Islam Fragen & Antworten

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Der Rechtsspruch für einen Kranken, der sich denjenigen bildlich vorstellt, der ihm den bösen Blick zugeworfen hat

Der Rechtsspruch für einen Kranken, der sich denjenigen bildlich vorstellt, der ihm den bösen Blick zugeworfen hat

 

Frage (Nr. 11063):

 

 

Ist es richtig, dass der Kranke sich als Ergebnis der Qur’ān-Rezitation denjenigen bildlich vorstellt, der ihm den bösen Blick zugeworfen hat, oder dass der Rāqi seinen Qārin (Gefährten von den Jinn) auffordert, dem Kranken zu zeigen, wer ihm den bösen Blick zugeworfen hat?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Es ist eine teuflische Handlung und nicht erlaubt, wenn der Kranke sich infolge der Qur’ān-Rezitation denjenigen bildlich vorstellt, der ihm den bösen Blick zugeworfen hat, oder wenn der Rāqi [Anmerkung der Übersetzung: Derjenige, der die Ruqyah durchführt, d. h. der Qur’ān und Bittgebete für den Kranken rezitiert und für ihn um Heilung bittet] ihn dazu auffordert, denn es ist das Erflehen der Hilfe der Schayātīn. Der Jinn ist derjenige, der ihn die Person visualisieren lässt, die ihn mit dem bösen Blick traf, und das ist harām, da es das Erflehen der Hilfe der Schayātīn darstellt und da es zu Feindseligkeit unter den Menschen führt und Angst und Schrecken unter ihnen verbreitet. Es fällt in den Bereich der folgenden Āyah (ungefähre Bedeutung): „Und (manche) Männer von den Menschen pflegten Zuflucht zu nehmen bei (einigen) Männern von den Jinn, doch mehrten sie so (bei) ihnen die Drangsal.“ (72:6).

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Al-Lajnah al-Dā’imah li-l-Buhūth al-`Ilmiyyah wa-l-Iftā’

Er leidet unter Einflüsterungen über den bösen Blick

Er leidet unter Einflüsterungen über den bösen Blick

 

Frage (Nr. 89604):

 

Wenn jemand etwas bewundert und dabei Allāh erwähnt, kann er dieser Sache dann mit dem bösen Blick schaden?

 

 

Er ist sich unsicher darüber und das verursacht viele Probleme in seinem sozialen Leben, sodass er Angst hat, andere Menschen und bestimmte Dinge anzusehen, wobei er weiß, dass er die Leute nicht um das beneidet, was sie haben, und er niemandem willentlich schaden möchte, und er gedenkt Allāhs die ganze Zeit und liest viel im Qur’ān. Ich hoffe, dass ihr eurem muslimischen Bruder diese Sorge nehmen könnte, möge Allāh euch mit Gutem belohnen.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Ich bitte Allāh darum, dir deine Schwierigkeit zu erleichtern und dir deinen Kummer zu nehmen.

 

 

Es sollte zuerst angemerkt werden, dass der Islam keine Beschwernis bringt. Vielmehr ist es eines der wichtigsten Ziele der Scharī`ah, den Menschen jede Bedrängnis zu nehmen.

 

 

Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „… Allāh will euch keine Bedrängnis auferlegen… “ (5:6).

 

 

Es ist dem Muslim nicht gestattet, auf den Schaytān zu hören und ihn sein Leben mit Zweifeln, Waswās und Paranoia füllen zu lassen, denn wenn er das tut, wird er sich in dieser Welt verlieren und nichts für das Jenseits gewinnen. Solche Einflüsterungen (Waswās) sind nichts anderes als Tricks des verfluchten Satans, der den Gläubigen Kummer verursachen will. Und Allāh ist der beste Beschützer und der Barmherzigste aller Barmherzigen.

