Islam Fragen & Antworten

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Lehren über die Jinn

Lehren über die Jinn

 

Frage (Nr. 187534):

 

Ich fühle mich sehr von den Jinn und ihrer Kultur angezogen. Ich denke, ich liebe sie und möchte mehr über sie wissen.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allah.

 

Die Jinn stellen einen wichtigen Bestandteil der Schöpfung Allahs dar, den Allah an vielen Stellen im Qur’an erwähnte. Eine der wichtigsten davon ist die in Surah al-Jinn, wo Allah uns über die gewaltige Weisheit und Urteilsfähigkeit, mit der viele von ihnen gesegnet wurden, obwohl sie doch anders sind als die Menschen, informiert. Sie waren verblüfft, als sie das Wort der Wahrheit und des Glaubens hörten und die Verse des Himmels, rezitiert durch die Lippen des Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien mit ihm). So waren sie aufrichtig Allah, erhaben und gepriesen ist Er, gegenüber und sie waren aufrichtig sich selbst gegenüber. Sie konnten nicht anders, als sich der Wahrheit zu unterwerfen, die sie hörten, und alle Arroganz und Sturheit, Zweifel und Zögern beiseite zu schieben. Sie trafen ihre Entscheidung, an das Siegel der Propheten zu glauben, welches von `Isa ibn Maryam (Friede sei mit ihm) angekündigt worden war, ohne den trügerischen Argumenten und Zweifeln der Polytheisten Aufmerksamkeit zu schenken. Denn die Wahrheit kann nicht durch sündhafte Versuche besudelt werden und sie kann auch nicht durch fehlerhafte Argumente verborgen werden, welche darauf abzielen, die Menschen vom Hauptzweck abzulenken, für den Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien mit ihm) entsandt wurde, nämlich die Bestätigung der Botschaft des Tauhid (die Bestätigung der Einheit Allahs) der vorangegangenen Gesandten, die Verbreitung edler Werte und Verhaltensweisen unter den Menschen und die Vervollständigung der Mission aller vorherigen Propheten. Die Menschen sollten von der Anbetung anderer zur Anbetung des Herrn der Menschen geführt werden, von den Zwängen dieser Welt zum Reichtum des Jenseits, von der Ungerechtigkeit menschengemachter Gesetze zur Gerechtigkeit und Barmherzigkeit des Islams.

 

Allah, erhaben ist Er und gepriesen, sagt (ungefähre Bedeutung): „Und (gedenke,) als Wir eine kleinere Schar (3-10) Jinn veranlassten, sich zu dir (oh Muhammad) zu begeben und dem Qur’an zuzuhören. Als sie zu ihm eingefunden hatten, sagten sie: „Horcht hin!“ Als er dann zum Ende kam, kehrten sie zu ihrem Volk zurück, um sie zu warnen. Sie sagten: „O unser Volk, wir haben ein Buch gehört, das nach Musa (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, das zu bestätigen, was vor ihm war, und das zur Wahrheit und zu einem geraden Weg (dem Islam) leitet. 0 unser Volk, erhört Allahs Rufer (Muhammad) und glaubt an ihn, so vergibt Er euch (etwas) von euren Sünden und gewährt euch Schutz vor schmerzhafter Strafe (in der Hölle). Wer Allahs Rufer nicht erhört, wird sich (Ihm) auf der Erde doch nicht entziehen können, und er hat außer Ihm keine Schutzherren. Jene befinden sich in deutlichem Irrtum.““ (46:29-32).

 

Professor Sayyid Qutb (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Diese Verse handeln, wie die Surah, von der großen Überraschung unter den Jinn, als sie zum ersten Mal dem Qur’an lauschten. Er hat eine große Auswirkung auf ihren Verstand, ihre Herzen und Gefühle und sie waren erfüllt von Emotionen, woraufhin sie zu ihrem Volk hasteten, um ihm davon zu erzählen. Ihr Bericht zeugt von ihren aufgewühlten Emotionen, denn er ist in einem fließenden, warmen, aufgeregten und freudigen Stil gehalten. Ihre Überraschung war gewaltig und ihre folgende Reaktion nur natürlich.

 

„Wir haben einen wunderbaren Qur’an gehört“ (72:1 in ungefährer Bedeutung) – Das Erste, was sie an der qur’anischen Rede erkannten, war, dass sie unbekannt ist und den Zuhörer erstaunt. So wird der Qur’an von demjenigen empfunden, der mit einem offenen und positiven Geist zuhört. Er wird erkennen, dass der Qur’an wirkliche Macht besitzt, starken Reiz und wunderschöne Rhythmen, welche das Herz berühren. Er ist tatsächlich wunderbar und wir können erkennen, dass die Gruppe von Jinn, die ihn hörte, einen edlen literarischen Geschmack besaß.

 

„der zur Besonnenheit leitet“ (72:2 in ungefährer Bedeutung) – Das ist das zweite besondere Merkmal des Qur’ans, welches die Jinn sofort in ihren Herzen verspürten. Es ist wahr, dass der Qur’an zu dem leitet, was recht und sinnvoll ist, doch der hier verwendete Ausdruck weist auch auf Reife und Weisheit hin, wodurch Richtig von Falsch unterschieden werden kann. Es fügt ein Element der Erkenntnis hinzu, das üblicherweise zur Wahrheit leitet und zu dem, was richtig und gut ist. Außerdem begründet es einen Bund mit der Quelle des Lichts und der Rechtleitung sowie eine Harmonie mit wichtigen universellen Gesetzen. Dadurch leitet der Qur’an zur Weisheit, ebenso wie er einen Lebenskodex entwirft, wie er von keiner anderen menschlichen Gemeinschaft jemals erlebt wurde. Dieses System erlaubt es Individuen und Gemeinschaften, erhabene Ebenen persönlicher Moral zu erreichen und edle Werte hinsichtlich der sozialen Beziehungen und Interaktionen.

 

„so haben wir an ihn geglaubt“ (72:2 in ungefährer Bedeutung) – Das ist die natürliche und gesunde Reaktion beim Zuhören des Qur’ans und Verstehen seines Wesens. Die Surah gibt diese Antwort den Ungläubigen in Makkah, die dem Qur’an zuzuhören pflegten, aber nicht daran glaubten. Sie ordneten ihn sogar den Jinn zu, behauptend, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien mit ihm) ein Wahrsager sei, ein Dichter oder Verrückter, beeinflusst von den Jinn. An dieser Stelle sehen wir die Jinn sich über den Qur’an wundernd, stark beeinflusst von seiner Rhetorik und unfähig, ihm zu widerstehen. Wir sehen ihre Fähigkeit, die Wahrheit zu erkennen und sich ihr zu unterwerfen: „so haben wir an ihn geglaubt“. Sie konnten sich nicht von der Wahrheit abwenden, die sie so deutlich erkannt hatten.

 

„und wir werden unserem Herrn niemanden beigesellen.“ (72:2) – Sie befinden sich im vollkommenen Glauben, frei von jedem Element des Polytheismus, der Täuschung oder des Aberglaubens. Dieser Glaube basiert auf dem Verständnis der Wahrheit, präsentiert durch den Qur’an, d. h. die Wahrheit von Gottes absoluter Einheit.“ (Zitat aus „Shade of the Qur’an)

 

Diese Gruppe Jinn wurde gerettet, als sie der Stimme tief im Innern ihrer Herzen antworteten, die sie darüber nachdenken ließ, warum sie den Glauben an das Siegel der Propheten (Allahs Frieden und Segen seien mit ihm) ablehnten, welches entsandt wurde, um die edlen Charaktereigenschaften zu vervollständigen, um die Menschen dazu aufzurufen, die Einheit Allahs zu bestätigen, erhaben ist Er, und um an alle Gesandten und Propheten zu glauben, die vorher kamen. Obwohl diese Stimme manchmal stark wird, wenn die Seele rein und ruhig ist, und zu anderen Zeiten wieder schwach, wenn die Seele sich von den weltlichen Angelegenheiten ablenken lässt, haben sie die Prüfung bestanden und sie verdienen es, dass man ihrer jedes Mal gedenkt, wenn Allah sie im edlen Qur’an erwähnt.

 

Wir haben bereits viele Einzelheiten aus der Welt der Jinn erklärt, wie beispielsweise in den folgenden Fatwas:

 

Das Reich der Jinn: #2340, 13378, 20666
Lesen die Jinn den Qur’an?: #166892
Können die Jinn ihre Gestalt ändern?: #157606
Die Gefährten unter den Jinn: #149459
Gab es Gesandte unter den Jinn?: #140629
Unterschiede zwischen den Jinn und dem Schaytan: #108679
War Iblis der Vater aller Jinn?: #102373
Können wir die Jinn sehen?: #40703
Jeder Mensch hat einen Gefährten von den Jinn: #26226
Sie glaubt, die Jinn würden in ihrem Haus stehlen: #101681
Können wir uns vor den Jinn schützen?: #10513

 

Und Allah weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Die Zehn Gebote

Die Zehn Gebote

 

Frage (Nr. 2273):

 

Ich möchte gern wissen, ob es im Qur’ān etwas gibt, das den Zehn Geboten im Alten Testament ähnelt, insbesondere der Anweisung, nicht töten zu dürfen.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Wir danken dir für deine Frage, welche dein Interesse am Qur’ān zeigt. Wir freuen uns, dir antworten zu dürfen.

 

Es gibt im Qur’ān bestimmte Āyāt (Verse), die von einigen Gelehrten die Verse der Zehn Gebote genannt werden, weil sie zehn wichtige Befehle Allāhs an die Menschheit enthalten. Diese Āyāt sind in zwei Abschnitten des Qur’āns zu finden.

 

Der erste ist in Sūrah al-An`ām, wo Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Sag: Kommt her! Ich will euch verlesen, was euer Herr euch verboten hat: Ihr sollt Ihm nichts beigesellen, und zu den Eltern gütig sein; und tötet nicht eure Kinder aus Armut – Wir versorgen euch und auch sie; und nähert euch nicht den Abscheulichkeiten (al-Fawāhisch – beschämenden Sünden, unerlaubtem Geschlechtsverkehr etc.), was von ihnen offen und was verborgen ist; und tötet nicht die Seele, die Allāh verboten hat (zu töten), außer aus einem rechtmäßigen Grund (entsprechend dem islamischen Gesetz)! Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr begreifen möget. Und nähert euch nicht dem Besitz des Waisenkindes, außer auf die beste Art, bis es seine Vollreife erlangt hat. Und gebt volles Maß und Gewicht in Gerechtigkeit. Wir erlegen keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag. Und wenn ihr euer Wort gebt (d. h. zwischen zwei Leuten richtet oder eine Zeugenaussage tätigt), dann seid gerecht, auch wenn es um einen Verwandten geht. Und haltet euren Bund gegenüber Allāh. Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr (es) bedenken möget! Und (Er hat euch anbefohlen:) Dies ist Mein Weg, ein gerader. So folgt ihm! Und folgt nicht den (anderen) Wegen, damit sie euch nicht von Seinem Weg auseinanderführen! Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget!“ (6:151-153).

