Islam Fragen & Antworten

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Es ist musthabb, die Türen des Hauses nachts zu schließen

           

Es ist musthabb, die Türen des Hauses nachts zu schließen

 

Frage (Nr. 127141):

 

Ist dieser Hadīth sahīh: „Zur Zeit des Sonnenuntergangs sagen wir Bismillah und schließen die Fenster, sodass die Jinn nicht eintreten können“?

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allāh.

 

Es wurde in einem sahīh Bericht überliefert, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) uns befahl, nachts, wenn die Nacht beginnt und vor dem Schlafengehen die Türen zu schließen und den Namen Allāhs zu erwähnen. Das ist so, damit der Muslim sein Haus und seine Familie vor dem Eintreten schlimmer Teufel beschützen kann, sowohl von den Menschen als auch von den Jinn, und vor schädlichen Tieren oder Insekten.

 

Es wurde von Jābir ibn `Abd-Allāh (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wenn die Nacht ihre Flügel ausspannt – oder wenn der Abend kommt – behaltet eure Kinder drinnen, denn die Teufel kommen zu der Zeit heraus. Wenn dann ein Teil der Nacht vergangen ist, lasst sie gehen. Und schließt die Türen und erwähnt den Namen Allāhs, denn der Schaytān öffnet keine verschlossene Tür. Und bindet die Wasserschläuche fest und erwähnt den Namen Allāhs und bedeckt eure Gefäße und erwähnt den Namen Allāhs, selbst wenn ihr nur etwas auf sie legt, und löscht eure Lampen.“ (al-Bukhāri #3280; Muslim #2012)

 

Eine von Muslim überlieferte Version besagt: „Bedeckt die Gefäße, bindet die Wasserschläuche fest, schließt die Türen und löscht die Lampen aus, denn der Schaytān öffnet keine Wasserschläuche oder Türen oder deckt Gefäße auf.“

 

Imām al-Nawawi erfasste dies in einem Kapitel mit dem Titel: Kapitel über den Befehl, Gefäße zu bedecken, Wasserschläuche festzubinden, Türen zu schließen und den Namen Allāhs darüber zu erwähnen und Lampen und Feuer zu löschen, wenn man Schlafen geht, und Kinder und Vieh nach Sonnenuntergang drinnen zu behalten.

 

Muslim (#2013) berichtete im selben Kapitel, dass Jābir ibn `Abd-Allāh (möge Allāh mit ihm zufrieden sein) sagte: Der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Lasst eure Tiere und Kinder nicht herausgehen, wenn die Sonne untergegangen ist, bis der erste Teil der Nacht vorüber ist, denn die Teufel kommen heraus, wenn die Sonne untergeht, bis der erste Teil der Nacht vorüber ist.“

 

Ibn Hibbān berichtete Folgendes in seinem Sahīh (4/90): „Bindet eure Wasserschläuche fest und schließt eure Türen, wenn ihr nachts ins Bett geht, und bedeckt Essen und Getränke, denn der Schaytān kommt und wenn er die Tür nicht verschlossen findet, wird er eintreten, und wenn er den Wasserschlauch nicht festgebunden findet, wird er daraus trinken, und wenn er die Tür verschlossen findet und den Wasserschlauch festgebunden, dann öffnet er den Wasserschlauch und die Tür nicht. Wenn einer von euch nichts findet, womit er sein Gefäß, in dem sich ein Getränk befindet, bedecken kann, dann soll er einen Stock darüber legen.“

 

Imām ibn `Abd al-Barr (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Dieser Hadīth enthält den Befehl, die Türen des Hauses nachts zu schließen. Das ist eine Handlung der Sunnah, durch die die Menschen vor den Teufeln der Menschen und der Jinn beschützt werden. Die Worte „der Schaytān öffnet keine verschlossene Tür und er bindet keinen Wasserschlauch los“ informieren über den Segen Allāhs, erhaben ist Er und gepriesen, für Seine menschlichen Diener, denn dem Schaytān wurde nicht die Macht gegeben, eine Tür zu öffnen oder einen Wasserschlauch zu öffnen oder ein Gefäß aufzudecken. Diese Dinge sind ihm untersagt worden, obwohl ihm die Macht verliehen wurde, Dinge zu tun, die weitaus schwieriger sind als dies, wie z. B. das Benutzen von Wegen, die der Mensch nicht benutzen kann.“ (al-Istidhkār, 8/363)

 

Al-Hāfiz ibn Hajar (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Ibn Daqīq al-`Id sagte: In dem Befehl, die Türen zu schließen, liegt sowohl religiöser als auch weltlicher Nutzen, welcher Leben und Vermögen vor Übeltätern schützt und insbesondere vor den Teufeln.

