Islam Fragen & Antworten

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Misstrauisch gegenüber den Absichten desjenigen sein, der einem Essen gab

 

 

Misstrauisch gegenüber den Absichten desjenigen sein, der einem Essen gab

 

Frage (Nr. 177054):

 

Wenn jemandem Essen oder Trinken von einer Person geschenkt wird, von der man aus Erfahrung oder durch objektive Beurteilung eher erwarten kann, dass sie einem schaden möchte (wie z. B. durch schwarze Magie oder in körperlicher Hinsicht), was sollte man dann tun? Ist die Ablehnung des Angebotenen ein Zeichen für mangelhaften Glauben an Allāh bzw. von Yaqīn? Wo liegen die Grenzen von Yaqīn, falls es welche gibt? Wie kann man dies im Zusammenhang damit verstehen, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) von einer jüdischen Frau vergiftet wurde und er hörte nicht auf, das vergiftete Fleisch zu essen, obwohl er erkannt hatte, dass es Gift enthielt?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Erstens:

 

Das Grundprinzip besagt, dass wir von einem Muslim nur das Beste denken und ihn nur in positivem Licht betrachten sollten hinsichtlich dessen, was er sagt und tut. Wir sollten nicht schlecht von ihm denken oder ihn verdächtigen, denn die Verdächtigung ist die schlechteste Sprache. Das gilt, solange er nichts tut, was dem entgegensteht. Der Muslim ist der Bruder seines Gefährten unter den Muslimen. Er sollte für ihn an Gutem lieben, was er für sich selbst liebt, und für ihn verabscheuen, was er für sich selbst an Schlechtem verabscheut. Wenn ein Muslim dir etwas zu Essen oder Trinken anbietet, dann lautet das Grundprinzip, dass du von ihm gut denken solltest, außer du siehst deutlich etwas, das das Gegenteil anzeigt. Einflüsterungen des Schaytān sollte keine Beachtung geschenkt werden, ebenso wenig wie Zweifeln, die nicht auf einem gesunden Beweis basieren.

 

Al-Bukhāri (#5144) und Muslim (#2563, 4917) berichteten von Abu Hurayrah, dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Hütet euch vor Verdächtigungen, denn sie sind die schlechteste Rede. Sucht nicht nach den Fehlern der anderen, spioniert einander nicht aus, wetteifert nicht miteinander, beneidet einander nicht, hasst einander nicht, wendet euch nicht voneinander ab. Seid, oh Diener Allāhs, Brüder.“

 

In `Aun al-Ma`būd (9/2195-2196) heißt es: „`Hütet euch vor Verdächtigungen` bedeutet: Hütet euch davor, Verdächtigungen zu folgen oder hütet euch vor schlechtem Denken, denn die Verdächtigung ist eine Anschuldigung, die ohne Beweis vorgebracht wird.“

 

Al-Bayhaqi berichtete in al-Schu`ab (8344), dass Ja`far ibn Muhammad sagte: „Wenn ihr etwas über euren Bruder hört, das euch nicht gefällt, dann sucht nach Entschuldigungen für ihn von den 70 Entschuldigungen. Könnt ihr eine für ihn finden, dann ist alles in Ordnung, ansonsten sagt: Vielleicht hat er eine Entschuldigung, die ich nicht kenne.“

 

Al-`Allāmah ibn Bāz (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Dem Gläubigen ist vorgeschrieben, seinen Bruder zu respektieren, wenn er eine Entschuldigung vorbringt, seine Entschuldigung zu akzeptieren, wenn das möglich ist, und von ihm so gut wie möglich positiv zu denken, sich darum zu bemühen, die Herzen freizuhalten von Ärger und sich zum Ziel zu setzen, Einheit und Zusammenarbeit im Guten herbeizuführen. Es wurde von `Umar (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass er sagte: `Denke nicht schlecht über irgendein von deinem Bruder geäußertes Wort, wenn du eine gute Interpretation dafür finden kannst.“ (Majmū` Fatāwa ibn Bāz, 26/365)

 

Deshalb iss und trink von dem, was dein Bruder dir anbietet, und achte nicht auf Verdächtigungen und Einflüsterungen. Denke nicht schlecht von ihm, außer du siehst einen klaren Beweis dafür oder du glaubst, dass es wahrscheinlich der Fall ist, auf der Grundlage von unterstützenden Beweisen, sodass es einen Grund gibt, vorsichtig zu sein.

 

Was bloße Einflüsterungen und bloßen Argwohn angeht, so besteht kein Zweifel, dass dies einem mangelhaften Glauben entspringt und dem Befolgen der Ärgernisse, die der Schaytān unter den Gläubigen zu verbreiten sucht.

 

Zweitens:

 

Sicherheit (Yaqīn) bezeichnet im Allgemeinen das Stützen einer Ansicht auf einen klaren Beweis hinsichtlich jeder theoretischen oder praktischen Angelegenheit sowie das Zerstreuen von Zweifeln und Mutmaßungen. Daher sagten die Fuqaha‘ (Gelehrte) folgende bekannte Worte: „Sicherheit kann nicht durch Zweifel aufgehoben werden.“

 

Es heißt in al-Mausū`ah al-Fiqhiyyah (45/287): „Yaqīn bedeutet vom linguistischen Standpunkt aus Wissen zu besitzen, Zweifel zu zerstreuen und zu verstehen, wie eine Angelegenheit ist. Es ist das Gegenteil von Zweifel. Man erlangt Sicherheit über eine Sache, wenn sie bewiesen wurde und deutlich wird.“

 

Yaqīn entsprechend der Gelehrten bedeutet die Sicherheit im Herzen, dass etwas geschah oder nicht geschah.

 

Drittens:

 

Es gibt keinen Beweis dafür, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) von dem vergifteten Schaf weiter aß, nachdem er erkannt hatte, dass es vergiftet war. Die von ihm berichteten Texte weisen auf das Gegenteil hin.

 

Abu Dawūd (#4512) berichtete, dass Abu Salamah sagte: „Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) pflegte Geschenke anzunehmen, doch er aß nicht von dem, was als Spende gegeben wurde.“ Und er fügte hinzu: „Eine jüdische Frau in Khaybar gab ihm ein gebratenes Schaf, welches sie vergiftet hatte, und der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) aß davon ebenso wie die Leute. Er sagte: `Hebt eure Hände (d. h. hört mit dem Essen auf), denn es wurde mir mitgeteilt, dass es vergiftet wurde.`“ (von al-Albāni als sahīh eingestuft; siehe auch al-Bukhāri #3169; Muslim #2190)

 

Al-Dārimi (#8) berichtete: „Eine jüdische Frau aus Khaybar gab ihm ein gebratenes Schaft und er aß davon ebenso wie Bischr ibn al-Bara‘. Dann hörte der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) mit dem Essen auf und sagte: `Mir wurde mitgeteilt, dass es vergiftet ist.`“

 

Gemäß al-Bazzār (#6675) sagte er: „Eines seiner Beine hat mir mitgeteilt, dass es vergiftet ist.“ So unterbrach der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) das Essen und auch diejenigen, die bei ihm waren.

 

Gemäß ibn Ishāq: „Als sie es vor ihn hinlegte, nahm er das Vorderbein und biss davon ab, doch er konnte es nicht schlucken.“ (al-Bidāyah wa-l-Nihāyah, 4/240; siehe auch Dalā’il al-Nubuwwah, 4/353)

 

Für weitere Informationen siehe bitte in den Antworten auf die Fragen #112196 und 130499.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Er leidet unter Einflüsterungen über den bösen Blick

Er leidet unter Einflüsterungen über den bösen Blick

 

Frage (Nr. 89604):

 

Wenn jemand etwas bewundert und dabei Allāh erwähnt, kann er dieser Sache dann mit dem bösen Blick schaden?

 

 

Er ist sich unsicher darüber und das verursacht viele Probleme in seinem sozialen Leben, sodass er Angst hat, andere Menschen und bestimmte Dinge anzusehen, wobei er weiß, dass er die Leute nicht um das beneidet, was sie haben, und er niemandem willentlich schaden möchte, und er gedenkt Allāhs die ganze Zeit und liest viel im Qur’ān. Ich hoffe, dass ihr eurem muslimischen Bruder diese Sorge nehmen könnte, möge Allāh euch mit Gutem belohnen.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Ich bitte Allāh darum, dir deine Schwierigkeit zu erleichtern und dir deinen Kummer zu nehmen.

 

 

Es sollte zuerst angemerkt werden, dass der Islam keine Beschwernis bringt. Vielmehr ist es eines der wichtigsten Ziele der Scharī`ah, den Menschen jede Bedrängnis zu nehmen.

 

 

Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „… Allāh will euch keine Bedrängnis auferlegen… “ (5:6).

 

 

Es ist dem Muslim nicht gestattet, auf den Schaytān zu hören und ihn sein Leben mit Zweifeln, Waswās und Paranoia füllen zu lassen, denn wenn er das tut, wird er sich in dieser Welt verlieren und nichts für das Jenseits gewinnen. Solche Einflüsterungen (Waswās) sind nichts anderes als Tricks des verfluchten Satans, der den Gläubigen Kummer verursachen will. Und Allāh ist der beste Beschützer und der Barmherzigste aller Barmherzigen.

 

 

Du musst diesen Einflüsterungen eine Ende setzen und den schlechten Gedanken keine Aufmerksamkeit schenken. Es ist ausreichend für dich, wenn du die in der Scharī`ah empfohlenen Dhikr sprichst, sobald du etwas Gutes siehst. Allāh wird es vor dem bösen Blick schützen und vor dem zerstörerischen Neid (Hasad). Das Gedenken an Allāh (Dhikr) und der böse Blick oder Neid können nicht nebeneinander existieren.

 

 

Es wurde von Abu Umāmah ibn Sahl ibn Hanīf berichtet, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Warum erbittest du keinen Segen, denn der böse Blick ist real.“ (Mālik in al-Muwatta‘, 2/938; von al-Albāni in al-Silsilah al-Sahīhah, 6/149, als sahīh eingestuft)

Al-Zarqāni sagte in Scharh al-Muwatta‘ (4/320): „Damit ist gemeint: Warum hast du nicht gesagt `Bārak Allāhu fīk (möge Allāh dich segnen)` und das hätte die Befürchtung des bösen Blicks ausgeräumt und seine Auswirkungen genommen.“

 

 

Es wurde von `Abd-Allāh ibn `Āmir ibn Rabī`ah von seinem Vater (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sagte: „Wenn einer von euch bei sich selbst oder seinem Bruder etwas bemerkt, das er mag, dann soll er um Segen bitten, denn der böse Blick ist real.“ (al-Hākim in al-Mustadrak, 4/240; er sagte: „Der Isnād des Hadīth ist sahīh, obwohl sie – al-Bukhāri und Muslim – ihn nicht verzeichneten. Al-Dhahabi stimmte mit ihm überein. Von al-Albāni in Sahīh al-Jāmi`#556 als sahīh eingestuft.)

 

 

Es heißt in al-Mausū`ah al-Fiqhiyyah (13/31): „Das zeigt, dass der böse Blick keinen Schaden verursachen kann, wenn sein möglicher Verursacher Segnungen ausspricht. Es ist jedem, der etwas bewundert, empfohlen, Segnungen auszusprechen, denn wenn er um Segen bittet, wird der Schaden unweigerlich abgewendet. Das Aussprechen von Segnungen heißt: Tabārak Allāh ahsan al-Khāliqīn, Allāhumma bārik fihi (Gesegnet sei Allāh, der Beste der Schöpfer, oh Allāh segne es).“

 

 

Al-Nawawi sagte: „Es ist mustahabb für denjenigen, der mit dem bösen Blick schaden könnte, um Segen für jenen zu beten, dem geschadet werden könnte, und zu sagen: Allāhumma bārik wa lā tadurrahu (Oh Allāh segne und schade ihm nicht) sowie MaschaAllāh lā quwwata illa Billāh (Wie Allāh will, es gibt keine Macht außer bei Allāh).“

 

 

Al-Hāfiz ibn Hajar sagte in Fath al-Bāri (10/205): „Wer etwas bewundert, soll schnell darum bitten, dass dieses gesegnet wird. Das wird eine Ruqyah von ihm sein.“

 

 

In Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah (1/547) heißt es: „Die Heilung für denjenigen, der Schaden durch den bösen Blick verursachen könnte, wenn er etwas sieht, das er begehrt, ist das Gedenken an Allāh und das Bitten um Segen.“

 

 

Scheikh al-Fauzan sagte in al-Muntaqa (1/Frage #87): „Wenn derjenige, der Schaden durch den bösen Blick verursachen könnte, befürchtet, dass er der Sache, die er ansieht, schaden könnte, soll er sagen: Allāhumma bārik `alayhi (Oh Allāh, segne es). Ähnlich ist es auch mustahabb für ihn zu sagen: MaschaAllāh lā quwwata illa Billāh (Wie Allāh will, es gibt keine Macht außer bei Allāh), denn es wurde von Hischām ibn `Urwah von seinem Vater berichtet, dass er, wenn er etwas sah, das er mochte, oder wenn er einen seiner Gärten betrat, sagte: MaschaAllāh lā quwwata illa Billāh (Wie Allāh will, es gibt keine Macht außer bei Allāh).“

 

 

Wenn derjenige, der mit dem bösen Blick Schaden verursachen könnte, immer diesen Dhikr spricht, dann wird er den Schaden abwenden inschaAllāh.

 

 

Es heißt in Fatāwa al-Scheikh `Abd al-Karīm al-Khudayr (5): „Der Muslim sollte nicht zulassen, dass Zweifel, Einbildungen, Verdächtigungen und übertriebene Angst vor dem bösen Blick ihn überwältigen, sodass er psychische Krankheiten oder Ähnliches erleidet. Er sollte gut von Allāh, dem Erhabenen, denken und verstehen, dass alles, was ihn trifft, ihn nur durch den Willen Allāhs trifft. So soll er sich also Allāh zuwenden, denn Allāh allein ist in der Lage, Schaden abzuwenden und Erleichterung zu bringen.“

 

 

Wenn du etwas siehst, das dir gefällt, dann bitte Allāh um Segen und beachte daneben nichts. Allāh wird diese Sache wegen deines Du`ā‘ beschützen und den Schaden davon abwenden. Fürchte dich nicht weiter, denn das ist es nicht, was Allāh für Seine Diener will. Bemühe dich auch darum, in allen Dingen den Willen Allāhs zu erkennen, denn Er besitzt gewaltige Weisheit und Er gibt und hält zurück, erniedrigt und erhöht und niemand kann Sein Urteil ablehnen (vgl. 13:41) und niemand kann Seine Worte ändern (vgl. 6:115).