 

 

Du musst diesen Einflüsterungen eine Ende setzen und den schlechten Gedanken keine Aufmerksamkeit schenken. Es ist ausreichend für dich, wenn du die in der Scharī`ah empfohlenen Dhikr sprichst, sobald du etwas Gutes siehst. Allāh wird es vor dem bösen Blick schützen und vor dem zerstörerischen Neid (Hasad). Das Gedenken an Allāh (Dhikr) und der böse Blick oder Neid können nicht nebeneinander existieren.

 

 

Es wurde von Abu Umāmah ibn Sahl ibn Hanīf berichtet, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Warum erbittest du keinen Segen, denn der böse Blick ist real.“ (Mālik in al-Muwatta‘, 2/938; von al-Albāni in al-Silsilah al-Sahīhah, 6/149, als sahīh eingestuft)

Al-Zarqāni sagte in Scharh al-Muwatta‘ (4/320): „Damit ist gemeint: Warum hast du nicht gesagt `Bārak Allāhu fīk (möge Allāh dich segnen)` und das hätte die Befürchtung des bösen Blicks ausgeräumt und seine Auswirkungen genommen.“

 

 

Es wurde von `Abd-Allāh ibn `Āmir ibn Rabī`ah von seinem Vater (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Wenn einer von euch bei sich selbst oder seinem Bruder etwas bemerkt, das er mag, dann soll er um Segen bitten, denn der böse Blick ist real.“ (al-Hākim in al-Mustadrak, 4/240; er sagte: „Der Isnād des Hadīth ist sahīh, obwohl sie – al-Bukhāri und Muslim – ihn nicht verzeichneten. Al-Dhahabi stimmte mit ihm überein. Von al-Albāni in Sahīh al-Jāmi`#556 als sahīh eingestuft.)

 

 

Es heißt in al-Mausū`ah al-Fiqhiyyah (13/31): „Das zeigt, dass der böse Blick keinen Schaden verursachen kann, wenn sein möglicher Verursacher Segnungen ausspricht. Es ist jedem, der etwas bewundert, empfohlen, Segnungen auszusprechen, denn wenn er um Segen bittet, wird der Schaden unweigerlich abgewendet. Das Aussprechen von Segnungen heißt: Tabārak Allāh ahsan al-Khāliqīn, Allāhumma bārik fihi (Gesegnet sei Allāh, der Beste der Schöpfer, oh Allāh segne es).“

 

 

Al-Nawawi sagte: „Es ist mustahabb für denjenigen, der mit dem bösen Blick schaden könnte, um Segen für jenen zu beten, dem geschadet werden könnte, und zu sagen: Allāhumma bārik wa lā tadurrahu (Oh Allāh segne und schade ihm nicht) sowie MaschaAllāh lā quwwata illa Billāh (Wie Allāh will, es gibt keine Macht außer bei Allāh).“

 

 

Al-Hāfiz ibn Hajar sagte in Fath al-Bāri (10/205): „Wer etwas bewundert, soll schnell darum bitten, dass dieses gesegnet wird. Das wird eine Ruqyah von ihm sein.“

 

 

In Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah (1/547) heißt es: „Die Heilung für denjenigen, der Schaden durch den bösen Blick verursachen könnte, wenn er etwas sieht, das er begehrt, ist das Gedenken an Allāh und das Bitten um Segen.“

 

 

Scheikh al-Fauzan sagte in al-Muntaqa (1/Frage #87): „Wenn derjenige, der Schaden durch den bösen Blick verursachen könnte, befürchtet, dass er der Sache, die er ansieht, schaden könnte, soll er sagen: Allāhumma bārik `alayhi (Oh Allāh, segne es). Ähnlich ist es auch mustahabb für ihn zu sagen: MaschaAllāh lā quwwata illa Billāh (Wie Allāh will, es gibt keine Macht außer bei Allāh), denn es wurde von Hischām ibn `Urwah von seinem Vater berichtet, dass er, wenn er etwas sah, das er mochte, oder wenn er einen seiner Gärten betrat, sagte: MaschaAllāh lā quwwata illa Billāh (Wie Allāh will, es gibt keine Macht außer bei Allāh).“

 

 

Wenn derjenige, der mit dem bösen Blick Schaden verursachen könnte, immer diesen Dhikr spricht, dann wird er den Schaden abwenden inschaAllāh.

