Islam Fragen & Antworten

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Werden Männer und Frauen im Islam als gleich betrachtet?

Werden Männer und Frauen im Islam als gleich betrachtet? 

Frage (Nr. 1105): 

Wird im Qur’ān die Gleichberechtigung von Frauen erwähnt? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Erstens: 

Dieses Wort – Gleichberechtigung – welches viele Denker sowohl im Osten als auch im Westen in verschiedenen Lebensbereichen einsetzen, ist ein Wort, das auf Abneigung und einem Mangel an Verständnis basiert. Dies insbesondere, wenn der Sprecher die Vorstellung der Gleichberechtigung dem Qur’ān und dem Islam zuschreibt. 

Eines der Dinge, die die Leute missverstehen, ist, wenn es heißt, dass „der Islam die Religion der Gleichberechtigung“ ist. Was wir sagen sollten, ist, dass der Islam die Religion der Gerechtigkeit ist. 

Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Wir sollten an dieser Stelle anmerken, dass es einige Leute gibt, die von Gleichberechtigung anstelle von Gerechtigkeit reden, und das ist ein Fehler. Wir sollten nicht von Gleichheit reden, denn Gleichheit impliziert eine fehlende Differenzierung zwischen Zweien. Aufgrund dieses ungerechtfertigten Rufs nach Gleichheit, begannen sie zu fragen, was überhaupt der Unterschied zwischen Männern und Frauen sei? Sie machten also Männer und Frauen gleich und dann fragten die Kommunisten, was denn der Unterschied zwischen dem Herrscher und dem Beherrschten sei. Niemand hätte irgendein Recht über einen anderen, selbst Väter nicht über ihre Söhne. Der Vater hätte keine Autorität über seinen Sohn usw. 

Doch wenn wir von Gerechtigkeit reden, was bedeutet, jedem das zu geben, worauf er oder sie ein Anrecht hat, dann besteht dieses Missverständnis nicht länger und das verwendete Wort ist korrekt. Daher heißt es im Qur’ān nicht, dass Allah Gleichheit zur Pflicht macht, sondern vielmehr heißt es (ungefähre Bedeutung):  

Allah gebietet Gerechtigkeit (al-`Adl), …“ (16:90) 

„… und, wenn ihr zwischen den Menschen richtet, in Gerechtigkeit zu richten. …(4:58). 

Diejenigen, die sagen, dass der Islam die Religion der Gleichheit ist, äußern Lügen gegen den Islam. Denn der Islam ist vielmehr die Religion der Gerechtigkeit, was bedeutet, diejenigen, die gleich sind, gleich zu behandeln, und bei diejenigen einen Unterschied zu machen, die nicht gleich sind. 

Niemand, der die islamische Religion kennt, würde sagen, dass dies die Religion der Gleichheit ist. Der Beweis dafür, dass dieses Prinzip falsch ist, ist anhand der Tatsache zu erkennen, dass das meiste, was im Qur’ān erwähnt wird, Gleichheit dementiert, wie in den folgenden Versen:  

„Sag: Sind etwa diejenigen, die wissen, und diejenigen, die nicht wissen, gleich?“ (39:9) 

Sag: Sind (etwa) der Blinde und der Sehende gleich? Oder sind (etwa) die Finsternisse und das Licht gleich?“ (13:16) 

Nicht gleich sind diejenigen von euch, die vor dem Sieg (über die Makkaner) ausgegeben und gekämpft haben, … Diese haben eine höhere Rangstufe als diejenigen, die erst nachher ausgegeben und gekämpft haben. “ (57:10) 

Nicht gleich sind diejenigen unter den Gläubigen, die (zu Hause) sitzen bleiben – außer denjenigen, die eine Schädigung (eine Verletzung, Blindheit oder Lahmheit) haben -, den sich auf Allahs Weg mit ihrem Besitz und ihrer eigenen Person Abmühenden.(4:95). 

Nicht ein einziger Buchstabe im Qur’ān fordert zur Gleichheit auf, vielmehr wird zur Gerechtigkeit aufgefordert. Man wird auch erkennen, dass das Wort Gerechtigkeit für die Menschen akzeptabel ist. Denn man spürt bei sich, dass man nicht möchte, dass jemand, der hinsichtlich des Wissensstandes oder des Vermögens oder der Frömmigkeit oder beim Verrichten guter Taten schlechter ist als man selber, als gleich betrachtet wird. 

