Islam Fragen & Antworten

www.diewahrereligion.de

Es ist mustahabb, den Qur’ān im Ramadān vollständig zu lesen

 

Es ist mustahabb, den Qur’ān im Ramadān vollständig zu lesen

 

Frage (Nr. 65754): 

 

Ist es für Muslime notwendig, den gesamten Qur’ān während des Ramadān zu lesen? Gibt es einen Hadīth dazu?

 

Antwort: 

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Erstens:

 

Der Fragesteller muss gelobt werden für seinen Eifer, das Urteil samt Beweis zu dieser Angelegenheit herauszufinden. Zweifellos ist dies etwas Notwendiges, worum jeder Muslim sich bemühen sollte, um so dem Qur’ān und der Sunnah zu folgen.

 

Al-Schaukāni (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in Irschād al-Fuhūl (450-451): „Ohne jeden Zweifel sollte der gewöhnliche Mann den Gelehrten fragen und derjenige, der nicht perfekt ist, sollte den Perfekten fragen, er sollte sich also an die Leute des Wissens wenden, die für ihr religiöses Engagement und ihre Frömmigkeit bekannt sind. Der geeignete Gelehrte ist derjenige, der Wissen vom Qur’ān und der Sunnah besitzt und der mit dem Verständnis ausgestattet wurde, welches er benötigt, um den Qur’ān und die Sunnah zu begreifen, damit er fähig ist, die korrekte Antwort zu liefern. Der gewöhnliche Mann sollte denjenigen fragen, der sich im Buche Allāhs und der Sunnah des Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) gut auskennt, sodass er die Wahrheit aus der Quelle erfahren kann, und er wird das Urteil von angemessener Stelle erlernen und kann versichert sein, dass ihm eine sichere Meinung mitgeteilt wird und er nicht einem Irrtum verfällt, der dem Islam entgegensteht.“

 

In dem Buch von ibn al-Salāh, Adab al-Mufti wa-l-Mustafti (S. 171) heißt es: „Al-Sam`āni sagte, dass es keinen Grund gibt, warum man den Mufti nach Beweisen fragen sollte, um auf der sicheren Seite zu sein. Er sollte ihm den Beweis mitteilen, wenn er definitiv ist, doch er sollte das nicht tun, wenn er nicht definitiv ist, denn der Gewöhnliche hat vielleicht nicht genügend Wissen, um den Ijtihād zu verstehen. Und Allāh weiß am besten, was richtig ist.“

 

Zweitens:

 

Ja, es ist für den Muslim mustahabb, den Qur’ān im Ramadān häufig zu lesen und sich darum zu bemühen, ihn vollständig zu lesen, doch das ist nicht obligatorisch, d. h. wenn jemand ihn nicht vollständig liest, dann begeht er keine Sünde, doch er hat eine gewaltige Belohnung verpasst. Der Beweis dafür ist der von al-Bukhāri (#4614) verzeichnete Bericht von Abu Hurayrah (möge Allāh mit ihm zufrieden sein), der sagte: „Jibrīl pflegte den Qur’ān mit dem Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) einmal pro Jahr zu wiederholen und er wiederholte ihn mit ihm zweimal in dem Jahr, in dem dieser verstarb.“

 

Ibn al-Athīr sagte in al-Jāmi` fi Gharīb al-Hadīth (4/64): „Das heißt, dass er mit ihm alles, was vom Qur’ān offenbart worden war, studierte.“

 

Es war die Praxis der Salaf (möge Allāh mit ihnen zufrieden sein), sich darum zu bemühen, den Qur’ān im Ramadān vollständig zu lesen, dem Beispiel des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) folgend.

 

Es wurde berichtet, dass Ibrāhīm al-Nakha’i sagte: „Al-Aswad pflegte den Qur’ān im Ramadān alle zwei Nächte zu vervollständigen.“ (al-Siyar 4/51).

 

Qatādah pflegte den Qur’ān in sieben Tagen zu vervollständigen und wenn der Ramadān begann, las er ihn komplett in drei Tagen. Brachen die letzten zehn Tage an, dann las er ihn vollständig jede Nacht. (al-Siyar 5/276)

 

Es wurde von Mujāhid berichtet, dass er den Qur’ān jede Nacht im Ramadān vollständig zu lesen pflegte. (al-Tibyān von al-Nawawi, S. 74; er sagte: Sein Isnād ist sahīh.)

 

Es wurde auch berichtet, dass Mujāhid sagte: „`Ali al-Azdi las den Qur’ān jede Nacht im Ramadān komplett.“ (Tahdhīb al-Kamāl 2/983)

 

Al-Rabī` ibn Sulaymān sagte: „Al-Schāfi`i pflegte den Qur’ān 60 Mal im Ramadān zu vervollständigen.“ (al-Siyar 10/36).

 

Al-Qāsim ibn al-Hāfiz ibn `Asākir sagte: „Mein Vater pflegte in der Gemeinschaft zu beten und den Qur’ān regelmäßig zu lesen. Er vervollständigte ihn jede Woche und im Ramadān jeden Tag.“ (al-Siyar 20/562).

