Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung einiger Prinzipien des gerechten und freundlichen Umgangs mit Sklaven:
1. Ihnen Nahrung und Kleidung zu gewährleisten, wie sie auch der Besitzer hat.
Es wurde überliefert, dass Abu Dharr (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: Der Gesandte (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Sie sind eure Brüder, die Allah unter eure Autorität gestellt hat. Wenn Allah also den Bruder von jemandem unter dessen Autorität gestellt hat, dann soll er ihn von dem speisen, was er isst, und er soll ihn von dem kleiden, was er trägt, und er soll ihn nicht mit Arbeit überlasten und wenn er ihn mit Arbeit überlastet, dann soll er ihm helfen.“ (al-Bukhāri #6050).
2. Ihre Würde bewahren
Es wurde berichtet, dass Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Ich hörte Abu-l-Qāsim (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen: `Wer seinen Sklaven beschuldigt, obwohl dieser unschuldig ist hinsichtlich dessen, was er sagt, wird am Tag der Auferstehung ausgepeitscht, es sei denn, er ist wie er sagte.`“ (al-Bukhāri #6858).
Ibn `Umar (möge Allah mit ihm zufrieden sein) ließ einen seiner Sklaven frei, dann hob er einen Stock vom Boden auf und sagte: „Es liegt nicht mehr Belohnung darin als es diesem hier entspricht, doch ich hörte den Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagen: `Wer seinen Sklaven schlägt oder prügelt, dessen Sühne ist es, ihn freizulassen.`“ (Muslim #1657).
3. Gerecht zu Sklaven zu sein und sie freundlich zu behandeln
Es wurde berichtet, dass `Uthmān ibn `Affān in das Ohr eines seiner Sklaven kniff, als dieser etwas Falsches tat, danach sagte er zu ihm: „Komm und kneife in mein Ohr als Vergeltung.“ Der Sklave weigerte sich, doch `Uthmān bestand darauf und so begann der Sklave, ihn leicht zu kneifen. `Uthmān sagte zu ihm: „Mach es härter, denn ich kann die Strafe am Tag der Auferstehung nicht ertragen.“ Der Sklave sagte: „So, mein Herr? Der Tag, den du fürchtest, den fürchte ich auch.“
Als `Abd al-Rahmān ibn `Auf (möge Allah mit ihm zufrieden sein) zwischen seinen Sklaven lief, konnte niemand ihn von ihnen unterscheiden, denn er lief nicht vor ihnen und er trug nichts anderes als das, was sie auch trugen.
Eines Tages ging `Umar ibn al-Khattāb seines Weges und er sah einige Sklaven stehen und nicht mit ihrem Besitzer essen. Er wurde wütend und sagte zu ihrem Besitzer: „Was ist los mit Leuten, die egoistisch gegenüber ihren Dienern sind?“ Dann rief er die Sklaven und sie aßen mit ihnen.
4. Es ist nichts Falsches daran, dass Sklaven in einigen Angelegenheiten Vorrang vor freien Männern haben und das hinsichtlich jeder religiösen oder weltlichen Angelegenheit, in der sie sie übertreffen. Beispielsweise ist es gültig, wenn ein Sklave das Gebet leitet. `Ā’ischah, die Mutter der Gläubigen, hatte einen Sklaven, der sie im Gebet anführte. Tatsächlich ist es den Muslimen befohlen worden, zu hören und zu gehorchen, selbst wenn ein Sklave mit ihren Angelegenheiten beauftragt wird.
5. Ein Sklave kann sich selbst von seinem Besitzer kaufen und frei sein
Wenn jemand aus einem Grund versklavt ist, es dann aber offensichtlich wird, dass er seine Übeltaten aufgegeben und seine Vergangenheit hinter sich gelassen hat und dass er zu einem Mann geworden ist, der das Schlechte verurteilt und nach dem Guten strebt, ist es dann erlaubt, seiner Bitte zu entsprechen und ihn freizulassen? Der Islam gestattet dies und es gibt einige Fuqahā’, die sagen, dass dies obligatorisch ist, und einige, die sagen, es ist mustahabb.
Dies wird mukātabah Vertrag genannt oder Vertrag der Freilassung zwischen dem Sklaven und seinem Herrn. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „… Und denjenigen von denen, die eure rechte Hand besitzt, die einen Freibrief begehren, sollt ihr einen Freibrief ausstellen, wenn ihr an ihnen etwas Gutes wisst. Und gebt ihnen (etwas) vom Besitz Allahs, den Er euch gegeben hat. …“ (24:33).
