Islam Fragen & Antworten

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Das Anketten der Teufel im Ramadān

 

Das Anketten der Teufel im Ramadān

Frage (Nr. 12653):

 

Wir wissen, dass im Ramadān die Teufel (wir erflehen Zuflucht bei Allāh vor ihnen) angekettet sind. Nun würden wir gern wissen, ob diejenigen, die Sihr (Magie, Zauberei) praktizieren – möge Allāh sie verfluchen – ihr Handwerk in diesem Monat ausüben können oder nicht?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Die Teufel können dem Menschen im Ramadān zuflüstern und die Magier können ihr Handwerk während dieses Monats ausüben, doch das geschieht zweifellos in einem geringeren Umfang als zu anderen Zeiten.

 

Es ist belegt, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Wenn Ramadān beginnt, sind die Tore des Paradieses geöffnet und die Tore der Hölle geschlossen und die Teufel sind angekettet.“ (al-Bukhāri #3277; Muslim #1079) Gemäß al-Nasā’i heißt es: „Die meisten üblen Jinn sind angekettet.“

 

Das bedeutet nicht, dass die Teufel überhaupt keinen Einfluss haben, sondern sie sind im Ramadān lediglich schwächer und nicht in der Lage, das zu tun, was sie zu anderen Zeiten außerhalb dieses Monats tun.

 

Es kann so verstanden werden, dass diejenigen, die angekettet werden, die übelsten Satane sind, aber eben nicht grundsätzlich alle.

 

Al-Qurtubi sagte: „Wenn gefragt wird, wie es sein kann, dass wir im Ramadān viele schlimme Taten und Sünden beobachten können, wo doch die Teufel angekettet sind, dann lautet die Antwort, dass die üblen Taten verringert werden bei jenen, die alle Bedingungen des Fastens einhalten und der Etikette des Fastens Aufmerksamkeit zollen. Oder einige der Satane – nämlich die schlimmsten von ihnen – sind angekettet, nicht alle von ihnen, wie bereits in einigen Berichten erwähnt wurde. Oder es bedeutet, dass die üblen Taten im Ramadān reduziert werden, wie man auch sehen kann. Auch wenn schlimme Taten im Ramadān geschehen, so sind sie doch geringer vorhanden als in anderen Zeiten. Selbst wenn alle Satane angekettet wären, würde dies nicht bedeuten, dass keine schlechte Tat vonstattengehen kann, denn es gibt weitere Gründe dafür neben den Teufeln, wie z. B. schlechte Seelen, üble Angewohnheiten und menschliche Teufel.“ (Fath
al-Bāri)

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Zum Ramadānbeginn gratulieren

Zum Ramadānbeginn gratulieren

 

Frage (Nr. 37930):

 

Wie lautet das Urteil hinsichtlich des Gratulierens zu Ramadānbeginn, indem man „Kull ’ām wa antum bi khayr“ sagt (grob entspricht das: „Herzlichen Glückwunsch“ oder „Ertragreiche Zeiten“ und ist eine traditionelle arabische Redewendung für Gratulationen zu Anlässen wie zum Beispiel `Īd etc.)?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Es gibt keine speziellen Formulierungen, die der Muslim zur Gratulation zum Ramadānbeginn verwenden muss. Deswegen ist es erlaubt, mit jeder Formulierung zu gratulieren, die unter den Leuten gebräuchlich ist, so wie „Kull ’ām wa antum bi khayr“ und andere Worte, die keine islamisch verbotene Bedeutung tragen.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q & A


Wie man die Triebe durch das Fasten kontrolliert

Wie man die Triebe durch das Fasten kontrolliert 

Frage (Nr. 26811): 

Meine Frage handelt vom Fasten. Aber sie betrifft nicht den Monat Ramadān. Ich meine das Fasten, wenn jemand heiraten möchte, aber im Moment nicht dazu in der Lage dazu ist. Ich weiß, dass es (das Fasten) im Islam für diesen Zweck vorgeschrieben ist, aber ich kenne nicht die richtigen Regelungen dafür. Ich möchte gerne die genaue Zeit für Iftār und Suhūr erlernen, wie viele Tage man im Monat fasten sollte, welcher Tag der Woche es genau sein sollte. Bitte gebt mir darüber so viele Details wie möglich. Und Allah weiß es am besten. Mögen der Frieden und die Segnungen von Ihm auf euch allen sein. 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Diese rein monotheistische Religion ist gekommen, um die Menschen zu lehren wie sie Triebe kontrollieren können, sodass der Muslim als Individuum, welcher durch seinen Charakter und sein Verhalten gekennzeichnet ist, nicht ein Gefangener seiner Begierden bleibt, wie ein Tier. Der Islam schreibt Regeln vor, verpflichtende und solche, die mustahabb sind, um ihn vor den schlechten Folgen zu schützen, welche entstehen, wenn man sich von den Begierden leiten lässt. 

Zu diesen Regeln gehört beispielsweise die Anordnung des Fastens für diejenigen, die nicht das natürliche Ventil für diese Triebe in der Ehe finden, wie ‘Abd-Allāh ibn Mas’ūd (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtete: „Wir waren junge Männer mit dem Propheten (Frieden und Segen Allahs auf ihm) und wir hatten nichts (d. h.: Wir konnten es uns nicht leisten zu heiraten). Der Gesandte Allahs (Frieden und Segen Allahs auf ihm) sagte zu uns: „O ihr jungen Männer, wer von euch die Mittel hat zu heiraten, so lasst es ihn tun, denn dies ist wirkungsvoller hinsichtlich dem Senken des Blickes und der Bewahrung der Keuschheit. Und wer auch immer dazu nicht in der Lage ist, so lasst ihn fasten, denn dies wird für ihn ein Schutzschild sein.“ (al-Bukhāri, 5066; Muslim 1400). Das Fasten verringert die Einflüsse, welche die Begierden auf junge Menschen haben. 

Obwohl diese Regelung an junge Männer gerichtet ist, so kann sie sogar noch erforderlicher werden, wenn es mehr Verführung gibt und die Wege und Beweggründe für das Begehen von Schlechtem zunehmen, besonders für diejenigen, die in Gesellschaften leben, in welchen ausgelassenes Zurschaustellen und Freizügigkeit oft vorkommen. Deshalb sollten sie sehr darum bemüht sein, diese Tat der Anbetung zu verrichten, um ihre Keuschheit und ihr religiöses Engagement zu bewahren. Wie durch das Fasten, so kann jemand auch durch das Gebet zu Allah um Hilfe bitten, sein religiöses Engagement und seine Ehre zu bewahren, und es ihm einfach zu machen zu heiraten, da die Ehe die Keuschheit bewahrt. Er kann sich auch insofern helfen, indem er an die Belohnung im Paradies denkt, die Allah für diejenigen vorbereitet hat die standhaft Seinem Befehl gehorchen und ihre Keuschheit beschützen, nämlich al-Hūr al-‘Ayn. 

Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Warum wurde das Fasten hervorgehoben, indem Allah sagte: „Das Fasten ist für Mich und Ich werde es belohnen“?

Warum wurde das Fasten hervorgehoben, indem Allah sagte: „Das Fasten ist für Mich und Ich werde es belohnen“? 

Frage (Nr. 50388): 

Was ist am Fasten besonders, weil Allah es hervorgehoben hat, als Er sagte: „Das Fasten ist für Mich und Ich werde es belohnen“? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Al-Bukhāri (1761) und Muslim (1946) berichteten, dass Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: Der Gesandte Allahs (Frieden und Segen Allahs auf ihm) sagte: „Allah sagte: `Jede Tat des Sohn Ādams ist für ihn selbst, außer das Fasten; es ist für Mich und Ich werde es belohnen…’“ 

Weil alle Taten um Allahs Willen sind und Er derjenige ist, Der sie belohnt, vertraten die Gelehrten unterschiedliche Ansichten hinsichtlich des Ausdrucks: „Das Fasten ist für Mich, und Ich werde es belohnen“ – warum wird das Fasten auf diese Art hervorgehoben? 

Al-Hāfiz ibn Hajar (möge Allah ihm barmherzig sein) zitierte die Ansicht von zehn Gelehrten, welche die Bedeutung dieses Hadīthes zu erklären versuchten und warum das Fasten auf diese Art und Weise hervorgehoben wurde. Die wichtigsten dieser Ansichten, sind die folgenden: 

1.      Weil es keine Angeberei beim Fasten gibt, wie sie bei anderen Taten der Anbetung passieren kann. Al-Qurtubi sagte: Die Angeberei kann sich in alle guten Taten einschleichen, doch keiner kann sehen, wenn eine Person fastet außer Allah, also hat Allah es mit Sich Selbst verknüpft. Folglich sagt Er in dem Hadīth: „Er gibt seine Begierden um Meinetwillen auf.“ Ibn al-Jauzi sagte: Alle Taten der Anbetung können gesehen werden, während sie verrichtet werden, und sie können mit Teilen von Angeberei beschmutzt werden – anders ist es beim Fasten. 