Jeder weiß, dass es inakzeptabel ist zu sagen, dass der Mann der Frau gleich ist.“ (Scharh al-`Aqīdah al-Wāsitah, 1/180-181). 

Darauf basierend werden Männer und Frauen im Islam nicht als gleich in Angelegenheiten betrachtet, wo diese Gleichstellung in Ungerechtigkeit für einen von beiden resultieren würde. Denn eine unangemessene Gleichstellung ist eine schwere Form der Ungerechtigkeit. 

Der Qur’ān befiehlt Frauen, Kleidung zu tragen, die anders ist als die, die von Männern getragen wird, aufgrund der unterschiedlichen Arten, auf die jedes Geschlecht vom jeweils anderen angezogen wird. Die von Männern ausgehende Verführung ist geringer als die von Frauen ausgehende Verführung, daher ist die Kleidung, die Frauen tragen sollten, anders als die Kleidung der Männer. Es macht keinen Sinn, den Frauen zu sagen, dass sie die Teile des Körpers entblößen sollten, die Männer entblößen dürfen, aufgrund der andersartigen Versuchungen, die ein weiblicher Körper im Gegensatz zu einem männlichen Körper darstellt. 

Zweitens: 

Es gibt Angelegenheiten, in denen Männer und Frauen gemäß der islamischen Scharī`ah unterschiedlich behandelt werden, wie z. B.: 

1.         Qiwāmah (Verantwortlichkeit für den Haushalt) 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): Die Männer stehen in Verantwortung (als Beschützer und Verfechter) für die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben.(4:34). 

Ibn Kathīr (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Allah sagt `Die Männer stehen in Verantwortung (als Beschützer und Verfechter) für die Frauen` bedeutet, dass der Mann für die Frau verantwortlich ist, d. h., er ist der Führer und der Vorstand des Haushalts, derjenige, der sie zur Ordnung ruft, wenn sie in die Irre geht. `wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat` bedeutet, dass die Männer den Frauen vorstehen und sie übertreffen. Daher wurde das Prophetentum nur Männern übertragen, ebenso wie die Position des Khalīfah, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: `Kein Volk wird erfolgreich sein, wenn es eine Frau zu seinem Herrscher macht.` Dies wurde von al-Bukhāri in dem Hadīth von `Abd al-Rahmān ibn Abi Bakrah von seinem Vater berichtet. Dasselbe gilt für die Position des Qādi (Richter) etc. `und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben` bezieht sich auf die Mahr und den Unterhalt der Frau, den Allah den Männern in Seinem Buch und durch die Sunnah Seines Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) auferlegt hat. Ein Mann ist also von Natur aus anders als eine Frau und er steht ihr vor, weil er für sie aufkommt. Daher ist es angemessen, dass er für sie verantwortlich ist, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung): `Doch die Männer haben ihnen gegenüber einen gewissen Vorzug.` (2:228).

`Ali ibn Abi Talhah sagte, von ibn `Abbās überliefernd: „`Die Männer stehen in Verantwortung (als Beschützer und Verfechter) für die Frauen` bedeutet, dass Männer Anführer für Frauen sind und diese sollten ihnen in den Bereichen gehorchen, in denen Allah Gehorsam vorgeschrieben hat. Gehorsam kann bedeuten, seine Familie freundlich zu behandeln und sein Vermögen zu schützen.“ (Tafsīr ibn Kathīr, 1/490). 

2.         Zeugnis oder Zeuge sein 

Der Qur’ān bestätigt, dass das Zeugnis eines Mannes dem Zeugnis zweier Frauen entspricht. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und bringt zwei Männer von euch als Zeugen. Wenn es keine zwei Männer sein (können), dann sollen es ein Mann und zwei Frauen sein, mit denen als Zeugen ihr zufrieden seid, – damit, wenn eine von beiden sich irrt, eine die andere erinnere.“ (2:282).