 

 

Es heißt in Fatāwa al-Scheikh `Abd al-Karīm al-Khudayr (5): „Der Muslim sollte nicht zulassen, dass Zweifel, Einbildungen, Verdächtigungen und übertriebene Angst vor dem bösen Blick ihn überwältigen, sodass er psychische Krankheiten oder Ähnliches erleidet. Er sollte gut von Allāh, dem Erhabenen, denken und verstehen, dass alles, was ihn trifft, ihn nur durch den Willen Allāhs trifft. So soll er sich also Allāh zuwenden, denn Allāh allein ist in der Lage, Schaden abzuwenden und Erleichterung zu bringen.“

 

 

Wenn du etwas siehst, das dir gefällt, dann bitte Allāh um Segen und beachte daneben nichts. Allāh wird diese Sache wegen deines Du`ā‘ beschützen und den Schaden davon abwenden. Fürchte dich nicht weiter, denn das ist es nicht, was Allāh für Seine Diener will. Bemühe dich auch darum, in allen Dingen den Willen Allāhs zu erkennen, denn Er besitzt gewaltige Weisheit und Er gibt und hält zurück, erniedrigt und erhöht und niemand kann Sein Urteil ablehnen (vgl. 13:41) und niemand kann Seine Worte ändern (vgl. 6:115).

 

 

Oh Diener Allāhs, denke immer daran, dass diese Welt und alles, was auf ihr ist, zu unbedeutend sein sollte für die Menschen, um sich gegenseitig zu beneiden und einander Unrecht zu tun, wie al-Mutanabbi sagte: „Was das Herz begehrt ist zu unbedeutend für die Menschen, als dass sie einander Unrecht tun oder einander zerstören sollten, um es zu erlangen.“

 

 

Das wird auch durch die folgenden Worte des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) bestätigt: „Warum sollte einer von euch seinen Bruder töten?“ (Imām Mālik #1746; Ahmad #15550 und andere).

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Eine erfundene Art, um herauszufinden, ob jemand vom bösen Blick getroffen wurde sowie dessen Behandlung

Eine erfundene Art, um herauszufinden, ob jemand vom bösen Blick getroffen wurde sowie dessen Behandlung

Frage (Nr. 178428):

Ich habe eine Frage zum bösen Blick. Und zwar ist es in meiner Kultur – ich stamme aus Marokko – so, dass die Frauen ihn mit folgender Zeremonie behandeln:

Der Kranke setzt sich beispielsweise auf einen Stuhl, während jemand anderes ein Glas Wasser über seinen Kopf hält. Eine weitere Person – vielleicht auch diejenige, die das Glas halt – zündet ein Streichholz an und führt es vor dem Gesicht des Kranken entlang, die Sūrah al-Fātihah rezitierend. Das Streichholz berührt aber nicht das Gesicht des Kranken. Nach einigen Sekunden wird es in das Wasserglas über dem Kopf des Kranken geworfen und ein zweites Streichholz entzündet. Das Ganze wird siebenmal wiederholt.

Anschließend nimmt derjenige, der das alles vollzogen hat, das Wasserglas und berührt alle Streichhölzer im Glas. Wenn sie zum Boden des Glases sinken bedeutet das, dass der Kranke vom bösen Blick betroffen ist. Üblicherweise werden die Streichhölzer am Boden des Glases gezählt um festzustellen, wie krank die Person ist. Je mehr Hölzer sich am Boden befinden, desto kranker ist sie.

Nach dieser Zeremonie glauben die Leute, dass der Kranke geheilt ist. Ich halte es für wenig vertrauenswürdig, denn ich habe niemals etwas davon gelesen. Hat das eine Basis im Islam oder nicht?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allāh.