2.      Was mit der Phrase „Ich werde es belohnen“ gemeint ist, ist: Ich bin der Einzige, der das Ausmaß seiner Belohnung kennt und um wie viel seine Hasanāt (gute Taten) vervielfacht werden. Al-Qurtubi sagte: „Was damit gemeint ist, ist, dass das Ausmaß der Belohnung für gute Taten bei den Menschen bekannt sein kann, und sie bekommen die 10 – 700fache Belohnung, und so viel Allah möchte, außer dem Fasten, denn Allah wird es ohne Maß belohnen. Dies wird von einem Bericht untermauert, der bei Muslim (#115) von Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) verzeichnet wurde, welcher sagte: Der Gesandte Allahs (Frieden und Segen Allahs auf ihm) sagte: „Jede Tat des Sohn Ādams wird zwischen dem 10- und 700-fachen belohnt. Allah sagte: ‚Außer das Fasten, denn es ist für Mich, und Ich werde es belohnen“’ – d. h.: Ich werde es reichlich belohnen, ohne festzusetzen wie viel es ist. Dies entspricht dem Vers, in dem Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Gewiss, nur den Standhaften wird ihr Lohn ohne Berechnung in vollem Maß zukommen.“ (39:10).

3.      Das, was mit „das Fasten ist für Mich“ gemeint ist, ist, dass es Mir die liebste Tat der Anbetung ist. Ibn ’Abd al Barr sagte: Der Satz „das Fasten ist für Mich“, reicht aus, um die Überlegenheit des Fastens gegenüber allen anderen Taten der Anbetung aufzuzeigen. Al-Nasā’i (#2220) berichtete, dass Abu Umāmah sagte: Der Gesandte Allahs (Frieden und Segen Allahs auf ihm) sagte: „Ihr sollt fasten, denn es gibt nichts, das diesem ähnlich ist.“ (von al-Albāni in Sahīh al-Nasā’i als sahīh eingestuft). 

4.      Dass das Fasten in Verbindung mit Allah erwähnt wird, ist eine Art der Ehrung, so wie wir sagen, „das Haus Allahs“, obwohl alle Häuser Allah gehören. Al-Zayn ibn al-Munīr sagte: Wenn man etwas Allgemeinen, in einem Kontext wie diesem, eine spezielle Bedeutung gibt, so kann dies nur als Art der Ehrung verstanden werden.“ 

Scheikh Ibn ’Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte:

„Dieser Hadīth, weist auf verschiedene Arten auf die Vorzüglichkeit des Fastens hin:

1 – Allah hat das Fasten für Sich Selber vor allen anderen guten Taten ausgewählt, wegen seiner geehrten Stellung vor Ihm, weil Er es liebt und weil es einen Beweis der Aufrichtigkeit Ihm gegenüber darstellt, denn es ist ja ein Geheimnis zwischen dem Fastenden und seinem Herrn, welches keiner sehen kann außer Allah. Der Fastende kann an einem Ort sein, ohne jegliche andere Menschen um ihn herum, und er könnte essen oder trinken, was Allah ja dem Fastenden verboten hat. Doch trotzdem tut er das nicht, weil er weiß, dass er, obwohl er ganz alleine ist, einen Herrn hat, Der ihn sieht, und Welcher ihm dies verboten hat. Also unterlässt er es für das Wohlgefallen Allahs und aus Furcht vor Seiner Bestrafung, während er um Seine Belohnung ersucht. Genau deswegen würdigt Allah seine Aufrichtigkeit und hat das Fasten vor allen anderen guten Taten, für Sich Selbst herausgehoben. Folglich sagt Er: „Er gibt seine Begierden und sein Essen auf, für Mein Wohlgefallen.“

Der Gewinn dieses „Hervorhebens“ wird am Tag der Auferstehung gesehen werden, wie Sufyān ibn ’Uyaynah sagte: „Wenn der Tag der Auferstehung kommt, wird Allah Seine Diener zur Abrechnung bringen und wird alle Rechnungen, die von seinen Taten noch offen stehen, begleichen – bis nichts mehr außer dem Fasten übrig ist. Dann wird Allah die Angelegenheit erledigen und ihn ins Paradies einlassen, durch die Vorzüglichkeit seines Fastens.

2 – Allah sagte bezüglich des Fastens: „Ich werde es belohnen.“ Er verbindet also die Belohnung für das Fasten mit Sich Selbst, denn die Belohnung für rechtschaffene Taten wird als Anzahl erwähnt. So wird eine gute Tat 10 – 700-fach belohnt. Doch hinsichtlich des Fastens hat Allah die Belohnung mit Sich Selbst verknüpft, ohne eine genaue Anzahl festzulegen. Allah ist der Großzügigste der Großzügigen, denn das Geschenk spiegelt die Großzügigkeit des Schenkenden wider. So wird also die Belohnung für den Fastenden gewaltig sein, ohne Berechnung. Fasten bedeutet Geduld im Gehorsam gegenüber Allah, Geduld im Fernhalten von den Dingen, die Allah verboten hat, und Geduld, die Bestimmung Allahs zu tragen, nämlich Hunger, Durst, körperliche und mentale Schwäche. Es verbindet also alle drei Arten von Geduld. Deshalb verdient der Fastende, zu einem der Geduldigen (Standhaften) gezählt zu werden, und Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Gewiss, nur den Standhaften wird ihr Lohn ohne Berechnung in vollem Maß zukommen.“ (39:10).

Majālis Schahr Ramadān, S.13 

Und Allah weiß es am Besten 

Islam Q&A


Warum fasten Muslime?

Warum fasten Muslime? 

Frage (Nr. 38064): 

Ich lebe in England und werde oft von Nicht-Muslimen gefragt, warum Muslime fasten? Ich weiß, dass ich diese Antwort wissen sollte, doch ich weiß nicht, was ich genau sagen soll. Was soll ich zur Antwort geben? 

Antwort:  

Alles Lob gebührt Allah. 

Erstens: 

Wir Muslime fasten den Ramadān, weil Allah es uns befohlen hat. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „O ihr die ihr glaubt! As-Saum (das Fasten) ist euch vorgeschrieben, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf das ihr al-Muttaqūn (die Gottesfürchtigen) werdet.“ (2:183).

Wir beten also Allah an, indem wir diese Tat der Anbetung verrichten, welche Allah liebt und welche Er uns auferlegt hat.  

Die Gläubigen beeilen sich, dem Befehl Allahs und Seines Gesandten (Frieden und Segen Allahs auf ihm) zu folgen, in Gehorsam gegenüber seinen Worten (ungefähre Bedeutung):  

„Die Rede der Gläubigen, wenn sie zu Allah (Seinen Worten, dem Qur’ān) und Seinem Gesandten gerufen werden, damit er zwischen ihnen richte, besteht nur darin, dass sie sagen: „Wir hören und gehorchen.“ Das sind diejenigen, denen es wohl ergeht (die für immer im Paradies leben werden).“ (24:51) 

„Weder für einen gläubigen Mann noch für eine gläubige Frau gibt es, wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, die Möglichkeit, in ihrer Angelegenheit zu wählen. Und wer sich Allah und Seinem Gesandten widersetzt, der befindet sich ja in deutlichem Irrtum.“ (33:36). 

Zweitens: 

In Seiner Weisheit hat Allah verschiedene Taten der Anbetung vorgeschrieben, um damit die Leute zu prüfen, inwieweit sie all diese Befehle befolgen. Werden sie nur das auswählen, was ihnen passt, oder werden sie das tun, was Allah zufrieden stellt? Wenn wir über die fünf Anbetungshandlungen nachdenken: Glaubensbekenntnis, Gebet, Zakāh, Fasten und Pilgerfahrt, sehen wir, dass manche davon rein körperlicher Natur sind, manche rein finanzieller Natur und manche beides sind, damit der Geizhals vom Großzügigen ausgesondert wird. Für manche Leute kann es einfach sein, tausend Raka`āt zu beten, aber schwer, einen einzigen Dirham zu geben. Für andere kann es einfach sein, tausend Dirham zu geben, aber schwer, eine einzige Raka`ah zu beten. So kam der Islam, um verschiedene Anbetungshandlungen anzuordnen, um festzustellen, wer in Gehorsam dem Befehl Allahs folgt und wer nur das befolgt, was ihm passt.  

