Islam Fragen & Antworten

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Wie man die Triebe durch das Fasten kontrolliert

Wie man die Triebe durch das Fasten kontrolliert 

Frage (Nr. 26811): 

Meine Frage handelt vom Fasten. Aber sie betrifft nicht den Monat Ramadān. Ich meine das Fasten, wenn jemand heiraten möchte, aber im Moment nicht dazu in der Lage dazu ist. Ich weiß, dass es (das Fasten) im Islam für diesen Zweck vorgeschrieben ist, aber ich kenne nicht die richtigen Regelungen dafür. Ich möchte gerne die genaue Zeit für Iftār und Suhūr erlernen, wie viele Tage man im Monat fasten sollte, welcher Tag der Woche es genau sein sollte. Bitte gebt mir darüber so viele Details wie möglich. Und Allah weiß es am besten. Mögen der Frieden und die Segnungen von Ihm auf euch allen sein. 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Diese rein monotheistische Religion ist gekommen, um die Menschen zu lehren wie sie Triebe kontrollieren können, sodass der Muslim als Individuum, welcher durch seinen Charakter und sein Verhalten gekennzeichnet ist, nicht ein Gefangener seiner Begierden bleibt, wie ein Tier. Der Islam schreibt Regeln vor, verpflichtende und solche, die mustahabb sind, um ihn vor den schlechten Folgen zu schützen, welche entstehen, wenn man sich von den Begierden leiten lässt. 

Zu diesen Regeln gehört beispielsweise die Anordnung des Fastens für diejenigen, die nicht das natürliche Ventil für diese Triebe in der Ehe finden, wie ‘Abd-Allāh ibn Mas’ūd (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtete: „Wir waren junge Männer mit dem Propheten (Frieden und Segen Allahs auf ihm) und wir hatten nichts (d. h.: Wir konnten es uns nicht leisten zu heiraten). Der Gesandte Allahs (Frieden und Segen Allahs auf ihm) sagte zu uns: „O ihr jungen Männer, wer von euch die Mittel hat zu heiraten, so lasst es ihn tun, denn dies ist wirkungsvoller hinsichtlich dem Senken des Blickes und der Bewahrung der Keuschheit. Und wer auch immer dazu nicht in der Lage ist, so lasst ihn fasten, denn dies wird für ihn ein Schutzschild sein.“ (al-Bukhāri, 5066; Muslim 1400). Das Fasten verringert die Einflüsse, welche die Begierden auf junge Menschen haben. 

Obwohl diese Regelung an junge Männer gerichtet ist, so kann sie sogar noch erforderlicher werden, wenn es mehr Verführung gibt und die Wege und Beweggründe für das Begehen von Schlechtem zunehmen, besonders für diejenigen, die in Gesellschaften leben, in welchen ausgelassenes Zurschaustellen und Freizügigkeit oft vorkommen. Deshalb sollten sie sehr darum bemüht sein, diese Tat der Anbetung zu verrichten, um ihre Keuschheit und ihr religiöses Engagement zu bewahren. Wie durch das Fasten, so kann jemand auch durch das Gebet zu Allah um Hilfe bitten, sein religiöses Engagement und seine Ehre zu bewahren, und es ihm einfach zu machen zu heiraten, da die Ehe die Keuschheit bewahrt. Er kann sich auch insofern helfen, indem er an die Belohnung im Paradies denkt, die Allah für diejenigen vorbereitet hat die standhaft Seinem Befehl gehorchen und ihre Keuschheit beschützen, nämlich al-Hūr al-‘Ayn. 

Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Das Umgehen mit schlechter Laune

Das Umgehen mit schlechter Laune 

Frage (Nr. 658): 

Wie kann jemand seine schlechte Laune kontrollieren? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Zorn ist eine der bösen Einflüsterungen des Satans, die zu vielen Übeln und Tragödien führt, von denen nur Allah ihr volles Ausmaß kennt. Aus diesem Grund sagt der Islam eine Menge über diese schlechte Angewohnheit und der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) beschrieb einige Heilmittel für diese „Krankheit“ und Wege, um ihre Auswirkungen einzuschränken, darunter sind die folgenden: 

1.         Zuflucht bei Allah vor dem Satan erbitten: 

Sulayman ibn Sard sagte: „Ich saß mit dem Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) und zwei Männer beschimpften einander. Einer von ihnen war rot im Gesicht und die Adern an seinem Hals kamen hervor. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: `Ich kenne ein Wort, wenn er es sagen würde, dann würden seine Gefühle von ihm gehen. Wenn er sagen würde: Ich erbitte Zuflucht bei Allah vor dem Schaytān – dann würde sein Zorn gehen.`“ (Bukhāri, al-Fath #6/337). 