 

 

Oh Diener Allāhs, denke immer daran, dass diese Welt und alles, was auf ihr ist, zu unbedeutend sein sollte für die Menschen, um sich gegenseitig zu beneiden und einander Unrecht zu tun, wie al-Mutanabbi sagte: „Was das Herz begehrt ist zu unbedeutend für die Menschen, als dass sie einander Unrecht tun oder einander zerstören sollten, um es zu erlangen.“

 

 

Das wird auch durch die folgenden Worte des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) bestätigt: „Warum sollte einer von euch seinen Bruder töten?“ (Imām Mālik #1746; Ahmad #15550 und andere).

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Das Leben satt haben

Das Leben satt haben

 

Frage (Nr. 41703):

 

Ich bin ein junger Mann, der das Leben in dieser vorübergehenden Welt satt hat. Ich bin davon gelangweilt und ermüdet.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Es gibt viele Gründe, diese Welt zu hassen. Es gibt manche Leute, die diese vorübergehende Welt verabscheuen und sich nach dem sehnen, was an Lohn bei Allāh ist, und die darauf hoffen, Allāh zu treffen. Daher sagten einige der Salaf: „Das Geschenk des Gläubigen ist der Tod.“ Denn dieser verabscheut diese Welt und sein Herz ist dem Jenseits zugeneigt. Doch trotz seiner Abneigung gegen dieser Welt erfüllt er seine Pflichten Allāh und Dessen Dienern gegenüber und er bemüht sich um das Gute, soviel er kann, in Übereinstimmung mit den Worten Allāhs (ungefähre Bedeutung): „und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit (der Tod) zu dir kommt.“ (15:99).

 

Es gibt auch einige Leute, die diese Welt verabscheuen, aber nicht wegen des Jenseits, sondern weil sie glauben, dass ihr Anteil daran sehr gering ist und dass andere es besser haben als sie. Zweifellos ist dies eine Art der Unzufriedenheit mit dem Willen und der Bestimmung Allāhs, denn Allāh ist Derjenige, Der den Segen gewährt und die Versorgung bemisst. So sagt Er (ungefähre Bedeutung): „Und würde Allāh Seinen Dienern die Versorgung großzügig zuteilen, würden sie auf der Erde Ungerechtigkeit verüben. Aber Allāh lässt im richtigen Maß herabkommen, was Er will. Er hat Kenntnis von Seinen Dienern und sieht sie wohl.“ (42:27).

 

Einige Menschen hassen diese Welt, weil sie in großem Umfang mit Prüfungen, Schwierigkeiten und Erschöpfung konfrontiert werden. Ganz gewiss verstehen solche Menschen nicht das wahre Wesen dieser Welt. Denn diese ist ein Ort des Bemühens und der Prüfung, ein Ort der Schwierigkeit und Erschöpfung, insbesondere für den rechtschaffenen Gläubigen, der mit allen Arten der Versuchung konfrontiert wird, wodurch Allāh seine Sünden auslöscht und seinen Status erhöht. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):

 

„Wir haben den Menschen ja (zu einem Leben) in Mühsal erschaffen.“ (90:4)

 

„Meinen die Menschen, dass sie in Ruhe gelassen werden, (nur) weil sie sagen: „Wir glauben“, ohne dass sie geprüft werden? Wir haben bereits diejenigen vor ihnen geprüft. Allāh wird ganz gewiss diejenigen kennen, die die Wahrheit sprechen, und Er wird ganz gewiss die Lügner kennen.“ (29:2-3)

 

„Nimmer wird Allāh die Gläubigen in dem (Zustand) belassen, in dem ihr euch befindet, bis Er das Schlechte vom Guten gesondert hat. Und nimmer wird Allāh euch Einblick in das Verborgene gewähren, doch Allāh erwählt von Seinen Gesandten, wen Er will. So glaubt an Allāh und Seine Gesandten! Und wenn ihr glaubt und gottesfürchtig seid, dann wird es für euch großartigen Lohn geben.“ (3:179)

 

„Und Wir werden euch ganz gewiss mit ein wenig Furcht und Hunger und Mangel an Besitz, Seelen und Früchten prüfen. Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften (al-Sābirūn), die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: „Wir gehören Allāh, und zu Ihm kehren wir zurück.“ Sie sind es, denen Segnungen (Salawāt) von ihrem Herrn und Erbarmen zuteilwerden, und sie sind die Rechtgeleiteten.“ (2:155-157).

 

Mein lieber Bruder, in welche dieser Kategorien gehörst du?

 

Erinnere dich daran, wie der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) geprüft wurde. Sein Volk zeigte sich ihm feindselig und die ihm Nahsten stellten sich ihm entgegen. Einige Leute verleumdeten, andere verfolgten ihn. Er wurde aus seiner Heimat vertrieben und unterlag einem strengen Boykott. Die Kuffār sammelten sich, um ihn zu töten, und seine Frau Khadījah (möge Allāh mit ihr zufrieden sein) starb während dieser äußerst schwierigen Zeit. Manchmal vergingen ein oder zwei Monate, ohne dass er etwas anderes zu essen fand als Datteln und Wasser. All dies geschah, obwohl er der Prophet Allāhs war und Sein Gesandter, dem Allāh Seine Offenbarung anvertraute. All dies geschah, obwohl er der Inhaber der Position des Lobes und der Ehre (al-Maqām al-Mahmūd) war sowie des Beckens (al-Haud), zu dem seine Ummah am Tag der Auferstehung kommen wird. All dies geschah, obwohl seine Sünden, vergangene wie auch zukünftige, bereits vergeben waren.

 

Was ist mit uns, mit all unseren Sünden und Verfehlungen?

 

Ich rate dir zu Folgendem:

 

Erstens:

 

Verrichte viel Du`ā‘, flehe Allāh an und nähere dich Ihm durch verschiedene Arten des Gottesdienstes, wie z. B. durch das Gebet, die Zakāh, Fasten usw. Bitte Allāh, das zu entfernen, was an Ärger, Trauer etc. in deinem Herzen ist und dir Erleichterung zu gewähren. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):

 

„(Es sind) diejenigen, die glauben (an Allāhs Einheit, den islamischen Monotheismus) und deren Herzen im Gedenken Allāhs Ruhe finden. Sicherlich, im Gedenken Allāhs finden die Herzen Ruhe!“ (13:28)

 

„Diejenigen, die gottesfürchtig sind, – wenn ihnen eine Anwandlung vom Satan widerfährt, bedenken sie, und da werden sie sogleich einsichtig.“ (7:201).

 

Zweitens:

 

Verstehe, dass alles, was Allāh für Seinen gläubigen Diener bestimmt, gut ist. Wie schwierig das Leben auch werden mag, Allāhs sind alle Dinge in den Himmeln und auf der Erde. Lenke die Dinge zwischen dir und Allāh also in die richtige Bahn und Allāh wird dir genügen, sodass du unabhängig von den Menschen bist.

 

Drittens:

 

Deine Depression und Müdigkeit kann durch etwas entstanden sein, das du verpasst und nicht beansprucht oder erlangt hast. In diesem Fall solltest du wissen, dass der Mensch oftmals etwas hinterherjagt, in dem sein Verderben liegt, ohne dass er es erkennt, und oftmals trauert er etwas hinterher, was er wollte und nicht bekam, doch er weiß nicht, dass es für ihn, wenn er es erlangt hätte, einen Verlust sowohl in seinen spirituellen als auch seinen weltlichen Angelegenheiten verursacht hätte. Akzeptiere also den Willen und die Bestimmung Allāhs und erbitte die Hilfe Allāhs und fühle dich nicht hilflos.

 

Viertens:

 

Überprüfe dein Herz und deine Gedanken sowie deine Beziehung zu Allāh eingehend, denn jemandem kann die Versorgung aufgrund seiner Sünden versagt werden.

 

Fünftens:

 

Vielleicht hast du persönliche oder familiäre Probleme, die du zuerst lösen solltest. Erflehe auch hier an erster Stelle die Hilfe Allāhs, dann wende dich an Leute, die mit solchen Problemen Erfahrung haben.

 

Sechstens:

 

Denke daran, dass die am meisten geprüften Menschen die Propheten waren, dann die Nächstbesten und die Nächstbesten. Es ist in al-Musnad durch den Hadīth von Mus`ab ibn Sa`d belegt, dass dessen Vater sagte: Ich fragte: „Oh Gesandter Allāhs, welche Menschen werden am härtesten geprüft?“ Er antwortete: „Die Propheten, dann die Rechtschaffenen, dann die Nächstbesten, dann die Nächstbesten der Menschen. Ein Mann wird entsprechend der Stärke seines Glaubens geprüft. Wenn sein Glaube fest ist, wird die Prüfung stärker gemacht, wenn im Glauben eine Schwäche da ist, so wird die Prüfung leichter gemacht. Und der Gläubige bekommt solange Prüfungen, bis er auf der Erde läuft, ohne dass auf ihm eine Sünde lastet”. (Musnad al-Imām Ahmad, #1481; Scheikh Schu`ayb al-Arna`ūt sagte: Der Isnād ist hasan. Er wurde von al-Albāni in Sahīh al-Jāmi` #992 als sahīh klassifiziert)

 

Siebtens:

 

Bleibe beständig im Gebet um Vergebung und im Gottesdienst. Das ist besser für dich, als alle weltlichen Schritte, die du unternehmen kannst, unabhängig davon, wie groß und wie viele es sein mögen. Das wird dir dein Leid erleichtern. Es wurde in einigen Überlieferungen berichtet, dass Allāh demjenigen, der beharrlich um Vergebung betet, einen Ausweg aus jeder Lage verschafft und ihm Versorgung aus Quellen gewährt, an die er niemals dachte.

 

Fahre deshalb damit fort, Allāh zu dienen und handle in Übereinstimmung mit den Worten Allāhs (ungefähre Bedeutung):

 

„und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit (der Tod) zu dir kommt.“ (15:99)

 

„Und richte nur nicht deine Augen auf das, was Wir manchen von ihnen (den Polytheisten und Ungläubigen an die Einheit Allāhs) paarweise als Nießbrauch gewähren – den Glanz des diesseitigen Lebens -, um sie darin der Versuchung auszusetzen. Die Versorgung deines Herrn ist besser und beständiger.“ (20:131).

 

Möge Allāh uns und dir helfen, das zu tun und zu sagen, was gut und richtig ist.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Beweggründe für Erfolg und das Beseitigen von Misserfolg

 

Beweggründe für Erfolg und das Beseitigen von Misserfolg

 

Frage (Nr. 85362):

 

Welches sind die Beweggründe, die einige Leute für die Beseitigung von Misserfolg haben?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Der Begriff „Misserfolg“ an sich reicht aus, um uns davon abzuschrecken und um Erfolg zu bemühen, unabhängig vom materiellen Gewinn, den man als Ergebnis davon erhält, denn „Misserfolg“ ist ein Wort, das Verlust und Mangel beinhaltet, wohingegen „Erfolg“ ein Wort ist, das Perfektion und Lob beinhaltet.

 

Misserfolg und Erfolg sind zwei Seiten derselben Münze, obwohl sie einander auf den ersten Blick zu widersprechen scheinen. Doch tatsächlich sind sie miteinander verbunden, wenn man näher darüber nachdenkt, basierend auf der Erfahrung und dem realen Leben.

 

Erfolg ist der Weg in diesem Leben, den Allāh als Ziel für jeden Gläubigen wünscht. Er hat das Universum erschaffen und es diesem Ziel untertan gemacht. Er, gepriesen ist Er, hat es dem Menschen auferlegt zu glauben und ihn aufgefordert, sich Ihm in voller Unterwerfung zu ergeben, da er nichts anderes sein kann als ein Diener Allāhs. Das hat Er zum Zweck der Schöpfung gemacht, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): „Und Ich (Allāh) habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.“ (51:56).

 

Und Er hat demjenigen, der beim Befolgen dieses Weges stirbt, versprochen, dass er zu den Erfolgreichen gehören wird und andere werden die Verlierer sein: „Wer dann dem (Höllen-) Feuer entrückt und in den (Paradies-) Garten eingelassen wird, der hat fürwahr einen Erfolg erzielt.“ (3:185).

 

Erfolg ist also die Geschichte des Lebens, der Zweck, für den Allāh dieses Universum erschuf. Er entsandte die Gesandten und offenbarte die Bücher nur, um die Menschen zum wahren Erfolg vor Allāh aufzurufen. Er hat bestimmte Angelegenheiten festgelegt, um uns dazu zu motivieren, nach dem Erfolg im Diesseits und im Jenseits zu streben:

 

-           Er bestimmte ewige und fortwährende Freude für diejenigen, die den Test des Glaubens und der vollen Unterwerfung bestehen und die an diesem Weg festhalten und dabei sterben: „Was nun jemanden angeht, dem dann sein Buch in seine Rechte gegeben wird, der wird sagen: „Ihr da, lest mein Buch. Ich glaubte ja, dass ich meiner Abrechnung begegnen werde.“ So wird er in einem zufriedenen Leben sein, in einem hohen Garten, dessen Pflückobst herabhängt. `Esst und trinkt als wohlbekömmlich für das, was ihr früher in den vergangenen Tagen getan habt.`“ (69:19-24).

 

-           Der Qur’ān beschreibt den Zustand derjenigen, die es ablehnen, dem Weg des Erfolgs zu folgen, und die darauf bestehen, dem Weg des Übels und der Irre zu folgen, sowie ihre Situation an dem Tag, wenn die Resultate gezeigt werden, und es wird bekannt sein, wer erfolgreich war und wer versagte: „Was aber jemanden angeht, dem sein Buch in seine Linke gegeben wird, der wird sagen: `O wäre mir doch mein Buch nicht gegeben worden! Und wüsste ich nicht, was meine Abrechnung ist! O wäre dies doch nur das Ende (meines Lebens)! Nicht nützt mir mein Besitz. Vernichtet ist meine Macht(fülle).`“ (69:25-29).

 

-           Allāh, erhaben ist Er und gepriesen, bestimmte in dieser Welt ein gutes Leben für denjenigen, der dem Weg des Erfolges folgt (ungefähre Bedeutung): „Wer rechtschaffen handelt, sei es Mann oder Frau, und dabei gläubig (an den islamischen Monotheismus) ist, den werden Wir ganz gewiss ein gutes Leben leben lassen (in dieser Welt, mit Respekt, Zufriedenheit und einer erlaubten Versorgung). Und Wir werden ihnen ganz gewiss mit ihrem Lohn das Beste von dem vergelten, was sie taten (d. h. das Paradies im Jenseits).“ (16:79).