So gerecht und freundlich werden Sklaven im Islam behandelt.
Eines der Resultate dieser Richtlinien ist, dass in vielen Fällen der Sklave ein Freund seines Besitzers wird; manchmal betrachtet der Besitzer ihn wie einen Sohn. Sa`d ibn Hāschim al-Khālidi sagte, einen seiner Sklaven beschreibend: „Er ist kein Sklave, sondern vielmehr ist er ein Sohn, der unter meine Fürsorge gestellt wurde (von Allah). Er unterstützt mich mit seinem guten Dienst; er ist meine Hände und meine Arme.“
Ein weiteres Resultat der Behandlung von Sklaven durch die Muslime auf diese Weise ist, dass die Sklaven Teil der muslimischen Familien werden, als wenn sie Familienangehörige wären.
Gustav le Bon sagt in Hadārat al-`Arab (Arabische Zivilisation) auf S. 459-460: „Was ich aufrichtig glaube, ist, dass die Sklaverei bei den Muslimen besser ist als die Sklaverei bei anderen Leuten und dass die Situation der Sklaven im Osten besser ist als die der Diener in Europa und dass Sklaven im Osten Teil der Familie sind. Sklaven, die freigelassen werden wollen, können die Freiheit erlangen, indem sie ihren Wunsch zum Ausdruck bringen. Doch trotzdem machen sie von diesem Recht keinen Gebrauch.“
Wie behandeln Nicht-Muslime Sklaven?
Die Einstellung der Juden gegenüber Sklaven: Nach Ansicht der Juden ist die Menschheit in zwei Gruppen geteilt – die Israeliten bilden eine Gruppe und die restliche Menschheit die andere.
Was die Israeliten anbelangt, so ist es erlaubt, einige von ihnen zu versklaven, entsprechend den spezifischen Lehren des Alten Testaments.
Was die anderen Menschen als die Israeliten anbelangt, so sind sie nach Ansicht der Juden eine niedere Rasse, die durch Herrschaft und Unterwerfung versklavt werden kann, denn sie sind Menschen, die durch himmlische Bestimmung zur Erniedrigung verdammt sind.
Es heißt in Exodus 21:2-6: „So du einen hebräischen Knecht kaufst, der soll dir sechs Jahre dienen; im siebenten Jahr soll er frei ausgehen umsonst. Ist er ohne Weib gekommen, so soll er auch ohne Weib ausgehen; ist er aber mit Weib gekommen, so soll sein Weib mit ihm ausgehen. Hat ihm aber sein Herr ein Weib gegeben, und er hat Söhne oder Töchter gezeugt, so soll das Weib und die Kinder seines Herrn sein, er aber soll ohne Weib ausgehen. Spricht aber der Knecht: Ich habe meinen Herren lieb und mein Weib und Kind, ich will nicht frei werden, so bringe ihn sein Herr vor die “Götter” und halte ihn an die Tür oder den Pfosten und bohre ihm mit einem Pfriem durch sein Ohr, und er sei sein Knecht ewig.“
Was die Versklavung von Nicht-Hebräern angeht, so erfolgt diese, indem sie gefangen genommen oder überwältigt werden, denn sie glauben, dass ihre Rasse über anderen steht, und sie versuchen in ihrer entstellten Thora eine Rechtfertigung für diese Sklaverei zu finden. Daher sagen sie, dass Ham, der Sohn von Noah, der der Vater von Kanaan war, seinen Vater verärgerte, denn Noah war eines Tages betrunken und wurde entblößt, als er in seinem Zelt schlief, und Ham sah ihn so. Als Noah das herausfand, nachdem er aufwachte, wurde er wütend und verfluchte seine Nachkommenschaft, die Nachfahren von Kanaan, und sagte (gemäß dem Buch Genesis 9:25-26): „Verflucht sei Kanaan und sei ein Knecht aller Knechte unter seinen Brüdern! und sprach weiter: Gelobt sei der HERR, der Gott Sem’s; und Kanaan sei sein Knecht!“ Im gleichen Kapitel (Vers 27) heißt es: „Gott breite Japheth aus, und lasse ihn wohnen in den Hütten des Sem; und Kanaan sei sein Knecht!“
Im Buch Deuteronomium 20:10-14 heißt es: „Wenn du vor eine Stadt ziehst, sie zu bestreiten, so sollst du ihr den Frieden anbieten. Antwortet sie dir friedlich und tut dir auf, so soll das Volk, das darin gefunden wird dir zinsbar und untertan sein. Will sie aber nicht friedlich mit dir handeln und will mit dir kriegen, so belagere sie. Und wenn sie der HERR, dein Gott, dir in die Hand gibt, so sollst du alles, was männlich darin ist, mit des Schwertes Schärfe schlagen. Allein die Weiber, die Kinder und das Vieh und alles, was in der Stadt ist, und allen Raub sollst du unter dich austeilen und sollst essen von der Ausbeute deiner Feinde, die dir der HERR, dein Gott, gegeben hat.“
Die Haltung der Christen gegenüber Sklaven: Das Christentum bestätigte die Sklaverei ebenso, wie sie vorher durch das Judentum bestätigt wurde. Es gibt keinen Text in den Evangelien, der die Sklaverei verbietet oder anprangert. Es ist bemerkenswert, dass der Historiker William Muir unseren Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) kritisierte, weil dieser nicht sofort die Sklaverei abgeschafft hatte, während er über die Einstellung der Evangelien bezüglich der Sklaverei hinwegsah, da es zu diesem Thema keinen Bericht vom Messias gab oder von den Jüngern oder von den Kirchen.