 

Der zweite Abschnitt ist in Sūrah al-Isrā’ zu finden und kann als Kommentar zum oben genannten Abschnitt betrachtet werden. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Und dein Herr hat bestimmt, dass ihr nur Ihm dienen und zu den Eltern gütig sein sollt. Wenn nun einer von ihnen oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sag nicht zu ihnen: „Pfui!“ und fahre sie nicht an, sondern sag zu ihnen ehrerbietige Worte. Und senke für sie aus Barmherzigkeit den Flügel der Demut und sag: „Mein Herr, erbarme Dich ihrer, wie sie mich aufgezogen haben, als ich klein war.“ Euer Herr weiß sehr wohl, was in eurem Innersten ist. Wenn ihr rechtschaffen seid, so ist Er gewiss für die sich (zu Ihm) stets Bekehrenden allvergebend. Und gib dem Verwandten sein Recht, ebenso dem Armen und dem Sohn des Weges. Und handle nicht ganz verschwenderisch. Gewiss, die Verschwender sind die Brüder der Satane; und der Satan ist gegenüber seinem Herrn sehr undankbar. Doch wenn du dich nun von ihnen (dem Verwandten, dem Armen, dem Reisenden etc., dem du auf Unseren Befehl hin sein Recht geben musst, doch du hast zu der Zeit kein Geld, wenn er dich bittet) abwendest – im Trachten nach einer Barmherzigkeit von deinem Herrn, die du dir erhoffst -, so sag zu ihnen milde Worte (nämlich dass du geben wirst, sobald Allāh dir die Mittel dazu verschafft). Und lasse deine Hand nicht an deinem Hals gefesselt sein (wie bei einem Geizhals), strecke sie aber auch nicht vollständig aus (wie ein Verschwender), sonst würdest du getadelt und (aller Mittel) entblößt dasitzen. Gewiss, dein Herr gewährt die Versorgung großzügig, wem Er will, und bemisst auch. Gewiss, Er kennt und sieht Seine Diener wohl. Und tötet nicht eure Kinder aus Furcht vor Verarmung; Wir versorgen sie und auch euch. Gewiss, sie zu töten ist ein großes Vergehen. Und nähert euch nicht der Unzucht. Gewiss, sie ist etwas Abscheuliches – und wie böse ist der Weg (der in die Hölle führt, außer Allāh verzeiht). Und tötet nicht die Seele, die Allāh verboten hat (zu töten), außer aus einem rechtmäßigen Grund. Wer ungerechterweise getötet wird (absichtlich aus Feindseligkeit und Aggression, nicht versehentlich), dessen nächstem Verwandten haben Wir Ermächtigung erteilt (, Recht einzufordern); doch soll er nicht maßlos im Töten sein (er kann Qisās verlangen – was aber nur auf den Mörder anzuwenden ist – oder vergeben oder die Diya – das Blutgeld – annehmen), denn ihm wird gewiss geholfen (durch das islamische Gesetz). Und nähert euch nicht dem Besitz des Waisenkindes, außer auf die beste Art, bis es seine Vollreife erlangt hat. Und erfüllt die (eingegangene) Verpflichtung. Gewiss, nach der (Erfüllung der) Verpflichtung wird gefragt werden. Und gebt volles Maß, wenn ihr messt, und wägt mit der richtigen Waage; das ist besser und eher ein guter Ausgang. Und verfolge nicht das (d. h. sage nicht, bezeuge nicht etc.), wovon du kein Wissen hast. Gewiss, Gehör, Augenlicht und Herz, – all diese -, danach wird gefragt werden. Und gehe nicht übermütig auf der Erde einher. Du wirst ja die Erde nicht aufreißen noch die Berge an Höhe erreichen (können). Das schlechte (Verhalten) in alledem ist bei deinem Herrn verabscheut. Das ist etwas von dem, was dir (oh Muhammad) dein Herr an Weisheit (als Offenbarung) eingegeben hat. Und setze neben Allāh keinen anderen Gott, sonst wirst du in die Hölle geworfen, getadelt und verstoßen (aus Allāhs Barmherzigkeit).“ (17:23-29).

 

Vielleicht bekommst du durch das Lesen dieser schönen Verse eine bessere Vorstellung vom Qur’ān als vorher und es könnte der Beginn einer grundlegenden Änderung in deinem Leben sein, der Start hin zum Islam. Möge Allāh dich rechtleiten und dich unterstützen. Friede sei mit dem, der der wahren Rechtleitung folgt.

 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid

Sie hat eine Tätowierung aus der Zeit, bevor sie Muslim wurde

Sie hat eine Tätowierung aus der Zeit, bevor sie Muslim wurde

 

Frage (Nr. 5452):

 

Als ich kāfir war, ließ ich mir eine Tätowierung in die Schulter stechen. Alhamdulillah, nun bin ich Muslimah und würde es gern entfernen lassen. Die Entfernung mittels eines Lasers ist sehr teuer und ich glaube, dass dabei die Haut verbrannt wird. Ich habe bereut, muss ich wirklich noch mehr tun?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Alles Lob gebührt Allah, Der dich zu Seinem geraden Weg rechtleitete. Ich bitte Allah darum, dich standhaft im Folgen dieses Weges sein zu lassen.

 

Was die Tätowierung anbelangt, die nur durch eine solche Operation entfernt werden kann, so musst du dies nicht tun, denn es ist zu schwierig und wird Schmerz und Leid verursachen.

 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „… und (Allah hat) euch in der Religion keine Bedrängnis auferlegt …“ (22:78). Dein Bedauern und deine Abscheu darüber und deine Entschlossenheit, so etwas nicht wieder zu tun, sind ausreichend. Der Islam löscht das aus, was vorher war. Die Angelegenheit in diesem Fall also so zu lassen, wie sie ist, verursacht dir keinen Schaden inschaAllah. Möge Allah dir helfen, das zu tun, was Er liebt und was Ihm gefällt.

 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid

Diskussion mit einem Christen über die christliche Lehre der Erlösung

            Diskussion mit einem Christen über die christliche Lehre der Erlösung 

Frage (Nr. 42573): 

Warum verleugnen die Muslime, dass der Messias kam, um uns zu erlösen? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Die Lehre der Erlösung und deren Basis, nämlich die Ansicht, der Messias (Friede sei mit ihm) wäre gekreuzigt worden, ist eine der grundlegenden Lehren des Christentums, welche soweit geht, dass sie die gesamte Religion darauf begründen. Der englische Kardinal Manning sagt in seinem Buch „Eternal Priesthood“ (Ewiges Priestertum): „Die Wichtigkeit dieser verwirrenden Angelegenheit ist offensichtlich, denn wenn der Tod des Christus am Kreuz nicht wahr ist, dann wird die Basis der kirchlichen Lehre von Grund auf erschüttert. Denn wenn der Christus nicht am Kreuz starb, dann gibt es kein Opfer, keine Erlösung und keine Trinität… Paulus, die Apostel und alle kirchlichen Verbände sagen, dass es ohne den Tod Christi auf keine Auferstehung gab.“  

Paulus sagte: „ Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.“ (1. Korinther, 15:14, Luther 1912). 

Dazu, wie sie sich mit ihrem Glauben an die Trinität und dessen Bedeutung abmühen und damit, wie sie das in Einklang bringen können mit dem Monotheismus, welcher im Alten Testament bestätigt wird (siehe Frage #12682), und dazu, wie sie sich mit allem abmühen, was mit der Kreuzigung und ihren Einzelheiten zu tun hat, was die Basis ihres Glaubens an die Erlösung darstellt, welche sie wiederum für den Grund der Kreuzigung halten (siehe Frage #12615), sagen wir: Verwirrung ist unvermeidbar für jeden, der sich vom Licht der Offenbarung abwendet, welche von Allāh herabkam, und so sind sie verwirrt wegen ihrer Lehre der Erlösung. 

Bedeutet Erlösung etwa, dass die gesamte Menschheit gerettet wird, wie Johannes sagte: „… Jesum Christum, der gerecht ist. Und derselbe ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren sondern auch für die der ganzen Welt.“ (1. Johannes, 2:1-2)? 

Oder gilt sie nur für diejenigen, die glauben und getauft sind: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“ (Markus, 16:16)? 

Wer das Leben und die Worte des Messias studiert, wird deutlich sehen, dass der Aufruf des Messias sich an die Kinder Israels richtete und dass er während seiner Mission seinen Jüngern verbot, irgendjemand anderen anzusprechen. Die Erlösung kann also nur für sie gewesen sein. Das erkennen wir auch an der Geschichte der kanaanäischen Frau, die zu ihm sagte: „…Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Lass sie doch von dir, denn sie schreit uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt denn nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.“ (Matthäus, 15:22-26) 

Der Messias heilte die Tochter der kanaanäitischen Frau nicht, obwohl er in der Lage dazu war, wie also könnte er die gesamte Menschheit erlösen? 

War diese Erlösung nur von der „Erbsünde“ Ādams oder für all unsere Sünden? 

Doch niemand kann die Sünde irgendeines anderen tragen oder ihn durch sich selbst erlösen, wie Allāh uns in Seinem heiligen Buch mitteilt (ungefähre Bedeutung): Keine lasttragende (Seele) nimmt die Last einer anderen auf sich. Und wenn eine Schwerbeladene (zum Mittragen) ihrer Last aufruft, wird nichts davon (für sie) getragen, und handelte es sich dabei um einen Verwandten. Du (oh Muhammad) kannst nur diejenigen warnen, die ihren Herrn im Verborgenen fürchten und das Gebet (al-Salāh) verrichten. Und wer sich läutert (von allen Arten der Sünden reinigt), läutert sich nur zu seinem eigenen Vorteil. Und zu Allāh ist der Ausgang.“ (35:18). 

Die Texte ihrer Bibel besagen außerdem: „Denn welche Seele sündigt, die soll sterben. Der Sohn soll nicht tragen die Missetat des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die Missetat des Sohnes; sondern des Gerechten Gerechtigkeit soll über ihm sein.“ (Hesekiel, 18:20)

Es gibt keine ererbte Sünde (Erbsünde): „Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden, ihre Sünde zu entschuldigen. Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater. Hätte ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie es gesehen und hassen doch beide, mich und den Vater. …“ (Johannes, 15:22-24) 

Wenn eine Sünde vorhanden ist, ob der Mensch sie nun selber begangen oder von Ādam oder von einem seiner Vorfahren geerbt hat, kann diese Sünde dann nicht durch Reue ausgelöscht werden?  

Die Bewohner des Himmels jubeln über denjenigen, der bereut, wie ein Schäfer sich darüber freut, wenn er sein verlorenes Schaf wiederfindet, und wie die Frauen sich über ein verlorenes Geldstück freuen, wenn sie es wiederentdecken, und wie ein Vater sich über die Rückkehr seines verlorenen Sohnes freut: „Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen.“ (Lukas, 15:7). 

Gott verspricht denjenigen, die bereuen, dass ihre Reue angenommen wird: „Wo sich aber der Gottlose bekehrt von allen seine Sünden, die er getan hat, und hält alle meine Rechte und tut recht und wohl, so soll er leben und nicht sterben. Es soll aller seiner Übertretung, so er begangen hat, nicht gedacht werden; sondern er soll leben um der Gerechtigkeit willen, die er tut.“ (Hesekiel, 18:21-23, siehe auch Jesaja, 55:7). 

Auf seine Abstammung zu vertrauen, anstatt zu bereuen oder rechtschaffene Taten zu verrichten, ist eine Art des Wahnsinns. Wenn die Taten eines Menschen ihn behindern, wird seine Abstammung ihm nicht helfen, wie unser Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte (Sahīh Muslim #2699). 

Johannes, der Täufer (Yahya – Friede sei auf ihm) lehrte euch dasselbe: „Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Sehet zu, tut rechtschaffene Frucht der Buße! Denket nur nicht, dass ihr bei euch wollt sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum, welcher Baum nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. “ (Matthäus, 3:7-10). 

Vergebung der Sünden durch die Reue des Sünders ist es, was dem guten und barmherzigen Gott gegenüber angemessen ist – nicht Opfer und Kreuzigung und das Vergießen von Blut. In der Bibel heißt es: „Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer. Ich bin gekommen die Sünder zur Buße zu rufen, und nicht die Gerechten“ (Matthäus, 9:13) 

Daher sagt Paulus: „Selig sind die, welchen ihre Ungerechtigkeiten vergeben sind und welchen ihre Sünden bedeckt sind! Selig ist der Mann, welchem Gott die Sünde nicht zurechnet!“ (Römer 4:7-8). 

Wir sind überzeugt davon, dass, wenn Allāh einigen Seiner Diener befohlen hätte, sich selbst als Buße für ihre Sünden zu töten, dies nicht zu viel für sie gewesen wäre, und das würde nicht Seiner Güte und Barmherzigkeit entgegenstehen. Er befahl den Kindern Israels das zu tun, als sie danach fragten, Gott direkt sehen zu dürfen. Doch selbst dann wurde niemand für jemand anderen getötet, sondern der Mensch wurde für sein eigenen Sünden getötet, nicht für die Sünden anderer. Das war die schwere Bürde und die Fesseln, welche auf ihnen lagen (vgl. Qur’ān 7:157), vor denen Allāh diese Ummah bewahrte. 

Eine weitere Angelegenheit, die den Glauben an die Erbsünde widerlegt, sind die Texte, aus denen hervorgeht, dass jeder für seine eigenen Taten verantwortlich ist, wie Allāh in Seinem heiligen Buch sagt (ungefähre Bedeutung):  

Wer rechtschaffen handelt, der (tut es) zu seinem eigenen Vorteil, und wer Böses tut, der (tut es) zu seinem eigenen Nachteil. Und dein Herr ist keiner, der den Dienern Unrecht zufügt.“ (41:46) 

Jede Seele haftet für das, was sie erworben hat“ (74:38). 

Ähnlich heißt es in der Bibel: „Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.“ (Matthäus, 7:1-2) und „Denn es wird geschehen, dass des Menschen Sohn komme in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln; und alsdann wird er einem jeglichen vergelten nach seinen Werken.“ (Matthäus, 16:27). 

Der Messias bestätigte die Wichtigkeit rechtschaffener Taten und sagte zu seinen Jüngern: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: HERR, HERR! haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, und haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter!“ (Matthäus, 7:21-23). 

