Islam Fragen & Antworten

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Können Lobpreisung und Dankbarkeit für Allāh begleitet werden von der Dankbarkeit den Eltern gegenüber?

Können Lobpreisung und Dankbarkeit für Allāh begleitet werden von der Dankbarkeit den Eltern gegenüber?

 

Frage (Nr. 89945):

 

Ist es erlaubt zu sagen: Alles Lob und Dank gebühren Allāh und Dank sei meinen Eltern? Dies in Übereinstimmung mit Allāhs Vers: „Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist der Ausgang.“ (31:14)

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Das Ehren der Eltern ist eines der besten Mittel, um sich Allāh anzunähern, und es ist einer der schönsten Handlungen des Gehorsams. Außerdem ist es ein wichtiges Recht, welches durch die islamische Scharī`ah verliehen wird und das bis zu dem Ausmaß, dass Allāh den Gehorsam den Eltern gegenüber nach dem Gehorsam Ihm gegenüber erwähnte sowie ihre Rechte gemeinsam mit Seinen Rechten, an mehr als einer Stelle.

 

Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Und Wir haben dem Menschen seine Eltern anbefohlen (zu ihnen gut und gehorsam zu sein) – seine Mutter hat ihn unter wiederholter Schwäche getragen, und seine Entwöhnung (erfolgt) innerhalb von zwei Jahren -: `Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist der Ausgang.`“ (31:14).

 

Al-Qurtubi (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in seinem Tafsīr (5/171): „Die Gelehrten sagten: Jene, die nach dem Schöpfer am meisten Dankbarkeit, Freundlichkeit, Ehrerbietung und Gehorsam verdienen, sind diejenigen, für die Allāh Freundlichkeit erwähnt neben Gottesdienst, Gehorsam und Dankbarkeit Ihm gegenüber, nämlich die Eltern. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Sei Mir und deinen Eltern dankbar.“ (31:14).”

 

Es wurde überliefert, dass `Abd-Allāh ibn `Amr ibn al-`Ās sagte: Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Der Herr ist zufrieden, wenn die Eltern zufrieden sind, und Er ist zornig, wenn die Eltern zornig sind.“ Al-Albāni sagte: „Er ist hasan li ghayrihi (hasan ohne unterstützende Beweise).“

 

Die Dankbarkeit gegenüber den Eltern deutlich auszudrücken und ihren Vorzug zu bestätigen, ist zweifellos in der Bedeutung des Verses mit enthalten, doch er sollte nicht ausschließlich in dieser Bedeutung verstanden werden. Vielmehr ist der Ausdruck des Dankes in weitaus allgemeinerer Weise auszulegen: Der Mensch muss die Rechte, die sein Herr über ihn hat, in seinem Herzen und seinen Worten ebenso erfüllen wie in seinen körperlichen Taten, und er muss die Rechte seiner Eltern über ihn auf ähnliche Weise achten.

 

Ibn al-Qayyim (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in Madārij al-Sālikīn (2/244-246): „Dankbarkeit basiert auf fünf Säulen:

 

Demut des Dankbaren gegenüber Demjenigen, Dem er dankbar ist, seine Liebe Ihm gegenüber, sein Bestätigen Seines Segens, sein Lobpreis für Ihn dafür und dass er es nicht für etwas einsetzt, das Er verabscheut.

 

Dies sind die fünf Säulen der Dankbarkeit, auf denen sie errichtet ist. Wenn eine davon fehlt, fehlt eine der Säulen der Dankbarkeit. Wer von den Gelehrten von Dankbarkeit als unabhängige Qualität spricht, muss sich auf diese fünf Säulen beziehen.

 

Dankbarkeit im Herzen zeigt sich durch Demut, Dankbarkeit der Zunge durch Lobpreis und Bestätigung und die Dankbarkeit der Taten zeigt sich durch Gehorsam und Unterwerfung.“

 

In seinem Kommentar zu diesem Vers sagte Scheikh al-Sa`di (möge Allāh ihm barmherzig sein): „Als Er es zur Pflicht machte, Seine Rechte zu erfüllen, indem der Schirk aufgegeben und der Tauhīd begründet wurde, machte Er es ebenfalls zur Pflicht, die Rechte der Eltern zu erfüllen: „Und Wir haben dem Menschen … anbefohlen“, was heißt: Wir haben ihm befohlen und es ihm zu einer Pflicht gemacht und Wir werden ihn über die Erfüllung dieser Pflicht befragen, ob er es tat oder nicht. Und Wir sagten ihm: „Sei Mir … dankbar“, indem du Mir dienst und deine Pflichten Mir gegenüber erfüllst und nicht die Hilfe im Ungehorsam Mir gegenüber erstrebst, und: „Sei … deinen Eltern dankbar“, indem du sie freundlich behandelst, sanft mit ihnen sprichst, nett zu ihnen bist, dich demütig ihnen gegenüber verhältst, sie ehrst, respektierst, dich um sie sorgst und es vermeidest, sie auf irgendeine Art falsch zu behandeln, sei es durch Wort oder Tat.

 

Wir haben dem Menschen dies auferlegt und ihn darüber informiert, dass: „Zu Mir ist der Ausgang“, was heißt: Du wirst zu dem Einen zurückkehren, oh Mensch, Der dir dies zur Pflicht machte und Der diese Pflichten für dich bestimmte, und Er wird dich fragen, ob du sie erfüllt hast. Hast du es, dann wird Er dich großartig belohnen, doch wenn du versagt hast, dann wirst du hart bestraft.“ (al-Tafsīr, 648)

 

Es ist nichts Falsches daran, den Dank Allāh gegenüber vom Dank gegenüber den Eltern begleiten zu lassen und beides miteinander zu verbinden. Doch sollte man es nicht immer machen, als ob es ein Dhikr wäre, welches vom Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) berichtet wurde, denn eine solche Überlieferung gibt es nicht.

 

Siehe bitte auch in den Antworten auf die Fragen #13783, 22782 und 35533.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Allāh vertrauen und Vorkehrungen treffen

 

Allāh vertrauen und Vorkehrungen treffen

 

Frage (Nr. 130499):

 

Es gab eine Diskussion über das Vertrauen in Allāh (Tawakkul) und das Treffen von Vorkehrungen. Das Vertrauen einiger der Rechtschaffenen ist wie das von Maryam, zu der die Früchte des Sommer im Winter kamen und andersherum, ohne dass sie dafür Maßnahmen ergriff. Vielmehr konzentrierte sie sich vollkommen auf den Gottesdienst. Bitte ratet uns, möge Allāh euch segnen.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Zwei Dinge gehören zum Vertrauen in Allāh:

 

- Von Allāh abhängig sein und daran zu glauben, dass Er der Eine ist, Der Maßnahmen überhaupt erst effektiv werden lässt. Seine Bestimmung trifft ein und Er hat alle Dinge bestimmt, erhaben ist Er und gepriesen.

 

- Angemessene Maßnahmen ergreifen, denn das Vertrauen auf Allāh bedeutet nicht, dass man dies unterlassen muss. Vielmehr sind das Ergreifen der angemessenen Maßnahmen sowie das Bemühen Bestandteil des Vertrauens in Allāh. Wer sich dessen enthält, hat den Gesetzen und der Bestimmung Allāhs zuwidergehandelt. Allāh hat uns befohlen, angemessene Maßnahmen zu ergreifen und Er ermutigt uns dazu. Auch befahl Er Seinem Gesandten (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm), so zu handeln.

 

Deshalb ist es dem Gläubigen nicht gestattet, das Ergreifen von Maßnahmen zu unterlassen. Tatsächlich legt er sein Vertrauen nicht wirklich in Allāh, solange er keine angemessenen Vorkehrungen trifft. So ist es beispielsweise empfohlen zu heiraten, um ein Kind zu bekommen und es ist vorgeschrieben, Geschlechtsverkehr zu haben. Wenn jemand sagen würde: Ich werde nicht heiraten und ich werde warten, bis ich ohne Heirat ein Kind bekomme, dann würde er als geisteskrank tituliert werden, denn das ist nicht die Art derjenigen, die intelligent sind und rational denken. Ähnlich sollte er nicht in seinem Haus oder in der Moschee sitzen, um Almosen bitten und darauf warten, dass die Versorgung zu ihm kommt. Vielmehr sollte er sich hart bemühen und arbeiten, um eine erlaubte Versorgung zu erhalten.