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wenn ein Mann wütend wird und sagt: Ich erbitte Zuflucht bei Allah – dann wird sein Zorn verrauchen.“ (Sahīh al-Jāmi` al-Saghīr #695). 

2.         Schweigen: 

Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wenn einer von euch zornig wird, lasst ihn schweigen.“ (Imām Ahmad, al-Musnad #1/329, siehe auch Sahīh al-Jāmi` #693, 4027). 

Dies ist so, weil die zornige Person in den meisten Fällen ihre Selbstbeherrschung verliert und Worte des Kufr (wovor wir Zuflucht bei Allah erbitten) benutzen könnte oder Flüche oder das Wort der Scheidung (Talāq), was sein Zuhause zerstört, oder Worte der Beschimpfung, die ihm die Feindschaft und den Hass anderer einbringen. Daher, kurz gesagt, ist das Schweigen die Lösung, die hilft, all dies zu vermeiden. 

3.         Nicht bewegen: 

Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wenn einer von euch wütend wird und steht, lasst ihn sich setzen, so dass sein Zorn verraucht; falls dies nicht geschieht, lasst ihn sich hinlegen.“ 

Der Überlieferer dieses Hadīth ist Abu Dharr (möge Allah mit ihm zufrieden sein) und es gibt eine dazugehörige Geschichte: Er brachte seine Kamele zum Trinken an einen Trog, der ihm gehörte, als einige Leute vorbei kamen und (zueinander) sagten: `Wer kann gegen Abu Dharr antreten (damit, den Tieren Trinken zu geben) und seine Haare zu Berge stehen lassen?` Ein Mann sagte: `Ich kann es` und so brachte er seine Tiere und wetteiferte mit Abu Dharr, mit dem Ergebnis, dass der Trog zerbrach (d. h., dass Abu Dharr Hilfe beim Tränken seiner Kamele erwartete, aber stattdessen benahm der Mann sich unpassend und verursachte es, dass der Trog zerbrach). Abu Dharr stand, also setzte er sich und legte sich schließlich nieder. Jemand fragte ihn: `Oh Abu Dharr, warum hast du dich gesetzt und dann niedergelegt?` Er antwortete: `Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte …` und dann nannte er den Hadith. (Der Hadīth und die Geschichte können im Musnad Ahmad #5/152 nachgelesen werden, siehe auch Sahīh al-Jāmi` #694). 

Gemäß einem anderen Bericht tränkte Abu Dharr seine Tiere an dem Trog, als ein anderer Mann ihn verärgerte, sodass er sich setzte … (Fayd al-Qadīr, al-Manāwi #1/408). 

Zu den Vorteilen dieses Ratschlags des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gehört die Tatsache, dass er eine wütende Person davon abhält, außer Kontrolle zu geraten, denn sonst könnte sie ausholen und jemanden schlagen oder sogar töten – wie wir bald sehen werden – oder sie könnte Besitz zerstören usw. Das Sich-Niedersetzen macht es weniger wahrscheinlich, dass sie sich aufregt, und das Hinlegen macht es unwahrscheinlich, dass sie durchdreht. Al-’Allāmah al-Khattābi (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte in seinem Kommentar zu Abu Dawud: „Derjenige, der steht, ist in der Position zu schlagen und zu zerstören, während derjenige, der sitzt, dies wahrscheinlich nicht tut, und derjenige, der liegt, es nicht tun kann. Es ist möglich, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) die zornige Person angewiesen hat, sich zu setzen oder hinzulegen, damit sie nichts tun konnte, was sie später bereut hätte. Und Allah weiß es am besten.“ (Sunan Abu Dawud mit Ma`ālim al-Sunan #5/141). 

4.         Dem Rat des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) folgen: 

Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtete, dass ein Mann zum Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Rate mir.“ Er sagte: „Zürne nicht.“ Der Mann wiederholte seine Frage ein paar Mal und jedes Mal antwortete der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm): „Zürne nicht.“ (Bukhāri, Fath al-Bāri #10/456). 

Gemäß einem einer anderen Überlieferung, sagte der Mann: „Ich dachte über das nach, was der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gesagt hatte, und ich erkannte, dass der Zorn alle Arten von Übel in sich vereinigt.“ (Musnad Ahmad #5/373) 

5.         “Werde nicht zornig und das Paradies gehört dir.“ (Hadith sahih, siehe Sahīh al-Jāmi` #7374; ibn Hijr schrieb es al-Tabarāni zu, siehe al-Fath #4/465): 

Sich an das erinnern, was Allah den Rechtschaffenen (Mutaqīn) versprochen hat, die sich von den Ursachen des Zorns fernhalten und sich um Selbstbeherrschung bemühen, ist einer der effektivsten Wege, um den Zorn zu unterdrücken. Einer der Ahādīth, die die große Belohnung dafür beschreiben, lautet: „Wer seinen Zorn zu einer Zeit unterdrückt, wenn er die Möglichkeit hat danach zu handeln, dessen Herz wird Allah am Tag der Auferstehung mit Zufriedenheit erfüllen.“ (al-Tabarāni #12/453, siehe auch Sahīh al-Jāmi` #6518). 