Ibn Kathīr sagte: „Zwei Frauen nehmen den Platz von einem Mann ein, denn Frauen haben einen Mangel an Intelligenz, wie Muslim in seinem Sahīh von Abu Hurayrah berichtete, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: `Oh ihr Frauen! Gebt Almosen und bittet häufig um Vergebung, denn ich habe gesehen, dass ihr die Mehrheit der Bewohner der Hölle bildet.` Eine weise Frau von ihnen fragte: `Warum ist das so, oh Gesandter Allahs?` Er erwiderte: `Ihr flucht ständig und seid undankbar gegenüber euren Ehegatten. Ich habe niemanden gesehen, der mangelhafter an Intelligenz und religiösem Einsatz ist als ihr und der gleichzeitig einem weisen Mann die Weisheit raubt.` Die Frauen fragten: `Oh Gesandter Allahs, was ist mangelhaft an unserer Intelligenz und unserem religiösen Einsatz?` Er sagte: `Euer Mangel an Intelligenz kann daran erkannt werden, dass der Beweis zweier Frauen dem eines Mannes entspricht. Außerdem verbringt ihr einige Nächte (und Tage) ohne Gebet und im Monat Ramadān fastet ihr nicht, das ist ein Mangel in der Religion`“ (Tafsīr ibn Kathīr, 1/336). 

Es gibt einige Frauen, die weiser sind als Männer, doch das ist nicht der Regelfall und solche Frauen bilden nicht die Mehrheit. Die Scharī`ah basiert auf dem, was allgemein und üblich ist.  

Die Tatsache, dass Frauen einen Mangel an Verstand haben, bedeutet nicht, dass sie verrückt sind, sondern ihr Verstand wird oftmals von ihren Emotionen überschattet, und dies geschieht Frauen öfter als den Männern. Niemand kann dies abstreiten außer demjenigen, der arrogant ist. 

3.         Eine Frau erbt die Hälfte von dem, was ein Mann erbt 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Allah empfiehlt euch hinsichtlich eurer Kinder (beim Erbe): Einem männlichen Geschlechts kommt ebensoviel zu wie der Anteil von zwei weiblichen Geschlechts.“ (4:11).

Al-Qurtubi sagte: „Weil Allah besser als sie weiß, was in ihrem besten Interesse liegt, hat Er die Teilung des Erbes auf Unterschiedlichkeit gegründet.“ (Tafsīr al-Qurtubi, 5/164). 

Beispielsweise ist ein Mann verpflichtet, für seine Frau aufzukommen, daher ist es angemessen, dass er einen größeren Anteil am Erbe erhält als die Frau. 

4.         Kleidung 

Die `Aurah einer Frau umfasst ihren gesamten Körper. Zumindest kann gesagt werden, dass sie nichts entblößen sollte außer Gesicht und Händen und es gibt auch die Ansicht, dass sie selbst das nicht entblößen sollte. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunterziehen (d. h. sich selbst vollständig abschirmen, außer ihren Augen oder einem Auge, um den Weg zu erkennen). Das ist eher geeignet, dass sie erkannt und so nicht belästigt werden. Und Allah ist allvergebend und barmherzig.“ (33:59).

Die `Aurah eines Mannes ist der Bereich zwischen dem Bauchnabel und den Knien. 

Es wurde zu `Abd-Allah ibn Ja’far ibn Abi Tālib gesagt: „Berichte uns, was du vom Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gehört hast und was du von ihm sahst. Und berichte uns von niemand anderem, selbst wenn er vertrauenswürdig war.“ Er antwortete: „Ich hörte den Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen: `Der Bereich zwischen dem Bauchnabel und den Knien ist `Aurah.`“ (al-Hākim in al-Mustadrak #6418; von al-Albāni in Sahīh al-Jāmi` #5583 als hasan eingestuft). 

Weitere Beispiele sind in der folgenden Liste enthalten, welche aber nicht abschließend ist. 

Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 

  • Ein Mann kann vier Frauen heiraten, doch eine Frau kann nur einen Ehemann haben.

  • Ein Mann hat das Recht die Scheidung zu äußern und es ist gültig, wenn er dies tut, doch eine Frau kann die Scheidung nicht (direkt) aussprechen.

  • Ein Mann kann eine Frau von den Leuten der Schrift (Juden und Christen) heiraten, doch eine Frau kann niemand anderen als einen Muslim heiraten.

  • Ein Mann kann ohne seine Ehefrau oder einen seiner Mahram verreisen, doch eine Frau kann nur dann verreisen, wenn sie von einem Mahram begleitet wird.

