Islam Fragen & Antworten

www.diewahrereligion.de

Eine Frau, deren Periode länger als 15 Tage dauert

Eine Frau, deren Periode länger als 15 Tage dauert 

Frage (Frage Nr. 57):  

Wie lautet der Rechtsspruch bezüglich Frauen, deren Periode länger als 15 Tage dauert? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Wenn die Blutung anhält und die Frau immer noch darauf wartet, sich reinigen zu können, und dieser Zustand 15 Tage überschreitet, dann sollte die Frau die für sie normale Dauer ihrer Periode annehmen. Dementsprechend muss sie Ghusl machen und mit dem Gebet beginnen. Zusätzlich muss sie die Gebete für die Tage, an denen sie nicht gebetet hat, nachholen und zwar ab dem Zeitpunkt, an dem ihre Periode regulär geendet hätte. 

Nehmen wir z. B. an, dass eine Frau ihre Periode normalerweise für eine Dauer von 6 Tagen hat. Doch in einem bestimmten Monat hält die Blutung länger als 15 Tage an, während die Frau immer noch auf das Ende ihrer Periode wartet. In diesem Fall macht sie umgehend Ghusl und beginnt mit ihrem Gebet. Außerdem holt sie alle Gebete für 9 Tage nach, gezählt ab dem regulären Ende ihrer Periode bis sie Ghusl vollzog. 

Der Grund hierfür ist, dass der Menstruationszyklus einer Frau am höchstens 15 Tage dauern kann, gemäß des Madhhab von Imam Ahmad und anderen Gelehrten (al-Mughni #1:388). Wenn die Blutung daher länger als 15 Tage anhält, dann wird alles, was den normalen Zeitraum ihres Zyklus überschreitet, als Istihada (dies ist die Bezeichnung für eine Blutung der Frau aus einem anderen Grund als der Menstruation, wie z. B. einer aufgeplatzten Ader oder einem Blutsturz) betrachtet.  Bezüglich des Nachholens der verpassten Gebete sollte die Frau diese direkt nacheinander in der richtigen Reihenfolge mit entsprechender Absicht beten, wobei sie sich ausruhen kann, wenn sie müde wird. 

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Sie sah einige Tropfen Blut während der Schwangerschaft – sollte sie das Gebet unterbrechen?

Sie sah einige Tropfen Blut während der Schwangerschaft – sollte sie das Gebet unterbrechen? 

Frage (Nr. 23400): 

Mein Anliegen betrifft eine Frau, die während ihrer Schwangerschaft einige Tropfen Blut aus der Vagina bemerkt. Kann sie während der Schwangerschaft weiter beten oder sollte sie das Gebet unterbrechen und es nachholen, wenn die Blutung vorüber ist?  

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Das während einer Schwangerschaft austretende Blut kann Menstruationsblut sein oder es kann eine irreguläre vaginale Blutung sein oder es kann das Blut des Nifās sein. Es ist das Blut des Nifās, wenn es zur Zeit der Wehen austritt. Einige der Gelehrten sagten (dass es das Blut des Nifās ist), selbst wenn es zwei oder drei Tage vor der Entbindung austritt. 

Scheikh al-Islam sagte: „Hinsichtlich dessen (des Blutes), was zwei oder drei Tage vor der Niederkunft kommt, so ist es Nifās, denn es ist Blut, welches wegen der Entbindung austritt. Es ist ebenso Nifās wie das Blut, welches anschließend kommt. Dies ist so, weil schwangere Frauen selten Blut sehen, doch wenn eine schwangere Frau eine Blutung kurz vor der Entbindung hat, dann steht es offensichtlich damit in Zusammenhang, insbesondere wenn sie Wehen hat.“ (Scharh al-`Umdah, 1/514, 515). 

Es ist Menstruationsblut, wenn es die Eigenschaften dieses Blutes hat und zu der Zeit auftritt, wenn die Frau normalerweise menstruiert. Dies ist die von Scheikh Muhammad ibn Ibrāhīm und ibn `Uthaymīn bevorzugte Ansicht. Siehe Fatāwa Muhammad ibn Ibrāhīm 2/97. 