Eine weitere große Belohnung, die der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) beschrieb: „Wer seinen Zorn zu einer Zeit, wenn er die Möglichkeit hat, danach zu handeln, unterdrückt, den wird Allah am Tag der Auferstehung vor der gesamten Menschheit rufen und er wird ihn von den Hur al-`Ayn wählen lassen, welche er möchte.“ (Abu Dawud #4777 und andere, in Sahīh al-Jāmi` #6518 als sahīh klassifiziert). 

6.         Das Wissen über den hohen Status und die Vorteile, die denjenigen, die sich selbst beherrschen, versprochen werden: 

Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Stark ist nicht derjenige, der andere (im Kampf) besiegt, sondern stark ist derjenige, der sich beherrscht, wenn er wütend wird.“ (Ahmad #2/236, der Hadīth ist übereinstimmend akzeptiert). Je größer der Zorn, desto höher ist der Rang desjenigen, der sich beherrscht. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der stärkste Mann ist derjenige, der, wenn er wütend wird und sein Gesicht sich rot färbt und sein Nackenhaar sich sträubt, in der Lage ist, seinen Zorn zu besiegen.“ (Imām Ahmad #5/367, in Sahīh al-Jāmi`#3859 für hasan befunden). 

Anas berichtete, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) an einigen Leuten vorbeiging, die kämpften. Er fragte: „Was ist das?“ Sie antworteten: „So-und-So ist der Stärkste, er kann jeden besiegen.“ Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) erwiderte: „Soll ich euch nicht sagen, wer sogar stärker ist als dieser? Der Mann, der, wenn er von anderen schlecht behandelt wird, seinen Zorn beherrscht, hat seinen eigenen Schaytān besiegt und den Schaytān desjenigen, der ihn wütend gemacht hat.“ (berichtet von al-Bazzār; ibn Hijr sagte, sein Isnād ist sahīh, al-Fath #10/519). 

7.         Dem Beispiel des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) im Falle des Zorns folgen: 

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ist unser Führer und hat uns in dieser Angelegenheit das beste Beispiel gegeben, wie durch eine Anzahl von Ahādīth überliefert wurde. Einer der bekanntesten wurde von Anas (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, der sagte: „Ich ging zusammen mit dem Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) und er trug einen Najrāni Mantel mit einem groben Kragen. Ein Beduine kam, packte ihn an einer Falte seines Mantels und ich sah die Spuren, die der Kragen an seinem Hals hinterließ. Der Beduine befahl ihm, ihm etwas von dem Vermögen zu geben, dass Allah ihm (dem Propheten) gegeben hatte. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) wandte sich ihm zu und lächelte, dann ordnete er an, dass ihm etwas gegeben werden sollte.“ (einstimmig anerkannt, Fath al-Bāri #10/375). 

Eine andere Möglichkeit, wie wir dem Beispiel des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) folgen können, ist, dass wir unseren Zorn Allah zuliebe verspüren, wenn Seine Rechte verletzt werden. Dies ist eine Art von Zorn, die lobenswert ist. Daher wurde der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) wütend, als ihm von einem Imām berichtet wurde, der die Leute vom Gebet abschreckte, weil er es zu sehr verlängerte; als er einen Vorhang mit Bildern von Tieren in `Ā’ischas Haus sah; als `Usāma mit ihm über die Frau der Makhzūmi sprach, die wegen Diebstahls verurteilt worden war und er sagte: „Versuchst du bei einer der Strafen einzuschreiten, die von Allah festgelegt wurden?“; als ihm Fragen gestellt wurden, die er nicht mochte usw. Sein Zorn war ausschließlich Allah zuliebe. 