  • Das Gebet in der Moschee ist eine Pflicht für Männer, doch nicht für Frauen; das Gebet einer Frau in ihrem Haus wird von Allah mehr geliebt.

  • Eine Frau darf Seide und Gold tragen, doch ein Mann nicht. 

Alles, was wir genannt haben, basiert auf den Unterschieden zwischen Mann und Frau, denn das Männliche ist nicht wie das Weibliche. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „… und der Knabe ist nicht wie das Mädchen. …“ (3:36).

Das Männliche unterscheidet sich vom Weiblichen auf viele Arten – hinsichtlich der Stärke, des Körperbaus, der Härte und Rauheit, wohingegen Frauen sanft und mild sind. 

Und Männer sind anders im geistigen Sinne, denn sie sind bekannt für ihre logischen Fähigkeiten und ihr Erinnerungsvermögen, verglichen mit Frauen. Frauen sind schwächer in der Erinnerung und vergessen mehr, als Männer es tun. Dies ist bekannt und die meisten bekannten Gelehrten der Welt sind Männer. Es gibt einige Frauen, die intelligenter sind und die ein besseres Gedächtnis haben als manche Männer, aber das hebt nicht die allgemeine Regel auf. Die meisten Fälle sind so, wie wir sie oben beschrieben haben. 

Was die Gefühle anbelangt, so reden Männer darüber, wenn sie wütend werden oder wenn sie glücklich sind, doch Frauen sind schon geringen emotionalen Effekten unterworfen, sodass ihre Tränen bereits bei einer kleinen Provokation fließen. 

Der Jihād ist für Männer eine Pflicht, doch Jihād im Sinne des Kampfes ist keine Pflicht für Frauen. Dies ist die Gnade Allahs für sie und eine Berücksichtigung ihrer Natur. 

Abschließend lässt sich sagen, dass die Regeln für Männer nicht wie die Regeln für Frauen sind. 

Drittens: 

Im Islam werden Männer und Frauen als gleichwertig verpflichtet in Bezug auf viele Arten des Gottesdienstes betrachtet und hinsichtlich ihrer Beziehungen mit anderen. Zum Beispiel vollziehen Frauen den Wudū’ ebenso wie Männer es tun, sie machen Ghusl so wie die Männer, beten und fasten wie sie, außer wenn sie ihre Menstruation haben oder eine Blutung infolge einer Geburt. Frauen zahlen die Zakāh ebenso wie die Männer Zakāh zahlen und sie verrichten die Hajj ebenso wie sie, wobei es aber einige kleine Unterschiede bei der Umsetzung gibt. Es ist erlaubt und akzeptabel, von einer Frau zu kaufen, und wenn eine Frau Almosen gibt, so ist dies gestattet. Es ist einer Frau erlaubt, Sklaven, die sie besitzt, frei zu lassen, und es gibt viele ähnliche Fälle, denn Frauen sind die Zwillingshälfte der Männer, wie es in dem Hadīth heißt: Es wurde berichtet, dass `Ā’ischah sagte: Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) wurde über einen Mann befragt, der Feuchtigkeit (auf seiner Kleidung) vorfand, doch er konnte sich nicht an einen erotischen Traum erinnern. Er sagte: „Er sollte Ghusl vollziehen.“ Er wurde über einen Mann befragt, der einen erotischen Traum hatte, doch er fand keine Feuchtigkeit vor. Er sagte: „Er sollte keinen Ghusl vollziehen.“ Umm Salamah fragte: „Oh Gesandter Allahs, wenn eine Frau das sieht, soll sie dann Ghusl machen?“ Er sagte: „Ja, denn Frauen sind die Zwillingshälfte der Männer.“ (al-Tirmidhi #113; Ahmad #25663; von al-Albāni in Sahīh al-Tirmidhi #98 als sahīh klassifiziert). 

Fazit: 

Frauen sind in einigen Aspekten wie Männer und unterscheiden sich von ihnen in anderen. Die meisten der Regeln im Islam betreffen Männer und Frauen gleichermaßen. In Fällen, in denen ein Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht wird, betrachtet der Muslim dies als eine Gnade Allahs und als Zeichen Seines Wissens über Seine Schöpfung, doch der arrogante Kāfir empfindet es als Unterdrückung und Ungerechtigkeit und so besteht er dickköpfig auf der Behauptung, dass Männer und Frauen gleich sind. So soll er uns sagen, wie ein Mann ein Baby austrägt und es stillt. Er ignoriert stur die Schwäche der Frauen und wie sie während ihrer monatlichen Periode bluten und er schlägt seinen Schädel dickköpfig gegen den Fels der Realität. Der Muslim aber ist in Frieden mit seinem Glauben, sich Allahs Befehl ergebend. 