Vielmehr ermahnte Paulus in seinen Briefen, dass Sklaven ihren Herren treu ergeben sein sollten, wie in seinem Brief an die Epheser, in dem er die Sklaven anweist, ihren Besitzern gegenüber ebenso zu gehorchen, wie sie dem Messias gehorchen würden: „Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens, als Christo; nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes tut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem HERRN dienet und nicht den Menschen, und wisset: Was ein jeglicher Gutes tun wird, das wird er von dem HERRN empfangen, er sei ein Knecht oder ein Freier.“ (Epheser 5-8).
In Grand Larousse encyclopèdique heißt es: „Es ist nicht überraschend, dass die Sklaverei bei den Christen bis heute angehalten hat; die offiziellen Repräsentanten des Glaubens haben ihre Gültigkeit bestätigt und ihre Legitimität akzeptiert. … zusammengefasst: die christliche Religion befürwortete die Sklaverei voll und ganz und tut es auch heute noch. Es ist sehr schwierig zu beweisen, dass das Christentum sich darum bemühte, die Sklaverei abzuschaffen.“
Die Heiligen behaupteten, dass die Natur manche Menschen zu Sklaven macht.
Die Leute der Kirche verhinderten die Sklaverei nicht und widersprachen ihr nicht; sondern sie unterstützten sie bis zu dem Ausmaß, dass der Philosophen-Heilige Thomas Aquinas die Ansicht unterstützte, die mit der Meinung der religiösen Führer übereinstimmte, und er wies die Sklaverei nicht zurück, sondern er lobt sie, weil sie – gemäß der Ansicht von Aristoteles – ein Zustand sei, in dem manche Menschen erschaffen werden, und es stehe nicht dem Glauben eines Menschen entgegen, mit der niedrigsten Position im Leben zufrieden zu sein. (Haqā’iq al-Islam von al-`Aqqād, S. 215)
Im Lexikon der Bibel von Dr. George Yousuf heißt es: „Das Christentum hat die Sklaverei aus politischen oder ökonomischen Gründen nicht abgelehnt und es hat die Gläubigen nicht dazu angehalten, sich den Ansichten ihrer Generationen hinsichtlich der Sklaverei zu widersetzen oder auch nur darüber zu diskutieren, und es sagte nichts gegen die Rechte der Sklavenbesitzer oder motivierte die Sklaven dazu, die Unabhängigkeit zu erlangen; es diskutierte nicht über den Schaden oder die Härte der Sklaverei und es rief nicht dazu auf, die Sklaven sofort freizulassen. Es tat nichts, um die Natur der Beziehung zwischen Herren und Sklaven zu ändern; im Gegenteil, es bekräftigte die Rechte und Pflichten beider Parteien.“
Das heutige Europa und die Sklaverei
Es ist das Recht des Lesers, in dieser Ära der Entwicklung und des Fortschritts, Fragen über die Pioniere dieses Fortschritts zu stellen und über die Anzahl der Menschen, die aufgrund der Art, wie sie gejagt wurden, starben, und die auf ihrem Weg zur Küste starben, wo die Schiffe der Engländer und anderer warteten, und die schließlich durch den Klimawandel bedingt starben. Ungefähr 4% starben, als sie auf die Schiffe verladen wurden, und 12% während der Reise, ganz abgesehen von denen, die in den Kolonien dahinschieden.