Die erwähnte Methode, um herauszufinden, ob jemand vom bösen Blick betroffen ist sowie dessen Behandlung, ist eine erfundene (Bid`ah) und eine verwerfliche Praktik. Es ist nicht erlaubt, so etwas durchzuführen; es sollte verboten und davor gewarnt werden. Es ähnelt eher der Zauberei und teuflischen Tricks als der im Islam empfohlenen Ruqyah oder einer regulären medizinischen Behandlung.

Der Islam, Preis sei Allāh, hat nichts ausgespart, was den Menschen wichtig ist, sondern er hat es erläutert und deutlich erklärt. Doch der Schaytān schafft es immer noch, manche von ihnen in die Irre zu führen, da sie unwissend über den Islam sind und die Wege der Bid`ah (Neuerung) nicht erkennen können, denen sie folgen.

Die Ruqyah kann vollzogen werden, indem die al-Fātihah rezitiert wird. Die Rezitation der al-Fātihah als Heilmittel gegen Krankheit ist etwas, das in der Scharī`ah empfohlen wird, und es ist kein erfundener Brauch.

Siehe auch in den Antworten auf die Fragen #21581 und 132386.

Daran zu glauben, dass etwas ein Mittel zu etwas ist, während Allāh es nicht als solches Mittel erschuf, sei es gemäß dem Islam oder aufgrund der von Ihm bestimmten Naturgesetze, ist eine Art des Schirk. Ein Beispiel dafür ist es, etwas als Zeichen von Heilung oder Krankheit zu betrachten oder von Erfolg oder Misserfolg, wenn es keine scharī`ahrechtliche oder physische Verbindung dazwischen gibt.

Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Solange es keinen Beweis dafür gibt, dass etwas ein Mittel (zu einem Ziel) ist – sei es gemäß dem Islam oder aufgrund von natürlichen, physischen Gesetzen –ist es eine Art von kleinem Schirk. Dazu gehören auch beispielsweise Amulette und Talismane, die den bösen Blick abwenden sollen und Ähnliches, denn so wird etwas als Mittel zu einem Ziel betrachtet, was Allāh nicht als solches erschuf. Der Mensch versucht über etwas zu entscheiden, was nur Allāh entscheiden kann. Daher ist es wie eine Handlung des Schirk.“ (Majmū` Fatāwa ibn `Uthaymīn, 10/787)

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die erwähnte Methode ist eine erfundene und tadelnswerte, die eher den Tricks der Zauberer und Scharlatane ähnelt.

Für weitere Informationen zu den Symptomen, wenn man vom bösen Blick getroffen wurde, siehe bitte in der Antwort auf Frage #125543.

Für weitere Informationen über die Möglichkeiten, sich vor dem bösen Blick zu schützen und jemanden zu behandeln, der davon betroffen ist, siehe bitte in der Antwort auf Frage #20954.

Und Allāh weiß es am besten.

Islam Q&A

Der Grund, warum diejenigen, die um eine Ruqyah bitten, nicht zu den 70.000 gehören, die das Paradies betreten dürfen, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden

Der Grund, warum diejenigen, die um eine Ruqyah bitten, nicht zu den 70.000 gehören, die das Paradies betreten dürfen, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden 

Frage (Nr. 139092): 

Warum wird eine Person, die jemanden um eine Ruqyah bittet, nicht zu denen gehören, die das Paradies ohne Abrechnung betreten dürfen? Ist es falsch, jemanden um Ruqyah zu bitten? Ich habe ein schlimmes Problem, doch ich habe nicht die Geduld und die Fähigkeit, die Ruqyah bei mir selber anzuwenden. Ich fange damit für ein paar Tage an und stoppe dann abrupt. 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Erstens: 

Al-Bukhāri (#6472) und Muslim (#220) berichteten von ibn `Abbās (möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein), dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „70.000 meiner Ummah werden das Paradies betreten, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. Es sind jene, die keine Ruqyah verlangen oder an böse Omen glauben oder Brenneisen verwenden und sie vertrauen voll auf ihren Herrn“. Diese Menschen werden das Paradies betreten ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden, aufgrund der Perfektion ihres Tauhīd, ihres vollkommenen Vertrauens in Allah und ihrer Unabhängigkeit von den Menschen. 