Ähnlich sagte er: „ des Menschen Sohn wird seine Engel senden; und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Ärgernisse und die da unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähneklappen.“ (Matthäus, 13:41-42). 

Er erzählte ihnen nichts von der Erlösung, durch die sie vor der Abrechnung bewahrt werden würden. 

Diejenigen, die rechtschaffene Taten vollbringen, sind die einzigen, die am Tag der Auferstehung vor der Abrechnung bewahrt werden, während jene, die üble Taten verrichteten, in die Hölle geworfen werden, ohne Rettung durch den Messias oder irgendjemand anderen: „Verwundert euch des nicht, denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übles getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“ (Johannes, 5:28-29) und „Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit […] Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!“ (Matthäus, 25:31-41). 

Der Messias sagte zu ihnen: „Ihr Schlangen und Otterngezücht! wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen?“ (Matthäus, 23:33). 

Adolf Hernck merkte an, dass in den Briefen der Apostel die Vorstellung der Erlösung nicht erwähnt wird, sondern dass sie vielmehr aussagten, dass die Rettung durch gute Taten erreicht werden kann, wie in dem Brief von Jakobus: „Was hilfst, liebe Brüder, so jemand sagt, er habe den Glauben, und hat doch die Werke nicht? Kann auch der Glaube ihn selig machen? […] Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber. […] dass der Glaube ohne Werke tot sei?“ (Jakobus, 2:14-20) und Petrus sagte: „… Nun erfahr ich mit der Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“ (Apostelgeschichte, 10:34-35). 

Es gibt viele ähnliche Beispiele aus den Worten des Messias und der Jünger. 

Allāh, der Allmächtige, hat die Wahrheit gesprochen (ungefähre Bedeutung): O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Gewiss, der Geehrteste von euch bei Allāh ist der Gottesfürchtigste (d. h. er gehört zu den Muttaqūn – den Frommen) von euch. Gewiss, Allāh ist allwissend und allkundig.“ (49:13). 

Es ist sehr merkwürdig, dass Paulus selber, der diese Lehre aufhob und behauptete, dass Taten keinen Nutzen hätten und die Erlösung nur durch den Glauben erfolge, die Wichtigkeit von rechtschaffenen Taten bei anderen Gelegenheiten bestätigte, wie z. B. als er sagte: „… Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. […] Lasset uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. “ (Galater 6:7) und „… Ein jeglicher aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit.“ (1. Korinther 3:8). 

Für weitere Informationen in dieser Angelegenheit siehe: Dr. Mundhir al-Saqqār – Hal aftadāna al-Masīh `ala al-Salīb. 

Es gibt keine Möglichkeit, diesen Widerspruch aufzulösen, außer man ignoriert seinen gesunden Menschenverstand und täuscht sich selbst mit irrigen Vorstellungen, wie im Falle der Trinitätslehre und Einheit, wie John R. Stott in seinem Buch „Basic Christianity“ rät: „Ich traue mich nicht, dieses Thema anzugehen, bevor ich offen eingestehe, dass ein großer Teil davon ein verborgenes Mysterium ist … Ich frage mich, wie unser schwacher Verstand vollständig begreifen soll, doch es wird auf jeden Fall ein Tag kommen, an dem der Schleier gelüftet und alle Rätsel gelöst werden, und wir werden den Messias sehen, wie er wirklich ist! … Wie ist es möglich, dass Gott durch den Christus verkörpert wurde, während Christus ein Opfer für unsere Sünden war? Ich kann das nicht beantworten, doch der Apostel selber stellte diese beiden Wahrheiten nebeneinander und ich akzeptiere die Vorstellung vollständig, ebenso wie ich akzeptiere, dass Jesus von Nazareth menschlich und göttlich in einer Person ist … Wenn wir diesen Widerspruch oder dieses Mysterium nicht auflösen können, sollten wir die Wahrheit, wie sie vom Christus und seinen Jüngern proklamiert wurde, akzeptieren, dass er nämlich unsere Sünden trug.“ (Basic Christianity, S. 110, 121, zitiert von Dr. Sa`ūd al-Khalaf, al-Yahūdiyyah wa-l-Nasrāniyyah, S. 238). 

Ja, du und wir werden den Messias sehen, wie er wirklich ist, nämlich einer der Diener Allāhs, die Ihm nahe stehen, und einer Seiner entsandten Propheten, an dem Tag, wenn der Schleier gelüftet und er sich selbst von all jenen lossagen wird, die ihn als Gott neben Allāh nahmen, oder die ihm Worte zuschrieben, die er nicht äußerte. Zu der Zeit wird es keine Mysterien oder ungelöste Puzzle geben: Und wenn Allāh sagt (am Tag der Auferstehung): „O ‘Isa, Sohn Maryams, bist du es, der zu den Menschen gesagt hat: ,Nehmt mich und meine Mutter außer Allāh zu Göttern!`?“, wird er sagen: „Preis sei Dir! Es steht mir nicht zu, etwas zu sagen, wozu ich kein Recht habe. Wenn ich es (tatsächlich doch) gesagt hätte, dann wüsstest Du es bestimmt. Du weißt, was in mir vorgeht, aber ich weiß nicht, was in Dir vorgeht. Du bist ja der Allwisser der verborgenen Dinge. Ich habe ihnen nur gesagt, was Du mir befohlen hast (, nämlich): ,Dient Allāh, meinem und eurem Herrn!` Und ich war über sie Zeuge, solange ich unter ihnen weilte. Seitdem Du mich abberufen hast, bist Du der Wächter über sie. Du bist über alles Zeuge (dies ist eine gewaltige Warnung an die Christen auf der gesamten Welt). Wenn Du sie strafst, so sind sie Deine Diener, und wenn Du ihnen vergibst, so bist Du ja der Allmächtige und Allweise.“ Allāh wird sagen: „Dies ist der Tag, an dem den Wahrhaftigen ihre Wahrhaftigkeit nützt.“ Für sie sind Gärten, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer darin zu bleiben. Allāh hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Das ist der großartige Erfolg. Allāh gehört die Herrschaft über die Himmel und die Erde und das, was in ihnen ist. Und Er hat zu allem die Macht.“ (5:116-120). 

Wirst du darüber nachdenken, bevor es zu spät ist? 

„Sag (oh Muhammad): O Leute der Schrift (Juden und Christen), kommt her zu einem zwischen uns und euch gleichen Wort: dass wir niemandem dienen außer Allāh und Ihm nichts beigesellen und sich nicht die einen von uns die anderen zu Herren außer Allāh nehmen. Doch wenn sie sich abkehren, dann sagt: Bezeugt, dass wir (Allāh) ergeben sind.“ (3:64). 

Islam Q&A


Der Unterschied zwischen dem Wein dieser Welt und dem des Jenseits`

 

Der Unterschied zwischen dem Wein dieser Welt und dem des Jenseits` 

 

Frage (Nr. 127938): 

 

Wir alle wissen, dass Wein in dieser Welt verboten ist und dass er Rauschzustände verursacht und den Verstand vernebelt. Daher ist er Rijs (eine Abscheulichkeit) und das Werk des Schaytān und er ist die Mutter allen Übels, wie der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte. Meine Frage lautet: Warum ist Wein harām in dieser Welt und halāl im Jenseits? 

 

Antwort: 

 

Alles Lob gebührt Allah. 

 

Allah, erhaben ist Er, beschreibt den Wein im Jenseits als andersartig als den Wein dieser Welt. Er sagt (ungefähre Bedeutung): wobei ihnen ein Becher (voll) Quellwasser herumgereicht wird, weiß, köstlich für diejenigen, die (daraus) trinken. Darin steckt nichts Beeinträchtigendes (Ghūl – irgendeine Art des Schmerzes, des Leides, Kopfschmerz, Sünde), und dadurch werden sie nicht benommen.“ (37:45-47).

 

Allah beschreibt den Wein des Jenseits` also als: 

  • Weiß

  • Köstlich für den Trinkenden, anders als der Wein dieser Welt, welcher nicht schmeckt, wenn er getrunken wird

  • Es gibt kein Ghūl darin (kein Leid, keinen Kopfschmerz oder eine Sünde), wovon derjenige, der ihn in dieser Welt trinkt, betroffen ist, nämlich Kopfschmerz, Magenschmerzen und der Verlust des Verstandes. In Sūrat al-Wāqi`ah heißt es (ungefähre Bedeutung): von ihm bekommen sie weder Kopfschmerzen“ (56:19), d. h. sie werden davon keine Kopfschmerzen bekommen.

  • noch werden sie dadurch benommen“ – anders als beim Wein dieser Welt, der den Verlust des Verstandes verursacht  

 

Siehe: Tafsīr Sūrat al-Sāffāt von Scheikh ibn `Uthaymīn, S. 107-109. 

 

Scheikh `Abd al-Azīz ibn Bāz (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Der Wein des Jenseits` ist gut und er verursacht weder einen Rauschzustand noch Leid. Der Wein dieser Welt aber ist schädlich und verursacht einen Rauschzustand. Mit anderen Worten: Der Wein des Jenseits` bedeutet kein Ghaul (Rausch) und derjenige, der ihn trinkt, wird nicht berauscht sein; er lässt ihn nicht seinen Verstand verlieren und verursacht keinen physischen Schaden. Der Wein dieser Welt ist schädlich für Körper und Geist. Keiner der schädlichen Effekte des Weins dieser Welt wird beim Wein des Jenseits` vorkommen. Und Allah ist die Quelle der Stärke.“ (Majmū` Fatāwa ibn Bāz, 23/62). 

 

Islam Q&A


Die Vorzüge des Islams

Die Vorzüge des Islams

Frage (Nr. 219): 

Es gibt viele Religionen. Warum glauben die Muslime, dass der Islam richtig ist? Gibt es dafür eine sachliche Grundlage? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Dies ist eine sinnvolle Frage für jemanden, der den Islam noch nicht angenommen hat, aber jemand, der an diese Religion glaubt und sie praktiziert, kennt ihre Segnungen bereits, die ihm dadurch zuteil werden. Dafür gibt es viele Gründe, wie zum Beispiel: 

1.   Der Muslim dient dem Einen Gott, Der keinen Partner hat, und Der die schönsten Namen und höchsten Attribute besitzt. Daher sind die Ziele des Muslims auf seinen Herrn und Schöpfer konzentriert; er vertraut Ihm und bittet Ihn um Hilfe, Geduld und Unterstützung; er glaubt, dass Allah fähig ist alles zu tun, und dass Er keine Ehefrau und keinen Sohn benötigt. Allah hat die Himmel und die Erde erschaffen; Er ist der Eine, Der Leben gibt und den Tod; Er ist der Schöpfer und Erhalter, von Dem der Diener seine Versorgung erbittet. Er ist Der Allhörende, Der auf die Gebete Seines Dieners antwortet, und von Ihm erhofft sich der Diener Antwort. Er ist Der Allbarmherzige und Allvergebende, zu dem sich der Diener in Reue wendet, wenn er eine Sünde begangen oder seinen Gottesdienst zu Allah vernachlässigt hat. Er ist Der Allwissende und Allsehende, Der alle Absichten kennt, und weiß, was in den Herzen der Menschen verborgen ist. Der Diener schämt sich, eine Sünde zu begehen und sich selbst oder anderen Unrecht zu tun, denn sein Herr beobachtet ihn und sieht alles, was er tut. Er weiß, dass Allah allweise ist, Der Seher des Verborgenen, daher vertraut er darauf, dass das, was Allah für ihn bestimmt, gut ist; er weiß, dass Allah niemals ungerecht ist, und dass alles, was Allah für ihn bestimmt gut ist, selbst wenn er die dahinter stehende Weisheit nicht versteht.

2.   Die Auswirkungen auf die Seele des Muslims durch die islamische Weise des Gottesdienstes beinhalten das Folgende: Durch das Gebet hält der Diener Kontakt zu seinem Herrn; wenn er einen Zustand höchster Konzentration erreicht, wird er sich ruhig und sicher fühlen, denn er strebt nach einem machtvollen Unterstützer, der Allah ist, hoch gelobt und erhaben ist Er. Aus diesem Grund sagte der Prophet des Islams, Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) üblicherweise: „Lasst uns Entspannung und Freude im Gebet finden.“ Wenn ihn irgendetwas beunruhigt, dann beeilt er sich zu beten. Jeder, der sich mit Unglück konfrontiert sieht, versucht in seinem Gebet Kraft, Geduld und Trost zu finden, denn er rezitiert die Worte seines Herrn, die nicht mit den Worten der Schöpfung verglichen werden können. Wenn sogar die Worte eines Psychologen ein wenig Trost verschaffen, welche Erleichterung müssen erst die Worte Desjenigen bringen, Der den Psychologen erschaffen hat? 