 

Maryam (möge Allāh ihr barmherzig sein) verzichtete nicht darauf, Maßnahmen zu ergreifen. Allāh sagte (ungefähre Bedeutung): „Und schüttle zu dir den Palmenstamm, so lässt er frische, reife Datteln auf dich herabfallen.“ (19:25). So schüttelte sie den Palmstamm und ergriff die angemessenen Maßnahmen, bis die Datteln herabfielen. Ihre Handlung steht nicht im Gegensatz zum Ergreifen der Maßnahmen und der Tatsache, dass sie bei sich Versorgung vorfand. Allāh ehrte sie und gab ihr Versorgung, was nicht belegt, dass sie sich angemessener Maßnahmen enthielt. Vielmehr gab sie sich der Anbetung hin und ergriff Vorkehrungen.

 

Wenn Allāh einigen Seiner engen Freunde Wunder (Karāmāt) gewährt, dann geschieht dies durch Seine Gnade und Großzügigkeit, was aber nicht zeigt, dass wir das Ergreifen von Maßnahmen unterlassen sollten. Es ist belegt, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Bemüht euch um das, was euch nutzt, und strebt nach der Hilfe Allāhs und seid nicht hilflos.“ (Muslim #2664) Und Allāh, erhaben ist Er und gepriesen, sagt (ungefähre Bedeutung): „Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe (für alles).“ (1:5).

 

Scheikh ‘Abd al-‘Azīz ibn Bāz (möge Allāh ihm barmherzig sein)

Fatāwa Noor ‘ala ad-Darb, 1/364

Ist das Bittgebet „Oh Allāh, zeige uns einen schlechten Tag für sie“ eine Verunglimpfung der Zeit?

Ist das Bittgebet „Oh Allāh, zeige uns einen schlechten Tag für sie“ eine Verunglimpfung der Zeit?

 

Frage (Nr. 143212):

 

Ist das Bittgebet „Oh Allāh, zeige uns einen schlechten Tag für sie“ eine Verunglimpfung der Zeit?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Erstens:

 

Dieses Bittgebet wurde in keinem Bericht überliefert und wir konnten es in keinem Buch der Sunnah finden.

 
Zweitens:

 

Es ist nichts Falsches daran, diese Worte als Bittgebet zu verwenden, und es wird nicht als Verunglimpfung der Zeit angesehen. Gemeint ist die Beschreibung eines Tages als sehr schwierig und anstrengend. Das ähnelt dem Ausspruch Lūts (Friede sei mit ihm): „… Das ist ein drangsalvoller Tag.“ (11:77). Es ähnelt auch den Worten Allāhs, erhaben und gepriesen ist Er, in ungefährer Bedeutung:

 

„Wir sandten gegen sie ja einen eiskalten Wind an einem Tag fortdauernden Unheils“ (54:19)

 

„Da sandten Wir gegen sie einen eiskalten Wind an unheilvollen Tagen …“ (41:16).

 

Es gibt weitere ähnliche Verse, die Schwierigkeiten behandeln oder beschreiben, doch gelten sie nicht als Verunglimpfung des Tages oder als Kritik daran. Es gibt einen Unterschied zwischen bloßer Information und der Absicht zur Kritik, Beschimpfung und Verunglimpfung.

 

Weiterhin bedeutet die Beschreibung dieses Tages als „schlecht“ nicht, dass er für jeden schlecht ist, sondern gemeint ist, dass er nur schlecht für sie ist, wegen dessen, was sie durch den Willen und die Macht Allāhs an Strafe und Vergeltung durchstehen müssen.

 

Ibn al-Qayyim (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Zweifellos waren die Tage, an denen Allāh Seine Strafe gegen Seine Feinde und die Feinde Seiner Gesandten herabsandte, Tage voll übler Omen für sie. Denn die schlechten Vorzeichen befielen sie, obwohl es gleichzeitig Tage waren, die Gutes für Seine gläubigen, engen Freunde brachten. Somit waren es Tage des Unglücks für die Ungläubigen und Tage des Glücks für die Gläubigen. Das ist wie am Tag der Auferstehung – er wird hart sein für die Ungläubigen und ein Tag schlechter Zeichen für sie, doch er wird auch leicht sein für die Gläubigen und ein Tag der Freude für sie. Mujāhid sagte: „Unheilvolle Tage sind Tage des Unglücks… Hinsichtlich des Glücks oder Unglücks lässt sich sagen, dass Glück mit guten Taten verknüpft ist, die den Herrn erfreuen, und Unglück ist verknüpft mit Taten, die dem entgegenstehen, was die Gesandten brachten. Ein Tag kann ein Tag des Glücks sein für manche Leute und ein Tag des Unglücks für andere, wie der Tag von Badr ein Tag des Glücks für die Gläubigen war und ein Tag des Unglücks für die Ungläubigen.“ (Miftāh Dar al-Sa`ādah, 2/194)

 

Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Das Tadeln der Zeit besteht aus drei Arten:

 

1. Eine bloße Aussage, ohne Unzufriedenheit auszudrücken. Das ist erlaubt. Man kann beispielsweise sagen: „Die Hitze (oder Kälte) ist heute unerträglich“ oder etwas Ähnliches. Das ist so, weil die Taten anhand der Absichten beurteilt werden und solche Worte sind lediglich eine Aussage. Ein weiteres Beispiel sind die Worte Lūts (ungefähre Bedeutung): „… Das ist ein drangsalvoller Tag.“ (11:77).

 

2. Das Tadeln der Zeit so, als ob sie die Ursache wäre und als ob sie die Dinge ändern könnte oder entscheiden würde, was gut und was schlecht ist. Das ist großer Schirk, weil es der Glaube ist, es gäbe einen anderen Schöpfer als Allāh und dadurch Ereignisse etwas anderem als Allāh zugerechnet werden. Jeder, der glaubt, dass es einen anderen Schöpfer als Allāh gibt, ist ein Ungläubiger (Kāfir), ebenso wie derjenige, der glaubt, es gäbe einen anderen Gott neben Allāh, der es verdient, angebetet zu werden.

 

3. Das Tadeln der Zeit ohne die Überzeugung zu haben, sie sei die Ursache, sondern die Person glaubt, dass Allāh der Grund ist. Doch sie schimpft über die Zeit, weil das Unerwünschte innerhalb des zeitlichen Rahmens stattfindet. Das ist harām, obwohl es keinen Schirk darstellt, und es ist eine närrische Denkweise und ein Irregehen in religiöser Hinsicht. Denn faktisch ist diese Beschimpfung der Zeit auf Allāh, den Erhabenen, anzuwenden, da Dieser, erhaben und gepriesen ist Er, die Kontrolle über die Zeit hat und entscheidet, was innerhalb der gesetzten Zeit an Gutem oder Schlechtem geschieht. Die Zeit ist also nicht die Ursache und dieses Tadeln begründet keinen Kufr, da es kein direktes Tadeln Allāhs ist, erhaben ist Er.“

 

(Majmū` Fatāwa al-Scheikh ibn `Uthaymīn, 10/823)

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Misstrauisch gegenüber den Absichten desjenigen sein, der einem Essen gab

 

 

Misstrauisch gegenüber den Absichten desjenigen sein, der einem Essen gab

 

Frage (Nr. 177054):

 