8.         Zu Wissen, dass das Unterdrücken des Ärgers eines der Zeichen der Rechtschaffenen ist (Taqwā): 

Die Rechtschaffenen (al-Muttaqūn) sind diejenigen, die von Allah im Qur’ān und von Seinem Gesandten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gelobt werden. Das Paradies, ebenso weit wie Himmel und Erde, ist für sie vorbereitet. Eine ihrer Eigenschaften ist, dass sie (ungefähre Bedeutung): „… in Freude und Leid ausgeben und ihren Grimm zurückhalten und den Menschen verzeihen. Und Allah liebt die Gutes Tuenden“ (3:134) Sie sind diejenigen, deren guten Charakter und schöne Eigenschaften sowie Taten Allah erwähnte und die die Menschen schätzen und denen sie nacheifern. Ebenfalls eine ihrer Eigenschaften ist (ungefähre Bedeutung): „… diejenigen, die … wenn sie zornig sind, vergeben.“ (42:37) 

9.         Das Hören auf Ermahnungen: 

Zorn ist Teil der menschlichen Natur und die Menschen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Wut. Es könnte für einen Mann schwierig sein, nicht wütend zu werden, doch aufrichtige Menschen werden sich, wenn sie ermahnt werden, an Allah erinnern, und sie werden die Grenzen nicht übertreten. Einige Beispiele im Folgenden: 

Ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtete, dass ein Mann um die Erlaubnis, mit `Umar ibn al-Khattāb (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sprechen zu dürfen, bat, dann sagte er: „Oh Sohn von al-Khattāb, du gibst uns nicht genug und du richtest nicht gerecht zwischen uns.“ `Umar (möge Allah mit ihm zufrieden sein) wurde so wütend, dass er kurz davor war, den Mann anzugreifen, aber al-Hurr ibn Qays, der anwesend war, sagte: „Oh Āmir al-Mu’minīn, Allah sagte zu seinem Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) (ungefähre Bedeutung): `… gebiete das allgemein Gute und wende dich von den Toren ab!` (7:199). Dieser Mann ist einer der Toren.“ Bei Allah, `Umar konnte nicht fortfahren, nachdem al-Hurr ihm diese Āyah verlesen hatte, und er doch ein Mann war, der sich strikt an das Buch Allahs hielt. (Bukhāri, al-Fath #4/304). 

So sollte der Muslim sein. Der Munāfiq (Heuchler) jedoch verhielt sich nicht so, als ihm der Hadīth des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) erzählt wurde und einer der Gefährten zu ihm sagte: „Suche Zuflucht bei Allah vor dem Schaytān.“ Er sagte zu demjenigen, der ihn ermahnte: „Glaubst du, ich bin verrückt? Verschwinde!“ (Bukhāri, al-Fath #1/465). Wir erbitten Zuflucht bei Allah vor solchem Fehlverhalten. 

10.      Das Wissen über die üblen Auswirkungen des Zorns: 

Die negativen Auswirkungen des Zorns sind viele; kurz gefasst verursacht er Schaden bei der Person selber und bei anderen. Die wütende Person könnte Worte der Beschimpfung und Obszönität äußern, sie könnte andere unkontrolliert körperlich angreifen und sogar töten. Die folgende Erzählung gibt eine nützliche Lektion: 

`Ilqimah ibn Wā`il berichtete, dass sein Vater (möge Allah mit ihm zufrieden sein) ihm erzählte: „Ich saß zusammen mit dem Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm), als ein Mann zu ihm kam, der einen anderen mit einem Seil führte. Er sagte: `Oh Gesandter Allahs, dieser Mann tötete meinen Bruder.` Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) fragte ihn: `Hast du ihn getötet?` Er antwortete: `Ja, ich hab ihn getötet.` Er fragte: `Wie hast du ihn getötet?` Er erwiderte: `Er und ich schlugen gegen einen Baum, um die Blätter zum Fallen zu bringen und damit Tiere zu füttern, und er beschimpfte mich. Da schlug ich ihm mit einer Axt gegen den Kopf und tötete ihn.` …“ (Muslim #1307). 

Zorn kann auch zu anderen Taten als dem Töten führen, wie jemanden zu verwunden oder seine Knochen zu brechen. Wenn derjenige, der den Zorn verursacht hat, wegläuft, dann richtet die wütende Person den Zorn gegen sich selbst, sodass sie ihre Kleidung zerreißt, auf ihre Wangen schlägt, einen Anfall bekommt, in Ohnmacht fällt oder Geschirr oder Möbel zertrümmert. 

Im schlimmsten Fall führt Zorn zu gesellschaftlichen Katastrophen, zerstört familiäre Bande und verursacht Scheidungen. Man kann viele geschiedene Ehefrauen fragen und sie werden es bestätigen, dass ihre Scheidung in einem Moment des Zorns ausgesprochen wurde. Diese Scheidungen sind ein Elend für die Kinder, Leiden und Frustration, enden in einem schweren und schwierigen Leben – alles eine Folge des Zorns. Wenn sie sich an Allah erinnert hätten, zur Besinnung gekommen wären, ihren Zorn gezügelt und Zuflucht bei Allah gesucht hätten, wären sie vor diesem Übel bewahrt geblieben. Sich der Scharī`ah zu widersetzen führt immer zu Verlust. 