Die Zakāh, die ebenfalls eine der Säulen des Islams ist, reinigt die Seele von Geiz und Knauserigkeit und gewöhnt die Menschen daran, großzügig zu sein und den Armen und Bedürftigen zu helfen. Sie wird am Tag der Auferstehung eine große Belohnung bringen, ebenso wie andere Formen der Anbetung. Sie ist nicht belastend, so wie von Menschen gemachte Steuern; sie beträgt lediglich 25 von 1000, was der aufrichtige Muslim gerne gibt und was er nicht zu umgehen versucht und wozu er nicht gedrängt werden muss. 

Das Fasten beinhaltet das Vermeiden von Nahrung und Geschlechtsverkehr. Es ist eine Art der Anbetung und ein Weg, auf dem der Hunger der Benachteiligten nachempfunden werden kann. Es ist auch eine Erinnerung an die Segnungen des Schöpfers und bringt darüber hinaus große Belohnung. 

Hajj ist die Pilgerfahrt zum geheiligten Haus von Allah, welches von Ibrahim (Allahs Friede sei auf ihm, Abraham) erbaut wurde. Durch die Hajj gehorcht der Gläubige den Befehlen Allahs und folgt dem Ruf, andere Muslime aus aller Welt zu treffen. 

3.   Der Islam befiehlt alle Arten von Gutem und verbietet jede Art von Bösem. Er ermutigt zu gutem Verhalten und einem gebührlichen Umgang mit anderen. Er ermuntert zu guten Charakterzügen, wie z. B. Ehrlichkeit, Geduld, Bedächtigkeit, Güte, Demut, Bescheidenheit, Versprechen zu halten, Erhabenheit, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Mut, Freundlichkeit, Zufriedenheit, Keuschheit, gutem Umgang, Toleranz, Zuverlässigkeit, Dankbarkeit und Selbstbeherrschung in Zeiten von Ärgernissen. Der Islam befiehlt dem Muslim, seine Pflichten gegenüber seinen Eltern zu erfüllen und die Familienbande aufrechtzuerhalten, den Bedürftigen zu helfen, seine Nachbarn gut zu behandeln, das Vermögen der Waisen zu beschützen und zu achten, mit den Jungen sanftmütig zu sein und den Alten Respekt zu erweisen, freundliche Worte zu sprechen, zu vergeben statt zu rächen, herzlich gegenüber seinen Glaubensbrüdern zu sein, die Bedürfnisse anderer Muslime zu erfüllen, dem Schuldner Zeit geben, seine Schuld zu begleichen, andere sich selbst vorzuziehen, andere zu trösten, die Menschen mit einem lächelnden Gesicht zu grüßen, die Kranken zu besuchen, den Unterdrückten zu helfen, Freunden Geschenke zu machen, den Gast zu ehren, seine Ehefrau freundlich zu behandeln und für sie und ihre Kinder zu sorgen, den Friedensgruß (Salām) zu verbreiten und um Erlaubnis zu bitten, bevor er das Haus eines anderen betritt, damit er nicht in dessen Privatsphäre eindringt. 

Einige Nicht-Muslime mögen diese Dinge aus Höflichkeit oder gutem Benehmen ebenfalls tun, aber sie erhalten dafür keine Belohnung von Allah oder Rettung am Tage des Gerichts. 

Wenn man auf das schaut, was der Islam verbietet, so findet man, dass dies im Sinne sowohl des Individuums als auch der Allgemeinheit geschieht. Alle diese Verbote dienen der Sicherung der Beziehung zwischen dem Diener und seinem Herrn und der Beziehung des Individuums zu sich selbst und zu seiner Umwelt. Die folgenden Beispiele demonstrieren dies: 

Der Islam verbietet die Anbetung von irgendetwas zusammen mit Allah und die Anbetung von irgendetwas anderem als Allah, denn dies verursacht Verderben und Unglück. Der Islam verbietet den Besuch oder den Glauben an Wahrsager und Zauberer; Magie und Hexerei, die eine Kluft zwischen zwei Leuten hervorrufen oder sie zusammenbringen können; den Glauben an den Einfluss der Sterne auf Ereignisse und das Leben der Menschen; das Verfluchen der Zeit, denn Allah bestimmt ihren Ablauf; den Aberglaube, denn dies ist Schwarzseherei. 

Der Islam verbietet das Angeben mit guten Taten, das Erinnern anderer an die eigenen guten Taten; das Knien oder Niederwerfen vor jemand oder etwas anderem als Allah; das Sitzen mit Heuchlern oder unmoralischen Menschen aus Freude an ihrer Gesellschaft oder um ihnen Gesellschaft zu leisten; das Erflehen eines Fluches oder des Zorns von Allah auf jemand anderen oder jemanden in die Hölle zu wünschen. 

Der Islam verbietet es, in stehendes Wasser zu urinieren; seine Notdurft neben einer Straße zu verrichten oder an Plätzen, an denen die Menschen Schatten suchen oder Wasser holen; sich oder die Kehrseite zur Qiblah (Gebetsrichtung) während des Urinierens oder der Notdurft zu wenden; das Halten des Penis mit der rechten Hand während des Wasser Lassens; die Verbreitung des Friedensgrußes (Salām) an jemanden, der dem Ruf der Natur folgt; das Greifen mit einer ungewaschenen Hand in einen Behälter, nachdem jemand gerade erst aufgestanden ist.  

Der Islam verbietet das Verrichten von nāfil (freiwilligen) Gebeten während die Sonne aufgeht, wenn sie im Zenit steht und wenn sie untergeht, denn sie geht auf und unter zwischen den Hörnern des Satans; das Gebet, wo Nahrungsmittel zubereitet werden, nach denen eine Person verlangt; das Gebet, wenn jemand dringend Wasser lassen, seine Notdurft verrichten oder Wind ablassen muss, denn dies wird ihn in seiner Konzentration stören. 

Der Islam verbietet es, im Gebet die Stimme zu erheben, wenn dadurch andere Gläubige gestört werden; das Fortsetzen eines freiwilligen Gebets in der Nacht, wenn jemand müde ist – so eine Person sollte erst schlafen und dann wieder aufstehen; das Stehen im Gebet während der gesamten Nacht, insbesondere mehrere Nächte nacheinander; das Gebet abzubrechen, wenn jemand Zweifel hinsichtlich der Gültigkeit seines Wudū’ hat – es sei denn, derjenige hört ein Geräusch oder nimmt einen Geruch wahr. 

Der Islam verbietet das Kaufen und Verkaufen sowie die Bekanntgabe von verlorenen Dingen in der Moschee – denn sie ist ein Ort der Anbetung und Erinnerung an Allah, an dem weltliche Dinge keinen Platz haben. 

Der Islam verbietet eiliges Gehen, wenn die Iqāmah (der Ruf, dass das Gemeinschaftsgebet direkt danach beginnt) gerufen wird, und schreibt das Gehen in einer ruhigen und würdevollen Art und Weise vor. Es ist auch verboten, mit den Kosten für den Bau einer Moschee zu prahlen; eine Moschee mit roter oder gelber Farbe zu dekorieren oder Verzierungen anzubringen, die die Gläubigen ablenken würden, sowie Tag für Tag ohne Pause zu fasten. Für Frauen ist es verboten freiwilliges Fasten ohne Erlaubnis ihrer Männer durchzuführen, wenn diese anwesend sind. 

Der Islam verbietet es, über Gräbern Bauwerke zu errichten, sie zu erhöhen, auf ihnen zu sitzen, zwischen ihnen mit Schuhen zu gehen, Lichter auf ihnen aufzustellen oder auf ihnen zu schreiben. Es ist verboten, die Toten zu exhumieren oder Gräber zum Ort der Anbetung zu machen. Der Islam verbietet das Jammern, das Zerreißen der Kleider oder das Haar ungekämmt zu lassen, wenn jemand stirbt. Das Halten einer Lobesrede auf den Toten in der Art, wie es zur Zeit der Unwissenheit (Jāhiliyyah) gemacht wurde, ist ebenfalls verboten, wobei es aber nichts dagegen einzuwenden gibt, andere über den Tod der Person zu informieren. 

Der Islam verbietet den Verzehr von Riba (Zinsen); jede Art des Verkaufs, der Unkenntnis über das Produkt beinhaltet, sowie Irreführung und Betrug; den Verkauf von Blut, Wein, Schwein, Götzen und allem, was Allah verboten hat – ihr Entgelt, ob Verkauf oder Kauf, ist harām; Najash, dies ist, wenn jemand einen Preis bietet, aber gar nicht kaufen möchte, wie es oftmals in Auktionen geschieht; die Mängel eines Produkts zum Zeitpunkt des Verkaufs zu verbergen; etwas zu verkaufen, das dem Verkäufer nicht gehört oder bevor es in seinen Besitz gelangt ist; Preisunterbietung, jemanden überbieten oder ausbooten; den Verkauf eines Produkts bevor man weiß, ob es in einem guten Zustand ist und frei von Makeln; das Betrügen hinsichtlich des Gewichts und der Maße; das Horten. Einem Partner, der Anteile an einem Grundstück oder einer Dattelpalme hält, ist es verboten diese ohne Rücksprache mit seinen Partnern zu veräußern. Es ist verboten, unrechtmäßig das Vermögen von Waisen zu verzehren; Wetten und Glücksspiel; Bestechungsgelder anzunehmen oder zu geben; etwas zu stehlen oder unrechtmäßig zu verbrauchen; etwas zu nehmen mit der Absicht, es zu zerstören; den Wert des Besitzes anderer Leute zu vermindern; etwas Gefundenes zu behalten oder es nicht zu melden, denn es gehört demjenigen, der es wieder erkennt; auf irgendeine Art und Weise zu betrügen; nach einer Leihgabe fragen, ohne sie zurückgeben zu wollen; irgendetwas vom Besitz eines Glaubensbruders zu nehmen, es sei denn, es wird freiwillig gegeben, denn das, was von einer anderen Person aufgrund ihrer Schüchternheit genommen wird, ist harām; ein Geschenk aufgrund einer Fürsprache zu akzeptieren. 

Zölibat und Kastration sind verboten, ebenso wie das Heiraten von zwei Schwestern oder einer Frau und ihrer Tante (väterlicher- oder mütterlicherseits), ob er die Tante nach ihrer Nichte heiratet oder umgekehrt, aus Angst davor, die Verwandtschaftsbande zu brechen. Es ist verboten, mit einer Heirat zu handeln, z. B. wenn jemand sagt: „Lass mich deine Tochter heiraten und ich werde dir dafür meine Tochter oder Schwester zur Heirat geben.“ Solche wechselseitigen Handel sind eine Form von Unterdrückung und Ungerechtigkeit und somit harām. Der Islam verbietet Mut´ah (Zeitehe), bei der ein Ehevertrag übereinstimmend für eine bestimmte Zeitspanne geschlossen wird, nach der die Ehe abläuft. Der Islam verbietet den Geschlechtsverkehr mit einer menstruierenden Frau bis sie sich gereinigt hat (durch ein Bad nachdem ihre Periode geendet hat) und er verbietet außerdem den Analverkehr. Es ist dem Mann verboten einer Frau einen Heiratsantrag zu machen, wenn es schon ein anderer getan hat, bis der andere sein Angebot zurückzieht oder ihm die Erlaubnis gibt. Es ist verboten, eine schon einmal verheiratete Frau zu heiraten ohne sich vorher mit ihr zu beraten oder eine Jungfrau ohne ihre Erlaubnis zu erbitten. Es ist verboten, einem frisch verheirateten Paar „Bi-l-rafā’ wa-l-banīn“ („Ein glückliches Leben und viele Söhne“) zu wünschen, denn diese Gratulation ist aus der Zeit der Jāhiliyyah, in der Töchter verabscheut wurden. Es ist der geschiedenen Frau verboten, das, was Allah in ihrem Leib erschaffen hat (wenn sie schwanger ist) zu verbergen. Einem Ehemann und seiner Frau ist es verboten, mit anderen über die Intimitäten ihres Ehelebens zu sprechen. Es ist verboten, eine Frau gegen ihren Mann aufzubringen oder die Scheidung leicht zu nehmen. Es ist einer Frau verboten, jemand anderen um dessen Scheidung zu bitten, z. B. einen Mann zu bitten, sich von seiner Frau zu trennen, damit sie selber ihn heiraten kann. Einer Ehefrau ist es verboten, das Geld ihres Mannes ohne seine Erlaubnis auszugeben oder seinem Bett ohne einen guten Grund fernzubleiben, denn die Engel werden sie dafür verfluchen, falls sie es tut. Einem Mann ist es verboten, die Ehefrau seines Vaters zu heiraten oder mit einer Frau, die von einem anderen Mann schwanger ist, Geschlechtsverkehr zu haben. Es ist dem Mann verboten, ´Azl (coitus interruptus) ohne die Erlaubnis seiner Ehefrau zu praktizieren. Es ist dem Mann verboten, spät nachts von einer Reise nach Hause zu kommen und seine Familie aufzuschrecken, außer wenn er seine Rückkehr vorher angekündigt hat. Es ist dem Mann verboten, etwas von der Mahr (Brautgabe) seiner Frau ohne ihre Zustimmung zu nehmen oder sie solange zu belästigen, bis sie ihren Besitz aufgibt. 