Wenn jemandem Essen oder Trinken von einer Person geschenkt wird, von der man aus Erfahrung oder durch objektive Beurteilung eher erwarten kann, dass sie einem schaden möchte (wie z. B. durch schwarze Magie oder in körperlicher Hinsicht), was sollte man dann tun? Ist die Ablehnung des Angebotenen ein Zeichen für mangelhaften Glauben an Allāh bzw. von Yaqīn? Wo liegen die Grenzen von Yaqīn, falls es welche gibt? Wie kann man dies im Zusammenhang damit verstehen, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) von einer jüdischen Frau vergiftet wurde und er hörte nicht auf, das vergiftete Fleisch zu essen, obwohl er erkannt hatte, dass es Gift enthielt?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Erstens:

 

Das Grundprinzip besagt, dass wir von einem Muslim nur das Beste denken und ihn nur in positivem Licht betrachten sollten hinsichtlich dessen, was er sagt und tut. Wir sollten nicht schlecht von ihm denken oder ihn verdächtigen, denn die Verdächtigung ist die schlechteste Sprache. Das gilt, solange er nichts tut, was dem entgegensteht. Der Muslim ist der Bruder seines Gefährten unter den Muslimen. Er sollte für ihn an Gutem lieben, was er für sich selbst liebt, und für ihn verabscheuen, was er für sich selbst an Schlechtem verabscheut. Wenn ein Muslim dir etwas zu Essen oder Trinken anbietet, dann lautet das Grundprinzip, dass du von ihm gut denken solltest, außer du siehst deutlich etwas, das das Gegenteil anzeigt. Einflüsterungen des Schaytān sollte keine Beachtung geschenkt werden, ebenso wenig wie Zweifeln, die nicht auf einem gesunden Beweis basieren.

 

Al-Bukhāri (#5144) und Muslim (#2563, 4917) berichteten von Abu Hurayrah, dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Hütet euch vor Verdächtigungen, denn sie sind die schlechteste Rede. Sucht nicht nach den Fehlern der anderen, spioniert einander nicht aus, wetteifert nicht miteinander, beneidet einander nicht, hasst einander nicht, wendet euch nicht voneinander ab. Seid, oh Diener Allāhs, Brüder.“

 

In `Aun al-Ma`būd (9/2195-2196) heißt es: „`Hütet euch vor Verdächtigungen` bedeutet: Hütet euch davor, Verdächtigungen zu folgen oder hütet euch vor schlechtem Denken, denn die Verdächtigung ist eine Anschuldigung, die ohne Beweis vorgebracht wird.“

 

Al-Bayhaqi berichtete in al-Schu`ab (8344), dass Ja`far ibn Muhammad sagte: „Wenn ihr etwas über euren Bruder hört, das euch nicht gefällt, dann sucht nach Entschuldigungen für ihn von den 70 Entschuldigungen. Könnt ihr eine für ihn finden, dann ist alles in Ordnung, ansonsten sagt: Vielleicht hat er eine Entschuldigung, die ich nicht kenne.“

 

Al-`Allāmah ibn Bāz (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Dem Gläubigen ist vorgeschrieben, seinen Bruder zu respektieren, wenn er eine Entschuldigung vorbringt, seine Entschuldigung zu akzeptieren, wenn das möglich ist, und von ihm so gut wie möglich positiv zu denken, sich darum zu bemühen, die Herzen freizuhalten von Ärger und sich zum Ziel zu setzen, Einheit und Zusammenarbeit im Guten herbeizuführen. Es wurde von `Umar (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass er sagte: `Denke nicht schlecht über irgendein von deinem Bruder geäußertes Wort, wenn du eine gute Interpretation dafür finden kannst.“ (Majmū` Fatāwa ibn Bāz, 26/365)

 

Deshalb iss und trink von dem, was dein Bruder dir anbietet, und achte nicht auf Verdächtigungen und Einflüsterungen. Denke nicht schlecht von ihm, außer du siehst einen klaren Beweis dafür oder du glaubst, dass es wahrscheinlich der Fall ist, auf der Grundlage von unterstützenden Beweisen, sodass es einen Grund gibt, vorsichtig zu sein.

 

Was bloße Einflüsterungen und bloßen Argwohn angeht, so besteht kein Zweifel, dass dies einem mangelhaften Glauben entspringt und dem Befolgen der Ärgernisse, die der Schaytān unter den Gläubigen zu verbreiten sucht.

 

Zweitens:

 

Sicherheit (Yaqīn) bezeichnet im Allgemeinen das Stützen einer Ansicht auf einen klaren Beweis hinsichtlich jeder theoretischen oder praktischen Angelegenheit sowie das Zerstreuen von Zweifeln und Mutmaßungen. Daher sagten die Fuqaha‘ (Gelehrte) folgende bekannte Worte: „Sicherheit kann nicht durch Zweifel aufgehoben werden.“

 

Es heißt in al-Mausū`ah al-Fiqhiyyah (45/287): „Yaqīn bedeutet vom linguistischen Standpunkt aus Wissen zu besitzen, Zweifel zu zerstreuen und zu verstehen, wie eine Angelegenheit ist. Es ist das Gegenteil von Zweifel. Man erlangt Sicherheit über eine Sache, wenn sie bewiesen wurde und deutlich wird.“

 

Yaqīn entsprechend der Gelehrten bedeutet die Sicherheit im Herzen, dass etwas geschah oder nicht geschah.

 

Drittens:

 

Es gibt keinen Beweis dafür, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) von dem vergifteten Schaf weiter aß, nachdem er erkannt hatte, dass es vergiftet war. Die von ihm berichteten Texte weisen auf das Gegenteil hin.

 

Abu Dawūd (#4512) berichtete, dass Abu Salamah sagte: „Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) pflegte Geschenke anzunehmen, doch er aß nicht von dem, was als Spende gegeben wurde.“ Und er fügte hinzu: „Eine jüdische Frau in Khaybar gab ihm ein gebratenes Schaf, welches sie vergiftet hatte, und der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) aß davon ebenso wie die Leute. Er sagte: `Hebt eure Hände (d. h. hört mit dem Essen auf), denn es wurde mir mitgeteilt, dass es vergiftet wurde.`“ (von al-Albāni als sahīh eingestuft; siehe auch al-Bukhāri #3169; Muslim #2190)

 

Al-Dārimi (#8) berichtete: „Eine jüdische Frau aus Khaybar gab ihm ein gebratenes Schaft und er aß davon ebenso wie Bischr ibn al-Bara‘. Dann hörte der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) mit dem Essen auf und sagte: `Mir wurde mitgeteilt, dass es vergiftet ist.`“

 

Gemäß al-Bazzār (#6675) sagte er: „Eines seiner Beine hat mir mitgeteilt, dass es vergiftet ist.“ So unterbrach der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) das Essen und auch diejenigen, die bei ihm waren.

 

Gemäß ibn Ishāq: „Als sie es vor ihn hinlegte, nahm er das Vorderbein und biss davon ab, doch er konnte es nicht schlucken.“ (al-Bidāyah wa-l-Nihāyah, 4/240; siehe auch Dalā’il al-Nubuwwah, 4/353)

 

Für weitere Informationen siehe bitte in den Antworten auf die Fragen #112196 und 130499.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Ist ein Muslim, der auf einem Friedhof der Ungläubigen begraben wird, ein Kāfir?

Er hat verheimlicht, dass er Muslim ist, und wurde auf einem Friedhof der Ungläubigen beerdigt. Ist er ein Kāfir?

  

Frage (Nr. 83471):

Angenommen, dass ein Christ Muslim wurde, es aber seiner Familie nicht erzählte. Nachdem er starb, begrub seine Familie ihn auf christliche Weise. Wie lautet der Rechtsspruch dazu? Starb er als Muslim oder als Kāfir?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Du solltest als Erstes wissen, dass die Fuqaha’ der einstimmigen Meinung sind, dass es einem Muslim nicht erlaubt ist, auf einem Friedhof der Ungläubigen begraben zu werden oder einem Kāfir auf einem muslimischen Friedhof, außer im Notfall. Siehe al-Mawsū’ah al-Fiqhiyyah, 21/20; Ahkām al-Maqābir fi’l-Schari’ah al-Islamiyyah von Dr. ‘Abd-Allāh al-Suhaybāni, S. 231-232. 

