wasīlah zu gewähren, denn es ist ein Rang im Paradies, den nur ein einziger Diener Allahs erreichen wird, und ich hoffe, dass ich dieser eine sein werde. Wer für mich um al-Wasīlah bittet, dem wird Fürsprache gewährt werden.“ (Muslim #577). 

Die „gepriesene Stellung“ (Maqām mahmūd) ist die Fürsprache vor Allah, sodass Dieser damit beginnt, zwischen Seinen Dienern zu richten, und niemandem wird dies gewährt außer Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm). Dies wird in den Worten Allahs erwähnt, die an den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gerichtet sind: „Verrichte das Gebet (al-Salāh) beim Neigen der Sonne bis zum Dunkel der Nacht (d. h. die Dhuhr, `Asr, Maghrib und Ischa’ Gebete), und (auch) die (Qur’an-) Lesung (in) der Morgendämmerung (d. h. dem Morgengebet). Gewiss, die (Qur’an-) Lesung (in) der Morgendämmerung wird (von den Engeln) bezeugt. Und (einen Teil) der Nacht, verbringe ihn damit (d. h. rezitiere den Qur’ān im freiwilligen Tahajjud-Gebet), zusätzlich für dich (oh Muhammad). Vielleicht wird dich dein Herr zu einer lobenswerten (Rang-) Stellung (Maqām mahmūd – eine Stellung von Ehre und Lob, d. h. die höchste Stufe im Paradies) erwecken.“ (17:78-79). 

Sie wird al-Maqām al-mahmūd genannt, weil die gesamte Schöpfung Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) für seinen Rang lobpreist, denn seine Fürsprache wird ihre Drangsal an diesem schrecklichen Tag erleichtern, indem der Prozess des Gerichts in Gang gesetzt wird. Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Als Magie gegen den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) verwendet wurde, beeinträchtigte dies nicht seinen Gottesdienst

Als Magie gegen den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) verwendet wurde, beeinträchtigte dies nicht seinen Gottesdienst 

Frage (Nr. 2070): 

Wie wurde Magie gegen den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) eingesetzt, wo er doch derjenige ist, dem niemand im Gottesdienst gleichkommen konnte? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Die korrekte Ansicht lautet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) von der Magie nicht physisch, mental oder spirituell geschädigt wurde oder in Hinblick auf die Botschaft, die ihm zu verkünden auferlegt wurde. Keiner der Menschen bemerkte oder erwähnte irgendeine Veränderung in seinem Leben oder in seinem Umgang mit ihnen, bei seinem Salāh, Adhkār oder seinen Lehren. Der Einfluss der Magie hatte mit der intimen Beziehung zu seinen Frauen zu tun oder zu einigen seiner Frauen und es wurde nur von `Ā’ischah berichtet, die erwähnte, dass er sich einbildete, er hätte Geschlechtsverkehr mit seinen Frauen gehabt, obwohl es nicht so war. Diese Auswirkung hatte keinerlei Einfluss auf die Botschaft; es geschah durch den Willen und die Bestimmung Allahs, aus einem Grund. Allah prüfte einige der rechtschaffenen Leute, wie die Propheten, schwerer als andere und die Prüfungen stehen im Einklang mit dem Grad der Rechtschaffenheit eines Menschen. Und Allah weiß es am besten. 

Al-Lu’lu al-Makīn min Fatāwa al-Scheikh ibn Jibrīn, S. 65