Der Islam verbietet es den Frauen, sich liederlich zur Schau zu stellen (tabarruj). Er verbietet ebenfalls extreme Formen der weiblichen Beschneidung. Den Frauen ist es verboten, irgendjemanden in das Haus ihres Mannes ohne seine Zustimmung einzulassen; seine allgemeine Erlaubnis ist akzeptabel, solange sich der Besuch im Rahmen des Erlaubten der Scharī`ah bewegt. Es ist verboten, Mutter und Kind zu trennen (im Falle einer Scheidung); dass sich Frauen töricht (auf eine unmoralische Art und Weise) benehmen und niemand einschreitet; dass jemandes Blick umherwandert; einem unbeabsichtigten Blick einen beabsichtigten Blick folgen zu lassen. 

Der Islam verbietet das Essen von totem Fleisch, unabhängig davon, ob das Tier durch Ertrinken, Strangulation, einen Schlag oder einen Sturz gestorben ist; das Essen von Blut, Schwein und allem, was in einem anderen Namen als Allahs oder für Götzen geschlachtet wurde; das Essen von Fleisch oder das Trinken von Milch von Tieren, die sich von Schmutz und Abfall ernähren; das Essen des Fleisches Fleisch fressender Tiere, die Reißzähne haben, und jedes Vogels, der Klauen hat; das Fleisch von zahmen Eseln; das Töten von Tieren durch Steinigung oder durch Aushungern; das Schlachten mit den Zähnen oder Nägeln; das Schlachten eines Tieres als Nahrung vor anderen Tieren oder das Schärfen des Messers vor Schlachttieren. 

Was Kleidung und Schmuck angeht, so ist Männern der Luxus des Tragens von Gold verboten. Es ist dem Muslim verboten, nackt zu sein oder seine Schenkel zu entblößen; seine Kleider lang herunterhängen (bis unter den Knöchel) und sie über den Boden schleifen zu lassen, um damit anzugeben; Kleider zu tragen, die Aufmerksamkeit erregen. 

Es ist verboten, eine Falschaussage zu machen; falsche Anschuldigungen gegen eine keusche, gläubige Frau zu erheben; einen Unschuldigen anzuklagen; Lügen zu äußern; üble Nachrede und Lästerei zu führen; Leute mit beleidigenden Spitznamen zu rufen; Klatsch zu verbreiten und boshaftes Gerede; sich über Muslime lustig zu machen; mit einem Status anzugeben; Zweifel über die Abstammung einer Person zu verbreiten; üble Nachrede, Beleidigungen und Beschimpfungen zu äußern; auf eine unanständige und unhöfliche Art und Weise zu sprechen; Schlechtes in der Öffentlichkeit zu äußern, außer durch jemanden, dem Unrecht getan wurde. 

Der Islam verbietet das Erzählen von Lügen; eine der schlimmsten Lügen ist diejenige über Träume, wie z. B. das Ausdenken von Träumen und Visionen um die Tugendhaftigkeit von jemandem zu beweisen oder um materiellen Nutzen daraus zu ziehen oder um einen Feind zu erschrecken. 

Es ist den Muslimen verboten, sich selbst zu loben oder sich heimlich zu unterhalten: Zwei sollten sich nicht unter Ausschluss des Dritten unterhalten, denn dies ist beleidigend. Es ist verboten, einen Gläubigen zu verfluchen oder jemanden, der es nicht verdient. 

Der Islam verbietet es, schlecht von den Toten zu sprechen; sich den Tod aufgrund eines Leidens zu wünschen; gegen eine Person, deren Kinder, Diener oder Wohlstand zu beten. 

Den Muslimen ist befohlen worden, nicht von dem Essen zu nehmen, das direkt vor jemand anderem liegt oder von der Mitte eines Tellers oder eine Platte zu essen; stattdessen sollten sie von dem Essen nehmen, das direkt vor ihnen liegt oder in der Nähe, denn Barakah (Segen) liegt in der Mitte des Essens. Es ist verboten, von der abgebrochenen Kante eines Gefäßes zu trinken, denn dies könnte eine Verletzung hervorrufen; aus dem Mundstück eines Gefäßes zu trinken oder hinein zu atmen. Es ist verboten zu essen, während man auf dem Magen liegt; an einem Tisch zu sitzen, an dem Wein getrunken wird; ein Feuer im Haus brennen zu lassen während man schläft; mit Ghamr in der Hand zu schlafen, wie z. B. ein aufdringlicher Geruch oder ein Essensrest (Fett); auf dem Bauch zu schlafen oder über schlechte Träume zu reden bzw. sie zu interpretieren versuchen, denn dies sind Tricks des Schaytān. 

Es ist verboten, eine andere Person zu töten, außer wenn es rechtmäßig ist; Kinder aus Angst vor Armut zu töten; Selbstmord zu verüben; Unzucht, Ehebruch oder Sodomie (Homosexualität) zu treiben; Wein zu trinken, ihn herzustellen, ihn von einem Platz zum anderen zu tragen oder ihn zu verkaufen. Es ist Muslimen verboten, die Leute durch das Verärgern Allahs zu erfreuen; ihre Eltern zu verärgern oder auch nur zu ihnen „Uff“ (das geringste Wort der Geringschätzung) zu sagen; zu behaupten, dass ein Kind zu einem anderen Vater als seinem richtigen Vater gehört; mit Feuer zu foltern; jemanden, egal ob tot oder lebendig, zu verbrennen; die Leichen der Getöteten zu verstümmeln; jemandem in seinen Lügen zu unterstützen oder jemanden in seinem Fehlverhalten und seinen Sünden zu unterstützen. 

Es ist verboten, einer Person zu gehorchen und damit Allah gegenüber ungehorsam zu sein; einen falschen Schwur zu leisten; einen verhängnisvollen Eid zu leisten; andere Leute ohne ihre Erlaubnis zu belauschen; in die Privatsphäre anderer Leute einzudringen oder auf ihre Intimzone zu schauen; etwas zu beanspruchen, das einem nicht gehört, oder eine Tat, die man nicht vollbracht hat, um damit anzugeben; in das Haus eines anderen zu schauen ohne dessen Erlaubnis; verschwenderisch zu sein; einen Eid für die Erfüllung einer unrechtmäßigen Handlung abzulegen; andere auszuspionieren oder argwöhnisch gegenüber einem rechtschaffenen Mann oder einer rechtschaffenen Frau zu sein; aufeinander neidisch zu sein, Hass zu empfinden oder einander zu meiden; auf einer Lüge zu beharren; arrogant oder überheblich zu sein; selbstverliebt zu sein; sich über den Hochmut anderer zu freuen. Der Islam verbietet es, Almosen zurückzunehmen, selbst wenn jemand zahlt, um es zurückzubekommen; jemanden für einen Job zu engagieren, ohne ihm seinen Lohn zu zahlen; ungerecht bei der Verteilung von Geschenken an seine Kinder zu sein; das Erbe nur einer Person zu überlassen und einen Erben arm zu lassen – in einem solchen Fall sollte das Testament nicht ausgeführt werden; ein Testament zu schreiben, das mehr als ein Drittel des Gesamterbes betrifft; ein schlechter Nachbar zu sein oder ein Testament zum Nachteil eines oder mehrerer Erben zu ändern. Es ist dem Muslim verboten, seinen Bruder für mehr als drei Tage zu meiden oder im Stich zu lassen, außer aus einem der Scharī`ah entsprechenden Grund; zwei kleine Steine zwischen den Fingern zu halten und wegzuschnipsen, denn sie könnten die Augen oder Zähne eines anderen verletzen; die Erben in einem Testament zu berücksichtigen, denn Allah hat ihnen bereits ihr Recht auf einen Erbteil festgesetzt; den Nachbarn zu stören; eine Waffe auf einen muslimischen Bruder zu richten; jemandem ein Schwert ohne Scheide zu überreichen, damit es ihn nicht verletzt; zwischen zwei Leuten zu laufen, außer mit ihrer Erlaubnis; ein Geschenk zurückzugeben, es sei denn, es besteht ein Einwand aus der Scharī`ah gegen dieses Geschenk; törichten Menschen Geld zu geben; sich zu wünschen, man wäre jemand anderer, dem Allah mehr von etwas gegeben hat; durch aufdringliche Erinnerung an eine Spende deren Nutzen aufheben; eine Zeugenaussage absichtlich zu verschweigen; Waisen zu unterdrücken oder jemanden, der um Geld oder Hilfe bittet, zu beschimpfen. Es ist verboten, mit schlechter Medizin zu behandeln, denn Allah hat kein Heilmittel für Seine Ummah erschaffen, das etwas Verbotenes enthält. Es ist verboten, Frauen und Kinder im Krieg zu töten; voreinander anzugeben oder Versprechen zu brechen. 

Der Islam verbietet es, das Vertrauen zu brechen; nach einem Almosen zu fragen, das jemand nicht braucht; einen muslimischen Bruder zu beunruhigen oder seinen Besitz zu nehmen, weder im Spaß noch im Ernst; seine Meinung nach dem Geben von Geschenken zu ändern, außer wenn ein Vater seinem Kind ein Geschenk gegeben hat; Medizin ohne Erfahrung zu praktizieren; Ameisen, Bienen oder einen Wiedehopf (eine Vogelart) zu töten. Es ist dem Mann verboten, die ´Aurah (Intimsphäre) eines anderen Mannes zu sehen, und es ist einer Frau verboten, die ´Aurah einer anderen Frau zu sehen. Es ist verboten, zwischen zwei Leuten ohne deren Erlaubnis zu sitzen oder nur diejenigen zu grüßen, die man kennt, denn der Gruß muss an denjenigen gegeben werden, den man kennt, und an denjenigen, den man nicht kennt. Es ist dem Muslim verboten, einen Schwur zwischen sich und gute Taten kommen zu lassen, er sollte das Gute vollbringen und für den Schwur Buße tun. Es ist verboten, zwischen zwei Streitparteien zu richten, wenn jemand wütend ist, oder zugunsten der einen Partei zu richten, ohne die andere anzuhören. Es ist einem Mann verboten, über einen Marktplatz zu gehen und etwas, das andere Muslime verletzen könnte, zu tragen (z. B. eine scharfe Waffe), es sei denn, es ist angemessen verdeckt. Es ist dem Muslim verboten, eine andere Person zum Aufstehen aufzufordern, damit er selber Platz nehmen kann. 

Es gibt noch mehr Ge- und Verbote, die zum Wohl und zur Zufriedenheit des Individuums als auch der Menschheit insgesamt dienen. Hat man jemals eine vergleichbare Religion gesehen? 

Lies diese Antwort noch einmal und frage dich selbst: Ist es nicht schade, dass ich nicht einer von ihnen bin? Allah sagt im Qur´ān (ungefähre Bedeutung):  

“Wer aber als Religion etwas anderes als den Islam begehrt, wo wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören.“ (3:85) 

Letztendlich hoffe ich, dass jeder, der dies liest, rechtgeleitet wird und der Wahrheit folgt. Möge Allah uns vor allem Bösen beschützen. 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid



Die Zulässigkeit von Mubāhala nach der Scheidung von einer Ehegattin, die Kāfirah ist

Die Zulässigkeit von Mubāhala nach der Scheidung von einer Ehegattin, die Kāfirah ist  

Frage (Nr. 65): 

Ein amerikanischer Bruder, der den Islam vor ca. 3 Jahren annahm, fragt nach „Mubāhalah“.

Seine Frage lautet kurzgefasst: Nachdem er Muslim wurde, ließ sich seine Frau (eine strenge Katholikin) von ihm gerichtlich scheiden. Er hat zwei Kinder, die vom Gericht der Mutter zugesprochen wurden. Er macht sich Sorgen über die Rechenschaft, die er vor Allah für seine zwei Kinder (4 und 5 Jahre alt), ablegen muss. Er wollte eine neues Gerichtsverfahren einleiten lassen, um seine Kinder zu bekommen, doch sein Anwalt hat ihm gesagt, dass er definitiv verlieren würde.  