Das Gebet zum Beispiel, ist eine rein körperliche Handlung, doch seine Vorbedingungen erfordern Ausgaben, wie für das Wasser für Wudū’ oder Kleidung, um die `Aurah zu bedecken. Diese sind nicht Teil des Gebetes, aber seine Vorbedingungen. 

Die Zakāh ist rein finanzieller Natur, doch körperliche Handlungen sind nötig, um diese Verpflichtung zu erfüllen, wie beispielsweise das Berechnen des eigenen Vermögens und die Zakāh den Armen und Bedürftigen zu übergeben. Diese sind nicht Teil der Zakāh, doch sind sie ihre Vorbedingungen. 

Die Hajj beinhaltet das Ausgeben von Vermögen und körperliche Handlung, außer für die Leute von Makkah, welche womöglich kein Geld benötigen, aber diese sind sehr wenig verglichen mit denen, die in Makkah leben.  

Jihād um Allahs Willen könnte beides erfordern, Geld und körperliche Anstrengung. Jemand spendet z. B. Geld um Allahs Willen und kämpft nicht oder er geht und kämpft, spendet aber nicht.  

Befehle sind von zwei Arten: Die Befehle, sich Dingen zu enthalten, zu denen der Mensch neigt, und die Befehle, von dem zu spenden, was wertvoll ist.  

Das Fasten beinhaltet, sich der Dinge zu enthalten, die man liebt, und die Zakāh beinhaltet das Ausgeben von Dingen, die man liebt. Vermögen ist etwas, das geliebt wird, und niemand spendet das Vermögen, das er liebt, außer für etwas, was noch mehr geliebt wird.

Das Gleiche trifft auf das „Sich-Enthalten“ der Dinge, die man liebt, zu. Denn jemand könnte es mögen, tausend Dirham zu spenden, aber keinen einzigen Tag zu fasten, oder umgekehrt. 

(Scheikh Ibn ‘Uthaymīn, al-Scharh al-Mumti’, 6/190)  

Drittens: 

Es gibt noch einen anderen wichtigen Grund, warum das Fasten vorgeschrieben ist, welcher in einem Teil der Antwort zur Frage Nr. 26862 behandelt wurde.  

Scheikh Ibn ’Uthaymīn wurde nach dem Grund gefragt, warum das Fasten befohlen wurde? 

Er antwortete: „Wenn wir die Worte Allahs lesen (ungefähre Bedeutung): O ihr die ihr glaubt! As-Saum (das Fasten) ist euch vorgeschrieben, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf das ihr al-Muttaqūn (die Gottesfürchtigen) werdet.“ (2:183) werden wir den Grund erkennen, warum das Fasten vorgeschrieben wurde, nämlich Taqwa (Gottesfurcht) zu erlangen und Unterwerfung zu Allah. Taqwa bedeutet Dinge, die harām sind, aufzugeben, und allgemein bedeutet es, das zu tun, was befohlen wurde, und sich dem zu enthalten, was verboten wurde. Der Prophet (Frieden und Segen Allahs auf ihm) sagte: “Wer das falsche Wort und dessen tatkräftige Durchsetzung und offensive (angreifende, aggressive) Rede und Verhalten nicht unterlässt, von dem verlangt Allah nicht, dass er auf sein Essen und Trinken verzichtet.” (al-Bukhāri #6057).“  

Siehe auch Frage Nr. 37658 und 37989. 

Darauf basierend, ist es für den Fastenden wichtig, religiöse Pflichten auszuführen und Dingen, die harām sind, seien es Worte oder Taten, aus dem Weg zu gehen. Er soll nicht über andere Leute lästern, Lügen erzählen oder gehässigen Klatsch und Tratsch unter ihnen verbreiten oder sich an harām Geschäften beteiligen und er soll alle Dinge, die harām sind, meiden. Wenn jemand dies einen ganzen Monat lang tut, so wird der Rest des Jahres gut laufen. Doch leider gibt es im Fall von vielen, die fasten, keinen Unterschied zwischen einem Tag, an dem sie fasten, und einem Tag, an dem sie es nicht tun. Sie verhalten sich so, wie sie sich sonst auch verhalten, vernachlässigen auferlegte Verpflichtungen und tun verbotene Dinge. Du siehst nicht die Würde, die von einem Fastenden zu erwarten ist. Diese Handlungen machen das Fasten nicht ungültig, doch schmälern sie die Belohnung dafür, und können sogar die ganze Belohnung dafür zunichte machen.  

(Fatāwa Arkān al-Islam, S. 451) 

Islam Q&A


Empfohlenes Programm für den Muslim während des Ramadāns

Empfohlenes Programm für den Muslim während des Ramadāns 

Frage (Nr. 26869): 

Zuerst, lasst mich euch zum Beginn des gesegneten Monats Ramadān gratulieren. Ich hoffe, dass Allah euer und unser Fasten und die Gebete annimmt. Ich hoffe, dass ich das Beste aus dieser Möglichkeit herausholen und so viel Anbetung wie möglich verrichten und so viel Belohnung wie möglich erlangen kann. Ich hoffe, dass ihr mir ein Programm erstellen könnt, welches für mich und meine Familie passend ist, damit wir das Beste aus diesem Monat herausholen können, in Frömmigkeit und Gehorsam. 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Möge Allah all unsere rechtschaffenen Worte und Taten annehmen und uns helfen, Ihm gegenüber aufrichtig zu sein, im Geheimen und in der Öffentlichkeit. 

Es folgt ein empfohlenes Programm für den Muslim, während dieses gesegneten Monats: 

Der Tag des Muslims im Ramadān 

Der Muslim beginnt seinen Tag mit dem Suhūr vor dem Fajr-Gebet. Es ist besser, den Suhūr bis zum letztmöglichen Zeitpunkt der Nacht herauszuzögern.  

Danach bereitet sich der Muslim noch vor dem Adhān für das Fajr-Gebet vor. Er nimmt also Wudū’ zu Hause und geht vor dem Adhān hinaus zur Moschee.  

Wenn er die Moschee betritt, betet er zwei Raka`ah (Tahiyyat al-Masjid – Begrüßung der Moschee). Danach setzt er sich und beschäftigt sich mit dem Sprechen von Du’ā oder dem Lesen des Qur’ān, oder dem Rezitieren von Dhikr, bis der Muezzin den Gebetsruf verkündet. Er wiederholt, was der Muezzin sagt, und spricht die Du’ā, von welcher der Prophet (Frieden und Segen Allahs auf ihm) sagte, dass man sie nach dem Ende des Adhāns sprechen sollte. Danach betet er zwei Raka’ah (das reguläre Sunnahgebet von Fajr), anschließend beschäftigt er sich mit Du’ā und der Rezitation des Qur’ān bis die Iqāmah für das Gebet gegeben wird. Er befindet sich im Zustand des Gebetes, solange er auf das Gebet wartet. 

Nachdem er das Gebet in der Gemeinschaft verrichtet hat, rezitiert er die Adhkār, die nach dem Salām am Ende des Gebets vorgesehen sind. Wenn er danach noch in der Moschee sitzen bleiben möchte, bis die Sonne aufgegangen ist, Dhikr sprechend und Qur’ān lesend, so ist dies vorzuziehen, und dies ist es, was der Prophet (Frieden und Segen Allahs auf ihm) nach dem Fajr-Gebet zu tun pflegte.  

Danach, etwa eine Viertelstunde nachdem die Sonne aufgegangen ist, kann er, wenn er möchte, das Duha-Gebet verrichten (mindestens zwei Raka’ah), und dies ist gut. Oder wenn er möchte, kann er es bis zur bevorzugten Zeit verzögern, welche dann ist, wenn der Tag an Hitze zugenommen hat und die Sonne höher am Himmel steht – dies ist besser.  

Danach kann er schlafen, wenn er möchte, um sich auf die Arbeit vorzubereiten, und dabei kann er beabsichtigen, sich für die Anbetung und die Erlangung des Lebensunterhaltes zu stärken, sodass er dafür inschaAllah belohnt wird. Er sollte sich außerdem an die Etikette (Regeln) des Schlafens halten, die in der Scharī`ah vorgeschrieben sind – Taten und Worte gleichermaßen.  

Danach geht er zur Arbeit und wenn die Zeit für das Dhuhr-Gebet kommt, geht er früh zur Moschee, noch vor dem Adhān oder gleich danach, und er sollte sich schon vorher für das Gebet vorbereiten. Also betet er vier Raka’āt mit zwei Taslīms (die regulären Sunnahgebete vor Dhuhr), danach beschäftigt er sich mit dem Lesen des Qur’āns bis die Iqāmah für das Gebet gegeben wird, und er dann mit der Gemeinschaft betet. Danach verrichtet er zwei Raka’āt (die regulären Sunnahgebete nach Dhuhr). 