 

Ibn Kathīr (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Dies ist ein Versprechen von Allāh für denjenigen, der rechtschaffene Taten verrichtet, nämlich dass Allāh ihm ein gutes Leben in dieser Welt gewähren wird, und ein gutes Leben beinhaltet alle Arten der Annehmlichkeiten und Freude. Es wurde von ibn `Abbās und anderen berichtet, dass sie dies so verstanden, dass es sich auf eine gute, halāl Versorgung bezieht, und es wurde von `Ali ibn Abi Tālib (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass er es mit der Bedeutung von Zufriedenheit verstand. `Ali ibn Abi Talhah sagte, von ibn `Abbās berichtend, dass es Glückseligkeit bedeutet. Die korrekte Ansicht ist, dass ein gutes Leben all diese Dinge beinhaltet.“ (Tafsīr al-Qur’āni-l-`Azīm 4/601)

 

Auf diese Art sollte der Muslim durchs Leben gehen. Wer basierend auf diesem Verständnis startet, wird unweigerlich zu Erfolg und Leistung in allen seinen Angelegenheiten geführt, sowohl im religiösen als auch im weltlichen Sinne, denn der Gläubige weiß, dass  von ihm gefordert wird, Wahrheit und Gerechtigkeit in dieser Welt zu etablieren, wie Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Wir haben ja Unsere Gesandten mit den klaren Beweisen gesandt und mit ihnen die Schrift und die Waage herabkommen lassen, damit die Menschen für die Gerechtigkeit eintreten. …“ (57:25).

 

Der Erfolg des Individuums ist Teil des Erfolges der Ummah bei der Erreichung von Gerechtigkeit und Fairness.

 

Und der Gläubige vernimmt auch die Worte des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm), der sagte: „Allāh liebt es, dass, wenn einer von euch etwas tut, er es gut verrichtet.“ (Abu Ya’la, 7/349; von al-Albāni auf der Basis unterstützender Berichte in al-Silsilah al-Sahīhah #1113 als hasan klassifiziert). Die Dinge gut zu machen, ist eine der Säulen des Erfolgs.

 

Diese Motive sind solche, die den Gläubigen darauf vorbereiten, die höchsten Stufen des Erfolgs zu erlangen. Er bemüht sich stetig, seine Talente weiterzuentwickeln, nützliche Fähigkeiten zu erlangen und sich selbst auf erzieherischer, moralischer, sozialer und wirtschaftlicher Ebene zu bilden. Er weiß, dass der sich bemühende und erfolgreiche Gläubige besser ist als der, der nachlässig und faul ist, welcher nichts als Verlust durch seine Faulheit verdient, sowohl in weltlicher wie auch in religiöser Hinsicht.

 

Es wurde von Abu Hurayrah (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der starke Gläubige ist besser und bei Allāh beliebter als der schwache Gläubige, doch in beiden liegt Gutes. Bemüht euch daher, das zu tun, was euch nutzt, und erstrebt die Hilfe Allāhs und seid nicht hilflos. Wenn euch etwas trifft, dann sagt nicht: `Hätte ich doch das und das getan, dann wäre das das und das geschehen`, sondern sagt: `Allāh hat es bestimmt und was Er will, tut Er.` Denn das `hätte` öffnet die Tür für das Wirken des Schaytān.“ (Muslim #2664)

 

 

Ibn al-Qayyim (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Dieser Hadīth beinhaltet verschiedene wichtige Glaubensprinzipien, einschließlich der folgenden: Die Glückseligkeit eines Menschen liegt im Streben nach dem, was ihm in diesem Leben und im Jenseits nutzt, und dieses Streben bedeutet, die Anstrengungen zu verstärken und das Beste zu versuchen. Denn das Bemühen eines Menschen und die Tat können nur durch die Hilfe Allāhs erfolgen und durch Seinen Willen und Seine Unterstützung. Er hat ihm befohlen, Seine Hilfe zu erbitten, sodass er in Übereinstimmung mit der Bedeutung des folgenden Verses handeln kann (ungefähre Bedeutung): „Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe.“ (1:5). Sein Bemühen um das, was ihm nutzt, ist eine Handlung der Anbetung Allāhs, welche nur mit Seiner Hilfe verrichtet werden kann. So hat Er ihm befohlen, Ihm zu dienen und Seine Hilfe zu erstreben.

 

Dann sagte er: „und seid nicht hilflos“, denn das Gefühl der Hilflosigkeit steht im Gegensatz zum Bemühen um das Nutzvolle, und es steht im Widerspruch zum Erflehen der Hilfe von Allāh. Wer sich um das für ihn Nützliche bemüht und die Hilfe Allāhs erfleht, ist anders als derjenige, der sich hilflos fühlt. Dies informiert ihn also darüber, dass das Bemühen um etwas gemeinsam mit dem Erflehen der Hilfe von Dem, in Dessen Hand die Kontrolle aller Dinge liegt, von Dem wir kommen und zu Dem wir zurückkehren, vor dem, was bestimmt wurde, stattfindet und es ist eines der stärksten Mittel, um es zu erreichen. Bekommt er das nicht, was eben für ihn nicht bestimmt wurde, dann kann er eines von zwei Dingen empfinden: Zum einen Hilflosigkeit, welche dem Schaytān die Tür für seine Arbeit öffnet. Denn seine Art der Hilflosigkeit lässt ihn sagen „hätte“, doch es gibt in diesem Fall nichts Gutes an einem „hätte“, sondern das öffnet die Tür zu Schande, Panik, Unzufriedenheit, Bedauern und Ärger, was alles zum Werk des Schaytān gehört. Daher verbot der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) es uns, auf diese Art dem Schaytān das Tor zu öffnen, und er ermahnte uns, die zweite Alternative anzunehmen, nämlich auf die göttliche Bestimmung zu schauen und im Kopf zu behalten. Denn wenn es für ihn bestimmt war, dann hätte es ihn niemals verfehlen können, und niemand hätte ihn davor bewahren können. Daher sagte er: „Wenn euch etwas trifft, dann sagt nicht: `Hätte ich doch das und das getan, dann wäre das und das geschehen`, sondern sagt: `Allāh hat es bestimmt und was Er will, tut Er.`“ Und er lehrte ihn das, was ihm in jedem Fall nützt, ob er nun das bekommt, was er möchte, oder nicht. Deshalb ist dieser Hadīth für jeden Menschen essentiell wichtig.“ (Schifa’ al-`Alīl 37-38)

 

Mit diesem Gedanken kann man jedes Hindernis überwinden und jeden Misserfolg und es gibt nichts, was man nicht erreichen kann. Es gibt keine Beschränkungen für die Hoffnung und kein Ende des Strebens und der Entschlossenheit.

 

Vielmehr kann der Mensch erkennen, dass Misserfolg ein Zeichen desjenigen ist, der sich abmüht. Denn nur derjenige, der sich bemüht, ist auch derjenige, dem es misslingen kann. Derjenige aber, der nichts tut und faul ist, wird weder versagen noch Erfolg haben. Bemühungen müssen eines Tages zwangsläufig zu Erfolg führen, selbst wenn es ein langer Weg bis dorthin ist. Er sollte einen Misserfolg als Schritt in Richtung des Erfolgs werten, daraus die Gründe für Fehler lernen und versuchen, sie zu bewältigen und zu korrigieren, sodass er stärker als vorher wird, bis er das Ziel erreicht, nach dem er strebt.

 

Das Tor der Reue, welches Allāh, erhaben ist Er, für jene geöffnet hat, die Fehler machen und versagen, ist ein weiterer Anreiz, um Misserfolge zu bewältigen und zu Erfolg zu gelangen, insbesondere wenn derjenige, der versagt hat, aus seiner Erfahrung lernt. Einer der Salaf sagte: „Eine Sünde, durch die Demut und Bedauern entstehen, ist besser als eine Handlung des Gehorsams, die Selbstverliebtheit und Arroganz hervorruft. Letztendlich verbleibt mit all diesen Beweggründen zur Erreichung des Erfolgs und zum Bewältigen des Versagens keine Entschuldigung für Untätigkeit oder Faulheit. Der Weg ist einfach und alles, was er von dir erfordert, ist etwas Entschlusskraft, Willensstärke und Intelligenz.

 

Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Jeder meiner Ummah wird das Paradies betreten außer jenen, die sich weigern.“ (al-Bukhāri #7280)

 

Siehe auch in der Antwort zu Frage #22704.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A


Ist meine Heirat vorherbestimmt? Ändern Gehorsam und Sünde die göttliche Bestimmung?

 

Ist meine Heirat vorherbestimmt?

Ändern Gehorsam und Sünde die göttliche Bestimmung?

 

Frage (Nr. 83424):

 

Hat Allāh für jeden vorherbestimmt, wen er heiraten wird? Spielen Sünde und Gehorsam eine Rolle bei der Änderung der göttlichen Bestimmung?

 

Ich mag ein Mädchen, das religiös bemüht ist und einen guten Charakter hat, doch sie mag mich nicht. Ist es mir erlaubt, Allāh darum zu bitten, dass sie mich mag und meine Frau wird?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Erstens:

 

Die göttliche Bestimmung bedeutet, dass Allāh alle Dinge bestimmt hat und Er weiß, dass sie zu Zeiten geschehen, die Ihm bekannt sind, auf die ihnen bestimmte Art, wie Er es niedergeschrieben und festgelegt hat. Sie werden so eintreten, wie Er es ihnen bestimmte und wie Er sie erschuf.

 

Der Glaube an die göttliche Bestimmung ist eine der Säulen des Glaubens, ohne die der Glaube des Menschen nicht gültig ist, und der Glaube an die göttliche Bestimmung ist nicht gültig, außer der Muslim glaubt an dessen folgende vier Prinzipien:

 

1.         Der Glaube, dass Allāh alle Dinge im Allgemeinen und im Detail seit Ewigkeiten weiß und dass noch nicht einmal ein Atom vor Ihm im Himmel oder auf der Erde verborgen werden kann.

 

2.         Der Glaube, dass Allāh all das auf al-Lauh al-Mahfūz niederschrieb, 50.000 Jahre bevor Er die Himmel und die Erde erschuf.

 

3.         Der Glaube an den geltenden Willen Allāhs und an Seine allumfassende Macht. Nichts geschieht in diesem Universum, gut oder schlecht, außer durch Seinen Willen, gepriesen ist Er.

 

4.         Der Glaube, dass alles von Allāh erschaffen wurde. Er ist der Schöpfer aller Dinge und der Schöpfer ihrer Eigenschaften und Handlungen.

 

Für weitere Details dazu siehe bitte in den Antworten zu den Fragen #49004 und 34732.

 

Diese Informationen werden dir näherbringen, dass Allāh schon vor Ewigkeiten bestimmt hat, wer deine Familie sein wird, wer deine Ehefrau und deine Kinder. Alles, was bisher in diesem Universum geschah und noch geschehen wird, wurde von Allāh bestimmt. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung):

 

„Gewiss, Wir haben alles in (bestimmtem) Maß (mit Qadar – der göttlichen Vorbestimmung aller Dinge vor ihrer Erschaffung, wie im Buch der Bestimmung – al-Lauh al-Mahfūz – niedergeschrieben wurde) erschaffen.“ (54:49).

 

Zweitens:

 

Das bedeutet nicht, dass der Mensch auf dieser Welt keinen Willen besäße oder dass er sich nicht um Glück und Gesundheit bemühen sollte. Allāh hat die Mittel zur Erlangung jeder Sache erschaffen. Wer ein Kind möchte, muss heiraten. Wer im Jenseits zufrieden sein möchte, muss sich hart darum bemühen und dem Weg der Rechtleitung folgen. Wer vermögend sein möchte, muss arbeiten.

 

Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wisse, dass jeder zu dem geleitet wird, für das er erschaffen wurde. Wer einer der Leute des Glücks sein soll, wird zu den Taten der Leute des Glücks geleitet, und wer zu den Verlorenen gehören soll, wird zu den Taten der Leute des Verderbens geleitet.“ (übereinstimmend angenommen)

 

Allāh informiert niemanden über die Einzelheiten dessen, was mit ihm geschehen wird, sei es gut oder schlecht. Daher muss jeder sich um das Gute bemühen und sich von Schädlichem fernhalten. Es ist nicht intelligent, einem Weg zu folgen, der zu dem Gegenteil von dem führt, was man erlangen möchte, und dann zu sagen: „Ich werde niemals etwas erreichen, außer dem, was für mich bestimmt wurde.“ Niemand sollte in seinem Haus sitzen und sagen: „Ich werde keine Versorgung erhalten außer dem, was für mich bestimmt wurde.“ Niemand sollte verdorbene Speise essen und dann sagen: „Nichts wird mir geschehen außer dem, was Allāh für mich bestimmt hat.“ Würde irgendjemand so etwas tun oder sagen, dann würde er zutreffend als geisteskrank betrachtet werden.

 

Was nun insbesondere die Heirat anbelangt, so weiß der Muslim, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) den religiös Bemühten zur Heirat ermutigte. Das bedeutet, dass er sich darum bemühen und nach einem Partner suchen sollte, der ebenfalls religiös engagiert ist. Kein intelligenter Mensch würde sagen: „Ich werde das nicht versuchen“, denn wenn ihm eine Frau angeboten wird, die geistig zurückgeblieben oder sehr hässlich oder zu alt oder von schlechtem Charakter ist, dann würde er sie nicht als Ehefrau wollen. Er würde auch nicht sagen, dass er die erste Frau heiraten wird, die er sieht oder die ihm angeboten wird. Das unterstützt unsere Aussage, dass er sich von einigen Frauen abwenden, über andere nachdenken und bei wieder anderen zögern würde. Wenn er dann – nachdem er sich umgeschaut, nachgedacht, bei anderen Rat gesucht und Istikhārah gebetet hat – eine für ihn passende Frau auswählt, wird er wissen, dass das von Allāh Bestimmte eintrifft, so wie das nicht von Allāh Bestimmte eben nicht eintrifft. Er sollte hoffen, dass sein Herr ihn rechtleitet und für ihn das bestimmt, was am besten für ihn ist und Allāh am liebsten. Wenn es dann geschieht und sein Herr bestimmt, dass es ihm gegeben oder von ihm ferngehalten werden soll, sei es in Übereinstimmung mit seinen Wünschen oder nicht, soll er gut von seinem Herrn denken und anerkennen, dass Allāh nur das Gute für Seinen dankbaren, geduldigen, gläubigen Diener bestimmt. Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wie wunderbar ist die Angelegenheit für den Gläubigen, denn alle seine Angelegenheiten sind gut und dies trifft nur auf den Gläubigen zu. Wenn ihm etwas Gutes geschieht, ist er dankbar und das ist gut für ihn. Und wenn ihm etwas Schlechtes geschieht, ist der geduldig und das ist gut für ihn.“ (Muslim #2999)

 

Siehe auch in der Antwort zu Frage #1804.