Jetzt denkt er darüber nach, seine Ex-Frau, die die Gerichtskosten etc. nicht aufbringen kann, einzuladen, um mit ihr Mubāhalah zu beten: Das heißt, dass man zu Allah betet, dass Gottes Fluch denjenigen trifft, der im Unrecht ist, und dass die Kinder zu dem gegeben werden, der es verdient, sie zu behalten….. er denkt, dass sie akkzeptieren wird, dies zu tun, weil sie an Gott glaubt! Was ist ihre Meinung? Kann er dies tun? 

Jazak Allahu khayran 

Antwort:  

Alles Lob gebührt Allah. 

Bevor diese Frage beantwortet wird, ist es wichtig, die muslimischen Brüder, die in Ländern der Kuffār angesiedelt sind, vor der Gefahr zu warnen, ungläubige Frauen dieser Länder, die ihre menschgemachten Gesetze geltend machen, zu heiraten. Oftmals wird die Übertragung des Sorgerechts zum den Vorteil der ungläubigen Mutter entschieden, aufgrund der Tatsache, dass sie Bürgerin des Landes ist oder aufgrund irgendeines anderen Faktors, wie z. B. ihrer Rolle als Mutter, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Bedauerlicherweise sind viele muslimische Kinder aus diesen Gründen in die Irre gegangen und zum Christentum konvertiert. In diesem Fall liegt eine klare Verletzung eines Grundprinzips der Scharī’ah vor, welches besagt: al-islām ya’lū wa lā yu’lā ‘alaih, d. h., dem Islam muss immer der Vorrang und die höchste Priorität bei einer Beurteilung gegeben werden und nichts kann darüber stehen. Dementsprechend muss das Kind im Falle einer Scheidung dem muslimischen Elternteil gegeben werden, wenn einer von ihnen Muslim ist und der andere Kāfir. Daher lautet ein dringender Rat an die Brüder, die gezwungen sind, in den Ländern der Kuffār zu leben und sich vielen Gesetzen der Jāhiliyya (Ära der vorislamischen Ignoranz) zu fügen, dass sie sich nicht mit Ungläubigen durch eine Heirat verbinden sollten, weil dadurch viel Leid folgen könnte.  

In Bezug auf die Frage, nämlich wie das Urteil bezüglich des Einladens der ungläubigen Frau, um Mubāhala zu machen, lautet, so wurde der Aufruf an die Ungläubigen von Ahl ul-Kitāb (Leute der Schrift) zu Mubāhala im Qur’ān folgendermaßen offenbart, Sūrah Āl `Imrān, Vers 61 (eine ungefähre Übersetztung der Bedeutung): 

“Wer nun mit dir darüber streitet, nach dem, was dir an Wissen zugekommen ist, so sag (zu denen): “Kommt her! Lasst uns unsere Söhne und eure Söhne, unsere Frauen und eure Frauen, uns selbst und euch selbst zusammenrufen und hierauf flehen und so den Fluch Allahs über die Lügner kommen lassen!” (3:61). 

Mubāhala ist eine Art Ibtihāl (Bittgebet) und es ist das Bemühen, ein Du`ā zum Zwecke der Verfluchung etc. auszuführen, durchgeführt von zwei oder mehr Parteien, sodass es eine der Parteien trifft. Die Definition gemäß der Scharī’ah lautet, dass es das Versammeln von Leuten ist, wenn sie Differenzen in einer Angelegenheit haben und sie um Allahs Fluch für den Missetäter unter ihnen bitten wollen. Die Aufforderung des muslimischen Vaters an die Frau zur Mubāhala, um Allahs Fuch und Rache auf denjenigen herabkommen zu lassen, der schuldig von beiden ist, ist etwas Empfohlenes und er kann es machen, damit es möglicherweise die Frau beeinflusst. 

Es ist ein grundlegender und wichtiger Ratschlag bezüglich des oben erwähnten Falls, dass der Vater durch Besuche eine bleibende Bindung zwischen sich und seinen zwei Söhnen aufrechterhält und ein freundschaftliches Verhältnis durch Geschenke und Spielzeug fördert, sodass die Kinder eine gute Beziehung zum Vater beibehalten. Das wird hilfreich für ihn sein, um sie für die islamische Religion zu gewinnen.  

Wir erbitten von Allah Schutz für die Kinder unseres Bruders und darum, sie zum Islam rechtzuleiten, und darum, ihm zu Rechtschaffenheit in seinen Taten zu verhelfen, und uns alle zum Richtigen zu führen. 

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


`Isa ibn Maryam im muslimischen Glauben

`Isa ibn Maryam im muslimischen Glauben

Frage (Nr. 43148): 

Was ist der Glaube der Muslime bezüglich des Messias `Isa ibn Maryam? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Unser Glaube bezüglich des Messias `Isa ibn Maryam (Jesus, Sohn der Maria, Friede sei auf ihm) wird durch das Buch Allahs und die Sunnah unseres Gesandten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) bezeugt. 

Wir glauben, dass `Isa (Friede sei auf ihm) einer der Diener Allahs war und einer Seine edlen Gesandten. Allah sandte ihn zu den Kinder Isrā’īls, um sie dazu aufzurufen, an Allah allein zu glauben und Ihm allein zu dienen.  

Allah sagt (ungefähre Bedeutung):  

„Und als ‘Isa, der Sohn Maryams, sagte: `O Kinder Isra’ils, gewiss, ich bin Allahs Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Tora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: Sein Name ist Ahmad.` Als er nun mit den klaren Beweisen zu ihnen kam, sagten sie: `Das ist deutliche Zauberei.`“ (61:6). 

„… wo doch al-Masih (selbst) gesagt hat: „O Kinder Isra’ils, dient Allah, meinem Herrn und eurem Herrn!“ Wer Allah (etwas) beigesellt, dem verbietet fürwahr Allah das Paradies, und dessen Zufluchtsort wird das (Höllen-) Feuer sein. Die Ungerechten werden keine Helfer haben.“ (5:72). 

`Isa war weder ein Gott noch der Sohn Gottes, wie die Christen behaupten. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): 

„Fürwahr, ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Gewiss, Allah ist al-Masih, der Sohn Maryams“ …“ (5:72) 

„Die Juden sagen: ,,’Uzair (Ezra) ist Allahs Sohn“, und die Christen sagen: „Al-Masih ist Allahs Sohn.“ Das sind ihre Worte aus ihren (eigenen) Mündern. Sie führen ähnliche Worte wie diejenigen, die zuvor ungläubig waren. Allah bekämpfe sie! Wie sie sich (doch) abwendig machen lassen!“ (9:30). 

Die ersten Worte, die `Isa sprach, als Allah ihn sprechen ließ, während er noch in der Wiege lag, waren (ungefähre Bedeutung): „Er sagte: „Ich bin wahrlich Allahs Diener; Er hat mir die Schrift gegeben und mich zu einem Propheten gemacht.“ (19:30). 

Wir glauben, dass Allah ihn mit Wundern unterstützte, die bewiesen, dass er die Wahrheit sprach. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Wenn Allah sagt (am Tag der Auferstehung): `O ‘Isa (Jesus), Sohn Maryams (Marias), gedenke Meiner Gunst an dir und an deiner Mutter, als Ich dich mit dem Heiligen Geist (Rūhu-l-Qudus – Jibrīl/Gabriel) stärkte, so dass du in der Wiege zu den Menschen sprachst und im Mannesalter; und als Ich dich die Schrift, die Weisheit (al-Hikmah – die Fähigkeit des Verstehens), die Tora (Taurāh) und das Evangelium (Injīl) lehrte; und als du aus Lehm mit Meiner Erlaubnis (etwas) schufst, (was so aussah) wie die Gestalt eines Vogels, und ihr dann einhauchtest, und sie da ein (wirklicher) Vogel wurde mit Meiner Erlaubnis; und (als) du den Blindgeborenen und den Weißgefleckten mit Meiner Erlaubnis heiltest und Tote mit Meiner Erlaubnis (aus den Gräbern) herauskommen ließest; und als Ich die Kinder Isra’ils von dir zurückhielt (als sie beschlossen, dich zu töten), als du mit den klaren Beweisen zu ihnen kamst, worauf diejenigen von ihnen, die ungläubig waren, sagten: ,Das ist nichts als deutliche Zauberei’.`“ (5:110). 

Wir glauben, dass `Isa von der Jungfrau Maryam ohne Vater geboren wurde, und das ist nicht unmöglich für Allah, Der, wenn Er etwas will, nur sagt „Sei!“ und es ist.  

Allah sagt (ungefähre Bedeutung):  

„Gewiss, das Gleichnis ‘Isas (Jesus`) ist bei Allah wie das Gleichnis Adams. Er erschuf ihn aus Erde. Hierauf sagte Er zu ihm: „Sei!“ und da war er.“ (3:59) 

„Als die Engel sagten: „O Maryam (Maria), Allah verkündet dir ein Wort von Ihm („Sei!“ – und er war, d. h. `Isa/Jesus, der Sohn Maryams/Marias), dessen Name al-Masih ‘Isa, der Sohn Maryams ist, angesehen im Diesseits und Jenseits und einer der (Allah) Nahegestellten. Und er wird in der Wiege zu den Menschen sprechen und im Mannesalter und einer der Rechtschaffenen sein.“ Sie sagte: „Mein Herr, wie sollte ich ein Kind haben, wo mich (doch) kein menschliches Wesen berührt hat?“ Er (, der Engel,) sagte: „So (wird es sein); Allah erschafft, was Er will. Wenn Er eine Angelegenheit bestimmt, so sagt Er zu ihr nur: ,Sei!` und so ist sie.“ (3:45-47). 

Wir glauben, dass er den Juden einige Dinge erlaubte, die ihnen verboten waren. 

Allah informiert uns darüber, dass `Isa zu den Kindern Isrā’īls sagte (ungefähre Bedeutung): „Und das zu bestätigen, was von der Tora vor mir (offenbart) war, und um euch einiges von dem zu erlauben, was euch verboten war. Und ich bin mit einem Zeichen von eurem Herrn zu euch gekommen; so fürchtet Allah und gehorcht mir!“ (3:50). 

Wir glauben, dass er nicht starb und dass seine Feinde, die Juden, ihn nicht töteten, sondern Allah rettete ihn vor ihnen und erhob ihn lebendig in den Himmel. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „und dass sie (die Juden) ungläubig waren und gegen Maryam (Maria) gewaltige Verleumdung aussprachen (dass sie unerlaubten sexuellen Verkehr gehabt habe), und dafür, dass sie (prahlerisch) sagten: „Gewiss, wir haben al-Masih ‘Isa, den Sohn Maryams, den Gesandten Allahs getötet.“ – Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so (das Aussehen `Isas wurde einem anderen Mann verliehen, den sie töteten). Und diejenigen, die sich darüber uneinig sind, befinden sich wahrlich im Zweifel darüber. Sie haben kein Wissen darüber, außer dass sie Mutmaßungen folgen. Und sie haben ihn (`Isa/Jesus) mit Gewissheit nicht getötet. Nein! Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben. Allah ist allmächtig und allweise.“ (4:156-158). 

Wir glauben, dass er seinen Anhängern das Kommen unseres Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ankündigte. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und als ‘Isa, der Sohn Maryams, sagte: `O Kinder Isra’ils, gewiss, ich bin Allahs Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Tora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: Sein Name ist Ahmad.` Als er (d. h. Ahmad/Muhammad) nun mit den klaren Beweisen zu ihnen kam, sagten sie: `Das ist deutliche Zauberei.`“ (61:6). 

Wir glauben, dass er am Ende der Zeit herabkommen und die Behauptung seiner Feinde, der Juden, dass sie ihn töteten, widerlegen wird. Und er wird die Behauptung der Christen entkräften, er sei Gott oder der Sohn Gottes und er wird nichts von ihnen akzeptieren außer dem Islam. 

Al-Bukhāri (#2222) und Muslim (#155) berichteten, dass Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: `Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, bald wird der Sohn Maryams zu euch als ein Richter herabkommen (gemäß einer anderen Überlieferung: die Stunde wird nicht beginnen, bis der Sohn Maryams zu euch herabsteigt). Er wird das Kreuz zerbrechen, die Schweine töten und die Jizyah abschaffen und Geld wird es in Fülle geben, bis niemand es mehr annimmt.`“ 

„Bald“ bedeutet, dass es auf jeden Fall schnell geschieht. 

„Wird zu euch herabkommen“ heißt: zu dieser Ummah. 

„Als ein Richter“ bedeutet, dass er herabkommen und gemäß der Scharī`ah richten wird und dass diese Scharī`ah bestehen bleibt und nicht aufgehoben wird; `Isa wird einer der Herrscher dieser Ummah sein. 