Nach dem Gebet geht er und erledigt, was von seiner Arbeit noch übrig ist, bis es Zeit ist zu gehen. Wenn zwischen der Beendigung seiner Arbeit und dem ’Asr-Gebet noch viel Zeit ist, so kann er sich ausruhen. Wenn aber nicht mehr genug Zeit ist und er fürchtet, das ’Asr-Gebet zu verpassen, wenn er sich hinlegen würde, dann sollte er sich mit etwas Passendem beschäftigen, bis die Zeit für das ’Asr-Gebet kommt – wie zum Beispiel zum Markt zu gehen und Dinge zu besorgen, die seine Familie benötigt, und dergleichen, oder nach der Arbeit geradewegs zur Moschee zu gehen und dort zu bleiben, bis er ’Asr gebetet hat.  

Nach ’Asr hängt es von seinen jeweiligen Umständen ab. Wenn er in der Moschee bleiben und sich mit dem Lesen des Qur’āns beschäftigen kann, so ist dies eine großartige Möglichkeit. Doch wenn er sich müde fühlt, so sollte er sich zu dieser Zeit ausruhen, damit er in der Nacht bereit ist, Tarāwīh zu beten.  

Vor dem Adhān von Maghrib, sollte er sich darauf vorbereiten, sein Fasten zu brechen, und er sollte zu dieser Zeit etwas tun, das ihm Nutzen bringt, entweder das Lesen des Qur’āns, Du’ā machen, oder ein nützliches Gespräch mit seiner Frau und seinen Kindern führen.  

Eines der besten Dinge, die er zu diesem Zeitpunkt tun kann, ist es dabei mitzumachen, den Fastenden Iftār anzubieten. Entweder indem er ihnen das Essen bringt oder hilft, es an sie zu verteilen und dies zu organisieren. Dies bringt eine riesige Freude mit sich, die keiner kennt außer demjenigen, der diese Erfahrung gemacht hat.  

Nach dem Iftār geht er und betet in der Gemeinschaft in der Moschee und nach dem Gebet betet er zwei Raka`āt (die regulären Sunnahgebete von Maghrib). Danach geht er zurück nach Hause und isst, was auch immer zur Verfügung steht – ohne zu viel zu essen. Danach sucht er nach einer geeigneten Beschäftigung für sich selbst und seine Familie, um diese Zeit zu verbringen – entweder ein Buch mit (islamischen) Geschichten lesen oder ein Buch über praktische Regelungen, ein Quiz veranstalten oder erlaubte Gespräche führen oder jede andere nützliche Idee, die im Interesse der Familienmitglieder steht und sie von harām Dingen ablenkt, die in den Medien erscheinen, welche diese Zeit als ihre „Primetime“, sprich Hauptsendezeit, betrachten. Du wirst bemerken, dass die Medien ihre attraktivsten Programme genau zu dieser Zeit senden, welche unmoralisches und unzüchtiges Material beinhalten können. Strebe danach, dich davon abzuwenden, und fürchte Allah hinsichtlich deiner „Herde“ (d. h.: deine Familie) bezüglich derer du am Tag der Auferstehung befragt wirst – bereite dich also vor, diese Fragen zu beantworten.  

Danach bereite dich für das `Ischā’-Gebet vor. Geh zur Moschee und beschäftige dich mit dem Lesen des Qur’āns oder höre einem Vortrag zu, der in der Moschee gehalten wird. Anschließend verrichte das `Ischā’-Gebet und bete danach zwei Raka`āt (das reguläre Sunnahgebet von `Ischā’). Danach bete Tarāwīh hinter dem Imam, mit Demut und Konzentration, über das nachdenkend, was rezitiert wird. Beende es nicht, bis der Imām fertig ist. Der Prophet (Frieden und Segen Allahs auf ihm) sagte: „Wer auch immer mit dem Imām steht (und betet) bis er fertig ist, so wird (es ihm) aufgezeichnet, als ob er die ganze Nacht im Gebet verbracht hätte.“ (Abu Dawud #1370 und andere; von al-Albāni in Salāt al-Tarāwīh, S. 15, als sahīh eingestuft). 

Dann, nach Tarāwīh, kannst du dir ein Programm zusammenstellen, welches zu deinen Umständen und persönlichen Verpflichtungen passt. Doch du solltest folgenden Dingen besondere Aufmerksamkeit schenken: 

Halte dich fern von allen Dingen, die harām sind, und was auch immer zu ihnen führt.  

Achte darauf, auf weise Art sicherzustellen, dass deine Familie es vermeidet, in irgendeine Sache zu geraten, die harām ist, oder in das, was dazu führt. Dies, indem du z. B. ein Programm nur für sie vorbereitest oder sie zu Freizeitausflügen zu erlaubten Plätzen mitnimmst oder sie von schlechten Freunden fernhältst oder gute Freunde für sie suchst. 

Beschäftige dich stets mit Dingen, die vorrangig sind (ordne sie nach Prioritäten). 

Dann solltest du versuchen, früh Schlafen zu gehen, während du die Etikette (Regelungen) des Schlafens beachtest, wie in der Scharī’ah vorgeschrieben – Taten und Worte gleichermaßen. Wenn du etwas vom Qur’ān oder einige nützliche Bücher vor dem Zubettgehen liest, so ist dies etwas Gutes, besonders dann, wenn du noch nicht deinen täglichen Anteil des Qur’āns fertig gelesen hast – geh also nicht schlafen, bis du ihn fertig hast. 

Steh dann vor dem Suhūr auf, sodass du noch genug Zeit hast, um Du`ā’ zu rezitieren, denn diese Zeit – das letzte Drittel der Nacht – ist die Zeit, in der Allah herabsteigt, und Allah hat diejenigen gelobt, die in dieser Zeit um Seine Vergebung ersuchen, und hat denjenigen, die Ihn zu dieser Zeit anrufen, versprochen, dass Er ihnen antworten wird, und dass Er die Reue derjenigen annimmt, die bei Ihm zu dieser Zeit bereuen. Vernachlässige also nicht diese großartige Gelegenheit.

Freitag

Freitag ist der beste Tag der Woche, also solltest du an diesem Tag ein besonderes Programm der Anbetung aufstellen, indem du Folgendes beachtest: 

·         Früh zum Jumu’ah Gebet zu kommen.

·         Nach dem `Asr-Gebet in der Moschee bleiben, und sich mit dem Lesen des Qur’āns und Du`ā’ beschäftigen, bis zur letzten Stunde dieses Tages, denn dies ist eine Zeit in der die Du`ā angenommen werden.

·         Nutze diesen Tag als Gelegenheit, einige deiner Taten, die du während der Woche nicht fertig stellen konntest, zu vollenden, wie das Vervollständigen deines wöchentlichen (Lese-) Anteils vom Qur’ān oder ein Buch zu Ende zu lesen oder einen Vortrag zu hören und andere gute Taten. 

Die letzten zehn Tage von Ramadān

Die letzten zehn Tage vom Ramadān beinhalten Laylat al-Qadr, eine Nacht, die besser ist als tausend Monate. Deshalb ist der I’tikāf („Rückzug“ für den Zweck der Anbetung) in der Moschee während dieser zehn Tage empfohlen, genauso wie es der Prophet (Frieden und Segen Allahs auf ihm) zu tun pflegte, die Laylat al-Qadr suchend. Wer auch immer I’tikāf in dieser Zeit verrichten kann, für den ist dies ein großartiger Segen von Allah. 

Wer den I’tikāf nicht für die ganze Zeitspanne (von zehn Tagen) verrichten kann, sollte so viel davon verrichten, wie es ihm möglich ist. 

Wenn er überhaupt nicht den I’tikāf verrichten kann, so sollte er versuchen, die Nächte in der Anbetung zu verbringen – nämlich Qiyām zu beten, Qur’ān zu lesen, Allahs zu gedenken und Du`ā’ zu machen. Er sollte sich dafür vorbereiten, indem er sich tagsüber ausruht, sodass er in der Nacht auf bleiben kann.  

Beachte: 

Dieses Programm ist nur ein Vorschlag. Es ist ein flexibler Zeitplan, den jeder seinen individuellen Umständen anpassen kann. 

Dieses Programm lenkt die Aufmerksamkeit auf die Handlungen der Sunnah, die vom Propheten (Frieden und Segen Allahs auf ihm) belegt wurden. Es ist nicht gemeint, dass all das, was hier erwähnt wurde, eine auferlegte Verpflichtung ist, vielmehr beinhaltet es viele Dinge, die Sunnah und mustahabb sind. 