„Sollte denn Derjenige, Der erschaffen hat, nicht Bescheid wissen? Und Er ist der Feinfühlige und Allkundige.“ (67:14, ungefähre Bedeutung) 

Und Allah weiß es am besten. 

Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Er studiert an einer gemischten Universität – wie soll er mit weiblichen Dozenten und Studenten umgehen?

Er studiert an einer gemischten Universität – wie soll er mit weiblichen Dozenten und Studenten umgehen? 

Frage (Nr. 45883): 

Ich studiere an einer gemischten Universität und ich möchte mein Fachgebiet vertiefen, doch dazu muss ich an Vorlesungen teilnehmen, in denen es die Möglichkeit gibt, mit Studentinnen in Kontakt zu treten. Außerdem unterrichten uns weibliche Dozenten in wichtigen Fächern. Wie soll ich mit weiblichen Kommilitonen und Dozenten umgehen? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Das Studium an gemischten Schulen, Instituten und Universitäten ist nicht erlaubt. Das dort existierende Übel aufgrund der Vermischung der Geschlechter ist kein Geheimnis, ganz abgesehen von der Tatsache, dass die Menschen nicht viel, wenn nicht sogar gar nichts, lernen. Kluge Menschen haben sogar in kāfir Ländern zur Geschlechtertrennung an Bildungsstätten aufgerufen, da sie den moralischen Schaden und das Nachlassen des Bildungsniveaus erkannt haben. Vertrauenswürdige Gelehrte haben in Fatwas bestätigt, dass diese Art der Bildung nicht erlaubt ist. 

Die Gelehrten des Beständigen Komitees sagten: „Es ist für männliche und weibliche Studenten sowie Lehrer harām, sich an Bildungseinrichtungen miteinander zu vermischen, denn daraus resultieren Fitnah und eine Provokation der Gelüste sowie unmoralisches Verhalten. Die Schwere der Sünde wird noch erhöht, wenn die weiblichen Lehrer und Studenten irgendeinen Teil ihrer `Aurah entblößen oder durchsichtige oder dünne Kleidung tragen oder wenn die Studenten und Lehrer miteinander flirten oder Späße treiben, was zu einer Überschreitung der Grenzen des Erlaubten führt und zu einer Verletzung der Ehre.“ (Fatāwa Islamiyyah 3/102, 103). 

Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) wurde gefragt: „Ist es einem Mann erlaubt, an einer gemischten Universität zu studieren, wo sich Männer und Frauen in einem Raum miteinander vermischen, wobei der Student eine Rolle bei der Einladung der Menschen zu Allah spielt?“ 

Er antwortete: „Was ich denke ist, dass es niemandem, Mann oder Frau, erlaubt ist, an einer gemischten Schule zu lernen, aufgrund der großen Gefahr, die dies für seine Keuschheit, seine Integrität und seine Moral darstellt. Es ist egal, wie groß Anstand, Moral und Unschuld bei einer Person vertreten sind, wenn eine Frau an seiner Seite sitzt – insbesondere wenn sie schön und unbedeckt ist – wird er kaum Fitnah und Übel vermeiden können. Alles, was zu Fitnah und Übel führt, ist ebenfalls harām und nicht gestattet. Wir bitten Allah darum, unsere muslimischen Brüder sicher vor solchen Dingen zu bewahren, denn sie werden nur Übel, Fitnah und Korruption unter den Jugendlichen verbreiten. Wenn es abgesehen von dieser einen keine andere Universität gibt, sollte er in einer anderen Stadt studieren oder in einem Land, in dem die Vermischung der Geschlechter nicht stattfindet. Ich denke nicht, dass es erlaubt ist, doch andere können eine andere Meinung vertreten.“ (Fatāwah Islamiyyah 3/103). 

Wir haben das Urteil über das Vermischen der Geschlechter bereits detailliert in der Antwort zu Frage Nr. 1200 erörtert. 