„Er wird das Kreuz zerbrechen und die Schweine töten“ heißt, dass er die Religion der Christen als falsch deklariert, indem er das Kreuz tatsächlich zerbricht, und er beweist die Falschheit der Behauptungen der Christen und der Verehrung des Kreuzes. 

„Und die Jizyah abschaffen“: al-Nawawi sagte dazu: „Die korrekte Ansicht lautet, dass er sie nicht akzeptieren wird, und er wird nichts von den Kuffār akzeptieren, außer dem Islam. Wenn einer von ihnen die Jizyah entrichtet, wird ihn dies nicht abhalten, sie zu bekämpfen. Er wird nichts akzeptieren außer Islam oder Tod. Dies ist die Ansicht von Imām Abu Sulaymān al-Khattābi und anderen Gelehrten (möge Allah ihnen barmherzig sein).“ 

„Geld wird es in Fülle geben“ – der Grund für dieses Übermaß wird die Verbreitung von Segen und Güte durch Gerechtigkeit sowie durch die Abwesenheit von Unterdrückung und Übeltaten sein. Zu dieser Zeit wird die Erde ihre Schätze hervorbringen und das Verlangen, Geld zu besitzen, wird nachlassen, denn sie werden wissen, dass die Stunde kurz bevor steht. 

Dann wird er sterben und die Muslime werden das Totengebet für ihn verrichten und ihn beerdigen. 

Ahmad (#9349) verzeichnete von Abu Hurayrah, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Ich bin `Isa ibn Maryam von allen Menschen am nahsten, denn es gab keinen Propheten zwischen ihm und mir …“ Dann erwähnte er sein Herabkommen am Ende der Zeit. Er sagte: „Er wird solange bleiben, wie Allah bestimmt, dass er bleiben soll. Dann wird er sterben und die Muslime werden für ihn das Totengebet verrichten und ihn begraben.“ (von al-Albāni in al-Silsilah al-Sahīhah als sahīh klassifiziert #2182). 

Wir glauben, dass er selbst sich am Tag der Auferstehung von der Behauptung, er sei Gott, distanzieren wird.  

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und wenn Allah sagt (am Tag der Auferstehung): „O ‘Isa (Jesus), Sohn Maryams (Marias), bist du es, der zu den Menschen gesagt hat: ,Nehmt mich und meine Mutter außer Allah zu Göttern!`?“, wird er sagen: „Preis sei Dir! Es steht mir nicht zu, etwas zu sagen, wozu ich kein Recht habe. Wenn ich es (tatsächlich doch) gesagt hätte, dann wüsstest Du es bestimmt. Du weißt, was in mir vorgeht, aber ich weiß nicht, was in Dir vorgeht. Du bist ja der Allwisser der verborgenen Dinge. Ich habe ihnen nur gesagt, was Du (Allah) mir befohlen hast (, nämlich): ,Dient Allah, meinem und eurem Herrn!` Und ich war über sie Zeuge, solange ich unter ihnen weilte. Seitdem Du mich abberufen hast, bist Du der Wächter über sie. Du bist über alles Zeuge.“ (5:116-117). 

Dies ist es, was die Muslime vom Messias `Isa ibn Maryam (Friede sei auf ihm) glauben. 

Al-Bukhāri (#3435) und Muslim (#28) verzeichneten von `Ubādah (möge Allah mit ihm zufrieden sein), dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Allah, ohne Partner oder Teilhaber, und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist und dass `Isa Sein Diener und Gesandter ist, ein Wort, welches Allah Maryam gewährte und ein von ihm erschaffener Geist, und dass das Paradies wahr ist und dass die Hölle wahr ist, den wird Allah durch das Tor der acht Tore des Paradieses eingehen lassen, welches er möchte.“ 

Wir bitten Allah darum, uns standhaft im Glauben sein zu lassen und uns als Gläubige sterben zu lassen. 

Möge Allah Frieden und Segen auf unseren Propheten Muhammad herabsenden. 

Islam Q&A


Diskussion mit einem Christen über die Kreuzigung

Diskussion mit einem Christen über die Kreuzigung

Frage (Nr. 12615): 

Warum ist es für die Muslime so schwierig, daran zu glauben, dass Christus gekreuzigt wurde, um unsere Sünden auszulöschen? Warum weisen sie die Vorstellung der Kreuzigung komplett zurück? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Es ist überhaupt nichts Merkwürdiges daran, dass die Muslime diese Vorstellung ablehnen, denn der Qur’ān, an den sie glauben und dessen Inhalt sie akzeptieren, besagt definitiv, dass dies nicht stattfand, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung): und dafür, dass sie sagten (sich rühmend): „Gewiss, wir haben al-Masih ‘Isa (Jesus), den Sohn Maryams (Maria), den Gesandten Allahs getötet.“ – Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so (einem anderen Mann wurde das äußere Erscheinungsbild von `Isa verliehen und sie töteten diesen Mann). Und diejenigen, die sich darüber uneinig sind, befinden sich wahrlich im Zweifel darüber. Sie haben kein Wissen darüber, außer dass sie Mutmaßungen folgen. Und sie haben ihn (`Isa/Jesus) mit Gewissheit nicht getötet.“ (4:157). 

Das Problem liegt bei den Christen, für die das Dogma der Kreuzigung und Erlösung zu einer zentralen Angelegenheit geworden ist, in dem Ausmaß, dass das Kreuz zum Symbol ihrer Religion wurde. 

Es ist sonderbar, dass sie über die Form dieses Kreuzes streiten, was ihre Verwirrung hinsichtlich dieser Erfindung beweist.

Es gibt Meinungsverschiedenheiten zwischen ihren Evangelien und unter ihren Historikern in Bezug auf alles, was mit der Geschichte der Kreuzigung zu tun hat.  

Sie streiten über den Zeitpunkt des Letzten Abendmahls, welches ihnen zufolge eines der Ereignisse im Vorfeld der Kreuzigung war. Sie streiten über den Verräter, der (die Römer) zum Christus führte – geschah dies einen Tag vor dem Letzten Abendmahl, wie es von Lukas berichtet wurde, oder währenddessen, nachdem Christus ihm ein Stück Brot gegeben hatte, wie Johannes es sagte?  

War Christus derjenige, der das Kreuz trug, wie Johannes aussagte, wie es gemäß Nottingham üblich war, wenn jemand gekreuzigt werden sollte, oder war es Simon von Zyrene, wie in den anderen drei Evangelien gesagt wird? 

Sie sagen, dass zwei Diebe neben Christus gekreuzigt wurden, einer an seiner rechten und einer an seiner linken Seite, was also war die Einstellung der beiden zu dem Messias, der gekreuzigt wurde, wie sie behaupten? Verachteten die Diebe ihn dafür, dass er gekreuzigt wurde, und sagten sie, dass sein Herrn ihn verlassen und seinen Feinden überlassen hätte? Oder verhöhnte ihn nur einer von ihnen und der andere wies diesen zurecht? 

Und zu welcher Stunde fand die Kreuzigung statt – war es die dritten Stunde, wie Markus sagt, oder war es zur sechsten Stunde, wie Johannes sagt? 

Was geschah nach der angeblichen Kreuzigung? Markus sagte, dass der Vorhang des Tempels von oben bis unten zerrissen wurde. Matthäus fügte hinzu, dass die Erde erbebte, die Felsen aufbrachen und viele der Heiligen von ihren Gräbern aufstanden und in die heilige Stadt kamen, wo sie vielen erschienen. Lukas sagte, dass die Sonne sich verdunkelte, der Vorhang des Tempels in der Mitte zerriss und als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sagte: „Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen!“ Doch Johannes wusste von all dem nichts. 

Das sind nicht die einzigen schwachen Elemente und Hinweise auf die Falschheit der Kreuzigungsgeschichte, wie sie in den Evangelien berichtet wird. Vielmehr wird derjenige, der die Details der Erzählungen zu dieser Geschichte näher untersucht, auch mit dem geringsten Aufwand die gewaltigen Unterschiede zwischen den einzelnen Berichten bemerken, welche es unmöglich machen, daran als Ganzes oder auch nur teilweise zu glauben. 

Wie verzweifelt sind die fehlgeschlagenen Versuche, diese Lücken zu füllen und die Fehler dieses verfälschten Buches zu verbergen. Allah hat wahrlich die Wahrheit gesprochen, als Er in Seinem Buch, welches Er bewahrt hat, sagte (ungefähre Bedeutung): Denken sie denn nicht sorgfältig über den Qur’an nach? Wenn er von jemand anderem wäre als von Allah, würden sie in ihm wahrlich viel Widerspruch finden.“ (4:82). 

Abgesehen von der Tatsache, dass die Berichte des Evangeliums nicht sicher sind und ihre Autoren selbst zugeben, dass die Schriften dem Messias weder in dieser Form offenbart noch während seiner Lebenszeit aufgeschrieben wurden. Keiner der Zeugen war den Ereignissen, die sie bezeugen, zugegen, wie Markus sagt: „Und die Jünger verließen ihn alle und flohen.“ (Markus 14:50; Lutherbibel 1912). Da diese Ereignisse von niemandem, der sie erzählte, bezeugt werden konnten, gibt es großen Spielraum für Phantasien und Dichtkunst. 

Wir wollen unsere Erörterung der Kreuzigungs-Sage des Christus (Friede sei auf ihm) mit einem Blick auf das, was die Evangelien über die Voraussage des Messias, dass er vor dem Tod bewahrt werden würde, sagen, beenden: 

Zu einer Gelegenheit sandten die Pharisäer und die obersten Priester Wärter, um ihn zu verhaften, und er sagte zu ihnen: „Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. Ihr werdet mich suchen, und nicht finden; da wo ich bin, könnet ihr nicht hin kommen.“ (Johannes 7:33-34; Lutherbibel 1912). 

An anderer Stelle sagt er: „Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Ich gehe hinweg, und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wo ich hin gehe, da könnet ihr nicht hin kommen. Da sprachen die Juden: Will er sich denn selbst töten, dass er spricht: `Wohin ich gehe, da könnet ihr nicht hin kommen?` Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von untenher, ich bin von obenher, ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. So habe ich euch gesagt, dass ihr sterben werdet in euren Sünden; denn so ihr nicht glaubt, dass ich es sei, so werdet ihr sterben in euren Sünden. Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstlich der, der ich mit euch rede. Ich habe viel von euch zu reden und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich vor der Welt. Sie verstanden aber nicht, dass er ihnen von dem Vater sagte. Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr des Menschen Sohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es sei und nichts von mir selber tue, sondern wie mich mein Vater gelehrt hat, so rede ich. Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm gefällt.“ (Johannes 8:21-28; Lutherbibel 1912). 

Am Ende sagt er ihnen abermals: „Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt m Namen des Herrn!“ (Matthäus 23:39, Lukas 13:35; Lutherbibel 1912). 

Der Messias, wie diese Texte und andere zeigen, war sich sicher, dass Gott ihn niemals seinen Feinden ausliefern würde und dass Er ihn niemals verlassen würde. 

„Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, dass ihr zerstreut werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Solches habe ich mit euch geredet, dass ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16:32-33). 

Deshalb beschimpften die Passanten und jeder, der der so genannten Kreuzigung beiwohnte, den Messias, wie der Schreiber dieses Evangeliums sagt (obwohl das nicht wahr sein kann): „Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel Gottes zerbrichst und baust ihn in drei Tagen, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohnpriester spotteten sein samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andern hat er geholfen, und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz, so wollen wir ihm glauben. Er hat Gott vertraut; der erlöse ihn nun, hat er Lust zu ihm; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Desgleichen schmähten ihn auf die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren.“ (Matthäus 27:39-44; Lutherbibel 1912) 

Doch es scheint, dass Jesus` Sicherheit, dass Gott mit ihm war, zu schwanken begann, gemäß der veränderten Erzählung im Evangelium (obwohl das nicht wahr sein kann): „Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, und sprach zu seine Jüngern: Setzet euch hier, bis dass ich dorthin gehe und bete. Und nahm zu sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen. Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir! Und ging hin ein wenig, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist`s möglich, so gehe dieser Kelch von mir; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst! Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend … Zum andermal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist`s nicht möglich, dass dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille! Und er kam und fand sie abermals schlafend, … Und er ließ sie und ging abermals hin und betete zum dritten Mal und redete dieselben Worte. Da kam er zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Ach wollt ihr nur schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ihr hier, dass des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird.“ (Matthäus 26:36-45; Lutherbibel 1912). 

Lukas beschreibt die Szene und sagt: „Und es kam, dass er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafen vor Traurigkeit und sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, auf das ihr nicht in Anfechtung fallet!“ (Lukas 22:44-46; Lutherbibel 1912). 