Scheikh ibn `Uthaymīn sagte: „Wenn eine schwangere Frau eine anhaltende Blutung erlebt, die zu der Zeit im Monat auftritt, zu der sie normalerweise ihre Periode hat, und die wie Menstruationsblut aussieht, dann ist es wahrscheinlich ihre Menstruation und sie sollte aufgrund dessen Gebet, Fasten etc. unterlassen. Der einzige Unterschied zum regulären Menstruationsblut ist, dass es keinen Einfluss auf die `Iddah (im Falle einer Scheidung oder Witwenstand) hat, denn die Schwangerschaft ist in diesem Fall der stärkere Faktor.“ (al-Scharh al-Mumti` 1/405). 

Die Ansicht, dass eine schwangere Frau menstruieren kann, ist die Meinung von al-Schāfi`i und wurde in einem Bericht von Ahmad überliefert; es war auch die von Scheikh al-Islam ibn Taymiyah bevorzugte Ansicht, wie in al-Ikhtiyārāt, S. 59, bestätigt wird. Doch ist es für eine Schwangere sehr ungewöhnlich, wenn sie ihre Menstruation bekommt.  

Es ist eine irreguläre vaginale Blutung, wenn es anders ist als oben beschrieben (d. h. Menstruation oder Nifās). Es ist dann rotes Blut, welches im Falle von Istihādah (irreguläre Blutung) abgesondert wird. Einige Frauen nennen es Al-Nazīf (wörtlich: Blutsturz). 

Das bedeutet nicht, dass eine Frau nicht beten oder fasten sollte, sondern sie fällt unter dieselbe Regel wie Frauen, die tāhir (rein, d. h. nicht menstruierend) sind. (Fatāwa al-Scheikh ibn `Uthaymīn 2/270). 

Diese dritte Kategorie ist die, die auf die gestellte Frage zutrifft, denn diese Blutstropfen sind keine Menstruation und bedeuten nicht, dass eine Frau mit Gebet und Fasten stoppen sollte, und sie unterliegt nicht den Regeln der Menstruation. 

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A


Das Gebet während die Periode einer Frau länger als normalerweise anhält

Das Gebet während die Periode einer Frau länger als normalerweise anhält 

Frage (Nr. 56): 

Während der Menstruation zu beten ist ungebührlich, aber was ist, wenn die Periode länger als gewohnt (5-7 Tage) anhält? Sollte man entweder abwarten, bis die Blutung stoppt und dann beten, oder ist es erlaubt zu beten, auch wenn die Periode andauert? 

Antwort: 

Der Menstruationszyklus einer Frau unterliegt Schwankungen, mal ist er länger oder kürzer oder unregelmäßig oder verspätet oder verfrüht. Dies ist das Ergebnis vieler biologischer und psychologischer Faktoren. 

Daher ist es der Frau nicht erlaubt, das Gebet zu verrichten, mit ihrem Ehemann Verkehr zu haben etc. bis sie wieder rein ist. Dies gilt auch dann, wenn die Periode länger als gewöhnlich andauert, sofern sie nicht 15 Tage überschreitet.  

Islam Q&A
Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Irrtum über den Zeitpunkt der Reinheit nach der Menstruation

Wenn eine Frau sich darüber irrt, wann sie nach ihrer Menstruation rein wird, sündigt sie dann?

Frage (Nr. 45885): 

Eine Frau bekommt keinen weißen Ausfluss und wartet stattdessen darauf, dass ihre Blutung stoppt, wobei die Anzahl der Tage ihrer Periode jeden Monat variiert. Ist es eine Sünde für sie, falls sie einen Fehler bei der Bestimmung des Zeitpunkts ihrer Reinheit macht – beispielsweise, wenn sei glaubt, dass sie rein ist, und dann, nachdem sie Ghusl verrichtet und gebetet hat, findet sie Spuren von Blut oder umgekehrt, wenn sie wartet und einige Gebete verpasst, weil sie glaubt, dass sie noch nicht wieder rein ist, da es für sie schwierig ist, dies ohne den weißen Ausfluss zu erkennen? Möge Allah euch mit Gutem belohnen. 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Die Menstruation ist von Frau zu Frau verschieden und die Anzeichen, dass ihre Periode endet, kann von Zeit zu Zeit variieren.

Für die meisten Frauen ist das Zeichen für das Ende ihrer Periode das Erscheinen des weißen Ausflusses. Für einige Frauen ist das Zeichen das Stoppen der Blutung. 