Die von Allah meist geliebten Taten sind die, welche regelmäßig verrichtet werden, auch wenn sie klein sind. Zu Beginn des Monats könnte eine Person sehr darum bemüht sein, Taten der Anbetung zu verrichten, dann könnte sie vielleicht darin nachlassen. Hüte dich davor und strebe danach, mit all den Taten fortzufahren, die du in diesem gesegneten Monat verrichtest. 

Der Muslim sollte bestrebt sein, seine Zeit in diesem gesegneten Monat zu organisieren, sodass er die großartige Gelegenheit nicht verpasst, mehr gute und rechtschaffene Taten zu vollbringen. Zum Beispiel sollte man versuchen, all die Dinge, welche die Familie benötigt, schon zu besorgen bevor der Monat beginnt. Die täglichen Besorgungen sollten zu Zeiten erledigt werden, in denen die Geschäfte nicht überfüllt sind. Familien- und Bekanntenbesuche sollten so organisiert werden, dass sie von der `Ibadah nicht ablenken. 

Mache das Verrichten vieler Taten der Anbetung und das Sich-Annähern zu Allah, zu deiner obersten Priorität in diesem gesegneten Monat. 

Beschließe zu Beginn des Monats, zur Gebetszeit früh in die Moschee zu gehen, die Lesung von Allahs Buch zu vervollständigen, regelmäßig Qiyām al-Layl in diesem großartigen Monat zu beten und (in Wohltätigkeit) von deinem Vermögen zu spenden, was in deinen Möglichkeiten liegt.  

Hole das Beste aus den Möglichkeiten heraus, welche der Monat Ramadān mit sich bringt, um deine Verbindung zu Allahs Buch zu stärken, indem du die folgende Hilfsmittel benutzt: 

1.      Lies die Verse korrekt. Um dies zu tun, brauchst du jemanden, der weiß, wie man richtig liest und der dich korrigiert. Ist dir das nicht möglich, dann kannst du Aufnahmen von erfahrenen Rezitatoren hören.

2.      Wiederhole, was Allah dir ermöglicht hat, auswendig zu lernen, und lerne auch etwas mehr auswendig.

3.      Lies den Tafsīr (Erläuterung) zu den Versen, entweder indem du Verse, die du nicht verstehst, in vertrauenswürdigen Tafsīrbüchern nachschlägst, so wie Tafsīr al-Baghawi, Tafsīr Ibn Kathīr und Tafsīr al-Sa’di oder indem du dir einen Plan aufstellst, um ein ganzes Tafsīrbuch zu lesen. Fange mit dem 30. Juz’ (Abschnitt) des Qur’āns an, dann gehe über zum 29. und so weiter.

4.      Bemühe dich, die Befehle, die du im Buch Allahs liest, anzuwenden. 

Wir bitten Allah, die Segnungen des Ramadāns für uns zu vollenden, und uns beim Fasten zu helfen und dabei, Qiyām den ganzen Monat lang zu beten, und von uns (diese Taten der Anbetung) anzunehmen und uns unsere Unzulänglichkeiten zu vergeben.  

Islam Q&A


Der Grund warum das Fasten vorgeschrieben ist

Der Grund warum das Fasten vorgeschrieben ist 

Frage (Nr. 26862): 

Was ist der Grund, warum das Fasten vorgeschrieben ist? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Zuerst müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass einer der Namen Allahs al-Hakīm ist (der Allweise). Das Wort Hakīm stammt von der gleichen Wurzel wie Hukm (Urteil, Anordnung) und Hikmah (Weisheit). Allah alleine ist Derjenige, Der Anordnungen aufstellt, und Seine Anordnungen sind am weisesten und perfektesten.  

Zweitens: 

Allah schreibt keine Anordnung vor, ohne dass dahinter eine große Weisheit steckt, die wir entweder verstehen können oder aber unser Verstand ist nicht dafür bestimmt, es zu verstehen. Wir können vielleicht etwas davon verstehen, aber ein großer Teil davon ist vor uns verborgen. 

Drittens:  

Allah hat den Grund erwähnt, warum Er uns das Fasten auferlegt hat, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): „O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten (al-Saum), so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig (al-Muttaqūn) werden möget.“ (2:183).

Das Fasten ist ein Mittel, um Taqwa (Gottesfurcht, Frömmigkeit, sich über Allah bewusst sein) zu erlangen, und Taqwa bedeutet, dass zu tun, was Allah vorgeschrieben hat, und dem, was Er verboten hat, aus dem Weg zu gehen. 

Das Fasten ist eines der stärksten Mittel, die einem helfen, die Befehle im Islam zu erfüllen. 

Die Gelehrten (Möge Allah barmherzig mit ihnen sein) haben einige Gründe erwähnt, warum das Fasten vorgeschrieben ist. Gründe, welche allesamt wiederum Eigenschaften der Taqwa sind. Doch es ist nichts dabei, sie hier zu zitieren, um die Aufmerksamkeit der Fastenden auf sie (diese Eigenschaften) zu lenken und damit sie bestrebt sind, sie zu erlangen. 

Zu den Gründen hinter dem Fasten gehören: 

1.      Fasten ist ein Mittel, damit wir zu schätzen und für die Genüsse zu danken lernen. Denn Fasten bedeutet Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr aufzugeben, welche zu den größten Genüssen gehören. Wenn wir sie für eine kurze Zeit aufgeben, so fangen wir an, deren Wert zu würdigen. Denn die Segnungen Allahs werden nicht erkannt – erst wenn man sich ihrer enthält, beginnt man sie zu erkennen, sodann motiviert es dazu, dafür dankbar zu sein.  

2.      Das Fasten ist ein Mittel, um harām Dinge aufzugeben. Denn wenn jemand Dinge aufgeben kann, die halāl sind, um Allah zu gefallen und aus Angst vor Seiner schmerzhaften Strafe, so wird er sich wahrscheinlich noch eher von Dingen fernhalten können, die harām sind. Deshalb ist das Fasten ein Mittel, um die Dinge zu vermeiden, die Allah verboten hat. 

3.      Das Fasten ermöglicht es uns, unsere Begierden zu steuern, denn wenn jemand satt ist, steigt seine Begierde, wenn er aber hungrig ist, werden seine Begierden schwach. Deshalb sagte der Prophet (Frieden und Segen Allahs auf ihm): „O ihr jungen Männer, wer von euch die Mittel hat zu heiraten, so lasst es ihn tun, denn es ist wirkungsvoller hinsichtlich des Senkens des Blickes und der Bewahrung der Keuschheit. Und wer auch immer nicht dazu in der Lage ist, so lasst ihn fasten, denn dies wird für ihn ein Schutzschild sein.“  

4.      Das Fasten lässt uns Erbarmen, Mitleid und Einfühlungsvermögen gegenüber den Armen empfinden. Denn wenn der Fastende für eine Weile den Schmerz des Hungers kostet, so erinnert er sich an diejenigen, die ständig in dieser Situation sind. So wird er sich beeilen, ihnen Güte zu erweisen und ihnen gegenüber Erbarmen zu zeigen. Deshalb ist das Fasten ein Mittel, um mit den Armen zu fühlen. 

5.      Das Fasten erniedrigt und schwächt den Schaytān; es mildert die Wirkung seiner Einflüsterungen (Waswās) auf jemanden und verringert dessen Sünden. Dies ist so, weil der Schaytān „durch den Sohn Ādams wie Blut fließt“, wie der Prophet (Frieden und Segen Allahs auf ihm) sagte. Doch das Fasten verengt die Gänge durch die der Shaytān fließt, deshalb vermindert sich sein Einfluss.

Scheikh al-Islam sagte in Majmū’ al-Fatāwa, 25/246: „Zweifellos wird das Blut durch Essen und Trinken erzeugt. Wenn also eine Person isst und trinkt, so werden die Gänge durch die der Teufel fließt – welches das Blut ist – weiter. Doch wenn eine Person fastet, so werden die Gänge, durch die der Teufel fließt enger, dadurch sind die Herzen motiviert, gute Taten zu verrichten und schlechte Taten aufzugeben.“ 

6.      Der Fastende trainiert sich selbst, sich daran zu erinnern, dass Allah immer zusieht. So unterlässt er Dinge, die er begehrt, obwohl er sie nehmen könnte, weil er weiß, dass Allah ihn sieht.  

7.      Fasten bedeutet, eine Art Entsagung gegenüber dieser Welt und ihren Begierden zu entwickeln, und nach dem zu Streben, was bei Allah ist. 

8.      Es lässt den Muslim sich an die Verrichtung einer Vielzahl von Taten der Anbetung gewöhnen, denn der Fastende verrichtet für gewöhnlich mehr Taten der Anbetung und gewöhnt sich daran.  