 

Die Worte „der Schaytān öffnet keine verschlossene Tür“ weisen darauf hin, dass der Befehl, die Türen zu schließen, dem Zweck dient, den Schaytān davon abzuhalten, sich unter die Menschen zu mischen. Der Grund ist etwas, das durch Offenbarung bekannt wird. Der bestimmte Artikel bezieht sich auf die Art und nicht auf ein spezifisches Individuum.“ (Fath al-Bāri, 11/87)

 

Er sagte auch (möge Allāh ihm barmherzig sein): „Al-Qurtubi sagte: Alle Befehle in dieser Angelegenheit zielen darauf ab, dem Interesse des Menschen zu dienen, und sie sind als Empfehlungen zu verstehen, insbesondere in Bezug auf denjenigen, der es mit der Absicht tut, der Anweisung zu folgen.

 

Ibn al-`Arabi sagte: Einige Leute glauben, dass der Befehl, die Türen zu schließen, allgemein ist und auf alle Zeiten anwendbar, doch das ist nicht der Fall. Vielmehr ist es auf die Nacht beschränkt. Es ist, als ob die Nacht in diesem Fall ausgewählt wurde, weil der Tag üblicherweise der Zeitraum ist, in dem die Menschen wach sind, anders als in der Nacht. Das Ganze hängt mit dem Schaytān zusammen, denn er ist derjenige, der die Maus das Haus niederbrennen lässt.“ (Fath al-Bāri, 6/356-357)

 

Al-Khatīb al-Scharbīni al-Schāfi`i (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Wenn die Nacht anbricht, ist es Sunnah, die Gefäße zu bedecken und sei es auch nur mit einem Stock, die Wasserschläuche festzubinden und die Türen zu schließen, den Namen Allāhs in allen drei Fällen erwähnend, und die Kinder und das Vieh während des ersten Teils der Nacht drinnen zu behalten, und die Lampen zu löschen, wenn man schlafen geht.“ (Mughni al-Muhtāj, 1/31)

 

Scheikh ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Wenn man schlafen geht, sollte man die Tür schließen.“ (Scharh Riyādh al-Sālihīn)

 

Siehe auch in der Antwort auf Frage #125922.

 

Und Allāh weiß es am besten.

 

Islam Q&A

Ihre Mutter behandelt sie schlecht

Ihre Mutter behandelt sie schlecht 

Frage (Nr. 84330): 

Meine Familie behandelt meine Schwester und mich nicht gleich. Sie kontrollieren mich und zwingen mich dazu, mich auf eine bestimmte Art zu benehmen, zu kleiden und zu essen. Denkt bitte nicht, dass sie mich ermahnen, das Gegenteil ist der Fall, sie verlangen von mir, mich zu schminken, um einen Mann zur Heirat anzulocken. Sie wollen nicht, dass ich etwas von meinem Gehalt spende oder dass ich Waisenhäuser oder alte Menschen besuche. Mein Mutter möchte nur, dass wir ihre Familie besuchen. Und mein Vater kümmert sich um nichts; alles, was ihn interessiert, ist das Anhäufen von Geld und Essen. Es ist eine schwache Persönlichkeit neben meiner dominanten Mutter. Meine einzige Schwester hört auf alles, was meine Mutter sagt und deshalb wird sie gut behandelt. Ich überlasse es Allah, zwischen mir und ihnen zu richten. Ich möchte nur wissen, was mit „guter Behandlung“ gemeint ist. Wie soll ich meinen Ärger kontrollieren, wenn sie lügt? Ist es harām, wenn ich ihr sage, dass sie eine Lügnerin ist? Was soll ich tun, wenn es mir zuviel wird und ich wirklich traurig über das, was sie tut und über mich zu anderen sagt, bin? Auf Allah vertraue ich. 

Antwort:  

Alles Lob gebührt Allah. 