Unabhängig davon, welches Zeichen auf eine Frau zutrifft, ist es ihr nicht erlaubt, hastig zu sein, bis es erscheint. Denn es ist ihr nicht erlaubt zu beten oder zu fasten, während sie menstruiert, bis sie rein ist. 

Die Frauen sandten Behälter mit Stoffstücken, an denen gelbe Spuren waren, an `Ā’ischah. Sie sagte: „Seid nicht hastig, bis ihr den weißen Ausfluss seht.“

Dies wurde von al-Bukhāri durch einen mu`allaq Bericht in Kitāb al-Hayd, Bāb iqbāl al-mahīd wa idbārihi (Buch der Menstruation, Kapitel über den Beginn und das Ende des Menstruationsflusses) und von Mālik #130 verzeichnet. 

Falls eine Frau einen Fehler hinsichtlich des Zeitpunktes zum Ende ihrer Periode macht, basierend auf ihrer eigenen Schlussfolgerung, dann ist es keine Sünde für sie, denn Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „…Es ist für euch keine Sünde in dem, was ihr an Fehlern begeht, sondern was eure Herzen vorsätzlich anstreben. …“ (33:5). 

Und der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Allah hat meiner Ummah ihre Fehler vergeben, was sie vergessen und wozu sie gezwungen werden.“ (ibn Mājah #2053; von al-Albāni in Sahīh ibn Mājah als sahīh klassifiziert). 

Doch wenn sie glaubt, dass sie rein wurde, und sie betet und fastet, erkennt dann aber, dass sie immer noch menstruierend ist, dann muss sie ihr Gebet und ihr Fasten stoppen, bis sie rein ist. Außerdem sollte sie die obligatorischen Tage, die sie während dieser Zeit fastete, nachholen, denn es ist offensichtlich, dass diese nicht gültig waren, da das Fasten eine menstruierenden Frau grundsätzlich nicht gültig ist. Falls sie das Gebet unterbricht, weil sie glaubt, dass sie noch nicht rein ist, sie dann aber feststellt, dass sie es doch war, dann muss sie diese Gebete nachholen.  Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) wurde über eine Frau befragt (11/280), die vor ihrer üblichen Periode einen bräunlichen Ausfluss sah und deshalb mit dem Gebet aufhörte. Anschließend begann die Blutung zur regulären Zeit. Wie lautet der Rechtsspruch dazu?  Er antwortete: „Umm `Atiyyah (möge Allah mit ihr zufrieden sein) sagte: `Wir pflegten den gelblichen und bräunlichen Ausfluss nach dem Thur (dem weißen Ausfluss, der anzeigt, dass die Periode vorüber ist) als nichts von Bedeutung zu betrachten.` Darauf basierend ist der bräunliche Ausfluss, der vor der Periode auftritt, anscheinend kein Bestandteil derselben, insbesondere, wenn er vor der üblichen Zeit der Periode erscheint und es keine weiteren Anzeichen für die Menstruation gibt, wie z. B. Krämpfe, Rückenschmerzen etc. Daher ist es besser, die Gebete, die sie während dieser Zeit verpasst hat, nachzuholen.“ 

Er wurde außerdem über eine Frau befragt (11/275), die für neun Tage blutete und die nicht betete, weil sie dachte, es sei ihre Periode. Ein paar Tage später setzte ihre eigentliche Periode ein – was sollte sie tun: Sollte sie die Gebete der Tage, die sie verpasste, nachholen? 

Er antwortete: „Es ist besser für sie, die Gebete, die sie während der ersten Tage verpasste, nachzuholen. Doch wenn sie es nicht tut, dann liegt keine Sünde auf ihr, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) befahl der Frau, die unter schwerer Istihādah (nicht-menstruelle vaginale Blutung) litt und deswegen mit dem Gebet aufgehört hatte, nicht, dies zu tun. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) wies sie an, sechs oder sieben Tage als Menstruation zu betrachten und für den Rest des Monats zu beten. Er wies sie nicht an, die verpassten Gebete nachzuholen, selbst wenn das Nachholen der Gebete gut gewesen wäre, denn es könnte sein, dass sie nachlässig war, indem sie nicht vorher nachfragte. Doch selbst wenn sie sie nicht nachholte, war keine Sünde auf ihr.”

Und Allah weiß es am besten.

Islam Q&A