Falls ein Muslim in einem Land der Ungläubigen stirbt, dann müssen seine Erben – oder wer von den Muslimen ihn sonst kennt – ihn in ein muslimisches Land bringen, damit er dort beerdigt werden kann.

Dies ist abhängig von den vorhandenen Möglichkeiten. Kann es nicht durchgeführt werden, dann darf er im Land der Ungläubigen begraben werden, jedoch nicht auf einem ihrer Friedhöfe. Siehe Ahkām al-Maqābir, S. 225-226. 

Scheikh al-Islam ibn Taymiyyah (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Dies ist wichtiger als sich zu Lebzeiten durch das Tragen anderer Kleidung u. Ä. von ihnen zu unterscheiden, denn es liegt eine Barmherzigkeit in den Friedhöfen der Muslime, wohingegen Strafe auf den Friedhöfen der Ungläubigen zu finden ist.“ (Al-Ikhtiyārāt, S. 94).

Die Situation, die du in deiner Frage beschreibst, trifft auf viele Muslime zu, deren Positionen in den Ländern der Ungläubigen schwach sind. Sie können weder in ein Land ausreisen, in dem sie den Islam offen und sicher praktizieren dürfen, noch können sie dies in dem Land tun, in dem sie leben, sei es aus Angst vor der Aggression ihrer eigenen Verwandten, wie im Falle deiner Frage, oder aus anderen Gründen. Diese Menschen werden entsprechend ihren Absichten auferstehen und das Urteil im Jenseits hängt von ihrem Glauben und ihren rechtschaffenen Taten ab und nicht von dem Land, in dem sie gestorben sind, oder von dem Grab, in dem sie begraben wurden. Es wurde von Jābir ibn `Abd-Allah überliefert, der sagte: „Ich hörte den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen: `Jeder wird in dem Zustand auferweckt, in dem er starb.“ (Muslim #2878).

Es wurde von Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) überliefert, der sagte: „Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) verrichtete das Totengebet und sagte: `Oh Allah, vergib unseren Lebenden und Toten, unseren Jungen und Alten, unseren Männern und Frauen, denjenigen, die anwesend sind und denjenigen, die abwesend sind. Oh Allah, wen von uns du leben lässt, den lasse im Islam leben und wen von uns du sterben lässt, den lasse im Glauben sterben. Oh Allah, verwehre uns nicht seine Belohnung und lasse uns nicht nach ihm in die Irre gehen.“ (Abu Dawud #3201; von al-Albāni in Sahīh Abi Dawud als sahīh eingestuft).

Scheikh Muhammad al-Salih al-`Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Oh Allah, wen von uns du leben lässt, den lasse im Islam leben und wen von uns du sterben lässt, den lasse im Glauben sterben. – was das Leben anbelangt, so nannte er den Islam und damit ist die äußerliche Unterwerfung gemeint und was das Sterben anbelangt, so nannte der den Glauben (Imān), denn der Glauben ist besser und sein Sitz ist im Herzen und was zum Zeitpunkt des Todes und am Tag der Auferstehung zählt, ist das, was sich im Herzen befindet.“ Scharh Riyad al-Sālihīn (2/1200)

Scheikh al-Islam ibn Taymiyyah (möge Allah ihm barmherzig sein) wurde über das befragt, was einige Leute sagen, nämlich, dass Allah Engel hat, die die Menschen von den muslimischen zu den christlichen und jüdischen Friedhöfen verlegen und andersherum, mit dem Zweck, dass derjenige, der in Allahs Sicht einen schlechten Tod fand, obwohl er äußerlich ein Muslim war als er starb, oder er war ein Kitābi (ein Jude oder Christ), doch er hatte einen guten Tod und starb in Allahs Sicht als Muslim, obwohl er ein Kāfir zu sein schien, von den Engeln umgesetzt wird. Gibt es hierzu eine Überlieferung oder einen Beweis?

Er (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Die Körper werden nicht aus dem Grab fortbewegt, doch wir wissen, dass einige Leute, die, obwohl äußerlich Muslime, tatsächlich Heuchler sind, entweder Juden, Christen oder Apostaten. Wer so ist, wird am Tag der Auferstehung mit Seinesgleichen sein, denn Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „… Versammelt (nun) diejenigen, die Unrecht getan haben, ihre Gattinnen und das, dem sie dienten“ (37:22), d. h., mit denen, die wie sie waren und Ihresgleichen.

Es gibt vielleicht einige, die wie Kuffār erschienen als sie starben, doch sie glaubten an Allah bevor das Röcheln des Todes ihre Kehlen erreichte. Es waren aber keine Gläubigen bei ihnen und sie verbargen es vor ihren Familien, entweder wegen des Erbrechts oder aus einem anderen Grund. Doch sie werden bei den Gläubigen sein, auch wenn sie mit den Kuffār begraben wurden.

Was den Bericht über die Engel, die sie verlegen, angeht, so habe ich niemals von so etwas gehört.“ (al-Fatāwa al-Kubra (3/27).

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A


Der Qur`ān wurde offenbart, nicht erschaffen

Der Qur`ān wurde von Allah offenbart, nicht erschaffen 

Frage (Nr. 10153):

Was bedeutet es, dass der Qur`ān nicht zur Schöpfung gehört und was sollten wir als Muslime glauben? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Was wir als Muslime glauben müssen, ist das, was zu uns von Allah gekommen ist und das, was der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) uns lehrte. Allah hat uns darüber informiert, dass Er spricht (ungefähre Bedeutung): „Und wer ist wahrhaftiger als Allah in der Aussage?“ (4:87) und “Und wer ist wahrhaftiger als Allah in Seinen Worten?” (4:122) 

Diese zwei Āyāt beweisen, dass Allah spricht und dass Seine Worte wahr sind und es gibt keine Lüge in ihnen. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und wenn Allah sagt: „O ‘Isa, Sohn Maryams, …“ (5:116).

Diese Āyah zeigt, dass Allah spricht, dass Seine Rede gehört werden kann und dass sie somit einen Klang hat. Seine Sprache beinhaltet Worte und Ausdrücke. Der Beweis dafür, dass Allahs Rede aus Buchstaben besteht, findet sich in der folgenden Āyah (ungefähre Bedeutung): „… „O Mūsa! Gewiss, Ich bin dein Herr, …“ (20:11-12).

Denn diese Worte bestehen aus Buchstaben und sie sind Teil von Allahs Rede. Weiterhin liegt ein Beweis dafür, dass Allahs Sprache einen Klang hat, in der folgenden Āyah (ungefähre Bedeutung): „Wir riefen ihn von der rechten Seite des Berges und ließen ihn zu vertraulichem Gespräch näher kommen.“ (19:52)

Rufen und Sprechen kann nur mit einem Geräusch stattfinden (siehe Scharh Lam`ah al-I`tiqad von ibn `Uthaymīn, S. 73). 

Daher lautet der Glaube der Ahl al-Sunnah wa-l-Jama`ah, dass Allah im tatsächlichen Sinn spricht – wann, wie und mit was auch immer Er wünscht, mit Buchstaben und Klang, doch es ähnelt nicht den Stimmen der erschaffenen Geschöpfe. Der Beweis dafür, dass es nicht den Stimmen der Schöpfung ähnelt, findet sich in folgender Āyah (ungefähre Bedeutung): „Nichts ist Ihm gleich; und Er ist der Allhörende und Allsehende.(42:11)
Daher ist es vom Anfang bekannt, dass dies der Glaube der Ahl al-Sunnah wa-l-Jama`ah ist. Ahl al-Sunnah wa-l-Jama`ah glaubt, dass der Qur`ān das Wort Allahs ist, und unter den Beweisen für diesen Glauben ist folgende Āyah (ungefähre Bedeutung): „Und wenn jemand von den Götzendienern dich um Schutz bittet, dann gewähre ihm Schutz, bis er das Wort Allahs hört.“ (9:6) 

Hiermit ist gemäß dem Konsens der Gelehrten der Qur`ān gemeint. Die Tatsache, dass Allah Kalām (Rede, Wort) als Idāfah (Genitiv oder besitzanzeigende Konstruktion) mit Sich Selbst erwähnt, weist darauf hin, dass der Qur`ān Sein Wort ist.  