Siehe auch die Antworten zu den Fragen Nr. 8827, 22397 und 6666. 

Dies ist einfach für diejenigen, die in ihrem Land nicht das Problem der gemischten Schulen haben oder sie haben Zugang zu Hochschulen und Universitäten, die nicht gemischt sind, sodass kein Bedarf an einem Studium an gemischten Hochschulen besteht. Doch es bleibt die Frage, was diejenigen tun sollen, die in ihren Ländern mit dem Problem der gemischten Schulen konfrontiert sind. Was sollen sie tun, insbesondere, wenn ihre Chancen auf einen Job oder auf eine zukünftige Heirat davon betroffen sind, denn wenn sie nicht an diesen Hochschulen studieren, dann werden sie nicht in der Lage sein, einen Job zu finden oder zu heiraten.  

In diesem Fall, wenn es keine Alternative gibt und das Bedürfnis groß ist, fällt die Angelegenheit in die Kategorie der Notwendigkeit. Diese Notwendigkeit sollte berücksichtigt werden, vorausgesetzt, dass die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden: 

1.         Dass es keinen anderen Ort gibt, an dem er studieren kann, selbst wenn es in einem anderen Land ist

2.         Dass er den Abschluss nicht durch ein Fernstudium oder beispielsweise durch ein Studium über das Internet erlangen kann

3.         Dass er an diesen gemischten Orten studiert und dabei die Hilfe von Allah erbittet, um der Fitnah gegenübertreten zu können

Er sollte darauf achten, seinen Blick, so gut er kann, zu senken und Frauen, für die er nicht Mahram ist, nicht berühren oder ihre Hand schütteln oder mit ihnen allein sein und er sollte nicht direkt neben ihnen sitzen.

Er sollte die Mädchen ermahnen, sich von den Jungen wegzusetzten und sich an die islamischen Richtlinien zu halten.

4.         Wenn er feststellt, dass er selbst sich harām Dingen zuneigt und dass er sich durch die Nähe vom anderen Geschlecht angezogen fühlt, dann ist seine gute religiöse Verfassung wichtiger als irgendein weltliches Ziel. Er muss diesen Ort sofort verlassen und Allah wird ihn durch Seine Gnade unabhängig sein lassen. Und Allah ist der Eine, Dessen Hilfe wir erflehen. 

Und Allah weiß es am besten. 

Im Folgenden eine Liste von Hochschulen und Universitäten, die nicht gemischt sind: 

  • Das Medizinische College in Duba

  • Die Al-Azhar Universität in Ägypten

  •  Die Imām Muhammad ibn Sa`ūd Islamische Universität in Saudi Arabien

  •  Die Umm al-Qura Universität in Makkah al-Mukarramah

  • Die Islamische Universität in Madīnah al-Munawwarah

  • Die King Sa`ūd Universität in Saudi Arabien 

Islam Q&A


Ab welchem Alter sollte eine Frau vor einem Jungen den Hijab tragen?

Ab welchem Alter sollte eine Frau vor einem Jungen den Hijab tragen? 

Frage (Nr. 14259): 

Was ist das Alter, ab dem eine Frau den Hijab vor einem Jungen tragen sollte – wenn er das Alter erlangt, in dem er Urteilsvermögen entwickelt, oder wenn er das Alter der Pubertät erreicht? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Allah sagt in dem Abschnitt, in dem Er von denjenigen spricht, vor denen es erlaubt ist den Schmuck zu zeigen (ungefähre Bedeutung): „… den Kindern, die auf die Blöße der Frauen (noch) nicht aufmerksam geworden sind. …“ (24:31). 

Wenn ein Kind sich der `Aurah einer Frau bewusst ist und damit beginnt, sie vermehrt anzusehen und mit ihr zu reden, dann ist es der Frau nicht erlaubt, sich vor ihm zu entblößen. 

Dies ist bei jedem Jungen verschieden, abhängig von seinem Charakter und von dem Umgang, den er pflegt. Ein Junge kann ein größeres Interesse an Frauen entwickeln, wenn er mit Leuten zusammensitzt, die viel über sie reden, und wenn es nicht so wäre, dann wäre er nicht sonderlich an ihnen interessiert.  