Es gibt viele Probleme, die im Leben einer muslimischen Familie auftauchen können, und sie variieren entsprechend der gesellschaftlichen, ökonomischen und psychologischen Situation. Doch eines der schwerwiegendsten Probleme ist, wenn die Kinder aufgrund des Verhaltens ihrer Eltern leiden. Das ist so, weil die Eltern ihre Kinder mit Liebe und Fürsorge umgeben, sich um ihre Bedürfnisse kümmern und ihrem seelischen Wohlbefinden Aufmerksamkeit schenken sollten. Wenn es aber Probleme gibt, dann verkehrt sich die Situation ins Gegenteil und Ratschläge werden zumeist an die Kinder gerichtet, damit sie geduldig sind, aufgrund dessen, was sie wegen der Probleme ihrer Eltern durchleben müssen.  

Dies ist ein Aufruf an die neue Generation herauszufinden, wie sie von dieser Erfahrung profitieren und die Rolle der Eltern, die Allah ihnen geben wird, übernehmen können. Niemand kann durch Unwissenheit oder einen Mangel an Wissen entschuldigt werden, wie die vorherigen Generationen entschuldigt werden konnten, denn die Informationen über die Möglichkeiten einer guten islamischen Erziehung sind heutzutage erhältlich geworden und jeder ist in der Lage zu lernen, außer demjenigen, der verzweifelt ist.  

Wir müssen dich als Erstes darauf hinweisen, dass das, was wir dir sagen werden, so klingen könnte, als ob wir die Probleme als gering betrachten – obwohl sie tatsächlich ernsthaft sind – doch daran ist nichts Falsches; wenn wir ein Problem als klein betrachten, wird es uns helfen, damit umzugehen und seinen Einfluss auf uns zu reduzieren. So ist es etwas Gutes und das ist Teil der Lösung.  

An diesem Problem sind zwei Parteien beteiligt: zum einen du und zum anderen deine Familie – deine Mutter, dein Vater und deine Schwester. Das meiste von dem, was wir sagen möchte, richtet sich an dich, denn du bist diejenige, die sich beklagt, und du bist diejenige, der Unrecht getan wird, wie aus deinem Brief ersichtlich wird. 

Wenn es so klingt, als wenn wir eine ganz simple Annäherung an das Problem unternehmen, dann soll es so sein. Weder du noch wir möchten die Angelegenheit verkomplizieren und die Flammen der Feindseligkeit nähren. Was wir suchen, ist eine Lösung, unabhängig vom Blickwinkel, von dem aus wir uns dem Problem nähern. Was zählt, ist, dass wir es lösen, wenn wir können oder – zumindest – es nicht weiter verschlimmern.  

Wenn dein Vater uns zuhören würde, würden wir ihm sagen: Du bist vorrangig zuständig und du spielst die Hauptrolle, denn du trägst die Verantwortung für den Haushalt und bist der Schäfer, der über seine Herde befragt wird. Doch er hat uns nicht gefragt und wir denken nicht, dass uns zuhören würde. 

Wenn deine Mutter uns zuhören würde, würden wir ihr sagen: Fürchte Allah hinsichtlich deiner Kinder, denn ihre Rechte sind gleich und sie fair zu behandeln ist eine Pflicht – „Fürchtet Allah und behandelt eure Kinder gerecht.“ (übereinstimmend angenommen; diese Version wurde von al-Bukhāri berichetet). 

Wenn deine Mutter uns zuhören würde, würden wir ihr sagen: „Diejenigen, die gerecht und anständig sind, werden bei Allah auf Thronen aus Licht sein, zur rechten Hand des Barmherzigsten, gepriesen ist Er und erhaben, und beide Seiner Hände sind rechte Hände, diejenigen, die gerecht und anständig sind in ihren Urteilen und gegenüber ihren Familien und denjenigen, die ihrer Autorität unterstehen.“ (Muslim #1837). 

Wir könnten eine Menge sagen, wenn die andere Partei dieses Problems uns zuhören würde. 

Doch jetzt haben wir keine andere Wahl, als unsere Worte lediglich an eine Partei zu richten, nämlich an dich, und wir müssen die Last, eine Lösung zu finden, einer einzigen Person aufbürden, nämlich dir. Du bist die Einzige der beteiligten Personen, die uns zuhört.  

Es ist offensichtlich, dass du nicht mit deiner Mutter kommunizieren kannst. Dies ist die Gegebenheit, die wir als Erstes behandeln müssen. Versuche nicht, es zu übergehen oder nicht anzuerkennen. Das ist der Grund für deine Enttäuschung und den Zorn, den du im Umgang mit deiner Mutter empfindest, was ein Zeichen ist, dass du das Problem nicht erkennst und dich ihm nicht stellst. 