Der Glaube der Ahl al-Sunnah wa-l-Jama`ah ist, dass der Qur`ān das Wort Allahs ist, das offenbart und nicht erschaffen wurde; es begann bei Ihm und es wird zu Ihm zurückkehren. 

Die Beweise dafür, dass es offenbart wurde, sind die folgenden (ungefähre Bedeutung): 

„Der Monat Ramadān (ist es), in dem der Qur’ān als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist…“ (2:185) 

„Wir haben ihn ja in der Nacht der Bestimmung hinab gesandt.“ (97:1) 

„Einen Qur’ān haben Wir (offenbart, den Wir in Abschnitte) unterteilt (haben), damit du ihn den Menschen in Abständen vorträgst; und Wir haben ihn wahrlich nach und nach offenbart.“ (17:106) 

„Und wenn Wir einen Vers anstelle eines (anderen) Verses austauschen – und Allah weiß sehr wohl, was Er offenbart -, sagen sie: „Du ersinnst nur Lügen.” Aber nein! Die meisten von ihnen wissen nicht. Sag: Offenbart hat ihn der Heilige Geist von deinem Herrn mit der Wahrheit, um diejenigen, die glauben, zu festigen, und als Rechtleitung und frohe Botschaft für die (Allah) Ergebenen. Und Wir wissen sehr wohl, dass sie sagen: „Es lehrt ihn nur ein menschliches Wesen.” Die Sprache dessen, auf den sie hinweisen, ist eine fremde, während dies hier deutliche arabische Sprache ist.“ (16:101-103) 

Derjenige, der einen Vers anstelle eines anderen austauscht, ist Allah, gepriesen sei Er und erhaben. 

Der Beweis dafür, dass der Qur`ān nicht erschaffen wurde, ist in der folgenden Āyah zu finden (ungefähre Bedeutung): „… Sicherlich, Sein ist die Schöpfung und der Befehl. … “ (7:54).

Allah nennt zum einen die Schöpfung und zum anderen den Befehl getrennt voneinander. Diese Konstellation impliziert, dass das Zweite sich vom Ersten unterscheidet und der Qur`ān ist Teil des Befehls, was durch folgende Āyah bewiesen wird (ungefähre Bedeutung): „Und ebenso haben Wir dir Geist von Unserem Befehl (als Offenbarung) eingegeben. Du wusstest (vorher) weder, was das Buch noch was der Glaube ist; doch haben Wir es zu einem Licht gemacht, mit dem Wir rechtleiten, wen Wir wollen von Unseren Dienern. Und du leitest ja wahrlich zu einem geraden Weg,“ (42:52) 

Wenn der Qur`ān Teil des Befehls ist, welcher sich von der Schöpfung unterscheidet, dann ist er folgerichtig nicht erschaffen, denn wenn er erschaffen wäre, dann wäre diese Einteilung in verschiedene Kategorien nicht korrekt. Dies ist die Beweisführung aus dem Qur`ān. 

Der logische Beweis ist, dass der Qur`ān das Wort Allahs ist, und Worte an sich existieren nicht und haben keine separate Identität. Wenn sie getrennt von Allah existieren würden, dann würden wir sagen, dass sie erschaffen wurden, doch Worte sind Attribute des Sprechers. Wenn sie also Attribute des Sprechers sind und von Allah gesprochen werden, dann sind sie nicht erschaffen, denn die Eigenschaften Allahs sind nun einmal nicht erschaffen (Scharh  al-‘Aqīdah al-Wāsitah von Ibn ‘Uthaymīn, 1/418-426-441). 

Wir müssen daran glauben und uns dieser Tatsache sicher sein. Wir sollten die Bedeutung der Verse Allahs nicht ändern, denn sie besagen eindeutig, dass der Qur`ān eine Offenbarung von Allah ist. Daher sagte Imām al-Tahhawi (möge Allah ihm barmherzig sein): „Der Qur`ān ist das Wort Allahs, das von Ihm in Form einer Rede kam, ohne dass wir wissen müssen, wie. Er sandte sie zu Seinem Gesandten durch Offenbarung herab. Die Gläubigen glauben, dass dies wahr ist und sie sind sich sicher, dass dies wahrhaftig Allahs Worte sind und dass sie nicht erschaffen wurden wie die Worte der Menschen. Wer immer sie hört und behauptet, dass es die Worte von Menschen sind, ist ein Kāfir, der verflucht und für die Hölle bestimmt ist, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Ich werde ihn der Saqar (dem Höllenfeuer) aussetzen.“ (74:26) 

Da Allah demjenigen, der sagt: „Das sind nur die Worte von Menschenwesen.“ (74:25, ungefähre Bedeutung), mit der Hölle droht, wissen wir sicher, dass es das Wort des Schöpfers der Menschheit ist, und es ähnelt nicht der Sprache der Menschen.“ (Scharh al-‘Aqīdah al-Tahhāwiyyah, 179).  

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Allah ist über seinem Thron und Er ist und durch Sein Wissen nah

Allah ist über Seinem Thron und Er ist uns durch Sein Wissen nah 

Frage (Nr. 11035): 

Im Qur`ān steht: „Es steigen die Engel und der Geist zu Ihm auf an einem Tag, dessen (Aus)maß fünfzigtausend Jahre ist.“ Bedeutet das, dass Allah die weltlichen Angelegenheiten auf Seinem Thron sitzend kontrolliert? Wie ist Allah uns dann näher sein als unsere Adern? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Es ist durch Qurān und Sunnah sowie durch den Konsens (Ijmā’) der Salaf (der früheren Generationen) dieser Ummah bewiesen, dass Allah über Seinen Himmeln auf Seinem Thron ist und dass Er der Erhabene, der Höchste ist. Er ist über allen Dingen und es gibt nichts, das über Ihm steht. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): 

„Allah ist es, Der die Himmel und die Erde und was dazwischen ist in sechs Tagen erschuf und Sich hierauf über den Thron erhob (auf eine Art und Weise, die Seiner Majestät entspricht). Ihr habt außer Ihm weder Schutzherrn noch Fürsprecher. Bedenkt ihr denn nicht?“ (32:4) 

„Gewiss, euer Herr ist Allah, Der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf und Sich hierauf über den Thron erhob. Er regelt die Angelegenheit.“ (10:3) 

„Zu Ihm steigt das gute Wort hinauf, und die rechtschaffene Tat hebt Er (zu sich) empor. (d. h. das gute Wort wird von Allah nicht akzeptiert, bis es von einer guten Tat gefolgt wird)“ (35:10) 

„Er ist der Erste und der Letzte, der Offenbare und der Verborgene. Und Er weiß über alles Bescheid.“ (57:3) 

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Du bist der Höchste und nichts ist über Dir…“. Es gibt viele ähnliche Āyāt und Ahādith. Doch zur selben Zeit informiert uns Allah darüber, dass Er bei Seinen Dienern ist, wo auch immer diese sich befinden: „Siehst du nicht, dass Allah weiß, was in den Himmeln und was auf der Erde ist? Es gibt kein vertrauliches Gespräch zwischen dreien, ohne dass Er ihr vierter wäre (mit Seinem Wissen, während Er Selbst über dem Thron ist, über dem siebten Himmel), und keines zwischen fünfen, ohne dass Er ihr sechster wäre, und auch nicht weniger oder mehr als dieser (Zahl), ohne dass Er mit ihnen wäre, wo immer sie sein mögen. …“ (58:7) 