Derjenige, der von anderen eine Ruqyah erbittet, gehört nicht zu diesen 70.000, die in das Paradies ohne vorherige Abrechnung eingehen dürfen, bedingt durch die Schwäche seines Vertrauens in Allah. Denn die Bitte um Ruqyah beinhaltet eine Art der Erniedrigung und des Bedarfs an einem Rāqi (derjenige, der die Ruqyah durchführt), wohingegen es Bestandteil des vollkommenen Vertrauens und des Tauhīd ist, dass der Muslim keinen Menschen um irgendetwas bittet. 

Muslim berichtete (#1043), dass `Auf ibn Mālik al-Aschja’i (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Wir waren mit acht oder neun Leuten beim Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) und er sagte: `Wollt ihr dem Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) nicht den Treueid leisten?` Wir hatten erst den Treueid geschworen und so sagten wir: `Wir haben dir den Treueid geleistet, oh Gesandter Allahs.` Er erwiderte: `Wollt ihr dem Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) nicht den Treueid leisten?` Wir sagten: `Wir haben dir bereits den Treueid geleistet, oh Gesandter Allahs.` Da sagte er: `Wollt ihr dem Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) nicht den Treueid leisten?` Wir streckten unsere Hände aus und sagten: `Wir schwören dir unsere Gefolgschaft, oh Gesandter Allahs. Sag uns, auf welcher Basis wir die dir Treue schwören sollen?` Er antwortete: `Auf der Basis, dass ihr niemandem dient außer Allah und Ihm nichts beigesellt und dass ihr die fünf täglichen Gebete verrichtet und Allah gehorcht – er fügte flüsternd hinzu – und dass ihr die Menschen um nichts bittet.` Ich sah einige dieser Leute, dass sie, wenn ihnen ein Stock herunterfiel, niemanden baten, ihn für sie aufzuheben.`“ 

Ibn al-Qayyim (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Das ist so, weil diese Leute das Paradies betreten werden, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden, aufgrund ihres vollkommenen Tauhīd. Daher beschreibt er sie so, dass sie anderen nicht darum bitten, Ruqyah für sie durchzuführen. Deshalb sagte er: „und sie vertrauen voll auf ihren Herrn“. Aufgrund ihres vollkommenen Vertrauens in ihren Herrn, ihrer Zufriedenheit mit Ihm, ihres Glaubens an Ihn und weil sie sich an Ihm erfreuen und die Erfüllung ihrer Bedürfnisse von Ihm erstreben, bitten sie die Menschen um nichts, sei es eine Ruqyah oder etwas anderes, und sie lassen sich nicht von Omen und Aberglauben beeinflussen, die sie von dem abhalten könnten, was sie vorhaben zu tun. Denn Aberglaube lenkt vom Tauhīd ab und schwächt diesen.“ (Zād al-Ma`ād, 1/475). 

Die Gelehrten des Beständigen Komitees zur Ausgabe von Fatwas sagten: „Gemeint ist, dass sie andere nicht darum bitten, eine Ruqyah für sie durchzuführen oder sie auszubrennen, sondern sie vertrauen auf Allah und verlassen sich darauf, dass Er sie von ihrem Leid befreit und das abwendet, was ihnen schaden könnte, und das bringt, von dem sie profitieren.“ (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah, 24/397). 

Zweitens: 

Ruqyah von einer anderen Person zu erbitten, ist nicht harām, doch es ist nicht die beste und perfekte Vorgehensweise. 