 

Drittens:

 

Was die Auswirkungen von Gehorsam und Sünde auf die Änderung der göttlichen Bestimmung anbelangt, musst du wissen, dass das, was auf al-Lauh al-Mahfūz niedergeschrieben wurde, niemals geändert werden kann. Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der Stift wurde gehoben und die Seiten sind getrocknet.“ (von al-Tirmidhi als sahīh eingestuft #2516; aus dem Hadīth von ibn `Abbās)

 

Für die Seiten, die in den Händen der Engel sind, kann Allāh Seinen Engeln befehlen, diese aufgrund einer gottesdienstlichen Handlung des Muslims zu ändern oder wegen einer Sünde, die er begeht. Doch am Ende wird es nichts anderes sein als das, was vor Ewigkeiten für ihn bestimmt wurde. Dies wird durch den folgenden Vers belegt (ungefähre Bedeutung): „Allāh löscht aus, was Er will, und lässt bestehen (was Er will); und bei Ihm ist der Kern des Buches (al-Lauh al-Mahfūz).“ (13:39).

 

Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) ermahnte uns, solche gottesdienstlichen Handlungen vorzunehmen, die die Lebenszeit eines Menschen erhöhen, wie z. B. das Aufrechterhalten der Verwandtschaftsbande, und er sagte, dass das Du`ā’ die göttliche Bestimmung zurückdrängt. Das bedeutet, dass Allāh von Anfang an weiß, dass Sein Diener So-und-So diese gottesdienstliche Tat ausführen würde, und so bestimmte Er ihm ein langes Leben oder eine gesegnete Versorgung. Andersherum kann jemand eine Sünde begehen, wegen der ihm die Versorgung entzogen wird, und Allāh wusste das und bestimmte es vor Ewigkeiten für ihn und legte es entsprechend Seinem Wissen fest. Allāh zwingt niemanden, Ihm zu gehorchen oder ungehorsam zu sein.

 

Der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) fasste dies in einem Hadīth zusammen: Es wurde berichtet, dass Thaubān sagte: Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Nichts verlängert die Lebenszeit außer Rechtschaffenheit und nichts ändert die göttliche Bestimmung außer Du`ā’ und ein Mann kann seiner Versorgung durch eine Sünde beraubt werden, die er begeht.“

 

Al-Busayri sagte in Misbāh al-Zujājah (#33): „Ich befragte unseren Scheikh Abu-l-Fadl a-`Irāqi (möge Allāh ihm barmherzig sein) über diesen Hadīth und er sagte: `Er ist hasan.`“

 

Er wurde auch von al-Albāni in Sahīh ibn Mājah als sahīh eingestuft.

 

Es wurde von Anas ibn Mālik berichtet, dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer seinen Rizq (Versorgung) erhöht und seine Lebensspanne verlängert haben möchte, der sollte die Verwandtschaftsbande aufrechterhalten.“ (al-Bukhāri #5640; Muslim #2557)

 

Al-Tabarāni berichtete mit einem Isnād von Abu `Uthmān al-Nahdi, dass `Umar ibn al-Khattāb beim Umkreisen der Ka`bah weinte und sagte: „Oh Allāh, wenn Du bestimmt hast, dass ich verloren sein oder eine Sünde begehen sollte, dann lösche es, denn Du löscht aus, was Du willst, und Du bestätigst (was Du willst) und bei Dir ist die Mutter des Buches, so lass es Glück und Vergebung sein.“

 

Der Tābi`i Abu Wā’il Schaqīq ibn Salamah pflegte oftmals mit diesen Worten Bittgebete zu verrichten: „Oh Allāh, wenn Du bestimmt hast, dass wir verloren sind, dann lösche es und bestimme, dass wir gesegnet sind. Wenn du bestimmt hast, dass wir gesegnet sind, dann bestätige dies für uns, denn Du löscht, was auch immer Du willst, und Du bestätigst (was auch immer Du willst) und bei Dir ist die Mutter des Buches.“ (Tafsīr al-Tabari, 7/398)

 

Siehe auch in der Antwort auf Frage #43021.

 

Viertens:

 

Deine Liebe für ein Mädchen mit gutem Charakter und Religiosität bedeutet, dass du dich davor hüten musst, etwas zu tun, das durch die Scharī`ah verboten ist, wie z. B. mit ihr zu korrespondieren, mit ihr zu reden oder allein zu sein. Wir raten dir nicht, zu Allāh zu beten, damit sie dich mag, sondern wir raten dir, Allāh zu bitten, dich mit einer rechtschaffenen Frau zu segnen. Wenn du eine Frau siehst, auf die die Beschreibung einer rechtschaffenen Frau zutrifft, dann mache ihr einen Heiratsantrag. Es muss keine bestimmte Frau festgelegt werden, die deine Liebe erwidern soll, und dann begeht ihr beide vielleicht etwas, was der Scharī`ah entgegensteht. Es könnte sein, dass es für euch nicht einfach wird zu heiraten. Bitte Allāh darum, dich eine rechtschaffene Frau finden zu lassen. Das ist unserer Meinung nach besser.

 

Um ehrlich zu sein, denken wir, dass es eine Art der Faulheit ist, wenn du dich nur an dieses Mädchen hängst. Damit meinen wir, dass du dich selber von wichtigen Dingen abhältst, sodass der Schaytān dein Herz mit Dingen füllen kann, die dir schaden und die dein religiöses Bemühen beeinflussen, oder mit Dingen, die deinem eigenen Besten entgegenstehen.

 

Ibn al-Jauzi berichtete, dass ibn `Ā’ischah sagte: „Ich sagte zu einem Arzt, der äußerst kompetent war: Was ist Liebe? Er antwortete: Die Besetzung eines freien Herzens.“ (Dhamm al-Hawa 290)

 

Doch sag mir, bei Allāh, schaust du zur Zeit wirklich nach einer passenden Frau?

 

Ist es dir ernst damit, würdest du tatsächlich jetzt heiraten?

 

Wenn es dir ernst mit einer Heirat zu diesem Zeitpunkt ist, sind deine Lebensumstände dem angemessen?

 

Es wurde berichtet, dass Muhammad ibn Maslamah sagte: „Ich machte einer Frau einen Heiratsantrag, dann versteckte ich mich und wartete, um sie zu sehen, bis ich sie zwischen einigen Dattelpalmen erblickten konnte, die ihr gehörten.“ Er wurde gefragt: „Hast du so etwas getan, als du ein Gefährte des Gesandten Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) warst?“ Er antwortete: „Wenn Allāh einen Mann einer Frau einen Antrag machen lässt, dann ist nichts Falsches daran, wenn er sie ansieht.“ (ibn Mājah #1864; von al-Albāni als sahīh klassifiziert)

 

Schau, wie der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) die Erlaubnis zum Ansehen gab, abhängig von der Absicht zur Heirat.

 

Die Gelehrten sagten: „Dies ist eine Ausnahme von dem Verbot des Anschauens einer nicht-mahram Frau. Daher ist es lediglich in Fällen der Notwendigkeit gerechtfertigt, wenn die Hoffnung besteht, dass die Heirat stattfindet.“

 

Ibn al-Qattān (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Wenn derjenige, der einer Frau den Heiratsantrag macht, weiß, dass sie ihn nicht heiraten wird und dass ihr Vormund nicht zustimmen wird, dann ist es ihm nicht gestattet, sie anzusehen, selbst wenn er ihre Familie bereits um ihre Hand gebeten hat. Denn das Ansehen ist nur erlaubt, damit die Heirat dadurch in die Wege geleitet werden kann. Wenn er sich sicher ist, dass das nicht der Fall ist, dann bleibt das Grundprinzip bestehen, dass das Ansehen nicht gestattet ist.“ (al-Nazr fi Ahkām al-Nazr, 391)

 

Es ist bekannt, dass der Wunsch zur Heirat von jemandem, der es sich nicht leisten kann, oder dessen Umstände es gegenwärtig nicht erlauben, eine Art des Herumspielens und der Zeitverschwendung ist, wodurch das Herz von nützlichen Dingen abgehalten wird und was sogar Schaden verursachen kann.

 

Wenn es dir ernst ist, dann suche die Hilfe bei Allāh und bitte Ihn um Rechtleitung. Wenn sie so bleibt wie sie ist und du bereits Istikhārah gebetet und deinen Herrn um Leitung gebeten hast, dann fahre fort und mache ihr einen Antrag. Ansonsten gibt es viele andere Frauen wie sie und du solltest nach einer suchen, die religiös bemüht ist, mögest du erfolgreich sein!

 

Wir bitten Allāh darum, uns zu dem zu leiten, was Ihn zufriedenstellt, und uns zu helfen, das zu tun, was Er liebt und was Ihm gefällt, und dich mit einer rechtschaffenen Ehefrau und guter Nachkommenschaft zu segnen.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A


Eine Frau bittet um Scheidung von ihrem Ehemann, der drogenabhängig ist

Eine Frau bittet um Scheidung von ihrem Ehemann, der drogenabhängig ist 

Frage (Nr. 111875): 

Ist es einer Frau erlaubt, um die Scheidung von ihrem drogenabhängigen Ehemann zu bitten? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Das Grundprinzip lautet, dass es einer Frau nicht gestattet ist, um Scheidung zu bitten, außer es gibt einen Grund dafür. Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Für jede Frau, die ihren Ehemann ohne Grund um Scheidung bittet, ist der Duft des Paradieses verboten.“ (Ahmad #21874; Abu Dawud #2226; al-Tirmidhi #1187; von al-Albāni in Irwa’ al-Ghalīl #2035 als sahīh klassifiziert). 

Die Worte „ohne Grund“ bedeuten, dass sie durch keine besonderen Erschwernisse dazu gezwungen wird, um die Scheidung zu bitten. 

Al-Hāfiz ibn Hajar (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte in Fath al-Bāri: „Die Berichte, in denen Frauen davor gewarnt werden, die Scheidung von ihren Ehemännern zu verlangen, sind so zu verstehen, dass sie in Fällen zutreffen, in denen es keinen Grund dafür gibt, aufgrund des Hadīth von Thaubān…“ Dann erwähnte er den oben genannten Hadīth. 

Zweifelsfrei ist die Abhängigkeit von Drogen ein schwerwiegender Fehler, der einer Frau sowohl in religiöser als auch in weltlicher Hinsicht schadet, denn es gibt keine Garantie, dass ihr Mann nicht zu ihr kommt, wenn er berauscht ist, und sie schlägt oder beschimpft oder sie auffordert, zu diesem Zeitpunkt etwas zu tun, was ihr nicht gestattet ist. 

So etwas wird als ein Grund betrachtet, der es der Frau gestattet, um Scheidung zu bitten, doch sollte die Frau geduldig mit ihrem Mann sein und ihn so gut sie es kann, auf den rechten Weg bringen. Ist sie dazu nicht in der Lage und sie findet, dass es ihr schadet, bei ihm zu bleiben, dann ist in diesem Fall nichts Falsches daran, um die Scheidung zu bitten. 

Scheikh Muhammad ibn `Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) wurde gefragt: „Wie lautet das Urteil über eine Frau, die um Scheidung von ihrem Mann, der Drogen nimmt, ersucht? Wie lautet das Urteil, wenn sie bei ihm bleibt? Es ist hinzuzufügen, dass niemand für sie und ihre Kinder sorgt außer ihm.“ 

Er antwortete: „Es ist einer Frau gestattet, um Scheidung von ihrem drogenabhängigen Mann zu ersuchen, denn der Zustand ihres Mannes ist nicht akzeptabel. In diesem Fall, wenn sie um Scheidung bittet, sollten die Kinder bei ihr bleiben, wenn sie jünger als sieben Jahre sind, und der Vater muss für sie aufkommen. Wenn sie bei ihm bleiben kann, um ihn durch Ermahnung auf den rechten Weg zu bringen, dann ist es besser.“ (Fatāwa al-Mar`ah al-Muslimah 2/745, 746). 

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A


Seine Ehefrau akzeptiert keinen Ratschlag. Wie lautet die Lösung?

Seine Ehefrau akzeptiert keinen Ratschlag. Wie lautet die Lösung? 

Frage (Nr. 20343): 

Ich habe vor vier Jahren geheiratet. Meine Frau hatte überhaupt keine religiöse Einstellung. Sie war strikt gegen das Tragen des Hijābs bzw. des Niqābs; sie bedeckte ihren Kopf nicht. Auf meine Bitte hin, den Hijāb zu tragen, weigerte sie sich schlicht und sagte, dass sie eine gebildete Frau sei und wüsste, was gut oder schlecht sei. Ich habe nicht aufgegeben und weiterhin versucht, sie zu überzeugen und in ihrem Herzen die Furcht vor Allah zu erwecken. Nun, nach vier Jahren, gibt es einen kleinen Fortschritt. Sie hat damit begonnen, den Hijāb teilweise zu tragen (d. h., sie bedeckt ihren Kopf und die Brust), doch sie ist immer noch nicht überzeugt vom Niqāb. Sie verrichtet ihre Gebete, doch sie rezitiert den Qur’ān falsch (d. h., ihre Aussprache ist nicht korrekt). Sie hat kein Interesse daran, das Lesen des Qur’āns zu erlernen. Sie ist nachlässig dabei, etwas über die Angelegenheiten ihrer Menstruation zu erfahren und unterlässt das Gebet für einen oder zwei Tage länger als ihre Periode anhält. Sie beachtet die körperlichen Anzeichen nicht und betrachtet ihre Entscheidung als endgültig. Welche Maßnahmen soll ich ergreifen, da sie strenge Worte oder Verhalten nicht erträgt? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Unzweifelhaft besteht deine Frau darauf, einen schweren Fehler fortzusetzen, und wir bitten Allah, sie rechtzuleiten. Die schwerwiegendste Angelegenheit, die du von ihr erwähnst, ist ihre sorglose Einstellung gegenüber dem Gebet, denn dies führt – Allah bewahre – dazu, dass jemand die Grenzen des Islams überschreitet, da der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Was zwischen einem Mann und dem Schirk oder Kufr steht, ist das Unterlassen des Gebets.“ (Muslim #82). Das betrifft denjenigen, der überhaupt nicht betet. Doch einige der Gelehrten (möge Allah ihnen barmherzig sein) meinten, dass jemand, der auch nur ein einziges Gebet nicht rechtzeitig verrichtet, zum Kāfir wird (siehe al-Mughni 3/354). Dies ist bezeichnend für die Ernsthaftigkeit der Angelegenheit.  