Allah hat die Erwähnung Seines Daseins über dem Thron mit der Erwähnung Seines Vorhandenseins bei Seinem Diener in einer Āyah verknüpft, in der Er sagt (ungefähre Bedeutung): „Er ist es, der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf und Sich hierauf über den Thron erhob (auf eine Art und Weise, die Seiner Majestät entspricht). Er weiß, was in die Erde eindringt und was aus ihr herauskommt, was vom Himmel herabkommt und was dorthin aufsteigt. Und Er ist mit euch, wo immer ihr auch seid.“ (57:4) 

Die Aussage, dass Allah bei uns ist, bedeutet nicht, dass Er sich mit Seiner Schöpfung vermischt (oder in ihr ist); vielmehr ist Er durch Sein Wissen bei Seinen Dienern. Er ist über Seinem Thron und nichts bleibt Ihm von dem verborgen, was sie tun. Bezüglich der Āyah (ungefähre Bedeutung): „… ,und Wir sind ihm doch näher als seine Halsschlagader,“ (50:16) 

Die meisten der Mufassirūn sagten, dass hier gemeint ist, dass Er durch Seine Engel nahe ist, deren Aufgabe es ist, die Taten der Menschen aufzuzeichnen. Und diejenigen, die sagten, dass es bedeute, dass Er nahe sei, erläuterten es so, dass Er durch Sein Wissen nahe ist, wie es auch hinsichtlich der Frage, wie Er bei uns ist, erklärt wird.
Dies ist die Sichtweise der Ahl al-Sunnah wa-l-Jama`ah, die bestätigt, dass Allah über Seiner Schöpfung steht und dass Er trotzdem bei Seinen Dienern ist und sie bestätigt, dass Er erhaben ist über einem Vorhandensein in Seinen erschaffenen Geschöpfen. Bezüglich des Leugnens Seiner göttlichen Eigenschaften, wie es von den Jahamiyyah und ihren Anhängern getan wird, so leugnen sie, dass Sein Wesen über Seinen Geschöpfen steht und dass Er über Seinem Thron erhoben ist und sie sagen, dass Er überall vorhanden ist. Wir bitten Allah darum, die Muslime rechtzuleiten.

Scheikh `Abd al-Rahman al-Barraak


Ein Christ fragt, warum Gott die Menschheit erschuf

Ein Christ fragt, warum Gott die Menschheit erschuf 

 

Frage (Nr. 11804):  

Gemäß dem Qur`ān und/oder den islamischen Traditionen – was ist der Grund, warum Gott die Menschheit erschuf? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Allah erschuf die Jinn und die Menschen, damit sie Ihm allein dienen, damit sie Seinen Befehlen folgen und auf Seine Verbote hören. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.“ (51:56) 

d.h. an Seine Einzigartigkeit zu glauben und die Anbetung Ihm alleine zu widmen und alle anderen davon auszuschließen. Eine der Bedingungen des richtigen Gottesdienstes ist es, an seinen Gesandten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) zu glauben und seinem Beispiel zu folgen, denn er ist das Vorbild, dem wir folgen müssen, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung):„Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden.“ (33:21)

    
Scheikh ‘Abd al-Karim al-Khudayr


Die Bedingungen von Lā ilāha illa Allah

Die Bedingungen von Lā ilāha illa Allah 

Frage (Nr. 12295): 

Können Sie bitte die Bedingungen von „Lā ilāha illa Allah“ erklären (Wissen, Sicherheit, etc.) und uns den Rechtsspruch zu demjenigen sagen, der sie nicht erfüllt sowie zu demjenigen, der die Bedeutung von „Lā ilāha illa Allah“ nicht kennt?

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Die Bedingungen von „Lā ilāha illa Allah“: Scheikh Hāfiz al-Hukmi sagt in seinen Gedicht Sullam al-Wusūl: „Wissen, Sicherheit, Unterwerfung und Folgschaft. So hört, was ich sage. Wahrheit, Aufrichtigkeit und Liebe. Möge Allah dir helfen das zu tun, was Er liebt.“ 

Die erste Bedingung ist Wissen, in dem Sinne, dass verneint wird, was in der Schahādah verneint ist, und dass bestätigt wird, was in der Schahādah bestätigt ist – im Gegensatz zur Unwissenheit darüber. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Wisse also, dass es keinen Gott außer Allah gibt (niemand hat das Recht angebetet zu werden außer Allah). …“ (47:19) und „…, außer wer der Wahrheit entsprechend bezeugt (d. h. dass es keinen Gott gibt außer Allah – lā ilāha illa Allah), und sie wissen (es) (in ihren Herzen die Bedeutung der Worte, die sie mit ihren Lippen aussprechen).“ (43:86) 

Es wird in al-Sahīh von `Uthman (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer stirbt und weiß, dass es keinen Gott gibt außer Allah, wird das Paradies betreten.“ 

Die zweite Bedingung ist Sicherheit in dem Sinne, dass derjenige, der die Worte sagt, sich absolut sicher über ihre Bedeutung ist. Glaube ist nicht notwendig bis er auf sicherem Wissen basiert, ohne eine Spur von Spekulation, ganz abgesehen von Zweifeln. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten glauben und hierauf nicht zweifeln und sich mit ihrem Besitz und mit ihrer eigenen Person auf Allahs Weg abmühen. Das sind die Wahrhaftigen.“ (49:15)
Die Aufrichtigkeit ihres Glaubens an Allah und Seinen Gesandten ist dadurch bedingt, dass darin kein Zweifel enthalten sein darf, denn der Zweifler ist einer der Heuchler. In al-Sahīh wird berichtet, dass Abu Hurayrah sagte, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass ich der Gesandte Allahs bin, denn niemand trifft Allah mit diesen beiden, ohne daran zu zweifeln, der nicht das Paradies betritt.“ Gemäß einer anderen Überlieferung: „Niemand trifft Allah mit diesen beiden, ohne daran zu zweifeln, und ihm wird das Paradies verweigert.“
Es wird außerdem von Abu Hurayrah in einem langen Hadīth berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ihn ausschickte und sagte: „Wen auch immer du hinter dieser Mauer triffst, der bezeugt, dass es keinen Gott außer Allah gibt und der daran mit Sicherheit in seinem Herzen glaubt, dem überbringe die frohe Botschaft des Paradieses.“ Daran sehen wir, dass das Betreten des Paradieses für das Sagen dieser Worte abhängig ist vom sicheren Glauben an sie, ohne ein Element des Zweifels. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, dann ist das Ziel nicht erreicht. 

Die dritte Bedingung ist Akzeptanz und Unterwerfung unter das, was diese Worte beinhalten, sowohl im Herzen als auch ausgesprochen. Allah hat uns die Geschichten derjenigen, die vor uns waren, offenbart, die durch ihre Akzeptanz dieser Worte vor der Bestrafung derjenigen gerettet wurden, die sie zurückgewiesen hatten. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „ – (Zu den Engeln des Gerichts wird gesagt:) Versammelt (nun) diejenigen, die Unrecht getan haben, ihre Gattinnen und das, dem sie dienten anstatt Allahs. Dann leitet sie zum Weg des Höllenbrandes und stellt sie auf, denn sie werden befragt werden.” – (Und es wird zu ihnen gesagt:) „Was ist mit euch, dass ihr einander nicht unterstützt?” Nein! Vielmehr ergeben sie sich heute. Und sie wenden sich einander zu und fragen sich gegenseitig. Sie sagen: „Ihr kamt doch zu uns (stets) von rechts her.” (d. h. von der rechten Seite eines von uns und ihr habt uns jedes Übel verschönert, uns den Polytheismus auferlegt und uns von der Wahrheit – vom islamischen Monotheismus – und von jeder guten Tat abgehalten) Sie sagen: „Aber nein! Ihr wart ja nicht gläubig. Wir aber hatten keine Macht über euch, sondern vielmehr wart ihr Leute, die das Maß (an Frevel) überschreiten. So ist das Wort unseres Herrn gegen uns unvermeidlich fällig geworden. Wir werden bestimmt (die Strafe) kosten. Und so haben wir euch in Verirrung fallen lassen, denn wir waren ja selbst in Verirrung gefallen.” Gewiss denn, an jenem Tag werden sie an der(selben) Strafe teilhaben. Gewiss, so verfahren Wir mit den Übeltätern (Polytheisten, Sünder, Ungläubige, Kriminelle, denjenigen, die Allah ungehorsam sind), denn sie pflegten, wenn zu ihnen gesagt wurde: „Es gibt keinen Gott außer Allah” (Lā ilāha ill-Allah – niemand hat das Recht angebetet zu werden außer Allah), sich hochmütig zu verhalten (d. h. sie verleugneten es), und sagten: „Sollen wir denn wahrlich unsere Götter verlassen wegen eines besessenen Dichters?” (37:22-36) 