Der korrekte Weg, damit umzugehen, beginnt mit dem Verstehen der Wahrheit, welche im Qur’ān bestätigt wird, wo Allah sagt (ungefähre Bedeutung): Und was immer euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände erworben haben. Und Er verzeiht vieles.“ (42:30).

Die Änderung einer Situation kann nur bei den beteiligten Personen beginnen, bei niemandem sonst, und sie kann nur einsetzen, wenn diese erkennen, dass die Änderung bei ihnen beginnen muss und bei niemandem sonst. 

Es ist daher notwendig, dass du deine eigenen Unzulänglichkeiten im Umgang mit deiner Familie erkennst und dich bemühst, damit fertig zu werden oder sie zu ändern. Diese Unzulänglichkeiten müssen nicht zwingend aus schlechten Verhaltensweisen bei dir resultieren, doch es kann einige Fehler dabei geben, wie du mit dem Problem umgehst. Aus dem, was du in deiner Fragestellung sagst, kann ich dir einige davon aufzählen: 

-                Dinge, die empfohlen und mustahabb sind, sollten nicht der Anlass für Streit und Auseinandersetzung sein. Der Befehl, sich zu versöhnen und die Menschen zu vereinen, ist wichtiger als die Interessen, denen durch mustahabb Handlungen gedient werden sollen. Wenn du der Grund für einige der Streitigkeiten warst, weil du auf die Verrichtung von Dingen bestehst, die allenfalls empfohlen sind, dann hoffe ich, dass du die Angelegenheit noch einmal überdenkst.

-                Die Überprüfung der Ausgaben der Tochter durch die Mutter und der Versuch, sie zu kontrollieren, ist etwas Gutes; der einzig negative Aspekt ist, wenn sie dabei in Extreme verfällt.

-                Schnell und wütend zu reagieren ist der Grund aller Probleme und wird niemals zu einer Lösung führen. Derjenige, der das zu erlangen wünscht, auf das er hofft, muss einige seiner Ärgernisse in seinem Herzen verbergen.  

Es wurde von ibn `Umar (möge Allah ihm barmherzig sein) überliefert, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt keinen Trank, der größere Belohnung bei Allah bringt, als der Trank des Zorns, den ein Mann schluckt (unterdrückt), wobei er das Angesicht Allahs erstrebt.“ (ibn Mājah #4189; von al-Iraqi in Takhrīj al-Ihya’ 4/163 als hasan klassifiziert). 

Du kannst mehr über die Behandlung rasch aufsteigenden Zorns in den Antworten zu den Fragen #658 und #45647 lesen. 

Ich denke, dass, Lob sei Allah, du einige der Mittel zur Reduzierung deines Leids besitzt. Allah hat dich mit einem Job gesegnet und Geld besänftigt die Herzen. 

Es wurde von Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Beschenkt euch gegenseitig und ihr werdet einander lieben.“ (al-Bukhāri in al-Adab al-Mufrad #208; von al-Iraqi in in Takhrīj al-Ihya’ 2/53 als hasan klassifiziert und von ibn Hajar in Bulūgh al-Marām #277 sowie von al-Albāni in Sahīh al-Adab al-Mufrad). 

Mit Geschenken kannst du die Herzen von Vater, Mutter und Geschwistern gewinnen. Du kannst verschiedene Arten von Geschenken verteilen – Gegenstände, Geld, Möbel für das Haus oder einen Ausflug zu einem schönen Ort. Das wird einen großen Einfluss auf sie haben, inschaAllah. 

Deine Schwester ist der Schlüssel zu einer anderen Lösung, wenn du mit ihr gut auskommst und dich ihr annäherst, sodass sie dir helfen kann bei dem, was du versuchst zu tun. Wenn du sie verlierst, bedeutet das, dass du dabei erfolglos sein wirst. Schiebe ihr deshalb nicht auch die Schuld zu – selbst wenn das der Fall ist – denn wenn jemand sich selbst überprüft und das Problem erkennt, dann wird er es sicherlich lösen können. 