Der Schaden an der Gesundheit, der durch Zorn entsteht, kann nur von Ärzten beschrieben werden, jedoch zählen dazu Thrombose, hoher Blutdruck, Herzrasen und Hyperventilation (schnelle, flache Atmung), was zu tödlichen Herzinfarkten führen kann, zu Diabetes etc. Wir bitten Allah um gute Gesundheit. 

11.      Die wütende Person sollte während des zornigen Zustands über sich selbst nachdenken: 

Falls sie sich selbst in einem Spiegel sehen könnte, während sie wütend ist, würde sie sich und die Art, wie sie aussieht, verabscheuen. Falls sie sehen könnte, wie sie sich verändert und wie ihr Körper und ihre Glieder zucken, wie ihre Augen blitzen und wie unkontrolliert und verrückt ihre Verhalten ist, dann würde sie sich selbst verachten und sich über ihre eigene Erscheinung empören. Es ist wohl bekannt, dass innere Hässlichkeit schlimmer ist als äußere Hässlichkeit; wie glücklich muss der Schaytān sein, wenn ein Mensch in diesen Zustand gerät! Wir erbitten Zuflucht bei Allah vor dem Schaytān und vor unserem Fehlverhalten. 

12.      Du`ā: 

Das Du`ā ist grundsätzlich die Waffe des Gläubigen, wobei er Allah bittet, ihn vor allem Bösen zu beschützen, vor Ärger und schlechtem Verhalten und er sucht Zuflucht bei Ihm davor, dem Unglauben zu verfallen oder im Zorn etwas Falsches zu tun. Eines der drei Dinge, die ihm helfen können ist dieses: gerecht zu sein sowohl in Zeiten der Zufriedenheit als auch in Zeiten des Ärgers (Sahīh al-Jāmi` #3039). Eines der Du`ā des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) lautet:  

„Oh Allah, bei Deinem Wissen über das Verborgene und Deiner Macht über Deine Schöpfung, halte mich am Leben, solange es gut für mich ist und lasse mich sterben, wenn Du weißt, dass der Tod angemessen für mich ist. Oh Allah, ich bitte Dich darum, mich Dich insgeheim und in der Öffentlichkeit fürchten zu lassen und ich bitte Dich darum, mich die Wahrheit in Zeiten der Zufriedenheit und des Ärgers sprechen zu lassen. Ich bitte Dich, mich nicht verschwenderisch sein zu lassen, weder in der Armut noch im Wohlstand. Ich bitte Dich um fortwährenden Segen und um Zufriedenheit, die nicht endet. Ich bitte Dich, mich Deine Entscheidung akzeptieren zu lassen und um ein gutes Leben nach dem Tod. Ich bitte Dich um die Freude, Dein Gesicht sehen zu dürfen und um die Sehnsucht, Dich zu treffen, ohne von Krankheiten getroffen oder durch Fitnah (Versuchungen) fehlgeleitet zu werden. Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.“ 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Das Unterlassen des Gebets verursacht alle Arten von Leid und Sorgen

Das Unterlassen des Gebets verursacht alle Arten von Leid und Sorgen 

‎Frage (Nr. 83997): 

‎Ich bin eine 23-jährige Frau und, um ehrlich zu sein, ich bete nicht. Falls ich es doch einmal tue, dann verrichte ich nicht alle obligatorischen Gebete. Ich höre außerdem Musik, was mich allerdings in eine schlechte Stimmung versetzt. Ich möchte Allah gehorchen und ich fürchte Ihn; ich bin stolz eine Muslima zu sein, mein Gott ist Allah allein, ohne Partner, und ich liebe den Propheten Muhammad und seinen Lebensweg. Es berührt mich, wenn ich davon höre. Alles Lob gebührt Allah, Der mich in diesem Jahr mit einer `Umrah ehrte, worüber ich sehr glücklich bin, doch ich merke, dass ich hartherzig bin und dass es keinen Unterschied zwischen mir und den Ungläubigen gibt, da ich nicht bete. Ich habe viele Male versucht, am Gebet festzuhalten, doch ich verstehe nicht, warum dies alles mit mir geschieht. Lange Zeit habe ich nicht gebetet und ich bin unwissend über viele islamische Angelegenheiten. Ich habe das Gefühl, dass Allah keine meiner guten Taten akzeptieren wird, weder Gebete, Zakāh, `Umrah noch irgendeine andere Pflicht, die ich erfülle und dass sich mein Schicksal bestimmt in der Hölle erfüllt. Ich brauche jemanden, der mich bei der Hand nimmt, mich ermahnt und mir hilft, diesen üblen Weg zu verlassen – ich hasse es, in dieser Lage zu sein! Außerdem gibt es ein weiteres Problem, denn ich habe im Ramadān ohne Entschuldigung einige Tage nicht gefastet. Offen gestanden, bin ich noch nicht einmal sicher, ob diese Tage im Ramadān oder im Schawwāl waren, da es eine Gewohnheit bei uns zu Hause ist, in jedem Jahr die sechs Tage des Schawwāl zu fasten – ich bin sehr verwirrt. Dies ist mir passiert, als ich weit entfernt vom richtigen Weg war und ich weiß, dass Allah das Fasten desjenigen, der es ohne Rechtfertigung tagsüber im Ramadān bricht, niemals annimmt und man muss dafür Buße tun. Was also habe ich zu tun? Ich brauche dringend Hilfe und bin sehr verzweifelt. 