Daher hat Allah ihre arrogante Verweigerung „lā ilāha illa Allah“ zu sagen sowie ihren Unglauben an denjenigen, der diese Botschaft überbrachte, zum Grund und zur Ursache ihrer Bestrafung gemacht, sodass sie nicht verneinen, was diese Worte verneinen, und dass sie nicht bestätigen, was diese Worte bestätigen, vielmehr sagen sie, arrogant verkündigend: „Macht er denn die Götter zu einem einzigen Gott? Das ist fürwahr etwas sehr Verwunderliches. Und so ging die führende Schar unter ihnen fort: „Geht hin und haltet an euren Göttern beharrlich fest. Das ist fürwahr etwas, was (zu eurem Nachteil) gewollt wird.“ (38:5)
Daher hat Allah sie als Lügner gezeigt und ihre Worte auf sie zurückfallen lassen durch die Worte Seines Gesandten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm). Er sagt (ungefähre Bedeutung): „Nein! Vielmehr ist er mit der Wahrheit gekommen (d. h. mit Allahs Religion, dem islamischen Monotheismus und dem Qur`ān) und hat die Gesandten bestätigt (die vor ihm Allahs Religion brachten).“ (37:37)
Dann sagt Er zu denen, die akzeptieren (ungefähre Bedeutung) : „außer Allahs auserlesenen Dienern (d. h. die wahren Gläubigen). Für diese wird es eine festgesetzte Versorgung geben (im Paradies): Früchte, und sie werden geehrt in den Gärten der Wonne“ (37:40-43) 

In al-Sahīh wird von Abu Mūsa (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „ Die Rechtleitung und das Wissen, mit denen Allah mich gesandt hat, sind wie ein reichlicher Regen, der auf das Land fällt. Ein Teil des Landes absorbiert das Wasser und bring Gras und Vegetation hervor. Etwas von dem Regen fällt auf einen anderen Teil des Landes, das wie eine flache Ebene ist und kein Wasser hält, sodass keine Vegetation wächst. Dies ist das Gleichnis desjenigen, der die Religion Allahs versteht und von dem, mit dem Allah mich gesandt hat, profitiert, der lernt und dementsprechend handelt und das Gleichnis von demjenigen, der ihr keine Beachtung schenkt und die Rechtleitung Allahs nicht akzeptiert, mit der ich gesandt wurde.“ 

Die vierte Bedingung ist das Befolgen von dem, was bezeugt wurde, im Gegensatz zum Nicht-Befolgen. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): Wer sich Allah völlig hingibt und dabei Gutes tut (ein Muhsin – jemand, der gute Taten nur für Allah verrichtet), der hält sich an die festeste Handhabe (d. h. lā ilāha illa Allah). Und zu Allah (führt) das Ende der Angelegenheiten.“ (31:22) Mit „sich Allah völlig hingibt“ ist das Folgen gemeint, wenn jemand sowohl gute Taten verrichtet als auch an den Tauhīd glaubt. Wer sich Allah nicht hingibt und keine guten Taten verrichtet, hat nicht nach dem vertrauenswürdigsten Halt gegriffen. Dies ist es, was mit der folgenden Āyah gemeint ist (ungefähre Bedeutung): „Und wer ungläubig ist, dessen Unglaube soll dich nicht traurig machen. Zu Uns wird ihre Rückkehr sein, dann werden Wir ihnen kundtun, was sie taten. …“ (31:23)
Nach einem sahīh Hadīth sagte der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm): „Keiner von euch glaubt wirklich, bis seine Wünsche in Übereinstimmung stehen mit dem, was ich gebracht habe.“ Dies ist die endgültige Bedeutung des Befolgens. 

Die fünfte Bedingung ist Aufrichtigkeit, im Gegensatz zum Lügen. Dies bedeutet, dass man „lā ilāha illa Allah“ aufrichtig vom Herzen ausspricht, wobei eine Übereinstimmung zwischen dem, was sich im Herzen befindet, und dem, was die Lippen äußern, besteht. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „ Meinen die Menschen, dass sie in Ruhe gelassen werden, (nur) weil sie sagen: „Wir glauben”, ohne dass sie geprüft werden? Wir haben bereits diejenigen vor ihnen geprüft. Allah wird ganz gewiss diejenigen kennen, die die Wahrheit sprechen, und Er wird ganz gewiss die Lügner kennen (wobei Allah all dies bereits weiß, bevor sie geprüft werden).“ (29:2-3) 

Und Er sagte hinsichtlich der Heuchler, die diese Worte verlogen ausgesprochen haben (ungefähre Bedeutung): „Unter den Menschen gibt es manche (Heuchler), die sagen: „Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag”, doch sind sie nicht gläubig. Sie möchten Allah und diejenigen, die glauben, betrügen. Aber sie betrügen nur sich selbst, ohne zu merken. In ihren Herzen ist Krankheit, und da hat Allah ihnen die Krankheit noch gemehrt. Für sie wird es schmerzhafte Strafe dafür geben, dass sie zu lügen pflegten.“ (2:8-10) 

In al-Sahīhayn wird von Mu`ādh ibn Jabal (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt niemanden, der aufrichtig von Herzen bezeugt, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist, dem Allah nicht das Feuer verbietet.“ 

Die sechste Bedingung ist Aufrichtigkeit, was bedeutet, dass die Handlungen frei von jeder Art des Schirk sind. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Sicherlich, Allah gehört die aufrichtige Religion (d. h. die Anbetung und der Gehorsam). …“ (39:3) und „Sag: Allah (allein) diene ich und bin dabei Ihm gegenüber aufrichtig in meiner Religion.“ (39:14) 

In al-Sahīh wird von Abu Hurayrah berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Diejenigen, die meine Fürsprache am meisten verdienen, sind die, die „lā ilāha illa Allah“ aufrichtig vom Herzen sagen oder von der Seele.“ 

Die siebte Bedingung ist die Liebe zu diesem Wort und zu dem, für das es steht und was es beinhaltet, sowie Liebe gegenüber den Menschen, die danach handeln und an seinen Bedingungen festhalten und das Hassen desjenigen oder dessen, was dagegen steht. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und doch gibt es unter den Menschen manche, die außer Allah andere als Seinesgleichen annehmen und ihnen dieselbe Liebe schenken wie Allah.“ (2:165) 

Allah informiert uns darüber, dass diejenigen, die glauben, Allah mehr lieben, denn sie gesellen Ihm nichts in dieser Liebe bei, wie es von denjenigen der Mushrikūn getan wird, die behaupten, Ihn zu lieben, doch gleichzeitig andere als Rivalen neben Ihm neben und diese ebenso lieben wie sie Ihn lieben.
In al-Sahīhayn wird von Anas berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Keiner von euch glaubt wahrhaftig, bis ich im lieber bin als sein Sohn, sein Vater und alle Menschen.“ 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Einflüsterungen über das Wesen Allahs

Er leidet an Waswās (Einflüsterungen) des Schaytān über das Wesen Allahs 

Frage (Nr. 12315): 

Ein Mann leidet an Waswās (Einflüsterungen) des Schaytān, die mit Allah zu tun haben und ist deswegen sehr verängstigt.  

