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Das Urteil über das Spielen von Poker ohne Geldeinsatz

   

Das Urteil über das Spielen von Poker ohne Geldeinsatz

 

Frage (Nr. 120806):

 

Ist es erlaubt, Poker im Internet zu spielen? Es wird nur um Punkte gespielt und nicht um echtes Geld.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Poker ist ein gewöhnliches Kartenspiel.

 

Es heißt in al-Mausū`ah al-`Arabiyyah al-`Ālamiyyah: „Ein Kartenspiel ist ein Spiel von Chance oder Fähigkeit. Dabei werden Spielmarken oder Chips eingesetzt. Man kann hunderte von Spielen mit den entsprechenden Karten spielen. Eine unterschiedliche Anzahl an Leuten kann daran teilnehmen. Das Spiel der Geduld kann mit nur einem Spieler gespielt werden, Casino mit zweien, Pinochle oder Whist mit vieren. Für Canasta benötigt man zwischen zwei und sechs Spielern. Poker kann mit bis zu zehn Personen gespielt werden. Es gibt andere Spiele, die von manchen Spielern bevorzugt werden, wie Rummy, Black Jack, Pick it usw. Jedes Spiel hat sein eigenes System und eigene Regeln.“

 

Wenn dieses Spiel um Geld betrieben wird, dann ist das Glücksspiel und somit harām, denn es ist nicht gestattet, Geld anzubieten, außer bei Wettkämpfen, die vom Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) erwähnt wurden: „Es darf keine (Geld-) Preise geben, außer für Wettkämpfe beim Bogenschießen, Kamel- oder Pferderennen.“ (al-Tirmidhi #1700; al-Nasā’i #3585; Abu Dawūd #2574; ibn Mājah #2878; von al-Albāni in Sahīh Abi Dawūd als sahīh eingestuft)

 

Einige Gelehrte fügten dem alles hinzu, was im Jihād helfen könnte, sei es greifbar oder nicht, wie Wettbewerbe beim Auswendiglernen des heiligen Qur’ān oder der Sunnah des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) oder Wettbewerbe mit Flugzeugen, Schiffen, Booten usw. Kartenspiele aber fallen nicht in diese Kategorie.

 

Wird nicht um Geld gespielt, dann ist es dennoch harām gemäß einer Anzahl an Gelehrten, denn es ähnelt dem Würfelspiel hinsichtlich seiner Abhängigkeit von Mutmaßungen und Spekulationen, und das Würfelspiel ist harām aufgrund des bei Muslim (#2260) verzeichneten Berichts von Buryadah ibn al-Husayn (möge Allāh mit ihm zufrieden sein), dementsprechend der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer mit Würfeln spielt, ist, als ob er seine Hand in das Fleisch und Blut eines Schweins taucht.“

 

Abu Dawūd #4938 und ibn Mājah #3762 berichteten von Abu Mūsa al-Asch`ari (möge Allāh mit ihm zufrieden sein), dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer mit Würfeln spielt, war Allāh und Seinem Gesandten ungehorsam.“ (von al-Albāni in Sahīh Abi Dawūd als hasan eingestuft)

 

Al-Nawawi (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in Scharh Muslim: „Die Gelehrten sagten: `Nardaschīr bedeutet Nard (Würfel) Nard ist ein persisches Wort, welches ins Arabische eingefügt wurde. Schīr bedeutet süß. Dieser Hadīth wurde von al-Schāfi`i und einer Anzahl an Gelehrten als Beweis dafür angeführt, dass das Würfelspiel harām ist. Mit `als ob er seine Hand in das Fleisch und Blut eines Schweins taucht` ist gemeint, wenn er dieses isst. Das Verbot für Würfelspiele ist also wie das Verbot für Fleisch und Blut des Schweins. Und Allāh weiß es am besten.“

 

Ibn Hajar al-Haytami sagte in Tuhfat al-Muhtāj Scharh al-Minhāj (10/215): „Es ist gemäß der korrekten Ansicht harām, mit Würfeln zu spielen, aufgrund des Berichts bei Muslim: `Wer mit Würfeln spielt, ist, als ob er seine Hand in das Fleisch und Blut eines Schweins taucht` und entsprechend einer Überlieferung bei Abu Dawūd: `(er) war Allāh und Seinem Gesandten ungehorsam`. Würfelspiele basieren auf Mutmaßungen und Spekulationen, die schnell zu Leichtsinn verleiten. Al-Rāfa`i sagte: `Der springende Punkt hier ist, dass Würfel ein Gleichnis zu anderen Arten des Spiels bilden, die ihm ähnlich sind.` Alles, was auf Mutmaßungen basiert, ist harām. Dazu gehört auch Kanjafah, was bebilderte Karten sind.“

 

Das Beständige Komitee hat eine Fatwa (15/231) ausgegeben, in der bestätigt wird, dass das Kartenspiel harām ist, selbst wenn es nicht um Geld geht. Dies wurde auch in einer Fatwa von Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) ausgesagt. Siehe Qadāya al-Lahw wa-l-Tarfīh von Madūn Raschīd, S. 186. Siehe auch in der Antwort auf Frage #12567.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

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