Dies sind einige der Gründe, warum das Fasten auferlegt wurde. Wir bitten Allah, uns dabei zu helfen, sie zu vollbringen, und Ihn so, wie es richtig ist anzubeten. 

Und Allah weiß es am besten. 

Siehe Tafsīr al-Sa’di, S. 116; Ibn al-Qayyims Fußnoten bez. al-Raud al-Murabba’, 3/344; al-Mawsū’ah al-Fiqhiyyah, 28/9. 

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Für wen ist das Fasten im Ramadān verpflichtend?

Für wen ist das Fasten im Ramadān verpflichtend? 

Frage (Nr. 26814): 

Für wen ist das Fasten im Ramadān verpflichtend? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Das Fasten wird für jemanden verpflichtend, wenn er 5 Voraussetzungen erfüllt: 

1.      Er ist ein Muslim

2.      Er ist rechenschaftspflichtig (mukallaf)

3.      Er ist in der Lage zu fasten

4.      Er ist niedergelassen (nicht reisend)

5.      Es gibt keine Hinderungsgründe fürs Fasten 

Wenn diese fünf Voraussetzungen zutreffen, so ist wird das Fasten für eine Person zur Verpflichtung.  

Kuffar sind wegen der ersten Voraussetzung ausgenommen. Der Kafir ist nicht verpflichtet zu fasten und sein Fasten ist ungültig. Wenn er Muslim wird, ist er nicht verpflichtet, vergangene Fastentage nachzuholen. Der Beweis dafür ist der Vers, in dem Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und nichts (anderes) verhindert, dass ihre Ausgaben von ihnen angenommen werden, als dass sie Allah und Seinen Gesandten (Muhammad) verleugnen, sich nur schwerfällig zum Gebet begeben und nur widerwillig ausgeben.“ (9:54).

Wenn also wegen ihres Kufr ihre Spende nicht angenommen wird, obwohl sie anderen nutzt, so werden andere Taten der Anbetung noch weniger angenommen. 

Er muss das Fasten nicht nachholen wenn er Muslim wird, weil Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Sag zu denen, die ungläubig sind: Wenn sie aufhören, wird ihnen vergeben, was bereits vergangen ist. …“ (8:38).

Und außerdem ist es in mutawātir Berichten bewiesen, dass der Gesandte Allahs (Frieden und Segen Allahs auf ihm) denjenigen, die Muslime wurden, nicht anordnete, die verpflichtenden Aufgaben, die sie verpasst hatten, nachzuholen. 

Wird der Kāfir im Jenseits für das Nicht-Fasten bestraft, wenn er nicht Muslim wurde? 

Die Antwort lautet: 

Ja, er wird für das Nicht-Fasten und für das Unterlassen jeglicher anderen auferlegten Verpflichtung bestraft, denn wenn der Muslim, welcher Allah gehorchte und Allahs Gesetze einhielt, dafür bestraft wird, dann ist es umso angebrachter, dass er (der Kāfir) bestraft wird. Wenn der Kāfir für die Segnungen Allahs bestraft wird, die er genossen hat, wie Essen, Trank und Kleidung, so ist es angemessener, dass er auch für das Begehen von Taten, die harām sind, bestraft wird, und für das Unterlassen bindender Pflichten. Dies durch Analogieschluss. 

Bezüglich der Texte, so sagt Allah, dass die Leute der Rechten (d. h. die Gläubigen) zu den Ungläubigen sagen werden: „Was hat euch in Saqar geführt? Sie werden sagen: „Wir gehörten nicht zu denjenigen, die beteten, und wir pflegten nicht den Armen (al-Miskīn) zu speisen, und wir pflegten auf schweifende Reden (all das, das Allah hasste) mit denjenigen einzugehen, die solche führten, und wir erklärten stets den Tag des Gerichts für Lüge“ (74:42-46).

Diese vier Dinge werden sie in die Hölle bringen: 

Wir gehörten nicht zu denjenigen, die beteten“ bedeutet dass sie nicht beteten; „wir pflegten nicht den Armen (al-Miskīn) zu speisen“ bedeutet, dass sie nicht Zakāh gezahlt haben; „wir pflegten auf schweifende Reden (all das, das Allah hasste) mit denjenigen einzugehen, die solche führten“ bedeutet Dinge, wie das Verspotten der Verse Allahs; „wir erklärten stets den Tag des Gerichts für Lüge.“ 

Die zweite Voraussetzung:  

Er muss rechenschaftspflichtig (mukallaf) sein. Derjenige, der mukallaf ist, ist derjenige, der die Pubertät erreicht hat und gesunden Verstand besitzt, denn ein Minderjähriger oder jemand, der geisteskrank ist, wird nicht zur Rechenschaft gezogen. Die Pubertät wurde erreicht, wenn eines der drei Anzeichen bemerkt wird – siehe Frage Nr. 20475. 

Derjenige, der gesunden Verstand besitzt, ist das Gegenteil von dem, der geisteskrank ist, welcher derjenige ist, der seinen Verstand verloren hat, sei es, dass er geisteskrank oder schwachsinnig ist. Jeder, der seinen Verstand verloren hat, in welcher Bedeutung auch immer, wird nicht zur Rechenschaft gezogen und er ist nicht dazu verpflichtet, irgendeine der vorgeschriebenen Pflichten im Islam zu verrichten, sei es das Gebet, das Fasten oder die Armen zu speisen. Er muss nichts davon tun.  

Die dritte Voraussetzung: 

Man muss imstande sein zu fasten. Derjenige, der nicht imstande ist zu fasten, muss nicht fasten, denn Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „wer jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten).“ (2:185).

Nicht imstande sein zu fasten fällt in zwei Kategorien: zeitlich begrenzte Unfähigkeit und dauerhafte Unfähigkeit. 

Zeitlich begrenzte Unfähigkeit ist das, was im vorigen Vers zitiert wurde, nämlich derjenige, der krank ist, aber auf Genesung (Gesundung) hofft, und der Reisende. Diesen Leuten ist es erlaubt, nicht zu fasten, danach müssen sie die verpassten Fastentage nachholen. 

Diejenigen, die dauerhaft unfähig sind zu fasten, so wie jemand, der krank ist und keine Hoffnung mehr auf Genesung hat, oder einige ältere Menschen, die nicht mehr fasten können, werden in dem Vers erwähnt (ungefähre Bedeutung): „Wer von euch jedoch krank ist (z. B. auch ein alter Mann) oder sich auf einer Reise befindet, der soll eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten). Und denjenigen, die es zu leisten vermögen, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt. …“ (2:184). 

So wie Ibn ‘Abbās es interpretierte, bezieht sich dies auf den alten Mann und die alte Frau, die nicht imstande sind zu fasten, also sollen sie für jeden Tag einen Armen speisen. 

Die vierte Voraussetzung:  

Er soll niedergelassen (nicht reisend) sein. Wenn er auf der Reise ist, so ist es für ihn nicht verpflichtend zu fasten, denn Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und wer krank oder auf Reisen ist, (fastet) an anderen Tagen die gleiche Anzahl (an Tagen, die man nicht Sawm (das Fasten) verrichtet hat – diese müssen nachgeholt werden)“ (2:185).

Die Gelehrten sind sich einig, dass es dem Reisenden erlaubt ist, nicht zu fasten. 

Für den Reisenden ist es besser, das zu tun, was einfacher ist. Wenn das Fasten ihm voraussichtlich schaden würde, so wird das Fasten für ihn harām, denn Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „… Und tötet euch nicht selbst (gegenseitig). Allah ist gewiss barmherzig gegen euch.“ (4:29). Dies deutet an, dass alles, was für eine Person schädlich ist, ihr verboten ist. Siehe auch Frage Nr. 20165. 

Wenn man nun fragt, wo die Grenze der Schädlichkeit erreicht ist, die das Fasten harām macht, so lautet die Antwort: 

Der Schaden kann körperlich sein oder jemand rät einem, dass das Fasten schaden könnte.  

Hinsichtlich des körperlichen Schadens fühlt die kranke Person, dass das Fasten ihr schadet und ihr Schmerzen zufügt und dass es ihre Genesung verzögert. 

Mit dem Rat ist gemeint, dass ein wissender und vertrauenswürdiger Arzt sagt, dass das Fasten schaden würde. 

Die fünfte Voraussetzung: 

Es dürfen keine Hinderungsgründe für das Fasten bestehen. Dies trifft besonders auf Frauen zu. Frauen die menstruieren oder sich im Wochenbett befinden (Blutung nach der Geburt), dürfen nicht fasten, denn der Prophet (Frieden und Segen Allahs auf ihm) sagte: „Ist es nicht der Fall, dass, wenn sie ihre Periode bekommt, sie nicht betet oder fastet?“ 

Deshalb soll sie nicht fasten und ihr Fasten ist in diesem Fall auch nicht gültig, gemäß der Übereinstimmung der Gelehrten. Und sie muss die verpassen Tage nachholen, ebenfalls gemäß der Übereinstimmung der Gelehrten. (Al-Scharh al-Mumti’, 6/330) 

Und Allah weiß es am Besten. 

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Schwäche des Hadīths über die Vorzüge von Ramadān

Schwäche des Hadīths über die Vorzüge von Ramadān 

Frage (Nr. 21364): 

Wie gesund ist der Hadīth, berichtet von Salmān al-Fārisi (möge Allah mit ihm zufrieden sein), in dem er gesagt haben soll: „Der Gesandte Allahs (Frieden und Segen auf ihm) richtete seine Worte am letzten Tag von Scha`bān an uns und sagte: „Oh ihr Leute, ein großartiger und gesegneter Monat ist zu euch gekommen, ein Monat, in dem eine Nacht ist, die besser als tausend Monate ist. Allah hat das Fasten (diesen Monat) zur Verpflichtung gemacht, und seine Nächte im Gebet zu verbringen zur freiwilligen Tat der Anbetung. Wer sich auch immer Allah in diesem Monat nähert, indem er gute Taten verrichtet, ist wie jemand, der eine verpflichtenden Tat zu irgendeiner anderen Zeit verrichtet. Und derjenige, der in diesem Monat eine verpflichtende Tat verrichtet, ist wie jemand, der 70 verpflichtende Taten zu irgendeiner anderen Zeit verrichtet. Es ist ein Monat, dessen Beginn Barmherzigkeit, dessen Mitte Vergebung und dessen Ende die Erlösung aus dem Feuer ist?“ 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah. 

Dieser Hadith wurde von Ibn Khuzaymah in seinem Sahīh, 3/191, Nr. 1887, berichtet. Er sagte: „Wenn der Bericht sahīh ist…“ – doch das Wort „wenn“ wurde in einigen Verweisen ausgelassen, so wie al-Targhīb wa-l-Tarhīb von al-Mundhiri (2/95), also dachten sie, dass Ibn Khuzaymah sagte: „Der Bericht ist sahih,“ obwohl er das nicht gesagt hat. 

Es wurde auch von Al-Mahāmili in al-Amāli (293) berichtet; von al-Bayhaqi in Schu’ab al Imān(7/216); Fadā’il al-Awqāt, Seite 146, Nr.37; von Abu-l-Scheikh Ibn Hibbān in Kitāb al-Thawāb; es wurde ihm von al-Sā’āti in al-Fath al-Rabbāni (9/233) zugeschrieben; es wurde von al-Suyūti in al-Durr al-Manthūr erwähnt, und er sagte, es wurde von al-‘Aqīli berichtet, und er stufte als es da’īf (schwach) ein; es wurde von al-Isbahāni in al-Targhīb erwähnt, und von al-Munaqqi in Kanz al-‘Ummāl (8/477). Jeder von ihnen berichteten es über Sa’īd ibn al-Musayyib von Salmān al-Fārisi. Der Isnād des Hadīthes ist aus zwei Gründen da’īf (schwach), nämlich: 

1.      Es gibt eine Unterbrechung in der Überliefererkette, weil Sa’īd ibn al-Musayyib es nicht von Salmān al-Fārisi hörte (möge Allah mit ihm zufrieden sein).

2.      Der Isnād enthält ‘Ali ibn Zayd ibn Jad’ān, über welchen Ibn Sa’d sagte: „Es gibt da eine Schwäche bei ihm und er kann nicht als Beweis zitiert werden. Er wurde von Ahmad, Ibn Ma’īn, al-Nasā’i, Ibn Khuzaymah, al-Jawzjāni und anderen als schwach eingestuft, wie es in Siyar A’lām al-Nubala’, 5/207 berichtet wird. 

Abu Hātim al-Rāzi bewertete den Hadīth als munkar (eine Art schwachen Hadīthes). Al-`Ayni sagte ebenso in ‘Umdat al-Qāri’, 9/20, genau wie Scheikh al-Albāni in Silsilat al-Ahādīth al-Da’īfah wa-l-Mawdū’ah, Band 2/292. Nr.871. So wird deutlich, dass der Isnād dieses Hadīthes wie auch ähnlicher Berichte alle da’īf sind (schwach), und dass die Muhaddithūn (Hadīthgelehrten) ihn als munkar beurteilten. Dies taten sie zusätzlich zu der Tatsache dass er (dieser Hadīth) einige Phrasen enthält, deren Authentizität Gegenstand weiterer Untersuchungen ist, weil er den Monat in drei Teile teilt, nämlich dass die ersten zehn Tage Barmherzigkeit sind, dann Vergebung und dann die Erlösung aus dem Feuer. Es gibt keinen Beweis hierfür, vielmehr ist die Belohnung Allahs immens, der ganze Ramadān ist Barmherzigkeit und Vergebung, und es gibt diejenigen, die Allah jede Nacht und zur Zeit des Fastenbrechens, aus dem Feuer erlöst, wie es in den Ahādīth bewiesen wird. 

Außerdem heißt es in dem Hadīth: „Wer sich auch immer in diesem Monat Allah nähert, indem er gute Taten verrichtet, ist wie jemand, der eine verpflichtenden Tat zu irgendeiner anderen Zeit verrichtet.“ Es gibt keinen Beweis hierfür, vielmehr sind nāfil Handlungen nāfil und verpflichtende Handlungen sind verpflichtend, im Ramadan und zu anderen Zeiten. In dem Hadīth heißt es auch: „Und derjenige, der in diesem Monat eine verpflichtende Tat verrichtet, ist wie jemand, der 70 verpflichtende Taten zu irgendeiner anderen Zeit verrichtet.“ Diese Anzahl ist Gegenstand weiterer Untersuchungen, denn eine gute Tat erntet eine 10- bis 700-fache Belohnung, im Ramadān und zu anderen Zeiten, und nichts ist davon ausgenommen außer das Fasten, denn seine Belohnung ist enorm und unbeschränkt, gemäß dem Hadīth Qudsi: „Jede Tat des Sohn Ādams ist für ihn selber, außer das Fasten, welches für Mich ist und Ich werde es belohnen.“ (übereinstimmend angenommen; berichtet von Abu Hurayrah, möge Allah mit ihm zufrieden sein). 

Wir müssen uns vor da’īf (schwachen) Hadīthen in Acht nehmen und hinsichtlich ihres Status` sicher gehen, bevor wir über sie sprechen. Wir müssen uns anstrengen, die sahīh Ahādīth über die Vorzüglichkeiten des Monats Ramadān herauszufinden. Möge Allah uns allen Stärke verleihen und unser Fasten, unsere Nachtgebete sowie all unsere guten Taten annehmen. 

Und Allah weiß es am Besten 

Dr. Ahmad ibn ‘Abd-Allāh al-Bātili


Die Vorzüge von Ramadān

Die Vorzüge von Ramadān 

Frage (Nr. 13480): 

Was ist Ramadān? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Der Ramadān ist einer der zwölf arabischen Monate. Es ist ein Monat, der in der islamischen Religion geehrt wird, und der sich von anderen Monaten durch eine Anzahl an Eigenschaften und Vorzügen unterscheidet, zu denen die folgenden gehören: 

1.         Allah hat das Fasten in diesem Monat zur vierten Säule des Islams gemacht, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): „Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Qur’an als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung (zwischen Richtig und Falsch). Wer also von euch während dieses Monats anwesend ist (d. h. zu Hause), der soll ihn fasten, …“ (2:185).

Und es wurde in al-Sahīhayn (al-Bukhāri #8; Muslim #16) durch den Hadīth von ibn `Umar berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der Islam gründet sich auf fünf (Säulen): dem Zeugnis, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, der Verrichtung des Gebets, der Zahlung der Zakāh, dem Fasten im Ramadān und der Hajj zum Haus (zur Ka`bah).“ 

2.         Allah offenbarte den Qur’ān in diesem Monat, wie Er in dem oben erwähnten Vers sagt (ungefähre Bedeutung): Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Qur’an als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung (zwischen Richtig und Falsch). …“ (2:185).

Und Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Wir haben ihn ja in der Nacht der Bestimmung hinab gesandt.“ (97:1).

