Islam Fragen & Antworten

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Arten der Rede, von denen man sich fernhalten sollte

Arten der Rede, von denen man sich fernhalten sollte

 

 Frage (Nr. 9410): 

 

Ich weiß, dass es bestimmte Arten der Rede gibt, von denen wir uns fernhalten sollten, wie es auch der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) tat. Könnt ihr mir diese bitte nennen?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Der Muslim muss seine Zunge kontrollieren und nur sprechen, wenn er etwas Gutes zu sagen hat.

 

Al-Bukhāri (#6018) und Muslim (#47) berichteten von Abu Hurayrah, dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer an Allāh und den letzten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen…“

 

Al-Nawawi (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Wenn jemand sprechen möchte und er möchte etwas Gutes sagen und ist sich sicher, dass er dafür belohnt wird, sei es obligatorisch oder lobenswert, dann soll er sprechen. Doch wenn es ihm nicht gut erscheint und er wohl nicht dafür belohnt wird, dann soll er sich des Sprechens enthalten, ob er nun glaubt, dass es harām ist oder makrūh oder erlaubt. Darauf basierend ist es empfohlen, sich auch vom Aussprechen erlaubter Worte zu enthalten, und es wurde angeordnet, das zu vermeiden, damit es uns nicht zu etwas verleitet, das harām oder makrūh ist, was in vielen oder den meisten Fällen geschieht. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Kein Wort äußert er (oder sie), ohne dass bei ihm ein Beobachter bereit wäre  (um es aufzuschreiben).“ (50:18).

 

Imam al-Schāfi`i verstand den Hadīth so, dass derjenige, der etwas sagen möchte, darüber nachdenken sollte. Erscheint es ihm unschädlich, dann soll er sprechen. Doch wenn er glaubt, dass es Schaden verursacht oder wahrscheinlich Schaden verursacht, dann soll er nicht sprechen.“

 

Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) befahl uns in mehr als einem Hadīth, unsere Zungen zu kontrollieren, wie z. B. in der bei al-Tirmidhi (#2406) von `Uqbah ibn `Āmir verzeichneten Überlieferung: „Oh Gesandter Allāhs, was ist Erlösung?“ Er antwortete: „Kontrolliere deine Zunge, bewahre dein Haus und weine wegen deiner Sünden.“ (von al-Albāni in Sahīh al-Targhīb #3331 als sahīh eingestuft).

 

Al-Tirmidhi (#2616) berichtete auch vom Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm), dass er zu Mu`ādh sagte, nachdem er diesen über einige Gesetze des Islams belehrt hatte: „Soll ich dir nicht sagen, was das Fundament des Ganzen ist?“ Ich (Mu´ādh) sagte: „Natürlich, oh Prophet Allāhs.“ Er hielt seine Zunge fest und sagte: „Kontrolliere diese.“ Ich fragte: „Oh Prophet Allāhs, werden wird für das zur Verantwortung gezogen, was wir damit sagen?“ Er erwiderte: „Möge deine Mutter deiner beraubt werden, oh Mu`ādh! Werden die Menschen auf ihren Gesichtern oder auf ihren Nasen in die Hölle geworfen für etwas anderes als für die Früchte ihrer Zungen?“ (von al-Albāni in Sahīh al-Tirmidhi #2110 als sahīh eingestuft)

 

Der Hadīth ermahnt dazu, sich von bestimmten Dingen fernzuhalten, denn das ist etwas, was dem Menschen keinen Nutzen bringt. Tatsächlich kann es ihm viel Schaden verursachen in seinen spirituellen und weltlichen Angelegenheiten.