Du hast deine Pflicht gegenüber deiner Ehefrau erfüllt, indem du sie ermahnt und ihr Rat erteilt hast, und dies hat Früchte getragen. Selbst wenn der Zustand noch unvollständig ist, so ist es doch ein positiver Fortschritt, der darauf hinweist, dass es Gutes in deiner Frau gibt und dass sie bereit ist, sich weiter zu ändern. Ja, es könnte langsam voran gehen, doch es ist möglich. Du siehst, dass sie am Anfang nicht vom Hijāb überzeugt war und ihn überhaupt nicht trug, aber nach deinen edlen Bemühungen, hat sie damit begonnen, ihn teilweise zu tragen. Selbst wenn es nicht der komplette Hijāb ist, wie er getragen werden sollte, so gibt dies doch Hoffnung und weist auf das verborgene Gute in ihr hin. Du kannst es an die Oberfläche bringen, sodass sie einen angemessenen Hijāb aus Überzeugung und weil es ihr eigener Wunsch ist, tragen wird, im Laufe der Zeit und wenn du deine Bemühungen fortsetzt. Das bedeutet, dass du damit weitermachen musst, sie zu ermahnen, und nicht aufgeben darfst und du wirst dafür belohnt werden. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wenn ein Mann durch deine Hände rechtgeleitet wird, ist das für dich besser als rote Kamele (das ist die beste Art von Kamelen).“ (al-Bukhāri #6). 

Erinnere sie immer an Allah und an ihre Furcht vor Ihm; berichte ihr von der Wichtigkeit des Gebets im Islam und dass sie die Dinge lernen muss, die mit dem Gebet zu tun haben, wie z. B. die Regeln der Menstruation und der postnatalen Blutung, denn es ist für jede Frau obligatorisch, sich mit dem Ghusl zu beeilen, wenn ihre Blutung stoppt und die Zeit für das Gebet beginnt. Versuche ihr nützliche Bücher zu diesem Thema zu geben, wie z. B. den Aufsatz von Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) „Natürliche Blutungen der Frauen“, oder lehrreiche Vorträge. Du kannst ihr helfen, indem du bei ihr sitzt und mit ihr gemeinsam liest oder dir mit ihr Vorträge anhörst, denn dies ist eine Art der Unterstützung in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit.  

Hinsichtlich der Fehler, die sie beim Lesen des Qur’āns macht, so gilt, wenn die Fehler bei der Rezitation der al-Fātihah oder wenn sie in der Art sind, dass sie die Bedeutungen der Worte ändern oder entstellen – wie z. B. wenn statt „An`amta“ („Du [männliche Form] hast Gunst erwiesen“) „An’amti“ (d. h. die weibliche Form des Verbs) gelesen wird oder irgendein anderer Fehler, der den Zuhörer eine andere als die korrekte Bedeutung verstehen lässt – dann folgt daraus, dass sie das angemessene Lesen lernen muss, denn solche Fehler machen das Gebet ungültig, da die Rezitation von al-Fātihah eine Säule oder notwendiger Bestandteil des Gebets ist, ohne die es nicht gültig ist. Doch wenn Fehler nicht die Bedeutung ändern, wie z. B. wenn „ar-Rahmān ir-Rahīm“ als „ar-Rahmān ur-Rahīm“ gelesen wird, dann beeinträchtigt dies das Gebet nicht.

Der Muslim muss lernen, den Qur’ān zu lesen, sodass er ihn korrekt rezitieren kann und sodass er ihn nicht, ohne es zu merken, verfälscht. 

Du kannst ihr dabei helfen, entweder indem du sie selber unterrichtest oder indem du ihr etwas gibst, was ihr helfen kann, wie z. B. Aufnahmen von Qur’ān Rezitatoren, die dafür bekannt sind, dass sie gut lesen. Du musst ihr außerdem die Vorzüge des Qur’ānlesens erläutern sowie die Belohnung dafür. 

Letztendlich musst du damit fortfahren, sie zu ermahnen und dabei geduldig sein. Sag nicht, dass sie nach so langer Zeit und Mühe nur eine geringe Reaktion gezeigt hat, denn sogar dieses Wenige ist von Allah gesegnet. Wir haben ein gutes Beispiel an den Propheten, denn Nūh rief sein Volk für 950 Jahre auf. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): Und Wir sandten bereits Nuh zu seinem Volk. Er verweilte unter ihnen tausend Jahre weniger fünfzig Jahre. Da ergriff sie die Überschwemmung, während sie Unrecht taten.“ (29:14) und das trotz der Tatsache, dass nur wenige seiner Leute an ihn glaubten. 

Lass sie ihre Freude am Lernen über ihre Religion finden, indem du es ihr erleichterst. Ermutige sie, wenn du siehst, dass sie auf dich reagiert, selbst wenn es nur ein bisschen ist. Wisse, dass du ein Beispiel für sie bist, daher achte auf das, was du sagst und tust. Hüte dich davor, wenn du ihr etwas sagst, dass du dann der Erste bist, der nicht dementsprechend handelt, oder dass du ihr etwas sagst, und nicht der Erste bist, der danach handelt, denn dies wird sie davon abhalten, deinem Rat zu folgen oder es wird sie zögern lassen. 

Du musst freundlich sein, wenn du sie ermahnst, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Allah ist mild und Er liebt die Milde, und Er belohnt die Milde in einer Weise, in der Rauheit oder irgendetwas anderes nicht belohnt wird.“ (Muslim #2593). 

Du musst viel Du`ā sprechen und Allah darum anflehen, ihr Herz für den Gehorsam Ihm gegenüber zu öffnen und sie Seine Religion und Gesetze lieben zu lassen. Ich bitte Allah darum, dich beim Verrichten von Gutem zu unterstützen. 

Islam Q&A


Ihre Mutter behandelt sie schlecht

Ihre Mutter behandelt sie schlecht 

Frage (Nr. 84330): 

Meine Familie behandelt meine Schwester und mich nicht gleich. Sie kontrollieren mich und zwingen mich dazu, mich auf eine bestimmte Art zu benehmen, zu kleiden und zu essen. Denkt bitte nicht, dass sie mich ermahnen, das Gegenteil ist der Fall, sie verlangen von mir, mich zu schminken, um einen Mann zur Heirat anzulocken. Sie wollen nicht, dass ich etwas von meinem Gehalt spende oder dass ich Waisenhäuser oder alte Menschen besuche. Mein Mutter möchte nur, dass wir ihre Familie besuchen. Und mein Vater kümmert sich um nichts; alles, was ihn interessiert, ist das Anhäufen von Geld und Essen. Es ist eine schwache Persönlichkeit neben meiner dominanten Mutter. Meine einzige Schwester hört auf alles, was meine Mutter sagt und deshalb wird sie gut behandelt. Ich überlasse es Allah, zwischen mir und ihnen zu richten. Ich möchte nur wissen, was mit „guter Behandlung“ gemeint ist. Wie soll ich meinen Ärger kontrollieren, wenn sie lügt? Ist es harām, wenn ich ihr sage, dass sie eine Lügnerin ist? Was soll ich tun, wenn es mir zuviel wird und ich wirklich traurig über das, was sie tut und über mich zu anderen sagt, bin? Auf Allah vertraue ich. 

Antwort:  

Alles Lob gebührt Allah. 

Es gibt viele Probleme, die im Leben einer muslimischen Familie auftauchen können, und sie variieren entsprechend der gesellschaftlichen, ökonomischen und psychologischen Situation. Doch eines der schwerwiegendsten Probleme ist, wenn die Kinder aufgrund des Verhaltens ihrer Eltern leiden. Das ist so, weil die Eltern ihre Kinder mit Liebe und Fürsorge umgeben, sich um ihre Bedürfnisse kümmern und ihrem seelischen Wohlbefinden Aufmerksamkeit schenken sollten. Wenn es aber Probleme gibt, dann verkehrt sich die Situation ins Gegenteil und Ratschläge werden zumeist an die Kinder gerichtet, damit sie geduldig sind, aufgrund dessen, was sie wegen der Probleme ihrer Eltern durchleben müssen.  

Dies ist ein Aufruf an die neue Generation herauszufinden, wie sie von dieser Erfahrung profitieren und die Rolle der Eltern, die Allah ihnen geben wird, übernehmen können. Niemand kann durch Unwissenheit oder einen Mangel an Wissen entschuldigt werden, wie die vorherigen Generationen entschuldigt werden konnten, denn die Informationen über die Möglichkeiten einer guten islamischen Erziehung sind heutzutage erhältlich geworden und jeder ist in der Lage zu lernen, außer demjenigen, der verzweifelt ist.  

Wir müssen dich als Erstes darauf hinweisen, dass das, was wir dir sagen werden, so klingen könnte, als ob wir die Probleme als gering betrachten – obwohl sie tatsächlich ernsthaft sind – doch daran ist nichts Falsches; wenn wir ein Problem als klein betrachten, wird es uns helfen, damit umzugehen und seinen Einfluss auf uns zu reduzieren. So ist es etwas Gutes und das ist Teil der Lösung.  

An diesem Problem sind zwei Parteien beteiligt: zum einen du und zum anderen deine Familie – deine Mutter, dein Vater und deine Schwester. Das meiste von dem, was wir sagen möchte, richtet sich an dich, denn du bist diejenige, die sich beklagt, und du bist diejenige, der Unrecht getan wird, wie aus deinem Brief ersichtlich wird. 

Wenn es so klingt, als wenn wir eine ganz simple Annäherung an das Problem unternehmen, dann soll es so sein. Weder du noch wir möchten die Angelegenheit verkomplizieren und die Flammen der Feindseligkeit nähren. Was wir suchen, ist eine Lösung, unabhängig vom Blickwinkel, von dem aus wir uns dem Problem nähern. Was zählt, ist, dass wir es lösen, wenn wir können oder – zumindest – es nicht weiter verschlimmern.  

Wenn dein Vater uns zuhören würde, würden wir ihm sagen: Du bist vorrangig zuständig und du spielst die Hauptrolle, denn du trägst die Verantwortung für den Haushalt und bist der Schäfer, der über seine Herde befragt wird. Doch er hat uns nicht gefragt und wir denken nicht, dass uns zuhören würde. 

Wenn deine Mutter uns zuhören würde, würden wir ihr sagen: Fürchte Allah hinsichtlich deiner Kinder, denn ihre Rechte sind gleich und sie fair zu behandeln ist eine Pflicht – „Fürchtet Allah und behandelt eure Kinder gerecht.“ (übereinstimmend angenommen; diese Version wurde von al-Bukhāri berichetet). 

Wenn deine Mutter uns zuhören würde, würden wir ihr sagen: „Diejenigen, die gerecht und anständig sind, werden bei Allah auf Thronen aus Licht sein, zur rechten Hand des Barmherzigsten, gepriesen ist Er und erhaben, und beide Seiner Hände sind rechte Hände, diejenigen, die gerecht und anständig sind in ihren Urteilen und gegenüber ihren Familien und denjenigen, die ihrer Autorität unterstehen.“ (Muslim #1837). 

Wir könnten eine Menge sagen, wenn die andere Partei dieses Problems uns zuhören würde. 

Doch jetzt haben wir keine andere Wahl, als unsere Worte lediglich an eine Partei zu richten, nämlich an dich, und wir müssen die Last, eine Lösung zu finden, einer einzigen Person aufbürden, nämlich dir. Du bist die Einzige der beteiligten Personen, die uns zuhört.  

Es ist offensichtlich, dass du nicht mit deiner Mutter kommunizieren kannst. Dies ist die Gegebenheit, die wir als Erstes behandeln müssen. Versuche nicht, es zu übergehen oder nicht anzuerkennen. Das ist der Grund für deine Enttäuschung und den Zorn, den du im Umgang mit deiner Mutter empfindest, was ein Zeichen ist, dass du das Problem nicht erkennst und dich ihm nicht stellst. 

Der korrekte Weg, damit umzugehen, beginnt mit dem Verstehen der Wahrheit, welche im Qur’ān bestätigt wird, wo Allah sagt (ungefähre Bedeutung): Und was immer euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände erworben haben. Und Er verzeiht vieles.“ (42:30).

Die Änderung einer Situation kann nur bei den beteiligten Personen beginnen, bei niemandem sonst, und sie kann nur einsetzen, wenn diese erkennen, dass die Änderung bei ihnen beginnen muss und bei niemandem sonst. 

Es ist daher notwendig, dass du deine eigenen Unzulänglichkeiten im Umgang mit deiner Familie erkennst und dich bemühst, damit fertig zu werden oder sie zu ändern. Diese Unzulänglichkeiten müssen nicht zwingend aus schlechten Verhaltensweisen bei dir resultieren, doch es kann einige Fehler dabei geben, wie du mit dem Problem umgehst. Aus dem, was du in deiner Fragestellung sagst, kann ich dir einige davon aufzählen: 

-                Dinge, die empfohlen und mustahabb sind, sollten nicht der Anlass für Streit und Auseinandersetzung sein. Der Befehl, sich zu versöhnen und die Menschen zu vereinen, ist wichtiger als die Interessen, denen durch mustahabb Handlungen gedient werden sollen. Wenn du der Grund für einige der Streitigkeiten warst, weil du auf die Verrichtung von Dingen bestehst, die allenfalls empfohlen sind, dann hoffe ich, dass du die Angelegenheit noch einmal überdenkst.

-                Die Überprüfung der Ausgaben der Tochter durch die Mutter und der Versuch, sie zu kontrollieren, ist etwas Gutes; der einzig negative Aspekt ist, wenn sie dabei in Extreme verfällt.

-                Schnell und wütend zu reagieren ist der Grund aller Probleme und wird niemals zu einer Lösung führen. Derjenige, der das zu erlangen wünscht, auf das er hofft, muss einige seiner Ärgernisse in seinem Herzen verbergen.  

Es wurde von ibn `Umar (möge Allah ihm barmherzig sein) überliefert, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt keinen Trank, der größere Belohnung bei Allah bringt, als der Trank des Zorns, den ein Mann schluckt (unterdrückt), wobei er das Angesicht Allahs erstrebt.“ (ibn Mājah #4189; von al-Iraqi in Takhrīj al-Ihya’ 4/163 als hasan klassifiziert). 

Du kannst mehr über die Behandlung rasch aufsteigenden Zorns in den Antworten zu den Fragen #658 und #45647 lesen. 

Ich denke, dass, Lob sei Allah, du einige der Mittel zur Reduzierung deines Leids besitzt. Allah hat dich mit einem Job gesegnet und Geld besänftigt die Herzen. 

Es wurde von Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Beschenkt euch gegenseitig und ihr werdet einander lieben.“ (al-Bukhāri in al-Adab al-Mufrad #208; von al-Iraqi in in Takhrīj al-Ihya’ 2/53 als hasan klassifiziert und von ibn Hajar in Bulūgh al-Marām #277 sowie von al-Albāni in Sahīh al-Adab al-Mufrad). 

Mit Geschenken kannst du die Herzen von Vater, Mutter und Geschwistern gewinnen. Du kannst verschiedene Arten von Geschenken verteilen – Gegenstände, Geld, Möbel für das Haus oder einen Ausflug zu einem schönen Ort. Das wird einen großen Einfluss auf sie haben, inschaAllah. 

Deine Schwester ist der Schlüssel zu einer anderen Lösung, wenn du mit ihr gut auskommst und dich ihr annäherst, sodass sie dir helfen kann bei dem, was du versuchst zu tun. Wenn du sie verlierst, bedeutet das, dass du dabei erfolglos sein wirst. Schiebe ihr deshalb nicht auch die Schuld zu – selbst wenn das der Fall ist – denn wenn jemand sich selbst überprüft und das Problem erkennt, dann wird er es sicherlich lösen können. 

Du solltest daran denken, dass das Herz einer Mutter von Mitleid gegenüber ihrem Kind erfüllt ist, egal wie hartherzig und kalt sie erscheinen mag. Versuche daher, all das Mitleid, welches in ihrem Herzen ist, hervorzuholen, indem du lieb bist, demütig, freundlich und geduldig. Ich denke nicht, wenn du dich in den Schoß deiner Mutter wirfst, ihre Hand küsst und weinst, während du Worte der Liebe sprichst und dich über die Schwierigkeiten und den Schmerz, dem du ausgesetzt bist, beklagst, dass du mit leeren Händen zurückkehren wirst, sondern ich hoffe, dass deine Mutter sich als besser erweist, als du es von ihr denkst. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): Nicht gleich sind die gute Tat und die schlechte Tat. Wehre mit einer Tat, die besser ist, (die schlechte) ab (d. h. Allahs Anweisungen für die Gläubigen, geduldig zum Zeitpunkt des Zorns zu sein, und diejenigen, die sie schlecht behandeln, zu entschuldigen), dann wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft besteht, so, als wäre er ein warmherziger Freund.“ (41:34).

Und es wurde berichtet, dass der Charakter des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) so war, dass er Schlechtes nicht mit Schlechtem vergalt, sondern er pflegte zu vergeben und zu verzeihen. (al-Bukhāri #2125). 

Diejenigen, die am meisten ein Anrecht auf freundliche Behandlung und Toleranz haben, sind die Eltern, aufgrund der bedeutenden Rechte, die Allah ihnen gab, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): Und senke für sie aus Barmherzigkeit den Flügel der Demut und sag: `Mein Herr, erbarme Dich ihrer, wie sie mich aufgezogen haben, als ich klein war.`“ (17:24).

Ein gutes Verhalten bedeutet, schlechte Behandlung und Ärger von geliebten Menschen über sich ergehen zu lassen, was also ist mit den Eltern? 

Es wurde berichtet, dass ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Der Gläubige ist eingeschränkt und er kann den wahren Glauben nicht erreichen, bis er nicht Demütigung gekostet hat.“  

`Ali ibn Abi Tālib sprach seine Gefährten an und sagte: „Sei unter den Menschen wie eine Biene unter Vögeln, denn es gibt keinen Vogel, der sie nicht als schwach betrachtet, doch wenn er wüsste, was in ihrem Bauch ist, würde er das nicht tun. Behandle die Menschen mit einem guten Verhalten und süßen Worten und sei freundlich und aufrichtig zu ihnen, denn jeder Mann wird bekommen, was er verdient, und am Tag der Auferstehung wird er mit denen sein, die er liebt.“ 

Und es wurde berichtet, dass Muhammad ibn al-Hanafiyyah sagte: „Derjenige ist nicht duldsam, der nicht denjenigen mit Freundlichkeit behandelt, der keine andere Wahl hat, als bei ihm zu sein, bis Allah ihm einen Ausweg gewährt.“ 

Diese Berichte wurden von ibn Abi-l-Dunya in seinem Buch Madārāt al-Nās (37, 27, 41) überliefert. 

Was zählt, ist, dass du dich bemühen solltest, die Art, auf die du mit deiner Mutter zu sprechen pflegst, zu ändern und denke über alles nach, was ihr Herz erreichen könnte. Fühle dich niemals hilflos oder sage: „Ich habe es versucht, aber versagt.“ Suche immer die Hilfe Allahs. 

Letztendlich: Die schlechte Behandlung deiner Mutter ist nicht das Ende der Welt. Diese Welt ist angefüllt mit Möglichkeiten und mit guten Menschen, seien es Verwandte, Nachbarn oder Freunde, mit denen ein Mensch seine Tage verbringen kann. Er sollte gut zu allen Menschen sein und sie gut behandeln.  

Es wurde von Jābir (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Zu denen, die mir von euch am liebsten sind und die am Tag der Auferstehung am nahsten bei mir sitzen werden, gehören diejenigen, die das beste Verhalten besitzen.“ (al-Tirmidhi #2018). Er sagte: „Er ist hasan gharīb.“ Er wurde als sahīh von al-Albāni in Sahīh al-Tirmidhi klassifiziert.  

Das Beständige Komitee wurde gefragt: „Der Fragesteller lebt im selben Haus wie seine Eltern, doch er streitet ständig mit seiner Mutter und lässt sie im Stich. Der Grund dafür ist, dass seine Mutter seinen jüngeren Bruder bevorzugt, ihn aber mit schlechten Worten beschreibt und ihn aus nichtigen Gründen verflucht. Er hat einen Komplex entwickelt und er ist zu nachsichtig mit seinem Bruder, selbst wenn dieser ihn übel behandelt. Sein Vater misshandelt ihn ebenfalls sehr; er erwidert seine Grüße nur selten und manchmal schlägt er ihn vor anderen Leuten aus unwichtigem Anlass, doch er schlägt den jüngeren Bruder nicht, selbst wenn dieser sich sehr schlecht benimmt. Ist derjenige, der von seinen Eltern schlecht behandelt wird, aufgefordert, sie zu ehren und die Beziehung mit ihnen aufrecht zu erhalten, wie andere es tun müssen? Ist es eine Sünde für ihn, wenn er Streit verursacht, obwohl er sich stark bemüht, es zu vermeiden? Nachdem dies geschieht, bedauert er es und er spendet Almosen in ihrem Namen, ohne dass sie es wissen. Wird er dafür belohnt und werden sie dafür belohnt? Wird das seine Sünden verringern, auch wenn die Spenden nur gering sind?“ 

Sie antworteten: „Die Eltern können entschuldigt werden für das, was sie tun, und sie können Gründe dafür haben, dass sie mit einem ihrer Kinder strenger sind als mit einem anderen, wie z. B. wenn es älter ist oder reifer als das andere, sodass ein Fehler von ihm ernstzunehmender ist, oder wenn sie es maßregeln, um es auf den rechten Weg zu bringen, damit es ein Vorbild für die jüngeren Geschwistern sein kann. Selbst wenn wir annehmen, dass sie es falsch behandeln, ist es dem Kind nicht gestattet, dies auf gleiche Art zu erwidern, sondern es sollte mit etwas Besserem reagieren, in Übereinstimmung mit den Worten Allahs (ungefähre Bedeutung): 

Nicht gleich sind die gute Tat und die schlechte Tat. Wehre mit einer Tat, die besser ist, (die schlechte) ab (d. h. Allahs Anweisungen für die Gläubigen, geduldig zum Zeitpunkt des Zorns zu sein und diejenigen, die sie schlecht behandeln, zu entschuldigen), dann wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft besteht, so, als wäre er ein warmherziger Freund.“ (41:34) 

Wenn sie sich aber darum bemühen, dass du Mir das beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht, doch geh mit ihnen im Diesseits in rechtlicher Weise um. Und folge dem Weg dessen, der sich Mir reuig zuwendet. Zu Mir wird hierauf eure Rückkehr sein, da werde Ich euch kundtun, was ihr zu tun pflegtet.“ (31:15). 

Allah schreibt dem Sohn vor, sich seinen Eltern gegenüber freundlich zu verhalten, obwohl sie sich darum bemühen, dass er Allah andere beigesellt, und Schirk ist die schlimmste der großen Sünden. Und Er schreibt ihm vor, am rechten Weg Allahs festzuhalten, und informiert ihn darüber, dass die Belohnung für all das bei Ihm sein wird am Tag der Auferstehung. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) hat es ebenfalls zur Pflicht gemacht, die Eltern zu ehren, und er warnte davor, ihnen ungehorsam zu sein, und er bestätigte, dass der Ungehorsam den Eltern gegenüber eine große Sünde ist. Daher solltest du dankbar sein für dein Bedauern über die provozierten Streitigkeiten und darüber, dass du sie im Stich gelassen hast, sowie dafür, dass du in ihrem Namen Spenden entrichtet hast. Wenn du ihnen davon berichtest, besteht die Hoffnung, dass dadurch Harmonie entsteht und dass sie dich lieben. Außerdem gibt es die Hoffnung, dass ihr, du und sie, belohnt werdet und dass deine und ihre Sünden vergeben werden, denn Allah vervielfacht gute Taten. Was die Eltern anbelangt, sie sollten ihre Kinder gerecht behandeln, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: `Fürchtet Allah und behandelt eure Kinder gerecht.`“ (Fatāwa al-Lajnah al-Dā`imah 25/123-125). 

Wir bitten Allah darum, dich rechtzuleiten und die Tore Seiner Barmherzigkeit und Großzügigkeit für dich zu öffnen.  

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A


Sie steht unter gesellschaftlichem Druck, wodurch sie das Gebet unterbrach und den Hijāb abnahm

Sie steht unter gesellschaftlichem Druck, wodurch sie das Gebet unterbrach und den Hijāb abnahm 

Frage (Nr. 46455): 

Ich bin eine junge, unverheiratete Frau von … Ich arbeite als Ingenieur im Industrieministerium, als Leiterin der Dienststelle. […] Ich entstamme einer wohlhabenden Familie, die Beziehungen zu den Spitzenleuten dieses Landes hat, wodurch unser Leben einfach ist, alhamdulillah. […] Doch das Problem ist, dass ich mich fremd fühle. Seit ich fünfzehn Jahre alt bin, bin ich anders als die Mädchen meiner Generation und meiner Gesellschaft. Ich hasste das Vermischen der Geschlechter und ich hasste die Tatsache, dass wir kein Interesse an unserer Religion hatten. Kein Tag verging, an dem ich nicht die Sūren al-Baqarah, Āl `Imrān, al-Rahmān und Yā-Sīn las, Du`ā und Tasbīh rezitierte. […] Während dieser Zeit lehnte ich jeden Heiratskandidaten ab, denn sie waren weit abgeirrt von der Religion, tranken Alkohol und begingen andere schlimme Dinge, die ich nicht erwähnen möchte. […] Um mich selbst in einem anderen Land zu schützen, trug ich dort den Hijāb und ging zum Beten in die Moschee und dies zum ersten Mal, doch es waren die glücklichsten Tage meines Lebens, eine wundervolle Erfahrung. Ich erkannte, wie gering mein religiöses Bemühen war, und wie ignorant ich hinsichtlich vieler religiöser Angelegenheiten war, und wie schrecklich und abgeirrt von der Religion unsere Gesellschaft ist. Doch als ich in mein Land zurückkam, legte ich den Hijāb aus gesellschaftlichen, beruflichen und politischen Gründen wieder ab, doch ich fühlte mich noch fremder und sogar depressiv. […] Alhamdulillah, meine Eltern und meine Schwester gingen mit mir zur `Umrah und es war eine unbeschreibliche Freude. Ich liebte es, dort zu beten, Du`ā in Makkah zu sprechen und die konservative saudische Gesellschaft. Ich liebte es, den Niqāb und die Abayah zu tragen, wie ich niemals zuvor etwas geliebt habe. […] Ich fühle mich krank und müde, mein Glaube ist sehr schwach geworden und ich fürchte mich vor Fitnah (Versuchung). Ich kann nicht heiraten und ich kann nicht leben, ich kann meine religiösen Pflichten nicht erfüllen und ich fühle mich so fremd. […] Ich habe mir die Heiratsseiten im Internet angesehen und dies ist meine letzte Hoffnung. Das Problem ist jetzt aber, dass ich mit dem Gebet und dem Lesen des Qur’āns gestoppt habe, denn ich spüre, dass ich ein Leben der Heuchelei führe. Ich möchte den Hijāb definitiv tragen und ich möchte heiraten und mich vor Fitnah schützen.  

Mein Gebet besteht nur aus Weinen und wann auch immer ich den Qur’ān lese, weine ich bitterlich. Mein Leben ist sehr bitter geworden. Bitte helft mir, schützt mich vor Fitnah. 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Erstens: 

Wir verstehen das Ausmaß des Problems, unter dem du leidest, sowie das Ausmaß des Drucks, mit dem du konfrontiert bist und durch den du dazu getrieben wirst, deine Religion und dein Bemühen aufzugeben. Dieses Problem ist nicht nur deins, sondern davon sind Tausende von Muslimen betroffen, die an den Lehren dieser großartigen Religion festhalten und ein moralisch einwandfreies Leben der Ehre und Keuschheit führen wollen, doch sie leiden unter vielen Problemen innerhalb ihrer Gesellschaften, die leider stark vom Islam abgewichen sind und nun auf diejenigen herabsehen und sie verachten, die zum Islam stehen, sowie unter den Regierungen, die denjenigen, die sich um den Islam bemühen, Ärger bereiten. Jeder weiß, was in deinem Land vor sich geht, der Krieg gegen den Islam und diejenigen, die ihn ausüben. Wir bitten Allah darum, ihre Pläne zu vereiteln und Seine Religion sowie Seine gläubigen Diener zu unterstützen. 