3.         Allah hat in diesen Monat die Laylat al-Qadr platziert, welche besser ist als 1.000 Monate, wie Allah sagt (ungefähre Bedeutung):  

„Wir haben ihn (den Qur’ān) ja in der Nacht der Bestimmung (Laylat al-Qadr) hinab gesandt. Und was lässt dich wissen, was die Nacht der Bestimmung ist? Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate (d. h. die Anbetung Allahs ist in dieser Nacht besser als die Anbetung in 1.000 Monaten, was umgerechnet 83 Jahre und 4 Monate sind). Es kommen die Engel und der Geist (al-Rūh – Jibrīl/Gabriel) in ihr mit der Erlaubnis ihres Herrn mit jeder Angelegenheit herab. Frieden ist sie (die Nacht) bis zum Anbruch der Morgendämmerung.“ (97:1-5) 

„Wir haben es (diesen Qur’ān) wahrlich in einer gesegneten Nacht (d. h. der Nacht der Bestimmung – im Monat Ramadān, dem 9. Monat des islamischen Kalenders) herabgesandt – Wir haben ja (die Menschen) immer wieder gewarnt (dass Unsere Qual diejenigen erreichen wird, die nicht an Unsere Einheit der Herrschaft und an Unsere Einheit der Anbetung glauben)“ (44:3). 

Allah hat den Ramadān mit Laylat al-Qadr gesegnet. Den hohen Rang dieser gesegneten Nacht erklärend, wurde die Sūrah al-Qadr offenbart, und es gibt viele Ahādīth, die ebenfalls davon handeln, wie z. B. der Hadīth von Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein), der sagte: Der Gesandte Allahs sagte: „Zu euch ist Ramadān gekommen. Es ist ein gesegneter Monat, in dem Allah es euch auferlegte zu fasten. In ihm sind die Tore des Himmels geöffnet und die Tore der Hölle sind geschlossen und die rebellischen Teufel sind angekettet. In ihm gibt es eine Nacht, die besser ist als 1.000 Monate, und wer auch immer ihrer Vorzüglichkeit beraubt ist, der ist wahrlich beraubt.“ (al-Nasā’i #2106; Ahmad #8769; von al-Albāni in Sahīh al-Targhīb #999 als sahīh klassifiziert). 

Und Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer die Laylat al-Qadr aus Gläubigkeit im Gebet verbringt und in der Hoffnung auf Belohnung, dem werden seine vorherigen Sünden vergeben.“ (al-Bukhāri #1910; Muslim #760). 

4.         Allah hat das Fasten im Ramadān und das Verbringen seiner Nächte im Gebet aufgrund des Glaubens und in der Hoffnung auf Belohnung zu einem Mittel der Vergebung der Sünden gemacht, wie in al-Sahīhayn (al-Bukhāri #2014; Muslim #760) durch den Hadīth von Abu Hurayrah bewiesen wird. Dementsprechend sagte der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm): „Wer im Ramadān aus seinem Glauben heraus und in der Hoffnung auf Belohnung fastet, dessen vorherige Sünden werden vergeben.“ Und al-Bukhāri (#2008) wie auch Muslim (#174) berichteten weiterhin von Abu Hurayrah, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer die Nächte des Ramadān aus Gläubigkeit und in der Hoffnung auf Belohnung im Gebet verbringt, dessen vorherige Sünden werden vergeben.“ 

Die Muslime stimmen einmütig darin überein, dass es Sunnah ist, in den Ramadān-Nächten Qiyām zu beten. Al-Nawawi sagte, dass mit dem Qiyām im Ramadān gemeint ist, Tarāwīh zu beten, d. h. man erreicht das, was mit Qiyām gemeint ist, durch das Verrichten des Tarāwīh-Gebets. 

5.         In diesem Monat öffnet Allah die Tore des Paradieses und schließt die Tore der Hölle und kettet die Satane fest, wie in al-Sahīhayn (al-Bukhāri #1898; Muslim #1079) durch den Hadīth von Abu Hurayrah bestätigt wird, in dem es heißt, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wenn Ramadān kommt, sind die Tore des Paradieses geöffnet und die Tore der Hölle sind geschlossen und die Satan sind angekettet.“ 

6.         Allah hat jede Nacht Menschen, die Er aus dem Feuer erlöst. Imām Ahmad (5/256) berichtet von dem Hadīth Abu Umāmahs, in dem der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Zu jedem Fastenbrechen hat Allah Menschen, die Er erlöst.“ Al-Mundhiri sagte: „Es ist nichts Falschen an dessen Isnād“, und er wurde von al-Albāni in Sahīh al-Targhīb #987 als sahīh eingestuft. 

Al-Bazzār (Kaschf #962) berichtete, dass Abu Sa`īd sagte: Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Allah hat Menschen, die Er jeden Tag und jede Nacht erlöst – d. h. im Ramadān – und jeder Muslim hat jeden Tag und jede Nacht ein Gebet, das beantwortet wird.“ 

7.         Das Fasten im Ramadān ist ein Mittel zur Sühne der Sünden, die seit dem vorherigen Ramadān begangen wurden, solange man große Sünden vermeidet. Es wurde in Sahīh Muslim (#233) bewiesen, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Die fünf täglichen Gebete, von einem Jumu`ah zum nächsten und von einem Ramadān zum nächsten, sind Sühne für dazwischen (begangene Sünden), solange ihr große Sünden vermeidet.“ 

8.         Das Fasten im Ramadān entspricht dem Fasten von 10 Monaten, wie durch den von Abu Ayyūb al-Ansāri überlieferten Hadīth in Sahīh Muslim (#1164) bestätigt wird: „Wer im Ramadān fastet und dann 6 Tage des Schawwāl folgen lässt, für den wird es so sein, als hätte er sein ganzes Leben gefastet.“ Ahmad (#21906) berichtete, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer im Ramadān fastet, ein Monat ist wie zehn Monate, und nach al-Fitr sechs Tage zu fasten wird das Jahr vervollständigen.“ 

9.         Wer im Ramadān mit dem Imām Qiyām betet, bis dieser fertig ist, dem wird es so aufgeschrieben, als hätte er die ganze Nacht im Gebet verbracht, aufgrund des bei Abu Dawud (#1370) und anderen verzeichneten Berichts von Abu Dharr (möge Allah mit ihm zufrieden sein), dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer mit dem Imām Qiyām betet, bis dieser fertig ist, dem wird es so aufgeschrieben, dass er die ganze Nacht im Gebet verbrachte.“ (von al-Albāni in Salāt al-Tarāwīh, S. 15, als sahīh klassifiziert). 

10.      `Umrah im Ramadān entspricht der Hajj. Al-Bukhāri (#1782) und Muslim (#1256) berichteten, dass ibn `Abbās sagte: Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte zu einer Frau der Ansār: „Was hielt dich davon ab, mit uns Hajj zu verrichten?“ Sie sagte: „Wir hatten nur zwei Kamele, die wir zum Wasser Holen verwendeten.“ Daher gingen ihr Ehemann und ihr Sohn mit einem Kamel zur Hajj und ließen das andere für sie zurück, um Wasser zu holen. Er sagte: „Wenn der Ramadān kommt, geht zur `Umrah. Denn die `Umrah im Ramadān entspricht der Hajj.“ Nach einem Bericht bei Muslim heißt es: „… entspricht der Hajj mit mir.“ 

11.      Es ist Sunnah, im Ramadān I`tikāf (das Zurückziehen zum Zwecke der Anbetung) zu vollziehen, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) tat dies immer, wie in dem Hadīth von `Ā’ischah (möge Allah mit ihr zufrieden sein) berichtet wurde, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) die letzten zehn Tage des Ramadān im I`tikāf zu verbringen pflegte bis er verstarb; dann vollzogen seine Ehefrauen I`tikāf nach ihm. (al-Bukhāri #1922; Muslim #1172). 

12.      Es ist mustahabb in dem Sinne, dass es im Ramadān stark empfohlen ist, den Qur’ān miteinander zu studieren und viel in ihm zu lesen. Man kann den Qur’ān gemeinsam studieren, indem er abwechselnd voreinander rezitiert wird. Der Beweis, dass dies mustahabb ist, ist die Tatsache, dass Jibrīl den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) jede Nacht im Ramadān zu treffen und den Qur’ān mit ihm zu studieren pflegte. (al-Bukhāri #6; Muslim #2308). Das Lesen des Qur’āns ist im Allgemeinen mustahabb, doch um so mehr im Ramadān. 

13.      Es ist mustahabb, im Ramadān Iftār für diejenigen anzubieten, die fasten, aufgrund des Hadīth von Zayd ibn Khālid al-Juhani (möge Allah mit ihm zufrieden sein), der sagte: Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer auch immer einem Fastenden Iftār gibt, wird eine Belohnung wie er bekommen, ohne dass die Belohnung des Fastenden auch nur um das Geringste geschmälert wird.“ (al-Tirmidhi #807; ibn Mājah #1746; von al-Albāni in Sahīh al-Tirmidhi #647 als sahīh klassifiziert). 

Siehe Frage #12598. 

Und Allah weiß es am besten. 

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