Der Sklavenhandel wurde durch die Hände der englischen Gesellschaften fortgeführt, die das Monopol mit Erlaubnis der britischen Regierung erworben hatten, dann wurde den britischen Landsleuten freie Bahn gelassen, um die Menschen zu versklaven. Einige Experten schätzen, dass die Anzahl der während der Sklaverei durch die Briten aufgegriffenen und in die Kolonien verfrachteten Menschen zwischen 1680 und 1786 n. Chr. um die 2.130.000 betrug.
Als Europa in Kontakt mit dem Schwarzen Afrika kam, führte dieser Kontakt zu einer menschlichen Misere, in deren Verlauf das schwarze Volk dieses Kontinents mit einem für fünf Jahrhunderte andauernden Unglück konfrontiert wurde. Die europäischen Staaten entführten diese Menschen auf üble Weise und brachten sie in ihre eigenen Länder, wo sie als Brennstoff für ihren Aufschwung verheizt wurden und wo sie mehr Arbeit aufgebürdet bekamen, als sie ertragen konnten. Als Amerika entdeckt wurde, verschlimmerte sich das Leid und sie wurden auf zwei Kontinenten versklavt, statt nur auf einem.
In der Encyclopaedia Britannica heißt es (2/779) zum Thema Sklaverei: „Die Sklavenjagd in Dörfern, die vom Dschungel umgeben waren, wurde durchgeführt, indem Feuer in den Umzäunungen der Dörfer gelegt wurden, sodass die Bewohner aufs offene Land flohen, wo die Briten sie mit allen Mitteln jagten, die ihnen zur Verfügung standen. Während des Zeitraums zwischen 1661 und 1774 starben für jede Million Afrikaner, die Amerika erreichte, weitere neun Millionen durch die Jagd, das Verladen und den Transport. Mit anderen Worten – nur ein Zehntel derjenigen, die gejagt wurden, überlebte und erreichte tatsächlich Amerika, wo sie weder Ruhe noch Erleichterung fanden, sondern sie wurden harter Arbeit und Qual unterworfen.
Zu dieser Zeit gab es Gesetze, für die jeder intelligente Mensch sich schämen muss.
Zu diesen üblen Gesetzen gehören solche, die besagen, dass jeder Sklave, der die Grenzen gegenüber seinem Herrn überschritt, getötet werden konnte, und jedem Sklaven, der davon lief, mussten die Hände und Füße abgeschnitten werden und er wurde mit einem heißen Eisen gebrandmarkt, lief er wieder davon, dann wurde er getötet. Wie konnte er davon laufen, wenn seine Hände und Füße abgeschnitten waren?
Es war einem schwarzen Mann verboten, sich zu bilden, und die Jobs der Weißen waren den Farbigen verboten.
Es wurde als Verbrechen in Amerika betrachtet, wenn sich sieben Farbige versammelten, und wenn ein weißer Mann an ihnen vorbei kam, war es ihm gestattet, sie anzuspucken und ihnen 20 Schläge zu verpassen.
Ein anderes Gesetz besagte, dass die Schwarzen keine Seele hätten, dass sie keinen Verstand, keine Intelligenz oder Willenskraft besäßen und dass Leben nur in ihren Armen existiere.
Zusammengefasst lässt sich hinsichtlich seiner Pflichten und seinem Dienst gegenüber seinem Herren sagen, dass der Sklave als geistig gesund, verantwortlich und im Falle eines Fehlers als strafbar angesehen wurde, doch hinsichtlich seiner Rechte hatte er keine Seele und keine Existenz und er war nicht mehr als ein Paar starker Arme.
Letztendlich, nach vielen Jahrhunderten der Versklavung und Unterdrückung, kam mittels einer Resolution der Vereinten Nationen 1953 n. Chr. die Anweisung zur Abschaffung der Sklaverei und zum Bemühen, dem Ganzen ein Ende zu setzen.
Demzufolge erwachte ihr Gewissen nicht bis zum letzten Jahrhundert, nachdem sie ihre Zivilisation auf den Leichnamen widerrechtlich versklavter Männer aufgebaut hatten. Welcher aufrichtige Mensch kann dies mit den Lehren des Islams vergleichen, welcher 1.400 Jahre zuvor kam?
Und Allah weiß es am besten.
Siehe: Schubahāt Haul al-Islam von Muhammad Qutub; Talbīs Mardūd fi Qadāya Khatīrah von Scheikh Dr. Sālih ibn Humayd, dem Imām von al-Haram in Makkah.
Islam Q&A