Zweitens: 

„Die Belohnung Allahs ist wertvoll, die Belohnung Allahs ist das Paradies.“ So sagte es der Gesandte (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) und zweifelsohne verlangt die wertvolle Belohnung einen hohen Preis und es gibt nichts Wertvolleres als das Paradies. Daher muss der Muslim jegliche Schwierigkeit akzeptieren, mit der er auf seinem Weg zum Paradies konfrontiert wird, sie sind zu erwarten und tatsächlich, wie hart sie auch immer sein mögen, verkommen sie zur Bedeutungslosigkeit, verglichen mit den Freuden des Paradieses. 

Dies ist es, wodurch es dem Muslim leicht fällt, das Elend dieser Welt zu ertragen und die Schwierigkeiten, denen er auf dem Weg zu Allah begegnet. 

Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) hat uns darüber informiert, dass der ärmste Mensch dieser Welt – von denjenigen, die das Paradies betreten werden – gebracht und einmal kurz in das Paradies gehalten wird und er wird gefragt: „Oh Sohn Ādams, hast jemals etwas Schlechtes gesehen? Hast du jemals Leid erlebt?“ Er wird sagen: „Nein, bei Allah, oh Herr. Ich sah nie etwas Schlechtes und erlebt nie ein Leid.“ (Muslim #2807). 

Man mag sich den Zustand dieser Person – „der  ärmste Mensch dieser Welt“ – vorstellen und die schlimmste aller Situationen und Prüfungen, doch ein kurzes Eintauchen in das Paradies wird ihn alles vergessen lassen. 

Und der Gesandte (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) informierte uns über die Tage der Geduld und dass derjenige, der zu dieser Zeit an seiner Religion festhält, wie jemand sein wird, der eine glühende Kohle ergreift. Vielleicht ist die heutige Zeit die, die der Gesandte (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) meinte, daher haben wir keine andere Wahl, als geduldig zu sein, uns den Schwierigkeiten zu stellen und ihnen gegenüber zu treten, ansonsten verlieren wir womöglich diese Welt und die nächste: 

„Beim Zeitalter! Der Mensch befindet sich wahrlich in Verlust, außer denjenigen, die glauben (an den islamischen Monotheismus) und rechtschaffene Werke tun und einander die Wahrheit eindringlich empfehlen (d. h. einander aufrufen, alle Arten von guten Taten – al-Ma`rūf –, die Allah festgesetzt hat, zu verrichten und sich von allen Arten der Sünden und üblen Taten – al-Munkar –, die Allah verboten hat, fernzuhalten) und einander die Standhaftigkeit (gegenüber Leid, Schaden und Unglück, welchem jemand auf Allahs Weg ausgesetzt sein könnte, während er zu Seiner Religion aufruft oder zum Jihād) eindringlich empfehlen.“ (103:1-3).

Drittens: 

Bezüglich des gesellschaftlichen und politischen Druckes, dem du ausgesetzt bist – und wir verstehen, wie schlimm das ist – möchten wir dir und jedem anderen, der von einem ähnlichen Problem betroffen ist, folgenden Ratschlag erteilen, wobei anzumerken ist, dass es für einen Muslim unter solchem Druck schwer sein kann, sich an die Regeln des Islams zu halten, und dass es vielleicht keine Wahl gibt, als einen Kompromiss zu akzeptieren und aus Angst vor der vollständigen Aufgabe mit einer teilweisen Praktizierung zufrieden zu sein. Doch dies unterliegt der Bedingung, dass der Muslim immer nach dem Besseren strebt und sich hart bemüht, solche Schwierigkeiten zu überwinden und sich Schritt für Schritt der vollständigen Praktizierung annähert.  

Ein solcher Kompromiss ist also eine vorübergehende Stufe, keine dauerhafte. 

Was auch immer der Muslim heute aufgrund des Druckes, dem er ausgesetzt ist, nicht vollständig tun kann, davon soll er tun, wozu er in der Lage ist – selbst wenn es einige Unzulänglichkeiten gibt – bis er nach und nach einen Zustand vollständiger Praktizierung erreicht und die Gesellschaft kann seine Veränderung von einer Stufe zur nächsten vielleicht akzeptieren, denn so ist es einfacher, als Konfrontationen und Probleme durchzustehen. 

Es folgen nun einige Ratschläge und wir entschuldigen uns dafür, dass es so lang geworden ist, doch ist die Angelegenheit ernst und von höchster Wichtigkeit, denn, wie bereits gesagt, sie betrifft Tausende von Muslimen und ein oder zwei Worte reichen nicht aus. 

1.         “Lā haula wa lā quwwata illa Billāh” (es gibt keine Macht oder Kraft außer bei Allah) 

Dies ist ein wunderschöner Ausdruck und es ist einer der Schätze des Paradieses. Wir haben nicht die Macht, uns von einem Zustand in den nächsten zu ändern, von Ungehorsam zu Gehorsam, von Unvollkommenheit zu Vollkommenheit, außer mit der Hilfe und Rechtleitung Allahs. 

Daher ist es als Erstes und als Letztes notwendig, die Hilfe von Allah zu erbitten. In der Sūrah al-Fātihah, welch der Muslim mehrere Male jeden Tag rezitiert, heißt es (ungefähre Bedeutung): Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe (für alles).“ (1:5). Wir können Allah nicht dienen, es sei denn, Allah befähigt uns dazu und hilft uns dabei. Zu den Du`ā der Leute des Paradieses gehören die folgenden Worte (ungefähre Bedeutung): „… (Alles) Lob gehört Allah, Der uns hierher geleitet hat! Wir hätten unmöglich die Rechtleitung gefunden, wenn uns Allah nicht rechtgeleitet hätte. …“ (7:43). Und zu den Du`ā des Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gehören die Worte: „Überlasse mich nicht mir selbst, auch nicht für das Zwinkern eines Auges.“ (Al-Silsilah al-Sahīhah #226). 

Daher ist es notwendig, die Hilfe von Allah zu erflehen, sich auf Ihn zu verlassen, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass alle Dinge in Seiner Hand liegen und Er mit dem Wort „Kun“ (Sei) tut, was auch immer Er will. 

Erbitte also die Hilfe Allahs und überlasse deine Angelegenheiten Ihm und vertraue darauf, dass Allah dir einen Ausweg gewähren wird: … Und wer sich auf Allah verlässt, dem ist Er seine Genüge.  “ (65:3).

2.         Regelmäßiges Du`ā 

Sprich viel Du`ā, in dem du Allah darum bittest, dir die Dinge zu erleichtern, dich dabei zu unterstützen, Gutes zu tun, dich rechtzuleiten und das Übel und dessen Leute von dir fernzuhalten. `Umar ibn al-Khattāb (möge Allah mit ihm zufrieden sein) pflegte zu sagen: „Ich bin nicht besorgt, ob Allah antworten wird, doch ich bin besorgt, ob ich in der Lage sein werde, Du`ā zu machen. Denn wenn mir geholfen wird, Du`ā zu machen, dann kommt die Antwort gemeinsam damit.“ Du`ā entfernt Leid und nimmt den Kummer. 

Der Gesandte (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt keinen Muslim, der ein Du`ā sagt, in dem keine Sünde liegt oder das Kappen der Familienbande, ohne dass Allah ihm eines von drei Dingen geben wird: Entweder wird Er sich mit der Antwort des Gebets beeilen oder Er wird sie für ihn bis zum Jenseits aufbewahren oder Er wird ein ähnliches Übel von ihm ablenken.“ Sie sagten: „Dann werden wir eine Menge Du`ā sprechen!“ Er sagte: „Allah kann mehr als das geben.“ (Ahmad #10794; von al-Albāni in Sahīh al-Targhīb #1633 als sahīh klassifiziert). Derjenige, der Du`ā spricht, ist immer in einem guten Zustand, unabhängig davon, wie viele Du`ā er sagt, denn Allah ist großzügiger in Güte, Segen und Gunst.  

3.         Anbetung, insbesondere das Gebet 

Du musst den gottesdienstlichen Handlungen Aufmerksamkeit schenken, denn sie beleben das Herz und alarmieren denjenigen, der nachlässig ist; sie gehören zu den wichtigsten Faktoren der Standhaftigkeit und sind die beste Hilfe beim Erreichen von Zielen, nach der Hilfe von Allah, erhaben ist Er. 

Die großartigste Art der Anbetung ist das Gebet, denn es ist das Grundfundament des Glaubens nach den Schahādatayn und das Fundament des Islams. Das Herz ist leblos ohne das Gebet. Dieses bringt Erleichterung von allen Sorgen und Leiden. Daher pflegte der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) zu Bilāl zu sagen: „Lass uns darin (im Gebet) Ruhe finden, oh Bilāl.“ (Sahīh Abi Dawud #4985). So bete und konzentriere dich mit angemessener Demut, denke nach, weine und erleichtere dich von den Sorgen und vom Stress dieser Welt. 

4.         Das Lesen des heiligen Qur’ān 

Lies den heiligen Qur’ān regelmäßig und habe Anteil an dem, was du gelesen hast, und vernachlässige es nicht. Du solltest einen kurzen Tafsīr (Kommentar) haben, der dir helfen wird zu verstehen und über die Bedeutungen der Verse nachzudenken, wie z. B. den Tafsīr von al-Sa`di oder Aysar al-Tafāsīr von Scheikh Abu Bakr al-Jazā’iri. 

Es gibt nichts Bedeutungsvolleres als die Worte Allahs und es gibt keine wortgewandtere Ermahnung als die Ermahnung Allahs. Es gibt kein Buch, welches Rechleitung oder Erleichterung von Sorge anbieten kann, wie der Qur’ān. 

5.         Adhkār und Du`ā 

Rezitiere immer die Adhkār, die vom Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) überliefert wurden, zu verschiedenen Zeiten und unterschiedlichen Gelegenheiten, wie z. B. die Adhkār für morgens und abends, vor dem Schlafengehen, beim Aufwachen, Essen, Trinken, Verlassen des Hauses sowie bei der Rückkehr – in allen Situationen. Sei dir der Wichtigkeit des Verstehens ihrer Bedeutungen bewusst. Zu den nützlichen Büchern in dieser Hinsicht gehören: al-Futūhāt al-Rabbāniyyah bi Scharh al-Adhkār al-Nawawiyyah von ibn `Allān. Es ist ein wertvolles Buch, mit dem man die Bedeutungen der Adhkār lernen kann, sodass die Herzen belebt und mit dem Kenner des Verborgenen verbunden werden. 

6.         Nützliche Unterrichte und Khutbahs anhören 

Fahre damit fort, dir nützliche Unterrichte und Khutbahs anzuhören, denn du brauchst immer jemanden, der dich ermahnt, anleitet und dir Rat gibt. Aus Unterrichten kannst du viel über die Regeln des Islams lernen und darüber, wie du dich in Zeiten der Bedrängnis verhalten sollst. 

7.         Es ist notwendig zu lesen und zu lernen 

Es ist erforderlich, zu lernen, lesen und sich selbst in islamischen Angelegenheiten zu erziehen, denn „wem Allah etwas Gutes will, den lässt Er den Islam verstehen“, wie von al-Bukhāri und Muslim berichtet wurde. Daher ist es notwendig, die Regeln des Islams zu kennen und zu verstehen. In vielen Fällen, in denen die Dinge schwierig und kompliziert erscheinen, hätte der Betroffene sie leicht und unkompliziert gefunden, wenn er die Gesetze gelernt oder die Gelehrten befragt hätte. Es könnte eine Erlaubnis geben, von der er nichts weiß, oder es könnte eine Alternative in der Scharī`ah geben, die es ihm vereinfachen würde. Zu den nützlichen Büchern, die wir dir zu lesen empfehlen, gehört Fiqh al-Sunnah von Scheikh Sayyid al-Sābiq (in englischer Übersetzung unter dem Titel „Fiqh us-Sunnah“ erhältlich, herausgegeben in 5 Bänden von American Trust Publications, Plainfield, IN), al-Mulakhkhas al-Fiqhi von Scheikh Sālih al-Fauzān, `Audat al-Hijāb von Scheikh Muhammad ibn Ismā`īl. Du kannst auch von nützlichen islamischen Websites lernen. 

Du solltest dich auch mit der modernen Geschichte befassen, insbesondere mit der deines eigenen Landes, und darüber, wie der Islam bekämpft wurde und wie die Pläne waren, denn wenn der Muslim dies versteht, wird es ihn motivieren, den Kampf aufzunehmen und mehr am Islam festzuhalten. 

8.         Heirat 

Diese ist natürlich sehr wichtig und bringt in deinem Fall viele Vorteile mit sich, wie z. B.: 

  • Psychische Stabilität, innere Ruhe und Zufriedenheit

  • Mit Allahs Erlaubnis wird sie für dich zu einem Mittel, die gesellschaftlichen und
    familiären Belastungen, die auf dir liegen, zu reduzieren, denn du wirst in der Lage sein, ein neues Zuhause zu beziehen, fort von deiner Familie und deinen Nachbarn sowie der Gesellschaft, die dir so viele Beschränkungen auferlegt, die du nicht beseitigen kannst.

  • Du wirst rechtschaffene Kinder in einer Atmosphäre der Sittsamkeit, Bescheidenheit, des Vertrauens und Festhaltens an der Religion aufziehen können; eine Erziehung, die viele von uns leider versäumt haben. 

Eltern können mit ihren Kindern das tun, von dem sie sich wünschen, ihre eigenen Eltern hätten es mit ihnen getan. Die Erziehung rechtschaffener Nachkommen ist einer der wichtigsten Vorteile der Ehe. Die Ummah wartet auf dich und auf andere wie dich, die diese Religion lieben und bereit sind, daran festzuhalten. Sie wartet auf rechtschaffene, gläubige Kinder von dir, durch die Allah die Ummah unterstützen und ihren Zustand zum Besseren ändern wird. 

Es gibt viele weitere Vorteile, die du durch eine Heirat erlangen kannst, daher betonen wir die Wichtigkeit dieser Angelegenheit. Basierend auf den Umständen, unter denen du leidest, ist unser Ratschlag an dich folgender: Wenn zu dir jemand mit religiösem Engagement kommt und einem Charakter, der dir gefällt, dann zögere nicht zu akzeptieren, und wenn kein solcher Mann zu dir kommt, dann sei zufrieden mit dem, der „halb-engagiert“ ist, denn wenn wir nicht das finden können, was perfekt ist, dann müssen wir mit dem Besten zufrieden sein, was wir erlangen können, selbst wenn es nicht vollkommen ist. Dieser Ratschlag gilt nur für dich, basierend auf deiner speziellen Situation. 