 

Es wurde von ibn Mas`ūd berichtet, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wenn meine Gefährten erwähnt werden, dann seid ruhig. Wenn die Sterne erwähnt werden, dann seid ruhig. Und wenn die göttliche Bestimmung erwähnt wird, dann bleibt ruhig.“ (al-Tirmidhi in al-Kabīr, 2/96; von Scheikh al-Albāni in al-Silsilah al-Sahīhah #34 als sahīh klassifiziert)

 

Dieser Hadīth zeigt, dass es nicht erlaubt ist, schlecht über die Gefährten des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) zu reden, und dass man über die Dispute, die unter ihnen aufkamen, schweigen sollte. Denn schlecht von ihnen zu reden oder sie zu kritisieren, beinhaltet, dass man das ablehnt, was Allāh über sie im Qur’ān sagte, wo Er sie mit folgenden Worten lobt (ungefähre Bedeutung): Die vorausgeeilten Ersten von den Auswanderern und den Helfern und diejenigen, die ihnen auf beste Weise gefolgt sind (im Glauben) - Allāh hat Wohlgefallen an ihnen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Und Er hat für sie Gärten bereitet, durcheilt von Bächen, ewig und auf immer darin zu bleiben; das ist der großartige Erfolg.“ (9:100).

 

Und Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Muhammad ist Allāhs Gesandter. Und diejenigen, die mit ihm sind, sind den Ungläubigen gegenüber hart, zueinander aber barmherzig. Du siehst sie sich verbeugen und niederwerfen (im Gebet), indem sie nach Huld von Allāh und Wohlgefallen trachten. Ihr Merkmal (des Glaubens) steht auf ihren Gesichtern (der Stirn) durch die Niederwerfung. …“ (48:29).

 

So beschreibt Allāh sie in Seinem Buch. Daher besteht kein Zweifel daran, dass sie von gerechtem Charakter und die Besten und Großartigsten der Menschheit sind. Niemand also hasst sie außer dem Heuchler und niemand liebt sie außer dem Gläubigen.

 

Scheikh al-Islam ibn Taymiyah (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Eines der Grundprinzipien der Ahl al-Sunnah wa-l-Jamā`ah besagt, dass sie nichts glauben oder sagen, um die Gefährten des Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) zu kritisieren, wie Allāh sie in folgendem Vers beschreibt (ungefähre Bedeutung): „Und diejenigen, die nach ihnen gekommen sind, sagen: „Unser Herr, vergib uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorausgegangen sind, und lasse in unseren Herzen keinen Groll sein gegen diejenigen, die glauben. Unser Herr, Du bist ja gnädig und barmherzig.““ (59:10).

 

Und sie gehorchen dem Befehl des Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm): `Beschimpft nicht meine Gefährten, denn bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, wenn einer von euch im Gewicht des Berges Uhud Gold spenden würde, könnte er nicht ihren Stand erreichen, noch nicht einmal zur Hälfte.` (übereinstimmend angenommen).“ (Majmū` al-Fatāwa, 3/152)

 

Abu Za`rah (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Wenn ihr einen Mann seht, der einen der Sahābah kritisiert, dann wisset, dass er ein Ketzer ist. Denn der Qur’ān ist wahr und der Gesandte ist wahr und was er brachte ist wahr und niemand anderes hat uns davon berichtet als die Sahābah. Wer sie also kritisiert, sagt im Endeffekt, dass der Qur’ān und die Sunnah falsch sind. Deshalb ist es angemessen, ihn als missgeleiteten Ketzer zu verurteilen.“ (al-Sawā’iq al-Muhriqah `ala Ahl al-Rafd wa-l-Dalāl wa-l-Zandaqah, 2/608)

 

Der zweite Teil des Hadīth, der dazu aufruft, sich vom Reden über die Sterne fernzuhalten, bezieht sich auf – und Allāh weiß es am besten – das Streben nach Rechtleitung durch die Sterne hinsichtlich der Angelegenheiten des Verborgenen, wie es die Leute der Jāhiliyyah durch Astrologie zu tun pflegten, wie z. B. die Bewegung der Himmelskörper so zu interpretieren, dass bestimmte weltliche Ereignisse eintreten, wie das Wehen des Windes, Regen, Preisänderungen und weitere Angelegenheiten, von denen sie behaupten, sie aus den Bewegungen der Sterne erkennen zu können. Sie pflegten zu sagen, dass demjenigen, der unter einem bestimmten Stern heiratete, etwas Bestimmtes geschehen würde, oder wer unter einem bestimmten Stern reiste, unter einem bestimmten Stern geboren wurde etc. (siehe Kitāb al-Tauhīd von Scheikh Sālih al-Fauzān, Bāb Id`ā‘ `Ilm al-Ghayb min Qirā’at al-Kaff wa-l-Finjān wa ghayrihima; siehe auch Fatāwa al-`Aqīdah, 2/185, 186, 187, 190 von Scheikh ibn `Uthaymīn, wo er einige nützliche Kommentare machte)

 

Der dritte Teil des Hadīth bezieht sich auf das Enthalten vom Sprechen über die göttliche Bestimmung (al-Qadar). Abu Ja’far al-Tahhāwi (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Die göttliche Bestimmung ist ein Geheimnis, das Allāh vor Seiner Schöpfung verborgen hat. Kein Engel, der Ihm nahe steht, und kein Prophet, den Er entsandte, weiß darüber Bescheid. Solchen Angelegenheiten nachzugehen führt nur zu Versagen und Verlust der Gnade Allāhs sowie zu Ungerechtigkeit. Hütet euch also davor, das weiter zu verfolgen, darüber nachzudenken und zu grübeln. Allāh hat das Wissen Seiner Bestimmung vor Seinen Dienern verborgen und es ihnen verboten, ihm nachzujagen, wie Er in Seinem Buch sagt (ungefähre Bedeutung): „Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie aber werden befragt.“ (21:23).

 

Wer auch immer das in Frage stellt, was Allāh tut, hat das Gesetz des Buches abgelehnt, und wer auch immer das Gesetz des Buches ablehnt, ist ein Kāfir.“ (Scharh al-`Aqīdah al-Tahhāwiyyah, S. 276)

 

Der Muslim muss sich Allāh in all seinen Angelegenheiten unterwerfen und wissen, dass alles, was ihm trifft, ihn niemals verfehlen konnte, und was ihn verfehlt, konnte ihm niemals geschehen. Zu diesem Thema kann viel gesagt werden. möge Allāh denjenigen segnen, der an den Willen und die Bestimmung Allāhs glaubt, ohne sich in philosophischen Diskussionen über diese Angelegenheit zu verlieren.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Das Urteil über jemanden, der das Leben verflucht

Das Urteil über jemanden, der das Leben verflucht 

Frage (Nr. 10915): 

Ist es erlaubt, das Leben zu verfluchen, wenn man wütend wird und es satt hat? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Es ist nicht erlaubt, das Leben zu verfluchen, wenn man es satt hat, denn der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte in einem Hadīth qudsi, dass Allāh sagte: „Der Sohn Ādams beleidigt Mich, indem er auf die (Launen der) Zeit schimpft, und Ich bin die Zeit. In Meiner Hand liegt der Wechsel von Nacht und Tag.“ Es wurde auch berichtet, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Schimpft nicht auf die Zeit, denn Allāh ist die Zeit.“ Das heißt: Er ist der Eine, Der die Zeit kontrolliert. Wenn den Menschen also ein Unglück trifft, dann muss er geduldig bleiben und nach Belohnung streben, denn Allāh hat uns die Geduld anbefohlen. 

Und Allāh sagte zu Seinem Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm): Diese (Nachrichten) gehören zu den Nachrichten vom Verborgenen, die Wir dir (als Offenbarung) [oh Muhammad] eingeben. Du wusstest sie zuvor nicht, weder du noch dein Volk. Sei nun standhaft! Das (gute) Ende gehört den Gottesfürchtigen.“ (11:49, ungefähre Bedeutung). 

Lasst die Menschen wissen, dass, egal was passiert, es etwas noch Schlimmeres irgendwo anders auf der Welt gibt. Wenn sie das verstehen, dann wird ihr eigenes Problem leichter zu ertragen sein. 

Aus den Fatwas des Scheikh Muhammad al-Sālih ‘Uthaymīn für al-Da’wah Magazin, Ausgabe # 1757, S. 45