‎Antwort: 

‎Alles Lob gebührt Allah. 

‎Es ist zunächst einmal essentiell wichtig, den Grund für das Problem zu bestimmen, dann kannst du vorankommen und es bewältigen. Wenn du uns bittest, dir bei der Bestimmung des Problems zu helfen, so sagen wir dir, dass das Problem an dir selbst liegt und an nichts sonst. Die dir angebotene Hilfe wird dir solange nichts nutzen, bis du selber Schritte in Richtung der Rettung machst.  

‎Die von dir in deiner Frage ausgedrückten Gefühle bestätigen, dass Elemente der Rechtleitung bei dir vorhanden sind, denn der Gläubige ist derjenige, der sich selbst zur Rechenschaft zieht und der sich selbst tadelt und es scheint, dass du dies tust. 

‎Der Gläubige ist erschreckt über seine Schwächen und Sünden und er betrachtet sie wie einen Berg, der auf ihn stürzen könnte. Es scheint, dass du eben so empfindest. 

‎Der Gläubige schätzt seinen Islam und Glauben sehr hoch, er ist stolz darauf, zu dieser großartigen Religion zu gehören und er liebt seinen Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) – und dein Brief zeigt dies deutlich. 

‎Wie also können all diese Qualitäten bei jemandem vorhanden sein, der gerade der wichtigsten religiösen Pflicht, dem Gebet, nicht gerecht wird? 

‎Wir haben keine andere Erklärung dafür, außer mangelnde Selbstbeherrschung und Disziplin. Das Verrichten des Gebets nimmt nicht viel Zeit in Anspruch und kostet keine große Anstrengung. Es sind lediglich ein paar Minuten, in denen der Mensch allein ist mit seinem Herrn, Ihn darum bittend, seine Bedürfnisse zu stillen, sich bei Ihm über die schwere Last der weltlichen Angelegenheiten beklagend und seine Sehnsucht nach Ihm und Seiner Barmherzigkeit ausdrückend. 

‎Wenn wir den Aufwand dieser wenigen Minuten nicht ertragen, dann können wir in unserem Leben niemals erfolgreich sein. Selbstbeherrschung erfordert Einsatz und Entschlossenheit und unser Herr hat uns Muslimen nicht mehr auferlegt, als wir ertragen können, vielmehr hat Er uns nicht einmal etwas auferlegt, das zu schwierig für uns ist. Er liebt es, unsere Reue zu akzeptieren und macht die Dinge leichter für uns.

‎‎‎Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „… Allah will für euch Erleichterung; Er will für euch nicht Erschwernis, …“ (2:185) und „Allah will euch Klarheit geben (über das, was erlaubt ist, und das, was verboten ist) und euch rechtleiten nach den Gesetzmäßigkeiten derer, die vor euch waren, und eure Reue annehmen. Allah ist allwissend und allweise. Und Allah will eure Reue annehmen; diejenigen aber, die den Begierden folgen, wollen, dass ihr (vom rechten Weg) völlig abweicht. Allah will es euch leicht machen, denn der Mensch ist (ja) schwach erschaffen.“ (4:26-28). 

‎Das Gebet ist eine Gnade, die Allah uns in Seiner Großzügigkeit und Barmherzigkeit auferlegt hat. Derjenige, der daran festhält und regelmäßig und richtig betet, wird die Großzügigkeit Allahs erkennen, die Er für uns bestimmt hat, und er wird verstehen, dass der wirklich Benachteiligte derjenige ist, der sich selbst dem Genuss des Kontakts mit Allah, erhaben ist Er, entzieht. 

‎Es wurde von Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) überliefert, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Das Gebet ist das beste aller vorgeschriebenen Dinge, deshalb lasst denjenigen, der in der Lage ist viel davon zu verrichten, dies tun.“ (al-Tabarāni #1/84; von al-Albāni in Sahīh al-Targhīb #390 als sahīh klassifiziert). 