Was zählt ist, dass Allah Richtlinien in dieser Angelegenheit gesetzt hat, indem Er sagt (ungefähre Bedeutung): „… den Kindern, die auf die Blöße der Frauen (noch) nicht aufmerksam geworden sind. …“ (24:31), d. h., sie gehören zu denjenigen, in deren Gegenwart es einer Frau erlaubt ist, ihren Schmuck zu zeigen, solange sie kein Interesse an Frauen haben. 

(Scheikh ibn `Uthaymīn [möge Allah ihm barmherzig sein], Majmū`at As`ilah tahumm al-Usrah al-Muslimah, S. 148) 

Zu den Dingen, die anzeigen, dass ein Kind sich der `Aurah einer Frau bewusst ist, gehören die folgenden: 

  • Er beschreibt die Frauen anderen

  • Er unterscheidet zwischen einer schönen Frau und einer hässlichen

  • Er vergleicht das Aussehen von Frauen

  • Er starrt Frauen lange Zeit an 

Zweifelsohne führen Spielfilme und Seifenopern (Soap Operas) sowie soziale Verderbtheit dazu, dass Kinder sich der `Aurah von Frauen bereits im frühen Alter bewusst werden, daher müssen wir sehr vorsichtig sein. Wir bitten Allah darum, uns sicher und gesund zu halten. 

Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Er betet nicht und lebt mit seiner Freundin zusammen, jetzt möchte er bereuen und sie heiraten

‎Er betet nicht und lebt mit seiner Freundin zusammen, jetzt möchte er bereuen und sie heiraten 

‎Frage (Nr. 50508): 

Ein Mann betet nicht, fastet nicht und er lebt mit seiner christlichen Freundin zusammen. Er möchte bereuen und fasten, doch er nimmt den Umstand, dass er mit dieser Frau zusammen lebt, als Ausrede. Ist es ihm erlaubt, sie jetzt zu heiraten, wissend, dass morgen der erste Tag des Ramadān ist? Falls es erlaubt ist, wie lautet dann das vorgeschriebene Procedere der Schar`iah dafür? 

‎Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

‎Diese Person und andere sollten zur Kenntnis nehmen, dass das Unterlassen des Gebets Kufr ist, durch den sich der Betreffende außerhalb der Grenzen des Islams befindet. Denn der Islam erlaubt es keinem seiner Anhänger, das Gebet zu unterlassen und mit einer Freundin zusammen zu leben. 

Was du tun musst, ist ihn ermahnen und ihm erklären, was Islam tatsächlich ist, nämlich sich den Regeln der Schari`ah zu unterwerfen. Der Muslim sollte ein Beispiel für andere sein, insbesondere in einem nicht-muslimischen Land, denn er repräsentiert nicht nur sich selbst, sondern er repräsentiert den Islam, dem er sich selbst anvertraut und den er angenommen hat. Daher muss er die Sünde, die er begeht, aufgeben und sich an die Gesetze der Schari`ah halten, vor allem an das Gebet, welches die Grenze zwischen Islam und Kufr zieht. 

‎Wir sind höchst erfreut darüber, dass er bereuen möchte, was also hält ihn davon ab? Allah ist glücklich über die Reue Seine gläubigen Sklaven. Wenn jemand sich Allah zuwendet, dem wendet Allah sich ebenfalls zu und vergibt dessen Sünde. Er sollte sich daher beeilen zu bereuen und es nicht verspäten oder von bestimmten Geschehnissen abhängig machen, damit er nicht stirbt, ohne bereut zu haben und auf seinen Herrn mit der Last der Sünde trifft oder sogar im Zustand des Kufr. 

Erzähle ihm, dass Allah demjenigen, der bereut, schlechte Taten in gute Taten umwandelt. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „außer demjenigen, der bereut, glaubt (an den islamischen Monotheismus) und rechtschaffene Werke tut; jenen wird Allah ihre bösen Taten gegen gute eintauschen; und Allah ist stets allvergebend und barmherzig.“ (25:70). 

Aus diesem Grund muss er sich beeilen zu bereuen, indem er all das aufgibt, was den Zorn Allahs hervorruft, und zwar das Unterlassen des Gebets und das Zusammenleben mit seiner Freundin.  

Siehe auch die Antworten zu den Fragen Nr. 624, 13990, 34905 und 22912. 