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. Der Fragende fürchtet sich vor den Konsequenzen seines Problems. Dies ist ein Grund zur Freude, denn die Konsequenzen können nicht anders als gut sein. Durch Einflüsterungen versucht der Schaytān die Kontrolle über den Menschen zu gewinnen, erschüttert den aufrechten Glauben in seinem Herzen und lässt ihn an psychischen Problemen leiden, die die Reinheit seines Glaubens und seines Lebens beeinträchtigen, sofern er ein Gläubiger ist. 

Dies ist nicht das erste und auch nicht das letzte Mal, dass ein Gläubiger so etwas ausgesetzt ist. Dieses Problem wird fortbestehen, solange es Gläubige in dieser Welt gibt. Die Sahābah (möge Allah mit ihnen zufrieden sein) waren ebenfalls damit konfrontiert. Es wurde überliefert, dass Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Einige der Gefährten des Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) kamen zu ihm und sagten: `Wir haben Gedanken, die zu schrecklich sind, um sie auszusprechen.` Er sagte: `Leidet ihr wirklich darunter?` Sie antworteten: `Ja.` Er sagte: `Das ist ein deutliches Zeichen des Glaubens.` (Muslim). 

In al-Sahīhayn wird von Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der Schaytān kommt zu einem von euch und sagt: `Wer hat dieses und jenes erschaffen? Wer hat dieses und jenes erschaffen?`, bis er sagt: `Wer hat deinen Herrn erschaffen?` Wenn dies einem von euch passiert, lasst ihn bei Allah Zuflucht suchen und diese Gedanken unterbinden.“ 

Es wurde von ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass ein Mann zum Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) kam und sagte: „Ich habe Gedanken in mir, die ich niemals laut aussprechen würde, eher würde ich mich zu einem Häufchen Asche verbrennen lassen.“ Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Alles Lob gebührt Allah, Der seine (des Schaytāns) Fallen auf ein bloßes Flüstern reduziert hat.“ (Abu Dawud). 

Scheikh al-Islam ibn Taymiyyah (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte in Kitāb al-Imān: „Ein Gläubiger kann unter den Einflüsterungen des Schaytān leiden, der ihm Gedanken des Kufr einflüstert, die ihm zu schaffen machen. Die Sahābah sagten: `Oh Gesandter Allahs, einige von uns haben Gedanken, die wir niemals aussprechen würden – eher würden wir uns vom Himmel zur Erde stürzen.` Er sagte: `Das ist ein deutliches Zeichen des Glaubens.` Gemäß einem anderen Bericht: `… Gedanken, die zu schrecklich sind, um sie auszusprechen.` Er antwortete: `Alles Lob gebührt Allah, Der seine (des Schaytāns) Fallen auf ein bloßes Flüstern reduziert hat.`, was bedeutet, dass die Tatsache, dass diese Einflüsterungen kommen, sie jedoch völlig unerwünscht sind und von Herzen verabscheut werden, ein deutliches Zeichen des Glaubens ist. Es ist dem Mujāhid ähnlich, dem der Feind begegnet, doch er widersteht ihm, bis er ihn überwältigt und dies ist ein mächtiger Jihād. … Daher haben diejenigen, die nach Wissen streben und die hingebungsvollen Diener Waswās und Zweifel, mit denen andere nicht konfrontiert sind, denn sie (die anderen) folgen nicht dem Weg, der von Allah vorgeschrieben ist, vielmehr folgen sie ihren eigenen Launen und Gelüsten und vernachlässigen es, ihres Herrn zu gedenken. Dies ist es, was der Schaytān will, im Gegensatz zu denjenigen, die sich darum bemühen, ihrem Herrn näher zu kommen, indem sie nach Wissen streben und Ihm dienen. Er ist ihr Feind und trachtet danach, sie davon abzuhalten, sich Allah zu nähern.“ 

Wenn der Fragende mit solchen Waswās des Schaytān konfrontiert wird, dann sollte er dagegen ankämpfen und ihnen widerstehen. Er sollte sich bewusst machen, dass sie ihm nicht schaden können, wenn er seine Pflicht des Widerstandes erfüllt und sich nicht davon kontrollieren lässt. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Allah wird meiner Ummah jede Einflüsterung vergeben, die ihre Gedanken kreuzt, solange sie nicht danach handelt oder darüber spricht.“ (übereinstimmend angenommen). 

Falls man ihn fragt: „Glaubst du an die Einflüsterungen, die du hast? Glaubst du, dass sie wahr sind? Glaubst du wirklich, dass Allah so ist, wie diese Waswās behaupten?“ Dann würde er antworten: „Es steht uns nicht zu, darüber zu sprechen. Preis sei Dir (oh Allah)! Dies ist eine gewaltige Verleumdung.“ (24:16, ungefähre Bedeutung) Er würde es in seinem Herzen verabscheuen und mit seiner Zunge verurteilen und er wäre derjenige, der dem am heftigsten widersprechen würde, denn es sind lediglich Einflüsterungen und Gedanken. Es ist eine Verlockung des Schaytān, der durch den Sohn Adams fließt wie dessen Blut, um ihn zu verfluchen und ihn hinsichtlich seiner Religion zu verwirren. 

Daher wird der Schaytān bei niemandem Zweifel oder Verdächtigungen über banale Angelegenheiten in das Herz pflanzen. Beispielsweise hört jemand von der Existenz großer Städte, die voller Menschen und Gebäude sind im Osten und im Westen, doch würde ihm niemals der Gedanke kommen, an deren Existenz zu zweifeln oder sie zu kritisieren und zu behaupten, sie seien zerstört und unbewohnbar oder sie seien unbewohnt oder Ähnliches. Der Schaytān hat keinen Nutzen daran, den Menschen solche Gedanken einzuflüstern. Er hat aber eine Menge zu gewinnen, wenn er den Glauben der Menschen erschüttert. Daher sendet er seine Kavallerie und seine Infanterie aus, um das Licht des Wissens und der Rechtleitung in den Herzen auszulöschen und sie in die Finsternis des Zweifels und der Verwirrung zu treiben. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) hat uns über die entsprechende Abhilfe informiert, die darin besteht, bei Allah Zuflucht zu suchen und die Zweifel somit zu stoppen. Tut eine Person dies und fährt damit fort, Allah zu dienen, auf die Belohnung hoffend und danach strebend, so wird es mit Allahs Erlaubnis aufhören. Daher sollte man seine Gedanken von dieser Art Denken abwenden und sich bewusst machen, dass man Allah dient, Ihn anruft und preist und wenn man jemanden das, was einem eingeflüstert wird (Waswās), sagen hören würde, dann würde man ihn wahrscheinlich, wenn es einem möglich wäre, töten. Die Dinge, die eingeflüstert werden, sind weder real noch wahr, sie sind lediglich Einbildungen und Einflüsterungen, die keine Basis haben. 

Unser Ratschlag lässt sich wie folgt zusammenfassen: 

1.    Zuflucht bei Allah suchen und von solchen Gedanken vollkommen ablassen, wie es der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) befohlen hat.

2.    Allahs gedenken und sich selbst unter Kontrolle halten und nicht weiter über diese Einflüsterungen nachdenken.

3.    Sich mit der Anbetung beschäftigen und gute Taten vollbringen, im Gehorsam Allah gegenüber und um Ihm zu gefallen. Wenn man sich der Anbetung vollkommen und ernsthaft widmet, dann werden diese Einflüsterungen inshaAllah in Vergessenheit geraten.

4.    Fortlaufend bei Allah Zuflucht suchen und Du`ā machen, um von den Einflüsterungen befreit zu werden. 

Ich bitte Allah darum, uns gesund und sicher zu bewahren und vor allem Übel zu beschützen. 

Majmuu’ Fataawa wa Rasaa’il Fadielat al-Scheikh Muhammad ibn Salih al-`Uthaymien, Teil 1, S. 57-60