Wenn eine Frau sich darüber irrt, wann sie nach ihrer Menstruation rein wird, sündigt sie dann?
Frage (Nr. 45885):
Eine Frau bekommt keinen weißen Ausfluss und wartet stattdessen darauf, dass ihre Blutung stoppt, wobei die Anzahl der Tage ihrer Periode jeden Monat variiert. Ist es eine Sünde für sie, falls sie einen Fehler bei der Bestimmung des Zeitpunkts ihrer Reinheit macht – beispielsweise, wenn sei glaubt, dass sie rein ist, und dann, nachdem sie Ghusl verrichtet und gebetet hat, findet sie Spuren von Blut oder umgekehrt, wenn sie wartet und einige Gebete verpasst, weil sie glaubt, dass sie noch nicht wieder rein ist, da es für sie schwierig ist, dies ohne den weißen Ausfluss zu erkennen? Möge Allah euch mit Gutem belohnen.
Antwort:
Alles Lob gebührt Allah.
Die Menstruation ist von Frau zu Frau verschieden und die Anzeichen, dass ihre Periode endet, kann von Zeit zu Zeit variieren.
Für die meisten Frauen ist das Zeichen für das Ende ihrer Periode das Erscheinen des weißen Ausflusses. Für einige Frauen ist das Zeichen das Stoppen der Blutung.
Unabhängig davon, welches Zeichen auf eine Frau zutrifft, ist es ihr nicht erlaubt, hastig zu sein, bis es erscheint. Denn es ist ihr nicht erlaubt zu beten oder zu fasten, während sie menstruiert, bis sie rein ist.
Die Frauen sandten Behälter mit Stoffstücken, an denen gelbe Spuren waren, an `Ā’ischah. Sie sagte: „Seid nicht hastig, bis ihr den weißen Ausfluss seht.“
Dies wurde von al-Bukhāri durch einen mu`allaq Bericht in Kitāb al-Hayd, Bāb iqbāl al-mahīd wa idbārihi (Buch der Menstruation, Kapitel über den Beginn und das Ende des Menstruationsflusses) und von Mālik #130 verzeichnet.
Falls eine Frau einen Fehler hinsichtlich des Zeitpunktes zum Ende ihrer Periode macht, basierend auf ihrer eigenen Schlussfolgerung, dann ist es keine Sünde für sie, denn Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „…Es ist für euch keine Sünde in dem, was ihr an Fehlern begeht, sondern was eure Herzen vorsätzlich anstreben. …“ (33:5).
Und der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Allah hat meiner Ummah ihre Fehler vergeben, was sie vergessen und wozu sie gezwungen werden.“ (ibn Mājah #2053; von al-Albāni in Sahīh ibn Mājah als sahīh klassifiziert).
Doch wenn sie glaubt, dass sie rein wurde, und sie betet und fastet, erkennt dann aber, dass sie immer noch menstruierend ist, dann muss sie ihr Gebet und ihr Fasten stoppen, bis sie rein ist. Außerdem sollte sie die obligatorischen Tage, die sie während dieser Zeit fastete, nachholen, denn es ist offensichtlich, dass diese nicht gültig waren, da das Fasten eine menstruierenden Frau grundsätzlich nicht gültig ist. Falls sie das Gebet unterbricht, weil sie glaubt, dass sie noch nicht rein ist, sie dann aber feststellt, dass sie es doch war, dann muss sie diese Gebete nachholen. Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) wurde über eine Frau befragt (11/280), die vor ihrer üblichen Periode einen bräunlichen Ausfluss sah und deshalb mit dem Gebet aufhörte. Anschließend begann die Blutung zur regulären Zeit. Wie lautet der Rechtsspruch dazu? Er antwortete: „Umm `Atiyyah (möge Allah mit ihr zufrieden sein) sagte: `Wir pflegten den gelblichen und bräunlichen Ausfluss nach dem Thur (dem weißen Ausfluss, der anzeigt, dass die Periode vorüber ist) als nichts von Bedeutung zu betrachten.` Darauf basierend ist der bräunliche Ausfluss, der vor der Periode auftritt, anscheinend kein Bestandteil derselben, insbesondere, wenn er vor der üblichen Zeit der Periode erscheint und es keine weiteren Anzeichen für die Menstruation gibt, wie z. B. Krämpfe, Rückenschmerzen etc. Daher ist es besser, die Gebete, die sie während dieser Zeit verpasst hat, nachzuholen.“
Er wurde außerdem über eine Frau befragt (11/275), die für neun Tage blutete und die nicht betete, weil sie dachte, es sei ihre Periode. Ein paar Tage später setzte ihre eigentliche Periode ein – was sollte sie tun: Sollte sie die Gebete der Tage, die sie verpasste, nachholen?
Er antwortete: „Es ist besser für sie, die Gebete, die sie während der ersten Tage verpasste, nachzuholen. Doch wenn sie es nicht tut, dann liegt keine Sünde auf ihr, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) befahl der Frau, die unter schwerer Istihādah (nicht-menstruelle vaginale Blutung) litt und deswegen mit dem Gebet aufgehört hatte, nicht, dies zu tun. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) wies sie an, sechs oder sieben Tage als Menstruation zu betrachten und für den Rest des Monats zu beten. Er wies sie nicht an, die verpassten Gebete nachzuholen, selbst wenn das Nachholen der Gebete gut gewesen wäre, denn es könnte sein, dass sie nachlässig war, indem sie nicht vorher nachfragte. Doch selbst wenn sie sie nicht nachholte, war keine Sünde auf ihr.”
Und Allah weiß es am besten.
Islam Q&A