Die Gelehrten des Beständigen Komitees zur Ausgabe von Fatwas sagten: „Andere darum zu bitten, Du`ā’ für jemanden zu sprechen, und sie um die Verrichtung der Ruqyah zu bitten, ist erlaubt, doch sie nicht zu auszuführen und sie ohne andere auszuführen und diese Dinge für sich selbst zu machen ist besser.“ (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah, 24/261). 

Scheikh ibn Bāz (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Dieser Hadīth zeigt, dass es besser ist, nicht zu fragen. Ebenso wie es besser ist, das Ausbrennen nicht anzuwenden, doch wenn es einen Bedarf dafür gibt, dann ist nichts Falsches daran, um eine Ruqyah oder um die Anwendung des Ausbrennens zu bitten, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) wies `Ā’ischah an, um eine Ruqyah zu bitten, als eine Krankheit sie befallen hatte, und er wies die Mutter der Kinder von Ja’far ibn Abi Tālib (möge Allah mit ihm zufrieden sein), deren Name Asmā’ bint Umays (möge Allah mit ihr zufrieden sein) war, an, um Ruqyah für sie zu bitten. Das beweist, dass nichts Falsches daran ist, wenn Bedarf an der Ausführung einer Ruqyah besteht.“ (Majmū` Fatāwa ibn Bāz, 25/118-119). 

Drittens: 

Zu deiner Aussage „Ich habe ein schlimmes Problem, doch ich habe nicht die Geduld und die Fähigkeit, die Ruqyah bei mir selber anzuwenden“, lässt sich sagen, dass das Bitten um Ruqyah erlaubt ist, wie oben angeführt, wobei die Ruqyah keine besondere Fähigkeit erfordert. Vielmehr hat sie den gleichen Status wie ein Bittgebet (Du`ā’) und jeder kann seinen Herrn um Heilung anrufen, das ist nicht schwierig. Man kann also Ruqyah für sich selbst durchführen, indem man Sūrat al-Fātihah oder irgendeine andere Passage des heiligen Qur’āns rezitiert oder durch den Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) überlieferte Bittgebete, wie z. B. das folgende: „Allāhumma Rabb an-nās, mudhhib al-ba’s ischfi anta al-Schāfi, lā schāfiya illa anta, schifā’an lā yughādir saqaman“ (Oh Allah, Herr der Menschen, der Eine, Der von Schwierigkeiten befreit und Heilung gewährt, denn es gibt keinen Heiler außer Dir, eine Heilung, die keine Spur der Krankheit zurücklässt). (al-Bukhāri #5750; Muslim #2191). Oder: „A’ūdhu bi kalimāt Allāh al-tāmmah min kulli schaytānin wa hāmmah wa min kulli ‘aynin lāmmah“ (Ich suche Zuflucht bei den perfekten Worten Allahs, vor jedem Schaytān und jedem giftigen Insekt und vor jedem üblen Blick). (al-Bukhāri #3371) 

Muslim (#2202) und al-Tirmidhi (#2080) berichteten von `Uthmān ibn Abi-l-`Ās (möge Allah mit ihm zufrieden sein), dass er sich beim Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) über Schmerzen an seinem Körper beschwerte, seit er Muslim geworden war. Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte zu ihm: „Lege deine Hand auf den Teil deines Körpers, der schmerzt, und sage drei Mal: `Bismillāh` (im Namen Allahs). Dann sage sieben Mal: `A`ūdhu bi `izzat-illāh wa qudratihi min Scharri ma ajid wa uhādhir` (Ich suche Zuflucht bei Allah und Seiner Macht vor dem Übel dessen, was ich vorfinde und was ich fürchte).“ 

Al-Tirmidhi fügte hinzu: „Er sagte: `Ich tat es und Allah nahm mein Leiden von mir und ich sage meiner Familie und anderen immer noch, dass sie das tun sollen.`“ 

Wir bitten Allah darum, dich zu heilen, eine Heilung, nach der keine Spur der Krankheit bleibt.  

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A