Aufgrund des Spotts über die Botschaft des Christus – ihren Behauptungen nach – und weil Christus dachte, dass Gott mit ihm sei und ihn niemals verlassen würde, lässt der Schreiber, der diese dramatische Szene erfunden hat, ein Ende folgen, in dem er die Verzweiflung des Messias und seine Gefühle des von Gott Verlassenseins zum Ausdruck bringt – erhaben ist Allah über das, was die Übeltäter sagen. Der Erfinder sagt: „Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eloi, Eloi, lama sabachthani? das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27:45-47, siehe auch Markus 15:34; Lutherbibel 1912). 

Wenn wir verstehen, was diese Geschichte unter kritischer Betrachtung bedeutet, dann trifft dasselbe auf das Dogma der darauf basierenden Opferung und Erlösung zu. 

Und Allah ist die Quelle der Kraft und der Führer zum rechten Weg und es gibt keinen Herrn außer Ihm. 

Islam Q&A


Zweifel an dem, was der Qur’ān über `Isa (Friede sei auf ihm) sagt

Zweifel an dem, was der Qur’ān über `Isa (Friede sei auf ihm) sagt

Frage (Nr. 12637): 

Wie können Sie erwarten, dass Nicht-Muslime an das glauben, was Ihr Buch über `Isa sagt, die Geschichte der Kreuzigung zurückweisen und abstreiten, dass er der Sohn Gottes ist, wo die Bibel diese Dinge doch bestätigt? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Wir wiederholen uns selbst, wenn wir wieder herausstellen, dass die Evangelien – oder die Bibel, von der wir sprechen und die heutzutage unter den Menschen verbreitet ist – etwas anderes ist als das, was von Allah Seinem Diener und Gesandten `Isa ibn Maryam (Jesus, Sohn der Maria, Friede sei auf ihm) offenbart wurde. In Bezug auf das, was von Allah offenbart wurde, so ist niemandes Glauben gültig, wenn er nicht daran glaubt oder nur an einen Teil davon. Wir haben davor in der Antwort zu Frage Nr. 47516 gewarnt.  

Doch aus Gründen der göttlichen Weisheit wurde jenes Buch von frühester Zeit an fortwährend verändert und uminterpretiert bis sein göttlich offenbartes Original verloren ging und verschwand. Alles, was die Menschen nun noch in ihren Händen halten, ist nicht mehr als eine Mixtur der Finsternis von Schirk und Trinität, mit dem Schimmern des Lichts des Tauhid, eine Ansammlung von Lügen und Verfälschungen, vermischt mit einem Rest Wahrheit und Wissen der Propheten. 

Jetzt, nach so vielen Jahrhunderten der Änderung, ist es für niemanden mehr möglich, sich sicher zu sein, ob ein Teil der Bibel wahr oder falsch ist, außer es wird im Licht der Wahrheit, die das bestätigt, was vorher kam, überprüft. Dem göttlichen Licht, von dem nichts durch die Dunkelheit der Unwissenheit und durch Gelüste und Begierden ausgelöscht wurde, und dessen reine Wahrhaftigkeit auch nicht durch eine einzige Lüge oder einen einzigen Fehler kontaminiert wurde. Das kann nichts anderes sein als der heilige Qur’ān, den Allah zu bewahren versprochen hat, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): Gewiss, Wir sind es, die Wir die Ermahnung offenbart haben, und Wir werden wahrlich ihr Hüter sein.“ (15:9). 

Sogar als einer der größten christlichen Gelehrten und Verteidiger der Bibel, nämlich Norton, versuchte, die Bibel gegen die Kritik des Deutschen Ackharn zu verteidigen, musste er zugeben, dass eine Unterscheidung zwischen Wahrheit und Lüge heutzutage sehr schwierig ist.  

Von hier aus erreichen wir den in der Frage angesprochenen Punkt. Wir sagen, dass jeder, der nicht an den Qur’ān glaubt, niemals ein gültiges Buch haben wird, an das er glauben könnte, und wer Zweifel über die Wahrhaftigkeit des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) streut und über die Rechtmäßigkeit der islamischen Religion, wird nicht in der Lage sein, einen Beweis zu erbringen, dass die Religion, der er folgt, gültig ist. Es werden Zweifel über den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gestreut und über die Dinge, die er über sein Prophetentum berichtete und über die Offenbarung, die er vom Himmel erhielt, obwohl Wunder unter seinen Händen geschahen, die den Wahrheitsgehalt dessen, was er sagte, bestätigten, und sein ganzes Leben lang forderte er seine Feinde auf, ein ähnliches Buch zu schreiben wie das, was er als Offenbarung von seinem Herrn erhielt. Er forderte sogar die Menschheit und die Jinn auf, gemeinsam etwas Ähnliches wie den Qur’ān zu produzieren, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung): Sag: Wenn sich die Menschen und die Jinn zusammentäten, um etwas beizubringen, was diesem Qur’an gleich wäre, sie brächten nicht seinesgleichen bei, auch wenn sie einander Beistand leisten würden.“ (17:88). 

Doch sie waren nicht dazu in der Lage, etwas Ähnliches hervorzubringen, während der gesamten Zeit bis jetzt nicht, trotz der großen Anzahl an Feinden, die sich ihm entgegenstellten und wünschten, dass sie beweisen könnten, er würde lügen. Doch es gibt keine Möglichkeit, dies zu tun! 

Weiterhin fuhr der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) fort, seine Feinde zu besiegen und sie waren unfähig, ihm Unrecht nachzuweisen. Sie waren niemals in der Lage, ihm in irgendeiner seiner Aussagen eine Lüge nachzuweisen, selbst in alltäglichen Gesprächen, auf die die Menschen sich einlassen, nicht und erst recht nicht bei dem, mit dem sein Herr ihn entsandte.  

Ich frage mich, wenn sie all diese Beweise ablehnen, wie sie auch nur einen Beweis für die Richtigkeit der Vorstellung „göttlicher Inspiration“ haben können, welche die Grundlage ihres Glaubens in ihren Büchern bildet, trotz der Tatsache, dass sie selbst nicht behaupten, dass das Evangelium Jesus offenbart wurde oder dass er es aufschrieb oder hierzu die Anweisung erteilte oder dass die Evangelien auch nur während seiner Lebenszeit geschrieben wurden. 

Darüber hinaus gibt es keinen sicheren Beweis bezüglich der Identitäten der vier Männer, die die Evangelien schrieben: Wer waren sie, wie haben sie ihr Leben verbracht und war das, was sie aufschrieben, göttliche Offenbarung oder göttliche Inspiration, wie sie behaupten, oder waren es lediglich ihre eigenen Phantasien oder das, was ihnen von ihren Satanen eingegeben wurde. Horn, einer der bekanntesten Bibelexegeten, sagt: „Wenn gesagt wird, dass die Bibel von Gott offenbart wurde, bedeutet dies nicht, dass jedes einzelne Wort oder jeder Ausdruck von Gott inspiriert wurde. Vielmehr wissen wir durch die Aussagen derjenigen, die die Bibel schrieben, durch ihre unterschiedlichen Stile, dass sie auf der Grundlage ihrer eigenen Art, ihrer Gepflogenheiten und ihres Verständnisses schrieben. Es ist unvorstellbar, dass sie bei allem, was sie beschrieben oder bei jeder Anordnung, die sie erließen, inspiriert wurden.“ 

Die Encyclopaedia Britannica erwähnt die unterschiedlichen Meinungen der christlichen Gelehrten und Forscher bezüglich der Angelegenheit der göttlichen Inspiration und ob jeder Ausdruck der Bibel göttlich inspiriert ist oder nicht. Es gibt einen Kommentar dazu in einem ihrer Artikel (19/20), in dem es heißt: „Diejenigen, die sagen, dass jeder Satz göttlich inspiriert ist, können ihre Behauptung nicht einfach beweisen.“ Wir sagen: Sie können es auch nicht unter großen Schwierigkeiten! Es gibt Dutzende von Stellen, wo ein Evangelium dem anderen widerspricht, und Dutzende von historischen Fehlern und falschen Voraussagen, die niemals eintrafen. Frederick Grant sagte Folgendes aus: „Das Neue Testament ist nicht homogen, denn es ist eine Zusammenstellung von einzelnen Elementen. Es hält nicht einen einzigen Gesichtspunkt oder Stil vom Anfang bis zum Ende ein, vielmehr enthält es verschiedene Ansichten.“ 

Die Amerikanische Enzyklopädie bestätigt, dass es ein schwer wiegendes Problem gibt, welches aus den Widersprüchen resultiert, die an verschiedenen Stellen des vierten Evangeliums und der drei synoptischen Evangelien auftreten. Die Unterschiede zwischen ihnen sind so gewaltig, dass, wenn man die synoptischen Evangelien als richtig und korrekt ansieht, dies dazu führt, dass das Evangelium von Johannes falsch ist. Es ist unerheblich, dass das Johannes-Evangelium das eine ist, welches sich am meisten auf die Trinitätslehre konzentriert; natürlich räumen sie ein, dass es geschrieben wurde, um diese Lehre zu begründen, was die anderen drei Evangelien nicht konnten, und um dem Disput bezüglich dieser Angelegenheit ein Ende zu setzen.  

Die katholische Kirche, die weiterhin an der Idee der göttlichen Inspiration als Ursprung der Bibel festhält, bestätigte das bei einem Treffen des Vatikans im Jahre 1869-1870. Doch ein Jahrhundert später revidierte sie ihre Meinung und gestand im Jahre 1962-1965, Vatikan II, dass diese Bücher viele Mängel und einige Lügen enthalten, gemäß dem, was von dem französischen katholischen Forscher Dr. Maurice Bucaille, der später Muslim wurde, berichtet wurde. 

Darüber hinaus, wenn jemand an eines der Wunder des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) nicht glaubt oder an einen der Aspekte seines Lebens, durch den seine Wahrhaftigkeit bewiesen wird, wie kann er dann die Wunder der so genannten Apostel, die die Evangelien schrieben, beweisen oder dass ihre Behauptungen der göttlichen Inspiration korrekt sind? 

Für sie ist die Vorstellung der göttlichen Inspiration basierend auf dem, was in der Bibel geschrieben wurde und der darin erwähnten Wunder, korrekt, und die Bibel ist richtig, weil sie göttlich inspiriert wurde! So ist ihr Beweis ein Circulus vitiosus („Teufelskreis“), wie in der Enzyklopädie von einigen Forschern festgestellt wurde: „Die Bibel ist also richtig, weil sie göttlich inspiriert wurde, und die Inspiration gilt als bewiesen, weil die Bibel sie bestätigt!“ 

Wenn jemand nicht an den Qur’ān glaubt, der tawātur übermittelt wurde (ein Prozess, bei dem etwas von so vielen und durch so viele berichtet wird, dass es undenkbar ist, dass sie alle in einer Lüge übereinstimmen könnten), überall in der muslimischen Welt, im Osten und Westen, Generation nach Generation, durch Erinnerung und Aufschreiben, ohne voneinander abweichende Kopien und ohne Widersprüche, wie kann so jemand beweisen, dass die Evangelien richtig sind oder auf sie vertrauen, wenn es noch nicht einmal den Funken eines Beweises gibt, nicht einmal einen Hinweis darauf, dass sie früher als zweihundert Jahre nach dem Tode des Christus überhaupt existierten, gemäß dem, was Norton von Ackharn, dem Deutschen, zitierte? Unheil brach über die Christen im vierten Jahrhundert herein, als ihre Kirchen zerstört und ihre Bücher verbrannt wurden, wodurch man das Vertrauen in jedes ihrer Bücher, das danach erschien, verliert. Wann erschienen sie und in wessen Besitz befanden sie sich während der Zeitspanne von Verfolgung und Verstecken? Wie erreichten sie uns? … Es gibt viele weitere Fragen zu dieser Problematik, wie es auch in der Encyclopaedia Britannica angeführt wird, wo es heißt: „Wir haben kein sicheres Wissen darüber, auf welchem Wege die anerkannte Richtigkeit der vier Evangelien begründet wurde oder wo oder wann eine solche Entscheidung getroffen wurde.“ 

Hinsichtlich der Unwissenheit, wer sie aus ihrer ursprünglichen Sprache übersetzte, wie vertrauenswürdig dessen Wissen war, wie qualifiziert er für diese Aufgabe war und wie man sicher sein kann, dass er angemessen übersetzte – das ist wieder ein anderes Thema. 

Für weitere Details zu dem, was wir in dieser Antwort zusammengefasst erwähnten, siehe: Izhār al-Haq von Scheikh Rahmat-Allah al-Hindi und Munāzarah bayna al-Islam wa-l-Nasrāniyyah von Scheikh Muhammad Jamīl Ghāzi  und weitere.  

Möge Allah uns und euch zum rechten Weg leiten. 

Islam Q&A