Der Ehemann wird wütend,
wenn seine Frau ein Mädchen zur Welt bringt
Frage (Nr. 11422):
Einige Muslime, möge Allāh sie rechtleiten, werden wütend, wenn Allāh sie mit Töchtern segnet, und sie sind betrübt, wenn sie eine Tochter erhalten. Ich kenne jemanden, der seine Frau mit Scheidung bedroht, wenn sie eine Tochter austrägt. Ich hoffe, dass ihr etwas Licht in diese Angelegenheit bringen könnt, aus Sicht der islamischen Scharī`ah.
Antwort:
Alles Lob gebührt Allāh.
Zweifellos ist solch eine Einstellung eine Einstellung der Jāhiliyyah und gehört zum Verhalten ihrer schlecht erzogenen Leute, die in Qur’ān und Sunnah verdammt und verurteilt werden.
Wie ähnlich die Dinge von heute doch jenen der früheren Zeiten sind. Wenn man irgendeine Entbindungsklinik in einem muslimischen Land besucht und sich die Gesichter derjenigen anschaut, denen Töchter geboren wurden, sich ihr Gerede anhört und sieht, in welchem Zustand sie sich befinden, dann erkennt man die absonderliche Ähnlichkeit zwischen ihnen und den Menschen der Jāhiliyyah, über die Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Wenn einem von ihnen die frohe Botschaft (von der Geburt) eines Mädchens verkündet wird, bleibt sein Gesicht finster, und er hält (seinen Grimm) zurück. Er verbirgt sich vor den Leuten wegen der schlimmen Nachricht, die ihm verkündet worden ist. Soll er es trotz der Schmach behalten oder es in die Erde stecken? Wie böse ist, was sie urteilen!“ (16:58-59).
Zu den offenkundigen Manifestationen ihrer Abneigung gegenüber Töchtern gehört es, wenn sie durch eine Ultraschalluntersuchung herausfinden, ob sie einen Sohn oder eine Tochter bekommen, dass sie die Botschaft eines Sohnes sofort an ihre Familie weiterleiten, während sie die einer Tochter verschweigen. Das ist eine ernst zu nehmende Angelegenheit, durch die eine ganze Anzahl an harām Dingen entsteht, einschließlich der folgenden:
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Es beinhaltet die Ablehnung der Bestimmung Allāhs.
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Es ist die Zurückweisung eines Geschenks von Allāh, anstatt Ihm dafür dankbar zu sein. Das allein reicht schon aus, um Allāhs Zorn zu ernten und sich der Bestrafung auszusetzen.
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Es beinhaltet eine Erniedrigung der Frau sowie ihre Herabwürdigung und setzt sie einem unsäglichen Druck aus.
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Es ist ein Zeichen der Dummheit, Unwissenheit und des mangelnden Verstandes.
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Dadurch ist man den Leuten der Jāhiliyyah ähnlich.
Der Muslim sollte solch ein Verhalten vermeiden und sich vor so einer destruktiven Denkweise hüten. Sich Allāhs Bestimmung zu unterwerfen ist obligatorisch und sie zu akzeptieren ist eine Eigenschaft des Gläubigen.
Außerdem ist der Vorzug von Mädchen nicht unbekannt, denn sie sind unsere Mütter und Schwestern und Ehefrauen. Sie sind die eine Hälfte der Gesellschaft, welche die andere Hälfte zur Welt bringt, und somit sind sie die Gesellschaft an sich. Siehe Tuhfat al-Maulūd fi Ahkām al-Maulūd von ibn al-Qayyim, S. 16.
Ein weiterer Beweis ihres Vorzuges ist die Tatsache, dass Allāh ihre Ankunft ein Geschenk nennt (etwas, das gegeben wird) und sie vor den männlichen Nachkommen in der folgenden Āyah nennt (ungefähre Bedeutung): „… Er schenkt, wem Er will, (nur) weibliche, und Er schenkt, wem Er will, (nur) männliche (Nachkommen).“ (42:49).
Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) erklärte auch ihren Vorzug und mahnte dazu, sie gut zu behandeln, indem er sagte: „Wer durch Mädchen geprüft wird und er behandelt sie gütig, dem werden sie ein Schutz vor dem Feuer sein.“ (al-Bukhāri #1418, mit al-Fath; Muslim #2729)
Al-Īmān bi-l-Qadā’ wa-l-Qadar von Muhammad ibn Ibrāhīm al-Hamad, S. 160