 

Al-Nawawi (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte, die Frage kommentierend, wie oft der Qur’ān vervollständigt werden sollte: „Die beste Ansicht besagt, dass dies von einer Person zur nächsten variiert. Derjenige, der sich bemüht, ihn zu verstehen, und der über seine Bedeutungen nachdenkt, sollte sich auf das beschränken, was er vollständig begreifen kann, wenn er liest, und derjenige, der mit der Verbreitung von Wissen oder einer anderen religiösen Tätigkeit beschäftigt ist oder der im allgemeinen Interesse der Muslime arbeitet, sollte sich auf das Maß beschränken, was ihn nicht von seiner Arbeit abhält.

 

Fällt er nicht in einer der genannten Kategorien, dann sollte er soviel er kann tun, ohne aber den Punkt der Langeweile zu erreichen.“ (al-Tibyān, S. 76).

 

Es ist auf jeden Fall mustahabb, den Qur’ān im Ramadān zu lesen und dies vollständig. Das verbleibt mustahabb und ist keine Pflicht und der Muslim begeht keine Sünde, wenn er es unterlässt.

 

Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) wurde gefragt: „Ist es für den Fastenden obligatorisch, den Qur’ān im Ramadān zu vervollständigen?“

 

Er antwortete: „Die Vervollständigung des Qur’āns im Ramadān ist für den Fastenden nicht obligatorisch, doch er sollte viel vom Qur’ān im Ramadān lesen, da dies der Sunnah des Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) entspricht und dieser (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) pflegte den Qur’ān jeden Ramadān mit Jibrīl zu wiederholen.“ (Majmū` Fatāwa ibn `Uthaymīn, 20/516).

 

Siehe auch in den Antworten zu den Fragen #66063 und 26327.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A


Es entspricht der Sunnah, sich mit dem Fastenbrechen zu beeilen

           

Es entspricht der Sunnah, sich mit dem Fastenbrechen zu beeilen

 

Frage (Nr. 13999):

 

Ich würde gern wissen, ob es fard (obligatorisch) ist, das Fasten zu brechen (Iftar)? Wenn jemand während der Zeit des Iftar zur Moschee kommt für Salātu-l-Maghrib, sollte er dann das Fasten brechen und sich dem Gebet anschließen oder zuerst beten und dann das Fasten brechen? Möge Allāh euch mit Seiner Gnade segnen.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Es entspricht der Sunnah, sich mit dem Fastenbrechen zu beeilen. Dies wird durch die Ahādīth gezeigt. Es wurde von Sahl ibn Sa`d berichtet, dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es wird den Leuten gut gehen, solange sie sich damit beeilen, ihr Fasten zu brechen.“ (al-Bukhāri #1821; Muslim #1838).

 

Man sollte sich also beeilen, das Fasten mit einigen kleinen Bissen, die den Hunger beruhigen, zu brechen, dann zum Gebet aufstehen und dann – wenn man möchte – zurückkommen und mehr essen.

 

Dies ist es, was der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) zu tun pflegte. Es wurde berichtet, dass Anas ibn Mālik sagte: „Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) pflegte sein Fasten durch den Verzehr einiger frischer Datteln vor dem Gebet zu brechen und wenn es keine frischen Datteln gab, dann aß er getrocknete Datteln, und wenn es keine getrockneten Datteln gab, dann nahm er einige Schlucke Wasser.“ (al-Saum, 632; von al-Albāni in Sahīh Abi Dawūd #560 als sahīh eingestuft).

 

Al-Mubārakfūri sagte in seinem Kommentar zu dem Hadīth: „Das zeigt die Dauer, innerhalb derer der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sein Fasten zu brechen eilte.“

 

Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid


Was ist besser an den Ramadāntagen – Qur’ān lesen oder freiwillige Gebete verrichten?

 

Was ist besser an den Ramadāntagen – Qur’ān lesen oder freiwillige Gebete verrichten?

 

Frage (Nr. 3455): 

 

Was ist besser an den Ramadāntagen – Qur’ān lesen oder freiwillige Gebete verrichten?

 

Antwort: 

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Die Sunnah des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) war es, viele verschiedene Arten der Anbetung während des Ramadān zu verrichten. Jibrīl pflegte mit ihm in der Nacht den Qur’ān zu wiederholen und als Jibrīl ihn traf, war er großzügiger beim Geben der Spenden als der wehende Wind. Er war von allen Menschen der großzügigste und im Ramadān war er am spendabelsten. In dieser Zeit pflegte er mehr Spenden zu verteilen und die Menschen noch freundlicher zu behandeln; er las noch mehr im Qur’ān, betete mehr, rezitierte mehr Dhikr und verbrachte mehr Zeit im I`tikāf (in der Zurückgezogenheit). Dies ist die Führung des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) in diesem Aspekt dieses heiligen Monats.

 

Es hängt von den Umständen des Einzelnen ab, ob es besser ist, den Qur’ān zu lesen oder freiwillige Gebete zu verrichten, und das endgültige Urteil darüber liegt bei Allāh, denn Er weiß alle Dinge.

 

Entnommen aus al-Jawāb al-Sahīh min Ahkām Salāt al-Layl wa-l-Tarāwīh von Scheikh `Abd al-`Azīz ibn Bāz, S. 45.

 

Eine bestimmte Handlung kann im Falle irgendeiner Person besser sein und eine andere kann besser für jemand anderen sein, entsprechend dem Grad, mit dem eine bestimmte Handlung einen Menschen näher zu Allāh bringt. Manch einer kann eher durch nāfil Gebete beeinflusst werden und sich auf sie konzentrieren und sie angemessen verrichten, was ihn näher zu Allāh bringt, als andere Taten es könnten, und somit sind solche Taten in seinem Fall besser.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid