Das Tragen von Goldschmuck, in den Āyat al-Kursiy eingraviert ist oder der die Form eines Auges oder einer Hand hat
Frage (Nr. 91370):
Viele Leute verschenken Gold, in das die Āyat al-Kursiy eingraviert ist oder der Name Allāhs oder der Ausdruck „Allāh jalla jalāluhu“ oder es hat die Form einer Hand, eines Auges oder eines Herzens oder ist mit blauen Perlen verziert. Meine Frage lautet: Was davon ist harām und warum? Was sollte der Muslim tun, wenn ihm so etwas als Geschenk gegeben wird?
Antwort:
Alles Lob gebührt Allāh.
Erstens:
Es ist nicht empfohlen, Āyat al-Kursiy oder den Namen Allāhs in ein Stück Gold zu gravieren, welches getragen wird, denn das ist eine Art der Respektlosigkeit. Es kann auch eine Nachahmung der Juden und Christen darstellen, die Dinge, welche sie verehren, aufhängen oder bei sich tragen, wie z. B. das Kreuz.
Es gibt die Erlaubnis, Namen auf Ringe zu schreiben, selbst wenn der Name den Namen Allāhs beinhaltet, wie z. B. `Abd-Allāh oder `Abd al-Rahmān. Ähnlich ist nichts Falsches daran, nützliche Worte auf einen Ring zu schreiben, selbst wenn sie den Namen Allāhs beinhalten, wie z. B. al-Hamdu Lillah (Lob sei Allāh), tawakkaltu `ala Allāh (ich lege mein Vertrauen in Allāh) etc. Solche Überlieferungen gibt es viele von den Sahābah und den Tābi`īn. Einige Beispiele wurden in der Antwort zu Frage #68805 erwähnt.
Das Beständige Komitee für die Ausgabe von Fatwas wurde gefragt: „Wir verkaufen Herzen, auf denen der Name Allāhs geschrieben steht und die von Arabern und Nicht-Arabern jeder Art gekauft werden. Wir können den Arabern sagen, dass es harām ist, sie mit auf die Toilette zu nehmen. Bitte gebt uns einen Ratschlag hinsichtlich dieses Geschäfts.“
Sie antworteten: „Der Verkauf von Schmuckstücken mit dem Namen Allāhs ist nicht gestattet, es sei denn, er wird davon entfernt. Eine ähnliche Frage wurde dem Komitee gestellt die in der Fatwa #2077 beantwortet wurde. Im Folgenden der Text:
„Wir fügen unserem Brief etwas Goldschmuck bei, der mit dem Namen Allāhs beschriftet wurde. Dieser Schmuck wird von muslimischen Frauen lediglich zur Zierde getragen. Vor einiger Zeit informierten uns die Brüder des Komitees zum Aufruf zum Guten und Verhindern des Üblen darüber, dass dieser Schmuck harām ist, weil der Name Allāhs darauf steht. Die Stücke werden von Muslimen nur als Schmuck verwendet, anders als bei den Frauen der Juden und Christen, denn die Christen tragen Schmuck mit Abbildungen des Kreuzes und ihrer Götzen und die Juden tragen Schmuck mit Bildern des Davidsterns. Wir hoffen, dass ihr uns dieses Angelegenheit erklären könnt.“
Sie antworteten: „Da auf diesen Schmuck der Name Allāhs geschrieben wurde und er dem Zweck dient, von muslimischen Frauen am Hals getragen zu werden, wie es die christlichen Frauen mit ihrem Kreuz tun und die jüdischen Frauen mit ihrem Davidstern, und da solcher Schmuck auch mit dem Ziel getragen werden könnte, um Schaden abzuwenden oder Nutzen zu bringen oder aus einem anderen Grund, und da das Tragen davon eine Art der Respektlosigkeit darstellen kann, wie z. B. wenn man damit schläft und sich darauf legt oder wenn man es an Orten trägt, an denen es makrūh ist, Allāhs Namen zu tragen oder Seine Worte, denkt das Komitee, dass es nicht erlaubt ist, diesen Schmuck mit dem Namen Allāhs zu verwenden, um die Nachahmung der Christen und Juden zu vermeiden, die die Muslime nun einmal nicht imitieren dürfen, um die Wege zum Übel zu versperren und um Allāhs Namen vor Respektlosigkeit zu schützen sowie aufgrund des allgemeinen Verbots von Amuletten.“ (Fatāwa al-Lajnah al-Dā`imah, 13/473).
Zweitens:
Es ist nichts Falsches daran, Goldschmuck in der Form eines Herzens zu tragen, doch wenn er die Form einer Hand oder eines Auges hat oder blaue Perlen beinhaltet, dann sollte er nicht getragen werden, da viele Leute solche Dinge tragen oder aufhängen und glauben, dass sie den bösen Blick abwenden oder Glück bringen. Selbst wenn ein Muslim sie nicht aufgrund solcher Irrglauben trägt, sollte er es dennoch unterlassen, denn ansonsten ahmt er jene nach, die es aus solchen Gründen tun, und das kann dazu führen, dass die Menschen schlecht von ihm denken bzw. sie werden denken, dass er ihn trägen, um den bösen Blick abzuwehren. Daher ist es in keinem Fall gestattet, diesen Schmuck zu tragen. Es fällt in die verbotene Kategorie des Tragens von Amuletten.
Ahmad (#17458) berichtete von `Uqbah ibn `Āmir al-Juhani (möge Allāh mit ihm zufrieden sein), dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer ein Amulett trägt, hat Allāh etwas beigesellt (Schirk).“ (von al-Albāni in Sahīh al-Jāmi` als sahīh eingestuft).
Ahmad berichtete auch (#17440), dass `Uqbah ibn `Āmir (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) sagte: Ich hörte den Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen: „Wer ein Amulett trägt, dessen Bedürfnisse möge Allāh nicht erfüllen, und wer eine Muschel trägt, dem möge Allāh keinen Frieden geben.“ (von Schu`ayb al-Arna`ūt in Tahqīq al-Musnad als hasan klassifiziert).
Ein Amulett ist etwas, das getragen wird, um den bösen Blick abzuwenden und vor Unglücken zu schützen.
Al-Khattābi (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Ein Amulett ist eine Perle, die in dem Glauben getragen wird, dass sie ein Unglück abwenden könnte.“
Al-Baghawi (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Amulette sind Perlen, die die Araber ihren Kindern umzuhängen pflegten, um sie vor dem bösen Blick zu schützen. Das wurde von der Scharī`ah für falsch erklärt.“ (Siehe: al-Ta`rīfāt al-I`tiqādiyyah, S. 121)
Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Muscheln werden aus dem Meer geholt und getragen, um den bösen Blick abzuwenden. Sie sagen, dass man, wenn man diese Muscheln trägt, nicht vom bösen Blick beeinflusst wird oder durch die Jinn.“
Hinsichtlich des Ausdrucks „dem möge Allāh keinen Frieden geben“ wurde gesagt, dass er bedeutet: Möge Allāh ihm keine Ruhe geben und das Gegenteil von Ruhe sind Angst und Kummer.
Und es wurde gesagt: Möge Allāh ihn nichts Gutes erreichen lassen, daher wird ihm das Gegenteil von dem gegeben, wonach er suchte.
Der Ausdruck „hat Allāh etwas beigesellt (Schirk)“ bezieht sich auf großen Schirk, wenn er glaubt, dass das Amulett selbst Nutzen bringt oder Schaden ohne den Befehl Allāhs abwendet. Ansonsten ist es kleiner Schirk. (Qaul al-Mufīd Scharh Kitāb al-Tauhīd, 1/189).
Wem ein Schmuckstück dieser Art gegeben wird, der sollte es nicht tragen. Er sollte es verkaufen, doch vorher sollte er etwas von der Gravur entfernen, sodass es nicht getragen werden kann, eingeschmolzen und in etwas Neues umgewandelt werden muss.
Und Allāh weiß es am besten.
Islam Q&A