‎‎‎Sieh, was Allah nach den Versen sagt, in denen Er die Reinigung für das Gebet vorgeschrieben hat (ungefähre Bedeutung): „… Allah will euch keine Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen und Seine Gunst an euch vollenden, auf dass ihr dankbar sein möget.“ (5:6). 

‎Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm), den du liebst und dessen Lebensweg du liebst, sagte: „Meine Freude liegt im Gebet.“ (al-Nasā’i #3940; von al-Hāfiz ibn Hajar in al-Talkhīs al-Habīr #3/116 als hasan eingestuft und von al-Albāni in Sahīh al-Nasā’i als sahīh). 

‎Wie kann der Gläubige einwilligen, diese Güte und diesen Segen zu verpassen? 

‎Ibn al-Qayyim (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Ach, wie kann jemand seine Zeit und sein Leben verbringen, während ihm eine solche Wohltat entgeht, und er verlässt diese Welt so, wie er sie betrat, ohne von dem Besten, was sie zu bieten hat, gekostet zu haben und er verbrachte sein Leben auf ihr wie ein dummes Tier und verlässt sie wie jemand, der ruiniert ist. Er lebte ein Leben in Hilflosigkeit, er starb einen Tod in Trauer und seine Auferstehung wird aus Verlust und Bedauern bestehen. Oh Allah, Lob sei Dir, Du bist der Eine, Dessen Hilfe wir erbitten, Deinen Beistand erflehen wir, in Dich legen wir unser Vertrauen und es gibt keine Kraft oder Macht außer bei Dir.“ (Tarīq al-Hijratayn Seite 327) 

‎Ich sage dies nicht zu dir, um die Verzweiflung, die du verspürst, zu vermehren, sondern damit du dich darum bemühst sie loszuwerden. Sie hat dich nur befallen, weil du die leichteste aller Pflichten nicht erfüllt hast und du bist deshalb erst recht unfähig, andere zu erfüllen. 

‎‎Du solltest in deinem Leben keinen Raum für Verzweiflung im Hinblick auf Allah lassen. Du musst verstehen, dass Er diejenigen, die verzweifelt sind, hasst (ungefähre Bedeutung): „… Wer verliert die Hoffnung auf die Barmherzigkeit seines Herrn außer den Irregehenden?“ (15:56) und Er liebt diejenigen Seiner Diener, die optimistisch auf Seine Gnade und Gunst hoffen. Mit Seiner gewaltigen Güte vergibt Er schlechte Taten und verzeiht Fehler, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): „außer demjenigen, der bereut, glaubt und rechtschaffene Werke tut; jenen wird Allah ihre bösen Taten gegen gute eintauschen; und Allah ist stets allvergebend und barmherzig. Und wer bereut und rechtschaffen handelt, der wendet sich in wahrhaftiger Reue Allah zu.“ (25:70-71). 

‎Ein weiser Mann sagte: „Nichts bringt Hoffnung außer guten Taten.“ Du wirst der Falle der Verzweiflung, in die der Schaytān dich gelockt hat, niemals entkommen können, bis du damit beginnst, dich zu bemühen und versuchst, dich selbst dazu zu bringen, rechtschaffen zu werden, selbst wenn du es am Anfang nicht vollständig schaffst.  

‎‎‎Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „… Und gebt nicht die Hoffnung auf das Erbarmen Allahs auf. Es gibt die Hoffnung auf das Erbarmen Allahs nur das ungläubige Volk auf.“ (12:87). 

‎Hoffnung bedeutet, dass eine Person für das, was sie erhofft, hart arbeiten und sich bemühen muss, doch Verzweiflung bedeutet, dass sie lustlos und langsam wird. Das Beste, worauf der Mensch hoffen kann, ist die Großzügigkeit, Güte, Gnade und Gunst Allahs. 

‎„Es gibt die Hoffnung auf das Erbarmen Allahs nur das ungläubige Volk auf.“ – aufgrund ihres Kufr. Sie glauben, die Gnade Allahs sei unwahrscheinlich und Seine Barmherzigkeit sei weit entfernt von ihnen. Sei also nicht wie die Kuffār. Dadurch wird bestätigt, dass je mehr Glaube jemand hat, desto mehr Hoffnung wird er auf die Gnade und die Gunst Allahs haben. (Tafsīr ibn Sa`di) 

Das Erste für dich ist, darauf wert zu legen, die Gebete regelmäßig und pünktlich zu verrichten, so wie du wert auf andere weltliche Angelegenheiten wie Essen, Trinken, Studieren, Heirat etc. legst. Jeder Handlung gehen Gedanken und Überlegungen voraus. Einer der früheren Generationen bemühte sich sehr um viele nāfil Gebete, bis Thābit al-Banāni (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Ich bemühte mich 20 Jahre lang intensiv darum, Qiyām al-Layl (zusätzliches Gebet in der Nacht) zu verrichten und ich genoss es für die nächsten 20 Jahre.“ 

‎Diese Gedanken und Überlegungen reichen nicht aus, bis du dich auf Mittel konzentrierst, die dir dabei helfen, regelmäßig zu beten, und bis du über Wege nachdenkst, die dich an dem, was Allah zur Pflicht gemacht hat, festhalten lassen. Der Mensch besitzt die großartige Fähigkeit, die Mittel, die ihm helfen, das zu tun, was immer er will, auszuwählen. 