Du solltest daran denken, dass das Herz einer Mutter von Mitleid gegenüber ihrem Kind erfüllt ist, egal wie hartherzig und kalt sie erscheinen mag. Versuche daher, all das Mitleid, welches in ihrem Herzen ist, hervorzuholen, indem du lieb bist, demütig, freundlich und geduldig. Ich denke nicht, wenn du dich in den Schoß deiner Mutter wirfst, ihre Hand küsst und weinst, während du Worte der Liebe sprichst und dich über die Schwierigkeiten und den Schmerz, dem du ausgesetzt bist, beklagst, dass du mit leeren Händen zurückkehren wirst, sondern ich hoffe, dass deine Mutter sich als besser erweist, als du es von ihr denkst. 

Allah sagt (ungefähre Bedeutung): Nicht gleich sind die gute Tat und die schlechte Tat. Wehre mit einer Tat, die besser ist, (die schlechte) ab (d. h. Allahs Anweisungen für die Gläubigen, geduldig zum Zeitpunkt des Zorns zu sein, und diejenigen, die sie schlecht behandeln, zu entschuldigen), dann wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft besteht, so, als wäre er ein warmherziger Freund.“ (41:34).

Und es wurde berichtet, dass der Charakter des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) so war, dass er Schlechtes nicht mit Schlechtem vergalt, sondern er pflegte zu vergeben und zu verzeihen. (al-Bukhāri #2125). 

Diejenigen, die am meisten ein Anrecht auf freundliche Behandlung und Toleranz haben, sind die Eltern, aufgrund der bedeutenden Rechte, die Allah ihnen gab, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): Und senke für sie aus Barmherzigkeit den Flügel der Demut und sag: `Mein Herr, erbarme Dich ihrer, wie sie mich aufgezogen haben, als ich klein war.`“ (17:24).

Ein gutes Verhalten bedeutet, schlechte Behandlung und Ärger von geliebten Menschen über sich ergehen zu lassen, was also ist mit den Eltern? 

Es wurde berichtet, dass ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Der Gläubige ist eingeschränkt und er kann den wahren Glauben nicht erreichen, bis er nicht Demütigung gekostet hat.“  

`Ali ibn Abi Tālib sprach seine Gefährten an und sagte: „Sei unter den Menschen wie eine Biene unter Vögeln, denn es gibt keinen Vogel, der sie nicht als schwach betrachtet, doch wenn er wüsste, was in ihrem Bauch ist, würde er das nicht tun. Behandle die Menschen mit einem guten Verhalten und süßen Worten und sei freundlich und aufrichtig zu ihnen, denn jeder Mann wird bekommen, was er verdient, und am Tag der Auferstehung wird er mit denen sein, die er liebt.“ 

Und es wurde berichtet, dass Muhammad ibn al-Hanafiyyah sagte: „Derjenige ist nicht duldsam, der nicht denjenigen mit Freundlichkeit behandelt, der keine andere Wahl hat, als bei ihm zu sein, bis Allah ihm einen Ausweg gewährt.“ 

Diese Berichte wurden von ibn Abi-l-Dunya in seinem Buch Madārāt al-Nās (37, 27, 41) überliefert. 

Was zählt, ist, dass du dich bemühen solltest, die Art, auf die du mit deiner Mutter zu sprechen pflegst, zu ändern und denke über alles nach, was ihr Herz erreichen könnte. Fühle dich niemals hilflos oder sage: „Ich habe es versucht, aber versagt.“ Suche immer die Hilfe Allahs. 

Letztendlich: Die schlechte Behandlung deiner Mutter ist nicht das Ende der Welt. Diese Welt ist angefüllt mit Möglichkeiten und mit guten Menschen, seien es Verwandte, Nachbarn oder Freunde, mit denen ein Mensch seine Tage verbringen kann. Er sollte gut zu allen Menschen sein und sie gut behandeln.  

Es wurde von Jābir (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Zu denen, die mir von euch am liebsten sind und die am Tag der Auferstehung am nahsten bei mir sitzen werden, gehören diejenigen, die das beste Verhalten besitzen.“ (al-Tirmidhi #2018). Er sagte: „Er ist hasan gharīb.“ Er wurde als sahīh von al-Albāni in Sahīh al-Tirmidhi klassifiziert.  