Wenn er bei Allah bereut, dann sollte er bedenken, dass es ihm nicht erlaubt ist, diese Freundin zu heiraten – nicht deshalb, weil sie eine Christin ist, sondern vielmehr, weil sie eine Zāniyah (Unzuchttreibende) ist, entsprechend dem, was er erzählt hat. Eine der Bedingungen zur Heirat mit einer der Frauen von den Leuten der Schrift (d. h. eine Jüdin oder eine Christin) lautet, dass sie keusch sein sollte, keine Unzuchttreibende oder eine Frau, die einen Liebhaber oder Freund hat. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Heute sind euch die guten Dinge (al-Tayyibāt – alle Arten von halāl Lebensmitteln, die Allah erlaubt hat = das Fleisch von geschlachteten essbaren Tieren, Milchprodukte, Fette, Gemüse und Früchte) erlaubt. Und die Speise derjenigen, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, und eure Speise ist ihnen erlaubt. Und die Ehrbaren von den gläubigen Frauen und die ehrbaren Frauen von denjenigen, denen vor euch die Schrift gegeben wurde, wenn ihr ihnen ihren Lohn (Mahr – Brautgeld, das die Ehefrau von ihrem Mann zum Zeitpunkt der Heirat erhält) gebt, als ehrbare Ehemänner, nicht als solche, die Hurerei treiben und sich Liebschaften halten. …“ (5:5). 

Allah hat festgesetzt, dass sie, keusch sein müssen, um sie heiraten zu dürfen. Es ist einem Muslim nicht erlaubt, eine Frau von den Leuten der Schrift zu heiraten, wenn sie nicht keusch ist. Selbst wenn eine Frau zwar Muslima, aber nicht keusch ist, ist es einem keuschen muslimischen Mann nicht erlaubt, sie zu heiraten. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Ein Unzuchttreiber heiratet keine andere als eine Frau, die Unzucht begeht oder eine Götzendienerin. Und eine Unzuchttreiberin heiratet kein anderer als ein Mann, der Unzucht begeht oder ein Götzendiener. Den Gläubigen ist dies verboten.“ (24:3). 

‎Für weitere Details zu dieser Angelegenheit, siehe bitte die Antworten zu den Fragen Nr. 11195 und 2527. 

Wenn er sie heiraten möchte, so kann dies nur geschehen, indem er bereut und durch das Gebet zum Islam zurückfindet und nachdem beide ihre Unzucht (Zina) bereut haben. 

‎Dies trifft zu, wenn er sie heiraten möchte. 

Die Pflicht aufrichtig zu sein (Nasīhah), zwingt uns jedoch dazu, ihm von dem besten uns bekannten Weg zu berichten, um sowohl seine religiösen als auch seine weltlichen Angelegenheiten zu regeln. Dieser ist, dass er aufrichtig bei Allah bereuen und sich beeilen sollte, diese Frau ohne zu zögern zu verlassen. Er sollte sich nach einer anderen Frau umschauen, nach einer keuschen, gläubigen muslimischen Frau. Wenn er bei Allah bereut, wird er jemanden brauchen, der die Religion versteht, ihn unterstützt und ihn ermuntert, dem Barmherzigsten nach dieser Abschweifung zu gehorchen. Was die Frau anbelangt, selbst wenn sie die Unzucht bereut, wird sie nie in der Lage sein, ihn in seinem Gehorsam Allah gegenüber zu unterstützen und sie wird niemals vertrauenswürdig hinsichtlich seines Haushalts, seines Vermögens und seiner Ehre sein. Sie wird nicht in der Lage sein, seine Söhne und Töchter groß zu ziehen. Wir beabsichtigen mit diesem aufrichtigen Ratschlag nur Gutes. Lasst ihn seinen Verstand benutzen und Emotionen vermeiden, dann wird er erkennen, was richtig ist. 

‎Wenn er sich in seiner Umgebung umschaut, wird er andere Muslime sehen, die mit nicht-muslimischen Frauen verheiratet sind und er wird sehen, wie schlecht ihre Situation ist, wie sehr sie es bedauern und wünschen, sie hätten keine nicht-muslimische Frau geheiratet. 

‎Siehe auch die Antworten zu den Fragen Nr. 20227 und 45645. 

‎Und Allah ist die Quelle aller Stärke.  

Islam Q&A