‎Strebe danach, sofort aufzustehen, sobald du die Stimme des Mu’adhdhin den Takbīr sagen hörst, und denke daran, dass Allah größer ist als alles auf dieser Welt, was dich ablenken könnte. Dann geh zu deinem Gebetsplatz und bete, was Allah dir auferlegt hat. Vergiss nicht, das von unserem Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) überlieferte Du`ā zu sagen: „Allahumma a’inni ‘ala dhikrika wa schukrika wa husni ‘ibādatika (Oh Allah, hilf mir, Deiner zu gedenken, Dir zu danken und Dir angemessen zu dienen)“. 

‎Du sagst, dass deine Familie bestrebt ist, die sechs Tage des Schawwāl zu fasten und dies ist ein Zeichen von Güte und Rechtschaffenheit. Es wird dir helfen, die Gebete zur rechten Zeit zu verrichten, wenn du deine Mutter und deine Geschwister aufstehen siehst. Gelobt sei Allah dafür; wie viele Beschwerden kommen von Kindern, deren Familien sie schlagen, um sie vom Gebet und vom Hijāb abzuhalten, doch Allah hat dich mit einer Familie geehrt, die dir helfen kann, Ihn zu fürchten. 

‎Bleibe in Kontakt mit Frauen, die beten und die rechtschaffen sind und bitte sie darum, dir mit dem Gebet zu helfen, dich daran zu erinnern und dich dazu zu ermahnen. Dies wird dir die beste Hilfe sein. 

‎Letztendlich hüte dich vor den Sünden, denn sie sind die Wurzel aller Probleme. Eine Sünde führt zur nächsten, bis sie sich sammeln und einen Menschen zerstören, es ihm zu schwierig machen zu beten und ihn von dessen Licht und Segen fernhalten. Wir bitten Allah darum, uns sicher und gesund zu halten. 

‎Ibn al-Qayyim (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Sünden erzeugen weitere Sünden und eine führt zur nächsten, bis sie einen Mann überwältigen und er es schwierig findet, davon abzulassen. Einer der früheren Generationen sagte: `Eine der Strafen für schlechte Taten sind weitere schlechte Taten und eine der Belohnungen für gute Taten sind weitere gute Taten.`“ (Al-Jawāb al-Kāfi Seite 36). 

‎Zweitens: 

‎Zu deiner Frage über das Fasten des Ramadān und dass du dir unsicher bist, ob du einige Tage ohne Entschuldigung nicht gefastet hast, sagen wir dir: Schenke diesen Zweifeln keine Aufmerksamkeit, wenn es dir am wahrscheinlichsten erscheint, dass du diese gottesdienstliche Tat zur rechten Zeit mit deiner Familie verrichtet hast. Etwas für am wahrscheinlichsten zu halten ist notwendig, um jemandes Pflicht als erfüllt zu betrachten und anschließende Zweifel werden außer Acht gelassen. 

‎In Fatāwa al-Lajnah al-Dā`imah (7/143) heißt es: „Zweifel nachdem Tawāf, Sā`i und Gebet beendet wurden, sollten ignoriert werden, denn es scheint der Fall zu sein, dass die Handlungen der Anbetung gültig sind.“ 

‎Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Wenn der Zweifel nach Beendigung der gottesdienstlichen Handlung aufkommt, dann sollte ihm keine Beachtung geschenkt werden, solange es bezüglich dieser Angelegenheit keine Sicherheit gibt.“ (Majmū’ Fatāwa al-Scheikh al-`Uthaymīn 14/746). 

‎Weiterhin, wenn das Fasten ohne Rechtfertigung missachtet wird, so muss es nicht nachgeholt werden und es muss keine Buße getan werden, vielmehr muss derjenige bereuen und um Vergebung bitten, wie es bereits in der Antwort zu Frage Nr. 50067 erläutert wurde. 

‎Ich bitte Allah darum, deine Belohnung zu bestimmen, dich standhaft an der Wahrheit und am Islam festhalten zu lassen und dich vor dem verwünschten Schaytān zu beschützen. 

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A