Das Beständige Komitee wurde gefragt: „Der Fragesteller lebt im selben Haus wie seine Eltern, doch er streitet ständig mit seiner Mutter und lässt sie im Stich. Der Grund dafür ist, dass seine Mutter seinen jüngeren Bruder bevorzugt, ihn aber mit schlechten Worten beschreibt und ihn aus nichtigen Gründen verflucht. Er hat einen Komplex entwickelt und er ist zu nachsichtig mit seinem Bruder, selbst wenn dieser ihn übel behandelt. Sein Vater misshandelt ihn ebenfalls sehr; er erwidert seine Grüße nur selten und manchmal schlägt er ihn vor anderen Leuten aus unwichtigem Anlass, doch er schlägt den jüngeren Bruder nicht, selbst wenn dieser sich sehr schlecht benimmt. Ist derjenige, der von seinen Eltern schlecht behandelt wird, aufgefordert, sie zu ehren und die Beziehung mit ihnen aufrecht zu erhalten, wie andere es tun müssen? Ist es eine Sünde für ihn, wenn er Streit verursacht, obwohl er sich stark bemüht, es zu vermeiden? Nachdem dies geschieht, bedauert er es und er spendet Almosen in ihrem Namen, ohne dass sie es wissen. Wird er dafür belohnt und werden sie dafür belohnt? Wird das seine Sünden verringern, auch wenn die Spenden nur gering sind?“ 

Sie antworteten: „Die Eltern können entschuldigt werden für das, was sie tun, und sie können Gründe dafür haben, dass sie mit einem ihrer Kinder strenger sind als mit einem anderen, wie z. B. wenn es älter ist oder reifer als das andere, sodass ein Fehler von ihm ernstzunehmender ist, oder wenn sie es maßregeln, um es auf den rechten Weg zu bringen, damit es ein Vorbild für die jüngeren Geschwistern sein kann. Selbst wenn wir annehmen, dass sie es falsch behandeln, ist es dem Kind nicht gestattet, dies auf gleiche Art zu erwidern, sondern es sollte mit etwas Besserem reagieren, in Übereinstimmung mit den Worten Allahs (ungefähre Bedeutung): 

Nicht gleich sind die gute Tat und die schlechte Tat. Wehre mit einer Tat, die besser ist, (die schlechte) ab (d. h. Allahs Anweisungen für die Gläubigen, geduldig zum Zeitpunkt des Zorns zu sein und diejenigen, die sie schlecht behandeln, zu entschuldigen), dann wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft besteht, so, als wäre er ein warmherziger Freund.“ (41:34) 

Wenn sie sich aber darum bemühen, dass du Mir das beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht, doch geh mit ihnen im Diesseits in rechtlicher Weise um. Und folge dem Weg dessen, der sich Mir reuig zuwendet. Zu Mir wird hierauf eure Rückkehr sein, da werde Ich euch kundtun, was ihr zu tun pflegtet.“ (31:15). 

Allah schreibt dem Sohn vor, sich seinen Eltern gegenüber freundlich zu verhalten, obwohl sie sich darum bemühen, dass er Allah andere beigesellt, und Schirk ist die schlimmste der großen Sünden. Und Er schreibt ihm vor, am rechten Weg Allahs festzuhalten, und informiert ihn darüber, dass die Belohnung für all das bei Ihm sein wird am Tag der Auferstehung. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) hat es ebenfalls zur Pflicht gemacht, die Eltern zu ehren, und er warnte davor, ihnen ungehorsam zu sein, und er bestätigte, dass der Ungehorsam den Eltern gegenüber eine große Sünde ist. Daher solltest du dankbar sein für dein Bedauern über die provozierten Streitigkeiten und darüber, dass du sie im Stich gelassen hast, sowie dafür, dass du in ihrem Namen Spenden entrichtet hast. Wenn du ihnen davon berichtest, besteht die Hoffnung, dass dadurch Harmonie entsteht und dass sie dich lieben. Außerdem gibt es die Hoffnung, dass ihr, du und sie, belohnt werdet und dass deine und ihre Sünden vergeben werden, denn Allah vervielfacht gute Taten. Was die Eltern anbelangt, sie sollten ihre Kinder gerecht behandeln, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: `Fürchtet Allah und behandelt eure Kinder gerecht.`“ (Fatāwa al-Lajnah al-Dā`imah 25/123-125). 

Wir bitten Allah darum, dich rechtzuleiten und die Tore Seiner Barmherzigkeit und Großzügigkeit für dich zu öffnen.  

Und Allah weiß es am besten. 

Islam Q&A