Wir meinen nicht, dass du mit einem Übeltäter zufrieden sein solltest, oder mit jemandem, der Alkohol trinkt, auf keinen Fall. Vielmehr meinen wir eine Person, die rechtschaffen im allgemeinen Sinne ist; jemand, der regelmäßig betet und den Islam allgemein liebt, jemand von gutem Charakter und Benehmen, der beschützend eifersüchtig hinsichtlich der Ehre empfindet, selbst wenn er einige Fehler hat. 

Du könntest ihn durch deine Persönlichkeit, deine Überzeugungskraft und deine Weisheit im Umgang mit ihm dazu motivieren, sich zu bessern, nachdem Allah dich und ihn rechtleitet. 

Wir denken nicht, dass der Besuch von Websites die letzte Hoffnung für dich ist, denn die Hoffnung endet nie. Der Muslim hofft immer, erwartet immer das Gute von seinem Herrn und denkt positiv von Ihm, Der in einem Hadīth qudsi sagt: „Ich bin, wie Mein Diener von Mir denkt.“ (al-Bukhāri; Muslim). 

9.         Hinsichtlich des Problems mit dem Hijāb 

Noch einmal bekräftigen wir, dass wir das Ausmaß des Kampfes, den du in deinem Land aufgrund deines Hijābs führst, verstehen. Deshalb denken wir, dass nichts dagegen spricht – aufgrund deiner speziellen Umstände – wenn du eine schrittweise Annäherung an das Tragen des Hijābs vornimmst. Was deine Eltern und die Gesellschaft heute nicht akzeptieren, akzeptieren sie vielleicht Schritt für Schritt, nach einem oder zwei Monaten oder einem Jahr. 

Du musst dich so anständig wie nur möglich kleiden und dich nach Kräften bemühen, deinen Kopf zu bedecken. Trage weite Kleidung und wenn die Leute sich an deine sittsame Kleidung gewöhnt haben, kannst du einen Schritt weiter gehen, bis du den vollen Hijāb trägst, den Allah den gläubigen Frauen anbefohlen hat, wie du selber möchtest und wie es dir in dem Land der zwei heiligen Moscheen während deines Besuchs gefallen hat. 

Doch sei nicht zu hastig. Geh es langsam an und du wirst inschaAllah das erreichen, was du möchtest. Dies ist nicht der beste Weg, den ein Muslim befolgen kann, doch es ist im Falle der Notwendigkeit annehmbar, bedingt durch die besonderen Umstände, in denen du dich befindest. Einen Teil einer Sache zu erlangen ist besser, als nichts, und die Perfektion langsam zu erreichen ist besser, als alles zu verlieren. 

10.      Hinsichtlich des Gebets 

Das Gebet ist die bedeutendste Säule des Islams nach den Schahādatayn. Es ist die Verbindung zwischen dem Menschen und seinem Herrn, du solltest ihm daher besondere Aufmerksamkeit schenken, und es ist essentiell wichtig, die Gebete regulär zu verrichten, zu den richtigen Zeiten: „… Das Gebet ist den Gläubigen zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben.“ (4:103).

Wir denken nicht, dass es ein Problem bei Fajr und `Ischa’ oder bei Maghrib im Sommer, wenn die Zeit für Maghrib eine oder zwei Stunden nach deiner Arbeit beginnt, gibt. Darauf basierend gibt es keine Entschuldigung, diese Gebet über die erlaubte Zeit hinaus zu verspäten, bemühe dich also darum, diese Gebete zu der Zeit zu verrichten, die für sie in der Scharī`ah bestimmt wurde.  

Bleiben also Dhuhr und `Asr sowie Maghrib im Winter. 

Das Grundprinzip – wie oben angeführt – lautet, dass du jedes von ihnen zur rechten Zeit verrichten solltest. Achte daher auf eine Zeit, wenn der Ort, um Wudū’ zu vollziehen, frei von Männern ist. Ist das nicht möglich, dann ist nichts Falsches daran, den Waschraum zu betreten und darin Wudū’ zu vollziehen und der dort vollzogene Wudū’ ist gültig. In den meisten Fällen ist der Boden – selbst wenn er nass ist – tāhir (rein) und das Wasser darauf ist tāhir, daher ist nichts Falsches daran, an diesem Ort Wudū’ zu machen. 

Beim Gebet ist es für die Frau erforderlich, ihren gesamten Körper zu bedecken, abgesehen von Gesicht und Händen. Wenn du entsprechende Kleidung vorläufig noch nicht tragen kannst, dann behalte einen Hijāb oder ein anderes Kleidungsstück für das Gebet in deinem Büro und trage es zur Zeit des Gebets. 

Es gibt keinen speziellen Ort, wo Gebete verrichtet werden müssen, vielmehr können Gebete überall verrichtet werden. Du kannst also auf eine Chance warten, wenn du allein im Büro bist, und dann beten. 

Wenn es zu schwierig ist und du nicht jedes Gebet zur rechten Zeit verrichten kannst, dann hoffen wir, dass dir die Erlaubnis gewährt ist, Dhuhr und `Asr zu kombinieren, sodass du Dhuhr bis zur Zeit von `Asr verlegen und beide zusammen beten darfst, doch dies unterliegt der Bedingung, dass es getan wird, bevor die Zeit für `Asr endet, was eine halbe Stunde oder 45 Minuten vor Sonnenuntergang ist. Sollte auch das nicht möglich sein, dann hast du die Erlaubnis, das Gebet bis zum Sonnenuntergang zu vollziehen, doch es gibt keine Entschuldigung für das Verlegen des `Asr-Gebets bis nach Sonnenuntergang.  

Bezüglich des Maghrib-Gebets im Winter so musst du es auf der Arbeit verrichten, wenn es dir möglich ist, und falls nicht, dann kannst du es verlegen und mit `Ischa’ zur Zeit des Letzteren kombinieren. Du kannst Maghrib und `Ischa’  zusammen beten, wenn du nach Hause kommst. 

Bedenke, dass, wenn du das tust, du das Gebet nicht über die erlaubte Zeit hinaus verspätest, denn das Kombinieren von Dhuhr und `Asr sowie Maghrib und `Ischa’ ist in Fällen der Notwendigkeit und um besondere Härte abzuwenden gestattet, sei es auf der Reise oder nicht, anders als beim Kürzen des Gebets, was nur auf der Reise erlaubt ist. 

Doch du musst dich wirklich darum bemühen, jedes Gebet zur rechten Zeit zu verrichten und der Muslim sollte immer in der Lage sein, einen Weg zu finden. Ein Soldat konnte nicht um die Erlaubnis für das Gebet bitten, damit er nicht des Fundamentalismus oder des Terrorismus beschuldigt und unter Beobachtung gestellt werden würde, daher pflegte er um die Erlaubnis zu bitten, zur Toilette zu gehen, wo er Wudū’ vollzog, dann beten ging und wieder zurückkam. 

Wir denken nicht, dass du außerstande bist, etwas Ähnliches zu tun und eine Möglichkeit zu finden, das Gebet zu rechten Zeit zu verrichten. Falls nicht, dann kombiniere Dhuhr und `Asr, wie oben beschrieben. 

Letztendlich möchten wir deine Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass viele deiner Probleme bei der Arbeit, wie das Verspäten des Gebets und dass du keinen Hijāb tragen kannst, dadurch bedingt sind, dass du an einem Ort arbeitest, an dem du dich mit Männern vermischt. 

Die Arbeit einer Frau an einem Ort, an dem sie sich mit Männern vermischt, ohne die Richtlinien der Scharī`ah, führt zu vielen negativen Konsequenzen, wie deutlich ersichtlich wird. Daher diktiert die Weisheit des Islams, dass so etwas harām ist. Wenn du zu einer anderen Dienststelle wechselst oder dir einen anderen Arbeitsplatz, wo es keine Männer gibt, suchst, wird das viele deiner Probleme bei der Arbeit lösen, oder du kannst mit der Arbeit ganz aufhören, sofern du nicht von deiner Familie gezwungen wirst, weiter zu arbeiten. In diesem Fall hoffen wir, dass du die Erlaubnis hast, weiterzumachen, während du versuchst, die schlechten Dinge so gut wie möglich zu vermeiden. 

Wir bitten Allah darum, dich standhaft sein zu lassen, dir bei allem Guten zu helfen, all das Schlechte von dir fernzuhalten und dich mit rechtschaffenen Nachkommen zu segnen. 

Und Allah ist die Quelle der Stärke und der Führer zum rechten Weg. 

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A


Das Urteil über Schönheitsoperationen

Das Urteil über Schönheitsoperationen 

Frage (Nr. 47694): 

Ich würde gern wissen, ob kosmetische Operationen an der Nase harām sind, insbesondere wenn mein Zustannd mir psychisches Leid verursacht und mein Leben beeinträchtigt und auch die Ärzte mir zu einem solchen Eingriff raten? 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allah. 

Schönheitsoperationen können in zwei Kategorien eingeteilt werden: 

1.         Notwendige Operationen: 

Dazu gehören Operationen, die durchgeführt werden, um Makel zu beseitigen, wie solche, die die Folge von Krankheiten sind oder von Verkehrsunfällen, Bränden etc., oder um angeborene Fehler zu beheben, wie z. B. um einen zusätzlichen Finger zu entfernen oder einen angewachsenen Finger abzulösen und Ähnliches. 

Diese Art von Operationen ist erlaubt. Es gibt einen Beweis in der Sunnah, der bestätigt, dass sie gestattet sind und dass derjenige, der sie durchführen lässt, nicht beabsichtigt die Schöpfung Allahs zu ändern: 

  • Es wurde von `Arfajah ibn As’ad berichtet, dass er seine Nase in der Schlacht von al-Kulāb während der Zeit der Jāhiliyyah verlor und er deshalb eine Nase aus Silber trug, die jedoch abgenutzt war. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) wies ihn an, eine aus Gold hergestellte Nase zu tragen. (Tirmidhi #1770; Abu Dawud #4232; al-Nasā’i #5161; von Scheikh al-Albāni in Irwa’ al-Ghalīl #824 als hasan klassifiziert).

  • Es wurde berichtet, dass `Abd-Allah ibn Mas`ūd sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) die Frauen verfluchen, die ihre Augenbrauen zupfen und die ihre Zähne abfeilen um sich zu verschönern und die Schöpfung Allahs zu ändern.“ (Bukhāri und Muslim).Al-Nawawi (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Der Ausdruck „diejenigen, die ihre Zähne abfeilen“ bezieht sich auf jene, die es zum Zwecke der Verschönerung taten und um jünger auszusehen. Es beweist, dass das harām ist, was zur Verschönerung getan wird. Besteht aber der Bedarf an medizinischer Behandlung oder um einen Fehler am Zahn zu beheben usw., dann ist nichts Falsches daran. Und Allah weiß es am besten.“ 

2.         Die zweite Art der Schönheitsoperation ist die, die zum Zweck der Verschönerung gemacht wird. Solche Operationen werden durchgeführt, um das Aussehen im Auge des Betrachters zu verbessern, wie z. B. die Nase zu verschönern, indem sie kleiner gemacht wird, oder die Brust zu verschönern, indem sie vergrößert oder verkleinert wird, oder Facelifting usw. 

Diese Art der Operation erfolgt aus keinem notwendigen Grund, sondern sie dient nur dem Zweck der Änderung der Schöpfung Allahs und entsprechend den Gelüsten und Begierden der Menschen daran herumzubasteln. So etwas ist harām und es ist nicht gestattet, denn es ist eine Änderung der Schöpfung Allahs. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Sie (diejenigen, die anderen als Allah dienen) rufen außer Ihm (Allah) nur weibliche (Gottheiten) an, und sie rufen nur einen rebellischen Satan an. Allah verfluchte ihn. Und er sagte: „Ich werde von Deinen Dienern ganz gewiss einen festgesetzten Anteil nehmen, und ich werde sie ganz gewiss in die Irre führen und ganz gewiss in ihnen Wünsche erwecken und ihnen ganz gewiss befehlen, und da werden sie ganz gewiss die Ohren des Viehs abschneiden; wahrlich, ich werde ihnen befehlen, und da werden sie ganz gewiss Allahs Schöpfung ändern.“ …“ (4:117-119).

Der Schaytān ist derjenige, der den Menschen einflüstert, dass sie die Schöpfung Allahs verändern sollen. 

Siehe: Ahkām al-Jarāhah al-Tibbiyyah von Scheikh Muhammad al-Mukhtār al-Schanqīti 

Scheikh Muhammad ibn Sālih al-`Uthaymīn (möge Allah ihm barmherzig sein) wurde gefragt: „Wie lautet das Urteil über Schönheitsoperationen und darüber, diese zu erlernen?“ 

Er antwortete: „Es gibt zwei Arten von Schönheitsoperationen: 

1.         Solche, die durchgeführt werden um einen Makel infolge eines Unfalls etc. zu beseitigen. Es ist nichts Falsches daran, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) erteilte einem Mann, dessen Nase in einer Schlacht abgetrennt wurde, die Erlaubnis, eine aus Gold gemachte Nase zu tragen. 

2.                 Solche, die unnötig sind und die nicht durchgeführt werden, um einen Makel zu entfernen, sondern die vielmehr dem Zweck dienen, die Schönheit zu steigern. Dies ist harām und nicht erlaubt, denn der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) verfluchte die Frauen, die Augenbrauen zupfen, die ihre Augenbrauen zupfen lassen, die Haarverlängerungen befestigen, die sich Haarverlängerungen machen lassen, die tätowieren und die sich tätowieren lassen, denn all dies wird als eine Änderung durchgeführt und nicht, um Fehler zu beseitigen. 

Was den Medizinstudenten anbelangt, der im Zuge seiner Studien auch kosmetische Operationen erlernt, so ist für ihn nicht Falsches daran. Doch sollte er es nicht in harām Fällen anwenden, sondern er sollte diejenigen, die darum bitten, ermahnen, damit sie das, was harām ist, meiden. Vielleicht wird eine solche Ermahnung, wenn sie aus dem Mund eines Arztes kommt, einen größeren Eindruck bei dem Menschen hinterlassen.“ (Fatāwa Islamiyyah 4/412). 

Siehe auch die Antwort auf Frage Nr. 1006. 

Zusammengefasst: Wenn es einen Defekt an der Nase gibt und der Zweck der kosmetischen Operation der ist, diesen Defekt zu beseitigen, dann ist das in Ordnung.  

Doch wenn der Zweck nur der Verschönerung dient, dann ist es nicht gestattet, diese Operation durchzuführen. 

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A